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Veröffentlicht am 05.11.2024

Und du bist nicht zurückgekommen

Und du bist nicht zurückgekommen
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Marceline ist 15, als sie zusammen mit ihrem Vater von Frankreich aus nach Auschwitz bzw. Birkenau verschleppt wird. Sie sind Juden. Ihr Vater sagt noch, dass sie zurückkommen wird, er nicht. Genau so ...

Marceline ist 15, als sie zusammen mit ihrem Vater von Frankreich aus nach Auschwitz bzw. Birkenau verschleppt wird. Sie sind Juden. Ihr Vater sagt noch, dass sie zurückkommen wird, er nicht. Genau so passiert es auch. Im KZ erhält sie von ihm noch eine letzte Nachricht. Aber nach dem Krieg kehrt nur sie nach Hause zurück. Ihr ganzes Leben lang belastet sie das.
So schreibt sie das Buch in Briefform an ihren Vater. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist leise und still und trotzdem kraftvoll. Marceline gelingt es, die Schrecken des KZ gut zu zeigen, ohne ins Detail gehen zu müssen. Noch besser hat mir aber der Teil gefallen, als sie über ihr weiteres Leben schreibt. Der Verlust des Vaters wird nie überwunden, sie fühlt sich auch schuldig. Und das Unverständnis ihrer Familie darüber und auch über die Leiden, die sie aufgrund des KZ-Aufenthaltes seelisch ihr ganzen Leben weiter haben wird. Die Entscheidung gegen Kinder, die Entscheidung für nichtjüdische Männer. Über Entscheidungen, die ihrem Vater wohl nicht gefallen hätten, die sie zum Teil auch rechtfertigt, obwohl es ihn nicht mehr gibt.
Ein trotz des traurigen Inhaltes wundervolles Buch,

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Das verrückte Tagebuch des Henry Shakleford

Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford
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Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. ...

Henry ist ein 12-jähriger Sklave und wird wider Willen von John Brown aus der Sklaverei befreit und begleitet diesen eine längere Zeit. Dabei wird er aber Zwiebel genannt und für ein Mädchen gehalten. Er erkennt schnell, dass er damit erst einmal bessere Chancen hat und lässt alle in dem Glauben.

Das Buch hat mich einfach nur enttäuscht. Ich hatte eine Geschichte/historischen Roman über die Hintergründe dieser Zeit und John Brown erwartet. Ich kannte diese historische Figur aus anderen Büchern, dort wurde er aber meist nur am Rande erwähnt. So freute ich mich über ein Buch, das mehr oder weniger ihn als Hauptperson hat. Doch in diesem Buch hatte ich das Gefühl, John Brown ist einfach nur ein durchgeknaller Fanatiker, der mit mehr Glück als Verstand so lange leben konnte. Man erfuht kaum etwas über die Hintergründe, auch kaum etwas darüber, warum seine Familie das so unterstützte. Auch Henry als Hauptfigur war eine Person, der ich nicht näher kommen konnte. Generell empfand ich den Stil als sehr durcheinander und teilweise auch wirr. Wenn man nicht gewusst hätte, wie es den Sklaven wirklich gegangen ist – nach dem Lesen des Buches hätte man sich gefragt, warum überhaupt eine Befreiung stattfinden sollte. Eigentlich ging es doch allen gut – sie verdienten eigenes Geld – waren froh über ihre Besitzer usw. Mehr und mehr quälte ich mich durch die Seiten und musste mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Das war überhaupt kein Buch für mich.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Salzverkrustet

Salzverkrustet
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Die Wiener Familie Gusel – Vater, Mutter, Sohn – beschließen, 1 Jahr auf dem Mittelmeer zu segeln und ziehen das auch durch. Das Buch enthält die Beschreibung der Reise und Fotos dazu.

Insgesamt war es ...

Die Wiener Familie Gusel – Vater, Mutter, Sohn – beschließen, 1 Jahr auf dem Mittelmeer zu segeln und ziehen das auch durch. Das Buch enthält die Beschreibung der Reise und Fotos dazu.

Insgesamt war es für mich ein nettes, aber irgendwie überflüssiges Buch. Was ich damit meine ist, dass ich das Gefühl hatte, ich lese einen Schulaufsatz „Wie habe ich meine Ferien verbracht“ oder bin bei einem „Dia-Vortrag“ über eine Urlaubsreise dabei. Alles nicht schlecht, aber auch nicht so überzeugend, dass es mein größeres Interesse geweckt hat. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich mit der Familie nicht „warm“ wurde. Die konsequente Verwendung der Spitznamen brachte für mich eher den Effekt, das ich einen Trickfilm verfolge. Es wurde fast nichts persönliches berichtet: also z. B. Alter oder die Berufe und warum unbedingt dieses eine Jahr Segeln gewählt wurde. So war es eine Reiseaufzählung diverser Häfen, Schwierigkeiten mit dem dortigen Personal, Übelkeit unterwegs – schöner Plätze, toller Gegenden. Ebenso konsequent wurden auch alle anfallenden Probleme und Schwierigkeiten verniedlicht. Ich glaube einfach nicht, dass es wirklich so harmonisch war wie beschrieben. Es wurde alles mit viel Humor erzählt, teilweise richtig witzig. Aber es war nicht so richtig authentisch für mich. Der Spagat zwischen Vermeidung jeglicher persönlicher Dinge und einer persönlichen Reisebeschreibung ist für mich insgesamt nicht gelungen. Trotz dieser Kritik war das Buch aber leicht lesbar und unterhaltsam. Allerdings wüsste ich niemanden, dem ich es empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens Ove
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Ove ist Ende 59 und wohnt in einer kleinen Siedlung. Seit 40 Jahren bestimmt er, was dort läuft – stellt Verbotsschilder auf und kontrolliert die Einhaltung, macht jeden Tag Rundgänge, streitet sich mit ...

Ove ist Ende 59 und wohnt in einer kleinen Siedlung. Seit 40 Jahren bestimmt er, was dort läuft – stellt Verbotsschilder auf und kontrolliert die Einhaltung, macht jeden Tag Rundgänge, streitet sich mit mehr oder weniger allen Nachbarn und ist mit sich und der Welt unzufrieden. Und dann ziehen auch noch neue Nachbarn ein: Der Mann „überfährt“ als erstes seinen Briefkasten, die Frau ist eine schwangere Ausländerin. Ove dreht durch …

Es ist lange her, dass ich bei einem Buch laut schallend lachen musste. Hier ist es mir schon im ersten Kapitel passiert. Die Beschreibung eines I-Pad-Kaufes – zu komisch (und doch so real). Sofort hatte ich Bilder vor Augen. Doch das Buch ist keine Komödie – im Gegenteil. Wohl jeder kennt einen Ove in seiner Nachbarschaft – jemand, der alle kontrolliert und teils auch terrorisiert. Damit könnte man es belassen – doch der Autor geht viel viel weiter. Ihm ist es wunderbar gelungen, von Kapitel zu Kapitel zu wechseln. Während man sich im 1. Kapitel noch herrlich amüsiert, bekommt man in einem weiteren eine totale Wut auf Ove, der so griesgrämig und unleidlich ist und allen Leuten das Leben vermiesen will. Und im nächsten Kapitel hat man dann auf einmal mit Ove Mitleid: ein Mann, der in ganz kurzer Zeit seinen gesamten Lebensinhalt verliert: die Frau, die Arbeit, eigentlich sein ganzes Dasein. Aber ehe man zu sehr Ove bedauert, wechselt er wieder zu einem totalen Ekel. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lässt einem mehr und mehr verstehen, warum Ove so geworden ist. Für mich ein weiteres Plus ist das Ende des Buches, ein HappyEnde – ohne wirklich eins zu sein. Ich bin eigentlich immer skeptisch, wenn Bücher von allen Seiten nur gelobt werden – doch in diesem Fall ist jedes Lob angebracht. Das Buch ist einfach der Hammer. Gut lesbar, unterhaltsam, dabei mit unheimlich viel Tiefgang. Leider kann ich nur 5 Punkte vergeben – das Buch hätte viel mehr verdient.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Die Herrin der Kathedrale

Die Herrin der Kathedrale
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Anfang des 11. Jahrhunderts – Uta von Ballenstädt führt ein Leben als adlige Tochter, muss in ein Kloster gehen, um ihr Leben zu retten, lebt im Gefolge von Königin Gisela und muss später Ekkehard von ...

Anfang des 11. Jahrhunderts – Uta von Ballenstädt führt ein Leben als adlige Tochter, muss in ein Kloster gehen, um ihr Leben zu retten, lebt im Gefolge von Königin Gisela und muss später Ekkehard von Naumburg heiraten. Sie ist in der Ehe unglücklich und findet ihre Bestimmung beim Bau der Kathedrale von Naumburg.

Die Kathedrale von Naumburg kann man noch heute besuchen und sie ist ein Kleinod der damaligen Bauweise. In dem Buch wird allerdings der Vorgängerbau behandelt. Von Uta von Ballenstädt /Uta von Naumburg gibt es nur wenige verbürgte Zeugnisse. Die Autorinnen haben diese genutzt, um einen Roman zum Bau der Kathedrale zu schreiben und um das Leben von Uta zu behandeln. Dabei ist viel Fantasie ins Spiel gekommen, denn die wenigen vorhanden Daten lassen einen mehr als großen Spielraum zur Auslegung zu. So ist der Inhalt des Buches nicht wirklich als „wahr“ anzusehen. Doch abgesehen davon ist das Buch interessant zu lesen. Viele Personen gab es wirklich in der Geschichte und die Kathedrale steht noch heute. Ob es damals einer Frau möglich war, die geschilderten Taten wirklich zu tun, kann ich nicht einschätzen. Gut lesbar ist das Buch über weite Teile. Anfangs ist es manchmal ein wenig langatmig, wenn auf die damalige Rechtsprechung zum Beispiel im Detail eingegangen wird. Im Laufe des Buches aber gibt es mehr und mehr „Geschehen“ und weniger Theorie. Uta ist ein wenig als „Heilige“ dargestellt. Überhaupt sind viele Figuren für mich ein wenig zu „schwarz/weiß“ geraten. Die „Bösen“ sind abgrundtief böse, die „Guten“ haben keine Fehler. Trotz allem aber ein gelungener historischer Roman.

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