Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Nicht direkt spannend, aber humorvoll

Fastenopfer
0

Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen ...

Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen der Firmenfeier verdauen. Und seine Jugendfreundin Maria Evita, Novizin im Kloster, hat auch noch diverse Wünsche.

Ich habe den Vorgängerband und „Fastenopfer“ hintereinander gelesen. Beide Bücher sind nicht allzu dick und lesen sich gut weg. Die Fälle sind nicht wirklich sehr spannend. In „Fastenopfer“ erfolgt die Aufklärung in wenigen Sätzen. Auch was der Tote mit dem Fasten zu tun hat und warum er dessen Opfer sein soll, erschließt sich mir nicht. Wer also einen spannenden klassischen Krimi erwartet, wird von dem Buch enttäuscht sein. Mir hat es trotzdem gut gefallen, denn die Altöttinger Bewohner sind teilweise so klischeehaft und überzeichnet beschrieben, dass sie wie eine gelungene Karikatur wirken (vor allem der Pfarrer, noch mehr seine Haushälterin) und für gewollte oder ungewollte Heiterkeit beim Lesen sorgen. Es schreit geradezu nach einer Verfilmung. Die Nebenstränge, die nicht direkt mit der Krimihandlung zu tun haben, sind oft richtig witzig und ich habe mich sehr amüsiert. Kommissar Max wirkt manchmal etwas "naiv-dümmlich", wird aber sicher mit Maria Evita im nächsten Band noch mehr Unterstützung erhalten, denn dass diese im Kloster bleibt, kann ich mir schwer vorstellen. Alles in allem gebe ich für das Buch eine Leseempfehlung ab für alle, die diese Regionalkrimis mit mehr Lokalkolorit als Hochspannung mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Unheimlich berührend und stark

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
0

Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. ...

Fred Wiener ist geschieden, zieht seinen Sohn Phil allein groß und arbeitet in einem Büro. Allgemein ist er wohl so etwas wie ein eher einsamer, trauriger, sehr zurückgezogener und kontaktscheuer Mensch. Seine Kollegen bekommen erst etwas Respekt vor ihm, als er erzählt, dass er sich als ehrenamtlicher Sterbebegleiter hat ausbilden lassen. Doch gleich seine erste "Klientin" Karla macht es ihm schwer und ist völlig anders, als er es erwartet hat...

Das Buch hat mich stark beeindruckt. Zum einen rein vom Aufbau her. Über den Kapiteln steht jeweils der Name desjenigen, aus dessen Sicht erzählt wird. Das macht es dem Leser einfach, obwohl man allein schon am unterschiedlichen Stil gemerkt hätte, wer da berichtet. Am besten gefiel mir die direkte, geradlinige und auch sehr pragmatische Art des 13-jährigen Phil. Man merkt im Laufe des Buches, dass er nicht nur körperlich wächst, sondern insgesamt erwachsener wird.
Vor allem aber hat mich der Inhalt beeindruckt und berührt. Die Art der Autorin über die Figur Karla mit der Krebserkrankung und dem Sterben umzugehen und dabei rüberzubringen, wie man die Wünsche der Menschen zu respektieren hat, hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Fred wollte als Sterbebegleiter alles richtig machen und macht doch einiges ganz falsch. Das kann einem selbst immer passieren, sobald eine Person in der Umgebung von Krebs oder einer anderen schweren Krankheit betroffen ist. Ich habe viel aus dem Buch gelernt und mitgenommen.
Und trotzdem habe ich das Buch als einen schönen Roman empfunden, der mich auch unterhalten hat. Dieser Spagat ist der Autorin zu 100 % gelungen. Mehr als die volle Punktzahl kann ich nicht vergeben, aber hier hätte ich gern noch die Möglichkeit von Zusatzpunkten gehabt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Super - mit kleinen Längen

Sein blutiges Projekt
0

Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den ...

Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den Constable, einer Art Ortsvorsteher. Sein Verteidiger versucht, Roddy als geisteskrank hinzustellen, um sein Leben zu retten…

Das Buch ist als Thriller angekündigt, für mich war es keiner. Allerdings kann ich auch nicht wirklich sagen, in was ich es einordnen sollte. Auch der Titel hat mich lange Zeit sehr irritiert und erst ziemlich zum Schluss des Buches gibt es eine Erklärung dafür.
Inhaltlich fand ich das Buch über weite Strecken einfach super. Es beginnt mit den Aussagen einiger Dorfbewohner über Roddy, schon hier merkt man die sehr weit geteilten Meinungen und Beurteilungen. Dann geht es weiter mit einem Bericht von Roddy selbst, den er im Gefängnis auf Anraten seines Verteidigers schreibt. Dieser Teil hat mir am besten gefallen. Obwohl man weiß, wie es ausgeht, birgt er eine große Spannung in sich und steuert mehr und mehr dem Höhepunkt zu. Die Beschreibung des einfachen Lebens der armen Menschen, aber auch der möglichen Macht und des Mißbrauchs einiger ist gut beschrieben. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, es könnte eine wahre Geschichte sein. Doch irgendwann hat mich das alles so in den Bann gezogen, dass ich nicht mehr wissen wollte, ob es wahr oder erfunden ist.
Das Buch endet mit den Berichten der Ärzte und mit der Verhandlung vor dem Gericht. Dieser Teil hat für mich die Spannung sehr gedrückt, obwohl es natürlich darum ging, ob Roddy hängt oder nicht (wobei nicht hängen lebenslang Gefängnis bedeutet). Aber im Vergleich zum eigentlichen Bericht fand ich diesen Teil etwas langatmig und auch ein wenig langweilig. Hier hätte ich mir einige Straffungen gewünscht. Doch da das nur einen kleinen Teil des Buches betrifft, kann ich insgesamt eine Leseempfehlung geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Solide

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
0

Der 2. Fall im Spreewald für Klaudia Wagner. Ein junger rumänischer Gastarbeiter wird im Wasser erschlagen aufgefunden. Er war in eine Prügelei mit Rechten verwickelt. Aber es gab auch innerhalb der Gastarbeiter ...

Der 2. Fall im Spreewald für Klaudia Wagner. Ein junger rumänischer Gastarbeiter wird im Wasser erschlagen aufgefunden. Er war in eine Prügelei mit Rechten verwickelt. Aber es gab auch innerhalb der Gastarbeiter Probleme und ein Gurkenbauer wurde erpresst. Die Ermittlungen sind nicht einfach, denn Klaudia muss sich nicht nur ihren Dämonen der Vergangenheit stellen, sondern mit dem ihr verhassten Kollegen Demel zusammenarbeiten.

Der 2. Fall um Kommissarin Klaudia ist für mich ein solider Krimi aus dem regionalen Bereich. Es gibt einen Toten, es wird ermittelt mit den üblichen vielen Verdächtigen, bei einem ausländischen Toten müssen natürlich die Rechten verdächtigt werden. Was im Ansatz verständlich ist, gerät bei der Zeichnung der Figuren leider zu klischeehaft. Besser sind da die einheimischen Originale, wie der alte Kahnführer, gelungen. Das Private der Ermittler wird einbezogen, gerät aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Die Ansätze für den nächsten Teil sind sichtbar. Mir fehlte ein wenig die Spannung. Insgesamt für mich ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss, was aber auch nicht langweilt. Gute Unterhaltung mit Werbung für den Spreewald.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Gut gelungen

Sturmherz
0

Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme ...

Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme mit ihrer Mutter, sie sprechen kaum miteinander, sind sich fremd. So überlegt sie lange, ob sie überhaupt diese Verantwortung übernehmen soll. Doch dann findet sie einen Brief über die Vergangenheit ihrer Mutter und die Zeit der Schweren Sturmflutkatastrophe in Hamburg. Und je mehr sie über die Vergangenheit erfährt, umso mehr ändert sich ihre Sicht auf die Dinge …

Corina Bomann schreibt routiniert. Ihre Bücher sind alle gut lesbar und unterhalten. Eigentlich „typische“ Frauenbücher und das ist nicht mein Lieblingsgenre. Und auch bei diesem Buch hatte ich einige Einstiegsschwierigkeiten, alles schien so vorbestimmt, alle Klischees erfüllt, keine Überraschungen bis zum Ende. Doch im Laufe der Handlung merkte ich, dass es doch nicht nur ein einfacher Herz-Schmerz-Roman mit einem Heile-Welt-Ende ist. Obwohl einige der Figuren etwas blass blieben, durften andere richtig viel Tiefgang bekommen und so hebt sich das Buch am Ende für mich doch stark aus dem Einheitsbrei des Genres heraus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere