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Veröffentlicht am 11.10.2024

Himmlische Träume

Himmlische Träume
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Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ...

Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ist. So fehlten mir in "Himmlische Träume" manchmal einige Zusammenhänge. Allerdings nicht in den ganz wesentlichen Themen.
"Himmlische Träume" beginnt ein wenig "umständlich". Anfangs hatte ich ein paar Probleme, mich an die oft geschwungenen Sätze zu gewöhnen. Wie ein Fluss, der nicht gerade ist, sondern ganz viele Kurven macht. Doch nach wenigen Seiten hatte ich mich an diesen Fluss nicht nur gewöhnt, ich fand ihn einfach bezaubernd. Wunderbare Beschreibungen und Szenen in dem kleinen französischen Dorf, in das Vianne nach einem "Brief aus dem Grab" mit ihren beiden Töchtern zurückkehrt. Dort hat sich vieles und eigentlich doch wenig geändert. Wenig, weil die Leute immer noch so leben wie schon immer, die Nachbarn beobachten, misstrauisch sind, aber auch lebensfroh, die Türen bleiben unverschlossen, Kriminalität gibt es fast nicht. Aber die Veränderungen: Die Flusspiraten aus dem ersten Buch sind weggezogen. Statt dessen leben in diesem Stadtteil nun Emigranten: Marrokaner, Algerien usw. - Maghrebiner genannt. Also Moslems. Anfangs gibt es sogar so etwas wie eine gute Nachbarschaft, doch das ändert sich im Laufe der Zeit in einen Krieg und der Dorfpriester ist mitten drin. Ihm wird die Ursache dieser Feindschaft nachgesagt, dabei hat gerade er sich bemüht, tolerant zu sein. Und er ist nicht in erster Linie die Ursache ... Vianne hat viel zu tun, erfährt viel, vermittelt ... es ist ein wunderbares Buch, das die Situation in Frankreich gut beschreibt (aber dieser Ort hätte auch jederzeit ein Dorf in Deutschland sein können), die Probleme zwischen den Religionen, aber auch innerhalb derselben. Nicht alles, was auf den ersten Blick so erscheint, ist auch wirklich so. Nicht jeder Moslem ist christenfeindlich, nicht jeder Christ tolerant. Doch genau dafür wirbt das Buch - aber so gut in eine Geschichte eingepackt, dass es auch ein wunderbares Lesevergnügen ist.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ausgesoffen

Ausgesoffen
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Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ...

Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ist dies anders. Mit „Ausgesoffen“ hat Bernd Thränhardt mit einem Co-Autor ein berührendes und in meinen Augen sehr ehrliches Buch über sein Leben und vor allem seine Alkohol- und Kokainsucht beschrieben und von seinem Kampf gegen die Sucht. Er zeigt, wie schnell und wie einfach es geht, in eine Sucht abzurutschen. Eigentlich sogar „nebenbei“, ohne dass man es merkt. Er zeigt schonungslos die Folgen der Sucht und noch mehr die Kämpfe und vielen Niederlagen dagegen. Mich hat das Buch sehr berührt und dabei war es auch noch gut lesbar. Die lakonische direkte Schreibweise gefiel mir gut, auch die kleinen Seitenhiebe gegen einige Berühmtheiten oder das Promi-Business. Das Buch hatte stellenweise viel Humor, aber es hat auch eine große Überzeugungskraft. Man kann Bernd Thränhardt nur wünschen, dass er auch weiterhin sein Leben gegen die Sucht so im Griff hat und dass er vielen Menschen damit helfen kann.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe
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Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in ...

Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in der Mine - haben diese Möglichkeit nicht. Doch mit dem Zusammenbringen von 10 Kindern für eine Schulklasse besteht die Möglichkeit, eine kleine Schule weiterzuführen. Die Kinder nutzen diese Gelegenheit - die einzige Chance für Bildung und ein besseres Leben. Andrea Hirata ist selbst einer dieser Schüler und beschreibt die Zeit in der Schule, aber auch abseits derselben. Er schreibt mit viel Fantasie und Poesie. Die Schüler sind alle kleine Persönlichkeiten - sehr unterschiedlich, aber jeder ist wichtig für die Klasse. Jeder bringt sich auf seine Weise ein. Jeder kann irgendetwas besonderes - und wenn es nur die Freundlichkeit ist, die er verbreitet. Das macht die Klasse und das Buch so besonders. Es zeigt die Möglichkeiten, die Kinder mit Bildung erhalten. Es zeigt aber auch Verständnis untereinander, Hilfe und Spaß. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre in unseren Schulen werden, damit die Jugendlichen begreifen, wie gut sie es hier mit der Ausbildung haben (auch wenn hier nicht alles in Ordnung ist). Noch mehr sollte dieses Buch aber Pflichtlektüre für alle Entscheider in Politik und Verwaltung werden, damit sie begreifen, dass eine Kürzung jeglicher Gelder für Schule und Ausbildung der absolut falsche Weg ist. All dies zeigt das Buch auf eine anrührende und trotzdem humorvolle Weise.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Das Ende der Welt

Das Ende der Welt
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Das Buch hat den Aufkleber „Deutscher Krimi Preis 2013“. Das ist in meinen Augen eine Fälschung. Denn nicht „Das Ende der Welt“, sondern das Vorgängerbuch „Die Stadt der Toten“ erhielt diese Auszeichnung.

„Das ...

Das Buch hat den Aufkleber „Deutscher Krimi Preis 2013“. Das ist in meinen Augen eine Fälschung. Denn nicht „Das Ende der Welt“, sondern das Vorgängerbuch „Die Stadt der Toten“ erhielt diese Auszeichnung.

„Das Ende der Welt“ selbst wird allerdings vom Verlag auch nicht als Krimi geführt, sondern als Roman – was ich als richtig empfinde. Denn obwohl in dem Buch die Privatdetektivin Claire die Hauptrolle spielt und ihr Ex-Freund Paul ermordet wird und sie den Fall untersucht, ist das Buch für mich kein Krimi. Denn die Ermittlungen – so man die Versuche in der Richtung überhaupt so nennen kann – kommen eher kurz und nur am Rande vor, auch wenn Claire den Fall aufklärt. Ich hatte mit dem gesamten Buch meine Schwierigkeiten. Nach einem etwas lahmen Anfang konnte ich das Buch relativ gut und flüssig lesen. Allerdings fehlte eigentlich komplett jede Spannung und die Aufklärung des Mordes an Paul war eher uninteressant, was auch daran lag, dass das Ganze eher am Rande und in wenigen Kapiteln abgehandelt wurde. Die meiste Zeit verbrachte Claire mit dem Kauf und dem Konsum von Kokain und dem teilweise Schwelgen in Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen, erste Gehversuche als Detektivin. Dies nahm den weitaus größten Raum im Buch ein, von einigen wenigen aktuellen „Fällen“, die auch eher am Rande abgehandelt wurden, abgesehen. Die Kapitel sprangen hin und her und die ganze Zeit kam ich mir vor, als folge ich einer Linie vom Start zum Ziel – nur war die Linie nicht gerade und kurz, sondern mit so vielen Umwegen und Kurven, dass man das eigentliche Ziel aus den Augen verlor und das Gefühl bekam, man soll es nie erreichen. Das ganze Buch ließ mich irgendwie in einer Mischung zwischen ratlos und unzufrieden zurück.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Klack

Klack
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Westdeutschland Anfang der 1960er Jahre. Der Schüler Markus gewinnt auf dem Rummel eine Kamera und knipst ab und zu ein Bild. Viele Jahre später beim Aufräumen findet er die alte Kamera und erinnert sich ...

Westdeutschland Anfang der 1960er Jahre. Der Schüler Markus gewinnt auf dem Rummel eine Kamera und knipst ab und zu ein Bild. Viele Jahre später beim Aufräumen findet er die alte Kamera und erinnert sich Bild für Bild an die damalige Zeit. An die Schule und die Auseinandersetzungen mit den Eltern und der Oma, die noch sehr viel althergebrachtes Gedankengut mit sich herumträgt und jedem Ausländer mehr als skeptisch gegenübersteht. Und dann zieht auch noch eine italienische Familie ins Nachbarhaus … und Markus verliebt sich in Clarissa, die etwa gleichaltrige Tochter.
Das Buch ist in viele kleine Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel bezieht sich auf ein Foto und beginnt mit teilweise allgemeinen Erläuterungen bzw. philosophischen Gedanken, um dann in die konkreten Erinnerungen von Markus einzusteigen. So erlebt man sowohl die große Weltgeschichte wie auch die persönlichen Erlebnisse Heranwachsender in dieser Zeit. Untermalt ist das Ganze mit herrlichen Zitaten aus alten Schlagern.
Mir hat das Buch gut gefallen. Der Wechsel von Vorspann in den Kapiteln zur eigentlichen Geschichte vermittelt persönliches wie auch allgemeines. Auch wenn man die Zeit nicht selbst erlebt hat, kann man sich gut hineinversetzen. Mich haben gerade die Schlager wirklich amüsiert. Und in vielem habe ich meine Eltern bzw. Großeltern wiedererkannt. Für mich ist das Buch ein gelungenes Zeitzeugnis – ohne zu langweilen, sondern gut zu unterhalten.

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