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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Warmherzig

Der Schacherzähler
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Oldman ist jeden Tag im Park und spielt Schach. Eigentlich heißt er Walter und ist seit vielen Jahren Witwer. Doch eines Tages wird er von Janne angesprochen. Janne ist neun und ein eher wilder Junge, ...

Oldman ist jeden Tag im Park und spielt Schach. Eigentlich heißt er Walter und ist seit vielen Jahren Witwer. Doch eines Tages wird er von Janne angesprochen. Janne ist neun und ein eher wilder Junge, der nicht so gerne in der Schule ruhig ist. Jana spricht Oldman an, weil er neugierig ist. So erklärt Oldman ihm das Spiel und Janne lernt super schnell. Die beiden freunden sich miteinander an und diese Freundschaft erweitert sich auch auf Jannes alleinerziehende Mutter. Doch alle haben so ihre Geheimnisse…

Das Buch ist sehr warmherzig geschrieben und sehr gut lesbar. Auch wenn einige Dinge sehr vorhersehbar sind und man oft schon viel eher weiß, wie es enden wird, ist das nicht schlimm. Denn es liest sich sehr gut und man hat sehr angenehme Gefühle dabei und bekommt auch gute Laune. Ganz davon abgesehen zeigt es auch deutlich, wie gut es ist, wenn ältere Menschen eine Aufgabe bekommen und noch Ziele haben, und wie wichtig es ist, Kindern den Freiraum zu geben und sie nicht ständig einzuengen, sondern auch Vertrauen zu haben. Und ebenso, wie wichtig Freundschaft und gegenseitige Hilfe ist. Daher gibt es von mir für das Buch eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Hat ein paar Längen

Der flüsternde Abgrund
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Collum kehrt nach vielen Jahren zurück in den kleinen Ort am australischen Regenwald, wo er aufgewachsen ist. Der Ort birgt ein Geheimnis, denn in einem Felsengebiet im Regenwald stürzen immer wieder Kinder ...

Collum kehrt nach vielen Jahren zurück in den kleinen Ort am australischen Regenwald, wo er aufgewachsen ist. Der Ort birgt ein Geheimnis, denn in einem Felsengebiet im Regenwald stürzen immer wieder Kinder ab, angeblich angelockt durch ein unheimliches Flüstern. Doch Collum hat keine große Wahl, denn sein Sohn wird im Regenwald vermisst.


Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Geschichte an sich ist gut erzählt, allerdings habe ich viel, viel mehr von dem Flüstern erwartet, was nicht ernsthaft erklärt wurde. Die Ermittlungen selber bringen viele Geheimnisse zu Tage, bei denen ich mich gewundert habe, dass einige nicht wenigstens in dem üblichen Dorftratsch benannt wurden. Oder dass Collum in all den Jahren nicht einmal gerechnet hat. So zieht sich manches dann endlos in die Länge und die gefühlt auf jeder Seite gemacht Wiederholung, dass es regnet, dass es nass ist und das Collums Bein Probleme macht, hat nicht unbedingt viel zur Spannung beigetragen. Diese war nur in Teilen vorhanden. In anderen wieder war sie sehr stark und es gibt einige Überraschungen. Alles in allem hat für mich das Buch noch deutlich Luft nach oben, es ist aber für ein Debüt trotzdem gut gelungen

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Speziell

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
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Heinz Labensky ist nicht die hellste Kerze auf der Torte. Schon zu tiefsten DDR-Zeiten wird ihm bescheinigt, dass er förderunfähig ist. Nur mit Mühe und Not und seiner Freundin Rita schafft er es, lesen ...

Heinz Labensky ist nicht die hellste Kerze auf der Torte. Schon zu tiefsten DDR-Zeiten wird ihm bescheinigt, dass er förderunfähig ist. Nur mit Mühe und Not und seiner Freundin Rita schafft er es, lesen und etwas schreiben zu lernen und ein paar Jahre Schule zu überstehen. Auch Rita ist ein Außenseiter, denn als sogenanntes Russenkind ohne Mutter hat sie es im Dorf sehr schwer. Dabei ist sie super begabt und will zum Studium nach Berlin. Heinz macht es sich zur Aufgabe, sie immer zu beschützen, obwohl sie das so gar nicht will. Die Wege trennen sich, für Heinz ungewollt. Die Jahre vergehen und mittlerweile ist Heinz Rentner in einem Seniorenheim, als er plötzlich einen unerwarteten Brief bekommt. Absender: Ritas Tochter....

Das Buch ist speziell. Die Hauptfigur Heinz ist eine Art Mischung aus einem naiven und auch dummen Jungen/Mann, gleichzeitig ist es er aber auch eine Art Schwejk oder Eulenspiegel. Seine Erlebnisse spiegeln viel DDR-Geschichte wieder. Ich glaube, das Buch wird auch im Osten insofern besser ankommen, als viele Begriffe und Redewendungen wiedererkannt werden. Die eingearbeiteten wirklichen historischen Ereignisse sind teilweise etwas wild verbunden, aber keinesfalls unlogisch. Ich habe mich oft darüber amüsiert, was durch diese Verbindung herausgekommen ist. Gleichzeitig werden aber auch viele der schlechten Seiten der damaligen Zeit angesprochen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das Buch so richtig beschreiben soll. Mir persönlich hat es aber gefallen und ich konnte es gut lesen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Schwierig für mich

Gestehe
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Inspektor Jacket ist seit vier Jahren der Star der Wiener Polizei. Damals rettete er ein kleines Mädchen und löste einen spektakulären Fall. Seitdem ermittelt er eher wenig und präsentiert umso mehr. Jetzt ...

Inspektor Jacket ist seit vier Jahren der Star der Wiener Polizei. Damals rettete er ein kleines Mädchen und löste einen spektakulären Fall. Seitdem ermittelt er eher wenig und präsentiert umso mehr. Jetzt wird in der Nachbarschaft ein brutaler Mord durchgeführt. Jacket erschrickt sehr, denn er kennt den Tatort und dies nur, weil er ein neues Buch schreibt, in dem das alles vorkommt. Und er weiß, der erste Mord ist nicht der letzte…

Mich lässt das Buch zweigeteilt zurück. Ich musste mich anfangs ein wenig zum Lesen zwingen, weil die Hauptfigur so unheimlich unsympathisch ist und ich keine Lust hatte, noch mehr darüber zu lesen. Der Mittelteil wird dann allerdings sehr spannend, so dass damit das Lesen flüssig vorwärts ging. Die Auflösung selbst hat mich nicht komplett überzeugt, es blieben zu viele Enden offen und der Schluss des Buches ist zwar schön, aber auch für mich nicht unbedingt restlos glaubhaft. Über manche Seitenhiebe zur aktuellen Politik in Österreich oder zu bekannten Persönlichkeiten habe ich mich amüsiert, manches war in meinen Augen aber für mich zu überzogen. Ich habe immer zwischen zwei extremen Polen geschwankt und bin mir immer noch nicht schlüssig, ob ich das Buch eher loben oder eher davor „warnen“ soll. Es ist von allem etwas dabei: viel Gutes, aber auch einiges an schwachen Sachen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Berührend

Sturmmädchen
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1933 in einem kleinen Dorf in der Eifel. Elli, die aufgrund von Kinderlähmung ein verkrüppeltes Bein hat und damit Außenseiter im Dorf ist, Margot die mit ihrer jüdischen Familie dort ein Ferienhaus hat, ...

1933 in einem kleinen Dorf in der Eifel. Elli, die aufgrund von Kinderlähmung ein verkrüppeltes Bein hat und damit Außenseiter im Dorf ist, Margot die mit ihrer jüdischen Familie dort ein Ferienhaus hat, und Käthe sind Freundinnen. Doch das Erstarken der Nazis wirft seine Schatten voraus und nur wenige Jahre später wird ihre Freundschaft auf eine starke Probe gestellt. Käthe entscheidet sich auch auf Druck der Familie für die Nazis. Margot muss unter den Judengesetzen leiden und Elli versucht, Margot und ihrer Familie zu helfen. Die Freundschaft zerbricht...

Das Buch ist sehr berührend, weil es aus Sicht drei unterschiedlicher junger Frauen die damalige Zeit beschreibt. Man kann alle Entscheidungen irgendwie nachvollziehen. Man merkt auch, dass gerade in den Dörfern viele Menschen überhaupt keine Ahnung hatten, was wirklich passiert ist und wie vorsichtig man damals sein musste und wie schnell sich alles änderte. Das alles ist sehr gut beschrieben und lässt sich gut lesen. Man hat sofort Mitgefühl und ich persönlich würde mir eine Fortsetzung wünschen, damit man weiß, wie die Geschichte der drei Frauen weitergeht. Auf jeden Fall von mir eine Leseempfehlung.

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