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Veröffentlicht am 21.08.2025

Ruhiger Roman

Das Geschenk des Meeres
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Schottland: Es ist Winter 1900 und in dem kleinen Fischerdorf Skerry wird am Ufer des Meeres ein Junge gefunden. Er ähnelt einem anderen Jungen, der vor ein paar Jahren spurlos verschwunden ist. Dorothy, ...

Schottland: Es ist Winter 1900 und in dem kleinen Fischerdorf Skerry wird am Ufer des Meeres ein Junge gefunden. Er ähnelt einem anderen Jungen, der vor ein paar Jahren spurlos verschwunden ist. Dorothy, die Mutter des damals verschwundenen Jungen, nimmt auf Empfehlung des Pfarrers das Kind bei sich auf. Es spricht nicht und ist sehr scheu. Doch nach und nach wird es zutraulicher. Doch die Dorfbewohner fragen sich immer wieder, ob beide Sachen irgendwie zusammenhängen und was damals wirklich passiert ist

Es ist ein sehr ruhiges Buch. Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar. Die Geschichte berührt zwar zum einen, macht einem aber auch wütend. Dass die Frauen um 1900 in so einem kleinen Dorf und mit der Kirche im Hintergrund wenig Rechte hatten, ist bekannt und nicht neu. Doch die Hauptfigur kann einem irgendwie nur leidtun. Von der Mutter extrem stark unterdrückt, schafft sie es nie, sich irgendwie „freizuschwimmen“ und etwas selbstbewusster zu werden. Die Leute im Dorf tragen allerdings auch nichts dazu bei, es ihr leichter zu machen. Und so ist sie verklemmt und durch den Verlust ihres Kindes auch stark traumatisiert. Das zieht sich durch das gesamte Buch durch und man möchte eigentlich die Leute nur nehmen und sie dazu bringen, dass sie miteinander reden und nicht so furchtbar neidisch aufeinander sind. Das alles ist gut beschrieben, doch irgendwie fehlt dem Buch ein wenig die Spannung. Ich konnte die Geschichte jederzeit unterbrechen und hatte auch kein dringendes Verlangen danach, sie sofort weiter zu lesen

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Guter Regionalkrimi

Das Teufelshorn
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Die frühere Polizistin Isabel betreibt auf Mallorca eine Ferienhausvermietung. Mit der Polizei will sie eigentlich nichts mehr zu tun haben, doch dann verschwindet ein kleines Mädchen. Weil sie Spezialistin ...

Die frühere Polizistin Isabel betreibt auf Mallorca eine Ferienhausvermietung. Mit der Polizei will sie eigentlich nichts mehr zu tun haben, doch dann verschwindet ein kleines Mädchen. Weil sie Spezialistin für solche Fälle ist, lässt sie sich überreden, die Polizei bei der Suche zu unterstützen. Dabei bleibt es allerdings nicht der einzige Fall, bei dem sie helfen muss. Und so kommt sie mehrfach in Lebensgefahr, denn es geht um richtig große Verbrechen.

Das Buch ist ein sehr guter Regionalkrimi. Neben den örtlichen Gegebenheiten (sowohl die Insel wie auch die Orte), dem besonderen Essen, den Festen auf der Insel gibt es sowohl spannende Ermittlungen wie auch spezielle Personen und Tiere. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und diese Mischung macht das Buch sehr gut und flüssig lesbar und so kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Sehr viel Fantasie

Sophie Red Dot - Das Buch der magischen Kreaturen
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Sophie ist ein normales Mädchen, das kurz vor ihrem 11. Geburtstag steht. Ihre Besonderheit, der kleine rote Punkt über dem Auge, nimmt sie eher als modische Erscheinung hin. Beim Geburtstagseinkauf findet ...

Sophie ist ein normales Mädchen, das kurz vor ihrem 11. Geburtstag steht. Ihre Besonderheit, der kleine rote Punkt über dem Auge, nimmt sie eher als modische Erscheinung hin. Beim Geburtstagseinkauf findet sie in einem alten Geschäft einen Plüschkater und damit ändert sich dann vieles. Der Kater – Taro genannt - wird lebendig und kann sprechen und Sophie erfährt, dass sie mit dem roten Punkt etwas Besonderes ist und auserkoren, die magischen Kreaturen der Welt zu finden und zu befreien und damit das Gleichgewicht der Welten zu erhalten. Damit beginnt ein riesiges Abenteuer. Fantasievoll, gefährlich, abwechslungsreich...

Das Buch ist der erste Band einer längeren geplanten Reihe und es sprüht geradezu voll Fantasie und Fantasy. Das beginnt damit, dass die normale Familie von Sophie gar nicht so normal ist. In dem Fall ist ihre Mutter mehr als schräg. Erfinderin von verrückten Robotern. Es geht weiter mit einer Reise in eine Welt, in der Gut und Böse in Form verschiedenster magischer Wesen miteinander kämpfen und in der es um Freundschaft und Hilfe geht. Gleichzeitig gibt es aber viele Ausflüge in die reale Welt, Paris wird gut einbezogen, sei es der Eiffelturm oder der Louvre. Gleichzeitig wird aber auch auf lesealtergerechte Art erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Dazu gibt es aber auch viele witzige Stellen und reichlich Spannung, wer wohl auf welcher Seite steht und wie manches ausgeht. Eigentlich kann man das gar nicht alles beschreiben, man muss es selbst lesen.

Von mir gibt es dazu absolut eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Lenchen

Revolution im Herzen
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Das Buch erzählt die Geschichte des berühmten Karl Marx aus Sicht seines Dienstmädchens Helena Lenchen Demuth.

Als Jugendliche habe ich natürlich von Karl Max erfahren. Es gab ein Kinderbuch, dass die ...

Das Buch erzählt die Geschichte des berühmten Karl Marx aus Sicht seines Dienstmädchens Helena Lenchen Demuth.

Als Jugendliche habe ich natürlich von Karl Max erfahren. Es gab ein Kinderbuch, dass die Situation der Familie vor allem in London schildert, auch die ständige Armut, den Tod der Kinder. Auch Lenchen kam darin vor, aber nur als Hausgehilfin und Retter in der Not. Ein Kind mit Karl Marx wurde nie erwähnt.
Das jetzige Buch zeichnet ein etwas anderes Bild der Familie und auch von Stand und der Wichtigkeit von Lenchen. Zum Teil fiktiv erzählt es den Werdegang aus einer armen Familie stammend und in die Welt kommend, viel Wissen und mehrere Sprachen sprechend. Es erzählt das schwierige Leben eines Dienstmädchens, obwohl Lenchen in der Familie Marx sicher eine andere Stellung einnahm als normale Bedienstete. Es zeigt den großen Marx auch als schwachen Mann. Schwach in Bezug auf die Liebschaft, aber noch schwächer in Bezug auf seinen unehelichen Sohn.

Gut gefallen hat mir am Ende die Aufstellung, was Fiktion ist und was überliefert an der Geschichte. Ein wenig bedauert habe ich, dass das Buch nach dem Tod des Sohnes abbricht. Denn auch das weitere Leben der Familie Marx und später der Kinder ist echt interessant. Vielleicht schreibt darüber jemand noch ein Buch.
Das vorliegende ist jedenfalls des Lesens mehr als wert und zeigt neben viel Zeitgeschichte auch das Leben der einfachen Menschen in dieser Zeit.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Erwachsenwerden

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Die 12-jährige Suzy muss einen großen Verlust verkraften. Ihre Beste Freundin Franny ist im Urlaub ertrunken. Die Erwachsenen finden das schlimm, gehen aber zum normalen Alltag über. Doch das ist für Suzy ...

Die 12-jährige Suzy muss einen großen Verlust verkraften. Ihre Beste Freundin Franny ist im Urlaub ertrunken. Die Erwachsenen finden das schlimm, gehen aber zum normalen Alltag über. Doch das ist für Suzy nicht möglich. Denn die beiden Freundinnen sind im Streit auseinandergegangen. Während Suzy noch ein wenig kindlich ist, sich mit allem möglichen beschäftigt und alles hinterfragt, ist Franny ein wenig weiter in der Entwicklung. Sie interessiert sich für Jungs, Mode und ähnliche Themen. Suzy fällt es schwer, das zu verarbeiten. Umso mehr nach dem Tod von Franny.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich auch sehr berührt. Der Autor beschreibt eine Entwicklung und das Ende einer Freundschaft im Übergang vom Kind zum Teenager. Dies erzählt er praktisch nach dem Tod von Franny, aber auch in Rückblenden. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man einen tiefen Einblick in das Gefühlsleben von Suzy und in ihre Vorstellungswelt. Man kann gut verstehen, warum sie so tiefunglücklich über den Tod von Franny ist, auch wenn sie die Entwicklung von Franny nicht gutheißt. Sie hat einfach nicht mehr die Möglichkeit, sich mit Franny zu versöhnen. Das ist ganz stark beschrieben.
Gegenüber von Suzy fallen die anderen Personen leider oft etwas ab und manchmal sieht man den „Zeigefinger“ etwas zu gewollt gucken. Doch das sind nur kleine Abstriche bei einem ansonsten wirklich lesenswertem Buch.

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