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Veröffentlicht am 25.07.2025

Vor der Wende, knapp an der Grenze

Ewige Schuld
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Die Geschichte von Fritz Tiedemann, geschrieben von Arne Dessaul, beginnt im Jahr 1974 ganz normal. Junge Burschen an der Grenze zu Ostdeutschland, aber auch an der Grenze zum Erwachsenwerden.

Da kommt ...

Die Geschichte von Fritz Tiedemann, geschrieben von Arne Dessaul, beginnt im Jahr 1974 ganz normal. Junge Burschen an der Grenze zu Ostdeutschland, aber auch an der Grenze zum Erwachsenwerden.

Da kommt viel auf einen Burschen zu.

Zuerst der Abstand, was Bildung betrifft, Mädchen spielen ebenfalls bald eine Rolle, dann kommt die erste Erfahrung mit Liebe ins Spiel und plötzlich ist man erwachsen, trägt Verantwortung, fühlt sich sogar schuldig, wenn man in fremden Revieren gewildert hat. Da stürzt die ganze Welt auf einen ein.

Auch Fritz Tiedemann entgeht diesen Vorgängen nicht, er versinkt sogar etwas tiefer darin. Er liebt Freda, fühlt sich körperlich aber sehr zu seiner " Ersten", Elke, hingezogen, die aber mit seinem besten Freund Helmut verlobt ist. Also Schuldgefühle.

Irgendwann beginnen Fritz und Freda sich für Vergangenes zu interessieren und befragen Leute aus dem Dorf, die etwas darüber wissen könnten. Denn zwei Gräber, die sehr gepflegt sind und in denen zwei russische " Erntehelfer ", die angeblich beim Einsturz einer Scheune ums Leben gekommen sind, erwecken ihre Neugier.

Das passt nicht allen.

Schließlich, als Fritz sich von Elke lösen will, geschieht ein Mord.

Und nun fragt sich Fritz, ob es richtig war, diese ganze Geschichte zu hinterfragen.

Und das tut er auch noch, als er 40 Jahre später an den Ort zurückkommt.

Ein sehr schönes Cover macht Lust aufs Lesen.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Einfach leben und Spaß daran haben

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Die Autorin Henriette Krohn hat mit ihrem Roman voll ins Leben getroffen.

Mit sehr viel Gespür für Unterschwelliges und einer ordentlichen Handvoll feinem Humor beschreibt sie die Verwandlung eines abgehobenen ...

Die Autorin Henriette Krohn hat mit ihrem Roman voll ins Leben getroffen.

Mit sehr viel Gespür für Unterschwelliges und einer ordentlichen Handvoll feinem Humor beschreibt sie die Verwandlung eines abgehobenen Beraters , Vincent, der, nachdem ihm gekündigt wurde, plötzlich ohne Wohnung, ohne Auto, ohne Freunde dasteht.

Aber da gibt es eine Taxifahrerin namens Greta, die es sich zum Lebensziel gemacht hat, genau solchen Leuten zu helfen.

Und so kommt es, dass Vincent in das sehr renovierungsbedürftige Haus von Gretas Großeltern einzieht und dafür bei der Renovierung Hand anlegt. Das macht ihm von Tag zu Tag mehr Spaß und er bekommt Helfer, die ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass Vincent sein " Berater-Leben" hinterfragt. Denn Spaß hatte er bislang nicht daran. Außerdem gibt es noch eine ehemalige Affäre, auf die er gar nicht stolz ist, nachdem er den gehörnten Ehemann kennen gelernt hat, eine benachbarte Gräfin mit preisgekrönten Hühnern, Väter und Mütter, die durchaus ihre Mängel haben und hatten und eben diese Villa, die immer wohnlicher wird und eigentlich verkauft werden soll, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Cover mit den " Pinguinen " versteht man, wenn man das Buch gelesen hat. Lesegenuss ist garantiert.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Schöner Roman

Schattengrünes Tal
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Die Autorin Kristina Hauff versetzt ihre Leser in den Schwarzwald. Genauer gesagt in einen fiktiven Ort, aber dort geht es ganz schön rund.
Ein altes, etwas aus der Zeit gefallenes Hotel, eine ...

Die Autorin Kristina Hauff versetzt ihre Leser in den Schwarzwald. Genauer gesagt in einen fiktiven Ort, aber dort geht es ganz schön rund.
Ein altes, etwas aus der Zeit gefallenes Hotel, eine zerfallene Familie, Vater, Carl, Hotelier alter Schule, Sohn, Felix, hat sich von all dem entfernt, obwohl der Vater immer noch glaubt, er würde das Hotel einmal übernehmen, Ehefrau, Rosa, lebt in einem Heim, ist dement und enttäuscht vom Leben, Tochter, Lisa, Helfersyndrom, verheiratet mit Simon, Förster, eine gemeinsame Tochter, Emilia, sie studiert momentan in Kanada.
Johanna, eine Freundin Lisas, alleinerziehende Mutter zweier Söhne mit mehreren Jobs und einem pflegebedürftigen Vater.
Ein Chor, eine Freundesrunde.
Margret, hilfreiche Mitarbeiterin im Hotel, eigentlich die Managerin und halboffizielle Freundin von Carl, der ja immer noch mit Rosa verheiratet ist.
Und Daniela, eine Fremde, die sich im Hotel einmietet und versucht, sich mit allen anzufreunden.
Dass Daniela alle benutzt, vor Bosheit strotzt, alle gegeneinander ausspielt und Lisas Ehe massiv gefährdet, wird allen beinahe zu spät klar.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Die Haie sterben nicht aus

Hinter Mallorcas Fassaden
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Der Autor H.G Schulz, ein Mallorca -Kenner, lässt die Leser etwas tiefer blicken.

Sein Roman versetzt uns auf die Insel, es gibt Tote. Was als Selbstmord durchgehen sollte, auch weil die örtliche Polizei ...

Der Autor H.G Schulz, ein Mallorca -Kenner, lässt die Leser etwas tiefer blicken.

Sein Roman versetzt uns auf die Insel, es gibt Tote. Was als Selbstmord durchgehen sollte, auch weil die örtliche Polizei wegen Arbeitskräftemangel und Urlaubszeit geschludert hat, ist fraglich. Die Schwester von Doreen, der Toten, Nele behauptet, dass Doreen, wie sie auf der Insel hieß, aber eigentlich Bianca, so etwas nie und nimmer gemacht hätte. Und es gibt keinen Abschiedsbrief und kein Testament. Schon sehr ungewöhnlich.

Nele, die in Deutschland bei der Steuerfahndung sehr erfolgreich ist, jettet sofort auf die Insel, um ihrer Vermutung nachzugehen.

Dort lernt sie ein paar wirklich schräge Typen kenne, die aber jeder für sich total in Ordnung sind. Sie wollen ihr helfen, und das tun sie auch nach Kräften.

Jeder kennt irgendwo jemanden, der noch etwas nachstochern hilft, aber Nele gerät dabei auch in Gefahr. So ganz astrein ist die Geschichte dahinter doch nicht und die Gemeinschaft REAL, zu der auch Neles kürzlich verstorbener Schwager, Doreens Ehemann, gehörte, hat einiges zu verbergen.

Nele gibt aber nicht auf...

Das Cover, das einerseits die schöne Ferieninsel, aber auf der anderen Seite auch die teils undurchsichtige Geschäftemacherei zeigt, gefällt mir gut und passt wunderbar.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Kein schönes Leben

Moscow Mule
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Der Debütroman von Maya Rosa erzählt von zwei Freundinnen, die in Moskau studieren.
Das Leben bietet außer Alkohol und gelegentlichem Sex nicht wirklich viel.
Deshalb versuchen die Mädchen eine ...

Der Debütroman von Maya Rosa erzählt von zwei Freundinnen, die in Moskau studieren.
Das Leben bietet außer Alkohol und gelegentlichem Sex nicht wirklich viel.
Deshalb versuchen die Mädchen eine Möglichkeit, ins Ausland zu kommen. Das ist alles andere als einfach.
Alleine die ganzen Papiere zu bekommen, ist sehr aufwendig und auch teuer. Geld ist etwas, das beide Mädchen nicht haben. Oft legen sie ihr Geld zusammen, nur um irgendwo einen Tee zu trinken.
Karina und Tonya versuchen wirklich alles.
Karina wohnt bei ihrer Großmutter, die von ihrer Tochter, Karinas Mutter zwar unterstützt wird, aber es reicht trotzdem hinten und vorne nicht.
Der Gegensatz sind die reichen Moskauer, denen der Schein ganz offensichtlich wichtiger ist, als das Sein. Da wird geprotzt, was das Zeug hält.
Tonya lebt in einem Studentenwohnheim, sie ist die Ruhigere von den Beiden.
Karina lernt zwei junge Berliner Geschwister kenne, die ihr sogar die begehrte Einladung, die Voraussetzung für ein Auslandsstudium ist, geben, aber nach einem Semester in Berlin, das Karina sehr gut gefällt, muss sie wieder zurück.
Die Autorin beschreibt glaubhaft das Leben der Reichen und der Nichtbegüterten Menschen in Moskau und zeichnet ein Sittenbild , das sehr nachdenklich macht.
Das Cover zeigt eine gesichtslose Frau, umgeben von roten Rosen.

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