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Veröffentlicht am 24.06.2025

Im Museum verschollen

Im Finsterwald
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Der Roman von Marie Hermanson führt seine Leser ins Jahr 1926 in Göteborg.
Dort verschwindet ein 9jähriges Mädchen, Alice , nachdem es mit seinem Kindermädchen und seinen jüngeren Geschwistern ...

Der Roman von Marie Hermanson führt seine Leser ins Jahr 1926 in Göteborg.
Dort verschwindet ein 9jähriges Mädchen, Alice , nachdem es mit seinem Kindermädchen und seinen jüngeren Geschwistern im Naturhistorischen Museum war.
Als der Vater am Tag danach bei der Polizei eine Meldung machte, war schon sehr viel Zeit vergangen, und nachdem es Winter war, auch kalt .
Hauptwachtmeister Nils Gunnarsson nimmt sich des Falles sehr engagiert an und versucht mit Hilfe seiner Exfreundin Ellen, einer Journalistin, herauszufinden, warum Alice davongerannt ist, als es hieß, das Museum zu verlassen.
Ist Alice also noch im Museum?
Nils lässt sich durchs ganze Haus führen, auch in Räume, wo Museumsbesucher nicht hinkommen, aber vergebens, er findet keine Spur des Kindes.
Der Bruder behauptet allerdings fest, dass Alice ganz tief im Wald, im Laub, bei den Elchen sei.
Nils gibt aber nicht auf und beobachtet dabei vieles, was ihm zu denken gibt. Auch Ellen sucht die Nähe zu dem Kindermädchen und versucht, heraus zu bekommen, ob es vielleicht Gründe gibt für das Kind, sich zu verstecken.
Im Roman sind sehr viele kleine zwar eigenständige, Geschichten eingebaut, die nach und Nach Licht in die Verwirrungen um Alices Verschwinden zu bringen.
Das Cover zeigt eine Aufnahme des Museums um 1926 aus dem Wald heraus.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Neuanfang für Marlene Kranz

Die Akte Graz
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Kommissarin Marlene Kranz lässt sich nach Graz versetzen, um bestimmte private Vorkommnisse leichter verarbeiten zu können.

Viel Zeit hat sie nicht, um sich zu akklimatisieren, denn es gibt eine Leiche, ...

Kommissarin Marlene Kranz lässt sich nach Graz versetzen, um bestimmte private Vorkommnisse leichter verarbeiten zu können.

Viel Zeit hat sie nicht, um sich zu akklimatisieren, denn es gibt eine Leiche, kunstvoll platziert auf der Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg.

Splitterfasernackt und genau wie auf dem Foto des Kunstfotografen Gustav Zierach, der im Grazer Kunsthaus am Tag davor eine Ausstellung eröffnet hat.

Marlene fackelt nicht lange und steigt in den Fall ein. Ihre Ermittlungen führen sie kreuz und quer durch Graz.

Margot Mühlfellner, die Autorin dieses, ihres ersten Krimis, führt ihre Leser gekonnt und sehr unterhaltsam durch Graz, erzählt ganz nebenbei noch Hintergründiges über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten, verliert dabei aber nie den roten Faden, der sich sehr kriminell durch die Geschichte zieht.

Natürlich gibt es am Beginn jede Menge Verdächtige, ihre Protagonistin Marlene sortiert aber alle, die nichts mit der Tat zu tun haben, gekonnt aus, auch wenn sie ab und an doch ihre Zweifel hat. Da tauchen Alibis und Fakten auf und unter, aber Marlene hat alles im Griff und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Ein schönes Cover mit dem Blick vom Schlossberg auf die Dächer der historischen Grazer Innenstadt lädt zum Zugreifen ein.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Urwitzig

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Ramona Schukraft, die bekannte Comedienne und Comedyautorin
hat wieder geliefert.
Als Sybille Bullatschek lotst sie den Leser von zu Hause über Modegeschäfte und Supermärkte bis ins Seniorenheim ...

Ramona Schukraft, die bekannte Comedienne und Comedyautorin
hat wieder geliefert.
Als Sybille Bullatschek lotst sie den Leser von zu Hause über Modegeschäfte und Supermärkte bis ins Seniorenheim Sonnenuntergang. Und dort bewirbt sie sich und das Heim beim Fernsehen. Da gibt es nämlich eine Quizshow für 80+, das passt ja doch haargenau für die Heimbewohner. Als es wirklich geklappt hat mit der Bewerbung, muss auch der Heimleiter nachgeben, er hat ja nix davon gewusst.
Dann beginnt das Gerangel um die Position, mit dabei sein zu dürfen. Jeder glänzt mit bestimmten Wissensgebieten, aber die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Auch bei Sybille zu Hause ist ordentlich was los, ihre Nachbarn machen Urlaub in Florida und in dieser Zeit soll ein Arbeits-Austauschkollege in der Wohnung leben dürfen. Wovon Sybille leider nichts gewusst hat. Und dann fangen die Missverständnisse so richtig an.
Wer gerne lacht, ist mit diesem Buch bestens bedient, denn Situationskomik und Wortwitz geben sich die Tür in die Hand.
Auch das Cover passt zum Text, wer findet das Toupet im Glücksrad?

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Nachtleben in Soho

Nacht über Soho
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Die Autorin Kate Atkinson schreibt eine spannende und sehr interessante Geschichte, die sich in London beinahe so abgespielt hat. Es gibt reale Vorlagen, aber es sind auch erfundene Figuren im Spiel.

Nellie ...

Die Autorin Kate Atkinson schreibt eine spannende und sehr interessante Geschichte, die sich in London beinahe so abgespielt hat. Es gibt reale Vorlagen, aber es sind auch erfundene Figuren im Spiel.

Nellie Coker ist die Herrscherin über einige Nachtclubs in Soho. Sie und ihre 6 Kinder, die je ein Etablissement führen, haben natürlich auch Neider und Feinde. Von Königen abwärts vergnügt sich dort jeder, der es sich leisten kann.

Das ist ist die eine Seite.

Auf der anderen Seite steht die Polizei - zumindest der Teil, der nicht korrupt ist und für Nellie arbeitet.

Die Autorin lässt es langsam angehen und das ist gut so, denn man muss sich vorstellen, wie ihre Kinder, die erwachsen und selbständig sind, über das Geschäft denken und was sie fühlen. Da kommt schon allerhand zu Tage.

Zwei Mädchen aus York, die unbedingt berühmt werden wollen und von zu Hause verschwinden, streifen am Rand die Geschichte, gesucht von der Freundin der Schwester eines der Mädchen. Die geht zur Polizei und trifft dort auf Chief Inspector Frobisher, der von Scotland Yard geschickt worden war, um korrupte Polizisten aus dem Verkehr zu ziehen.

Mit großem Einfühlungsvermögen und sehr guter Beobachtungsgabe lässt Atkinson ihre Leserschaft am Geschehen teilhaben. Ihre Beschreibung sämtlicher Charaktere gibt einem das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Man leidet und lacht einfach mit und findet sich plötzlich im London 1926..

Das Cover mit den Säulen des Einganges einer der Clubs ist ein echter Hingucker.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Die Anwälte

Aus Angst
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Jörg Kirchner, der Autor dieses Buches, weiß ganz genau, worüber er schreibt, denn er war selbst in dieser Branche tätig.

Und zum Glück hatte er keine Angst davor, solche Romane ( dies ist Nr.2 ) zu schreiben.

Ich ...

Jörg Kirchner, der Autor dieses Buches, weiß ganz genau, worüber er schreibt, denn er war selbst in dieser Branche tätig.

Und zum Glück hatte er keine Angst davor, solche Romane ( dies ist Nr.2 ) zu schreiben.

Ich nehme nicht an und hoffe sehr, dass es nicht immer so zugeht, wie im Roman, aber das Leben ist auch nicht immer ein Krimi.

Kirchner beschreibt, wie in einer fiktiven Kanzlei mit Kunden und Personal umgegangen wird, wie gnadenlos der Kampf um ein Mandat ist, besonders, wenn der Anwalt nicht mehr jung ist. Ebenso erfährt man beim Lesen dieses Wirtschaftskrimis, wie Firmen ihre Gelder anlegen, was privat so nebenbei passiert und was man mit neugierigen Anwälten macht.

Man schürt die Angst.

Wenn man erst einmal weiß, wovor der oder die Betreffende Angst hat, ist es ein Kinderspiel, diese Angst ins Unermessliche zu steigern, indem man in kleinen Dosen dem Betroffenen seine Angst real werden lässt.

Ein total perfides Spiel, dem sich schon so mancher durch Aufgabe ( im besten Fall) oder durch Selbstmord ( im schlimmsten Fall ) entzogen hat.

Und dann stehen alle am Grab und sind traurig.....

Dass Angst ein starker Motivator ist, kann man in einschlägigen Medien nachlesen, was man daraus machen kann, dazu braucht es eine Dosis kriminelle Energie, eine Prise Unverantwortlichkeit, eine Portion Gier ( nach allem Möglichen) und vor allem die Bereitschaft, Menschen zu manipulieren.

Davon und noch von vielem mehr hat Kirchner in seinem Krimi geschrieben und eine eigentlich ist es traurige Geschichte, in der die Angst immer wieder um die Ecke lugt, von Firmen, die es eigentlich nicht nötig hätten, die aber trotzdem zu kriminellen Handlunge neigen, von Firmenkonstrukten, die kein normaler Mensch durchschauen und entwirren kann, und besonders von den Menschen, die von der Angst vor Verlust ihres Images, von Verlust ihrer Reputation, vor Verlust von Hab und Gut und besonders vom Verlust ihrer Familie zu Handlungen getrieben werden, die kaum nachvollziehbar sind.

Das alles kann man im Krimi, den man kaum aus der Hand legen will, lesen. Und dann darüber nachdenken......

Auch das Cover ist gut gewählt, ein Manager, Anwalt, Banker samt Koffer zwischen den Prachtbauten der Kunden, Mandanten, Anlegern..

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