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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Gut mit Längen

Wenn das Eis bricht
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In einem Haus eines leitenden Geschäftsmannes findet man die Leiche einer jungen Frau. Sie wurde enthauptet. Die Polizei stößt schnell auf einen alten ungeklärten Fall von vor 10 Jahren, bei dem ein Mann ...

In einem Haus eines leitenden Geschäftsmannes findet man die Leiche einer jungen Frau. Sie wurde enthauptet. Die Polizei stößt schnell auf einen alten ungeklärten Fall von vor 10 Jahren, bei dem ein Mann auf die gleiche Art ermordet wurde. Sie sind sich unschlüssig, ob die Fälle zusammenhängen, denn scheinbar haben beide Opfer nichts gemeinsam …

Die Geschichte wird in drei Strängen erzählt. Einmal von Emma, dem Opfer. Einmal von Peter, einem Kommissar mit Bindungsängsten. Und einmal von Hanne, einer Psychologin, die als Beraterin für beide Fälle geholt wurde und die an Alzheimer erkrankt ist. Dadurch wechselt das Geschehen ständig. Der Anfang ist sehr rasant und war für mich auch sehr spannend. Im Mittelteil flaut die Spannung stark ab, weil die unterschiedlichen Geschichten der drei Leute für mich oft zu ausufernd und langatmig waren, und ich begann, mich zu fragen, ob ich eine Familiengeschichte oder einen Thriller lese. Unabhängig davon waren die Geschichten aber gut lesbar. Das Ende hin ist dann wieder spannend und auch überraschend und alle drei Stränge werden zusammengeführt. Alles in allen ist das Buch am Ende für mich doch ein guter Thriller, wenn eine Straffung im Mittelteil für meinen Geschmack mehr gebracht hätte.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Liebesgeschichte mit Hintergrund

Demnächst in Tokio
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Elisabeth ist 18 und bekommt von ihrem Vater den Befehl, Ernst zu heiraten. Der ist 39 und sie hat ihn vorher nicht gekannt. Die Heirat hat für alle Vorteile: ihr Vater steigt in der Fabrik des Schwiegervaters ...

Elisabeth ist 18 und bekommt von ihrem Vater den Befehl, Ernst zu heiraten. Der ist 39 und sie hat ihn vorher nicht gekannt. Die Heirat hat für alle Vorteile: ihr Vater steigt in der Fabrik des Schwiegervaters auf und bekommt Haus und Auto. Ihr Mann kann als Diplomat nach Tokio und bekommt keine Probleme, weil er nicht mehr ledig ist. Nur Elisabeth muss sich fügen und fährt voller Angst nach Japan. Dort muss sie in der Botschaft mit vielen Frauen aus den gehobenen Schichten klarkommen. Wenigstens versteht sie sich mit ihrem Mann gut. Nur körperlich möchte er nichts von seiner Frau. Stattdessen ist er lieber mit seinem Freund Alexander unterwegs und versucht, durch die Wirren der Nazizeit unbeschadet zu kommen. Bis sich Elisabeth in Alexander verliebt …

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Besonders am Anfang ist es sehr zartfühlend geschrieben. Man kann sich in Elisabeth sofort hineinversetzen und leidet mit ihr mit. Ein weiterer Vorteil des Buches ist, dass er auf realem Hintergrund basiert und so Geschichte mit Geschichten verbindet. Auch wenn der reale Hintergrund sehr frei verwendet wurde, bekommt man einen guten Eindruck, wie es auf einem Nazi-„Außenposten“ auch im fernen Japan war. Wie weit reichte die „Hand“ aus Berlin, wie sehr musste man sich auch dort vorsehen. Zusätzlich noch vor den japanischen Verbündeten. Wie war das Leben eigentlich dort. Wie lief es in der Botschaft. Wie war es damals für die einfachen Menschen in Japan. Das alles vor dem Hintergrund einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und einer ungewöhnlichen Frau. Richtig gut gelungen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Geht so

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor
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Stephanie ist alleinerziehende Mutter. Ihr 5-jähriger Sohn Miles ist mit Nicky befreundet, dem Sohn von Sean und Emily. Emily arbeitet bei einem Modedesigner und hat ein glamoröses Leben. Sean ist in einer ...

Stephanie ist alleinerziehende Mutter. Ihr 5-jähriger Sohn Miles ist mit Nicky befreundet, dem Sohn von Sean und Emily. Emily arbeitet bei einem Modedesigner und hat ein glamoröses Leben. Sean ist in einer Bank. Beide haben nicht so viel Zeit und so freundet sich Emily mit Stephanie an und Stephanie betreut Nicky öfter mal. Stephanie dagegen ist zu Hause und hat nur ihren Internet-Blog. Die beiden Mütter werden beste Freundinnen. Emily bittet Stephanie, ihren Sohn über Nacht zu behalten. Doch dann holt sie ihn nicht mehr ab. Sie taucht wochenlang nicht mehr auf und dann wird ihre Leiche gefunden. Im Schmerz tun sich Stephanie und Sean zusammen … bis das Unfassbare passiert.

Mich hat das Buch nicht wirklich überzeugt. Die ersten Hälfte ist sehr langatmig und es wird ganz viel über Stephanies Blog rübergebracht. Nun ist der in Form einer überbesorgten Mutter geschrieben (ich muss zugeben – sehr echt). Ich kenne solche Blogs und frage mich immer, ob die Mütter bei der Geburt des Kindes ihr Gehirn abgegeben haben – es ist grässlich zu lesen. So habe ich mich ziemlich durchgequält. Ab der Mitte kommt dann Spannung auf, weil viele unvorhergesehene Dinge passieren. Ich kann das nicht weiter ausführlich begründen, weil ich sonst zu viel spoilern müsste. Gegen Ende hin – eigentlich dem Höhepunkt – wurde es für mich sehr unrealistisch, weil Stephanie als Figur einfach nur noch naiv dargestellt wurde. Das ist sie sicher auch – aber nicht in dem Umfang. Das war für mich nicht mehr glaubwürdig. Schade, hier wurde viel Potential vergeben.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Durchschnitt

Die Morde von Morcone
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Robert Lichtenwald ist wegen familiärer Probleme in sein Haus in der Maremma/Toskana gezogen. Schon nach kurzer Zeit entdeckt er eine Leiche. Der Tote wurde ermordet. Und er bleibt nicht der einzige. Alles ...

Robert Lichtenwald ist wegen familiärer Probleme in sein Haus in der Maremma/Toskana gezogen. Schon nach kurzer Zeit entdeckt er eine Leiche. Der Tote wurde ermordet. Und er bleibt nicht der einzige. Alles deutet auf einen religiösen Hintergrund hin und so untersucht Robert mehr notgedrungen das ganze zusammen mit der Teilzeitreporterin und Ladenbesitzerin Giada.

Zuerst einmal möchte ich das schöne Cover erwähnen. Die Toskana im Hintergrund und vorn die Schrift auf einer Art Grabstein empfand ich gut gelungen. Beim Buchinhalt muss ich leider Abstriche machen. Auch wenn es einige Tote gibt, den Grund für ihren Tod erfährt man sehr schnell und so ist es auch nicht wirklich schwer, zeitig auf den Täter zu kommen. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich fast keine Spannung empfunden habe. Trotzdem war das Buch gut und auch zügig zu lesen. Man merkt dem Autor an, dass er die Toskana gut kennt. Leider hat er mit dem Einfügen vieler italischer Wörter stark übertrieben. An diesen Stellen stockte der Lesefluss und irgendwann nervte es eigentlich nur, weil es nicht wirklich irgendwie hilfreich war. Auch die so gegensätzlichen Hauptfiguren fand ich nicht unbedingt sympathisch und einige der „Ermittlungen“ nicht so richtig logisch. Alles in allem: nett zu lesen, aber nicht mehr als Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Schwierig

Die Hummerkönige
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Eine kleine Insel vor 300 Jahren, Brumfitt Kings lebt vom Fischen, vom Hummerfang und vom Malen. Seine Frau ist ein „Selkie“, seine Kinder werden weiter Hummerkönige sein, aber jede Familie wird einen ...

Eine kleine Insel vor 300 Jahren, Brumfitt Kings lebt vom Fischen, vom Hummerfang und vom Malen. Seine Frau ist ein „Selkie“, seine Kinder werden weiter Hummerkönige sein, aber jede Familie wird einen Sohn an das Meer verlieren.
In der Jetztzeit hat sich nicht viel geändert. Die Kings sind immer noch die heimlichen Könige der Insel. Brumfitt ist als Maler so berühmt geworden, dass Touristen auf die Insel kommen nur wegen der Bilder. Aber es gibt auch Probleme mit den Nachbarn, die ins Hummerrevier eindringen, mit Alkohol und Drogen. Und in Ermangelung eines Sohnes will Cordelia die Tradition der Kings als Frau fortführen...

Die Beurteilung des Buches fällt mir etwas schwer. Durch die erste einhundert Seiten habe ich mich regelrecht gequält und gelangweilt und wollte oft mit dem Lesen aufhören. Diese Verknüpfung von einigen Mythen und übersinnlichen Sachen mit dem aktuellen Geschehen war nicht meins. Auch mag ich es nicht, wenn mir Gemälde beschrieben werden, was hier ständig passierte. Den Namen Brumfitt konnte ich nicht mehr lesen. Alles war so gleichförmig, selbst der Tod des Sohnes und der Frau.
Doch im Laufe des Buches wurde die Geschichte immer besser und nahm auch Spannung auf. Die Gefahren auf dem Meer, die tägliche schwere Arbeit beim Hummerfang, die Probleme der Familien, aber auch die Hilfe und der Zusammenhalt der Inselbewohner wurden gut beschrieben. Man spürte die sehr spezielle Atmosphäre. Schade, dass es nicht von Anfang an so war. So kann ich aufgrund der Startschwierigkeiten nur eine geringere Punktzahl vergeben.

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