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Veröffentlicht am 21.02.2020

Rezension - A Wish for Us von Tillie Cole

A Wish for Us
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Rezension – A Wish For Us von Tillie Cole

Das Buch „A Wish For Us “ von Tillie Cole erschien am 31. Januar 2020 im LYX Verlag.

Geschichte:
Es geht um die beiden jungen Erwachsenen Cromwell Dean und ...

Rezension – A Wish For Us von Tillie Cole

Das Buch „A Wish For Us “ von Tillie Cole erschien am 31. Januar 2020 im LYX Verlag.

Geschichte:
Es geht um die beiden jungen Erwachsenen Cromwell Dean und Bonnie Farraday, die sich per Zufall erst einmal und dann kurze Zeit später das Zweite Mal begegnen. Der Engländer Cromwell ist ein gefeierter EDM-Künstler und die amerikanische Bonnie studiert in ihrer kleinen Heimatstadt klassische Musik und lebt dort mit ihrem Zwillingsbruder, der ebenfalls an der Uni studiert, in dem Campuseigenen Wohnheim. Beide haben eine Leidenschaft für Musik und eine tragische Vergangenheit.

Cover:
Wie bei so vielen Büchern des LYX-Verlages ist dieses Cover sehr modern gestaltet mit dem visuellen Effekt von Farbbomben, die scheinbar auf der Buchoberfläche platzen. Ein schwarzer Hintergrund und dann bunte Highlights hinter und vor denen sich sie Buchstaben der Autorin und des Titels verstecken. Die Geschichte passt in diesem Fall perfekt zu dem Cover, wer die ersten Kapitel des Buches bereits kennt, dem ist klar, weshalb das Titelbild so gestaltet wurde. Wenn aber jemand den Inhalt des Buches nicht kennt, würde ich sagen, dass es sehr unscheinbar ist und so ziemlich der heutigen Norm für ein Young/- oder NewAdult Buch.

Charaktere:
Es gibt so viel über die beiden Hauptcharaktere zu erzählen, aber auch die Nebenrollen spielen eine bewusst gewählt große Rolle. Deshalb fange ich mit Bonnies Bruder an, denn Easton ist ein besonderer Charakter. Er ist Künstler, Draufgänger und innerlich gebrochen, alles zusammen, und deshalb bin ich absolut begeistert von ihm. Die Autorin hat so ziemlich alles, was sie an gegensätzlichen Charaktermerkmalen finden konnte in einem Topf geschmissen und daraus Easton geformt.
Zu Cromwell Dean habe ich nicht viel zu sagen. Er ist ein Badboy mit einer gebrochenen Seele, so wie wir das ja leider schon allzu häufig gelesen haben, dazu sieht er natürlich verwegen und wunderschön aus. Er hat Wutausbrüche und ist verzweifelt, aber er ist auch besonders. Cromwell trägt dazu etwas in sich, das nur wenige Menschen besitzen und das hat für mich das Ruder rumgerissen.
Bonnie ist der Inbegriff von einem schönen, schlauen und netten Mädchen aus der Nachbarschaft, wie Taylor Swift in ihrem Musikvideo zu „You belong with me“. Sie ist nett und gleichzeitig weiß sie aber auch was sie will. Ihr starker Wille bringt sie in der Geschichte in vielen Situationen zu ihrem Ziel.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Tillie Cole ist mit melodramatisch gut beschreibbar. Sie schreibt mit so viel Herz und Emotion, dass es schon fast zu viel ist. Im Laufe des Buches wurde aber auch klar, dass sie wert darauf legt, dass der Leser in den emotionalsten Situationen mitfühlt und das aktuelle Problem mit einer Person allein oder zwischen mehreren bestmöglich aufgreifen kann. Es gibt viele Tränen vor Wut und Trauer aber auch das breiteste Grinsen bis zur Sonne.

Fazit:
Ich habe dieses Buch mit teilweise sehr großen Abständen zwischen den Abschnitten gelesen, weshalb mir das wiedereinklinken oft schwergefallen ist. Ich habe die Geschichte allerdings vor, während und jetzt auch nach dem Lesen bewundert. Sie ist besonders und dann doch ganz gleich. Ich habe noch nie ein Buch mit dieser einen Besonderheit von Cromwell gelesen, gleichzeitig habe ich Personen, die ihm charakterlich fast gleich sind schon des Öfteren kennengelernt.
Für mich bleibt aber die Moral der Geschichte im Gedächtnis. Das Ende hätte ich nämlich keinesfalls erwartet. Es war so überraschend und dramatisch, dass mir sogar die Tränen gekommen sind. Demnach: Herzlichen Glückwunsch Tillie Cole! Denn ich glaube nicht, dass ich die einzige Leserin bin, die am Ende des Buches nicht mehr weiter wusste.
Alles in allem kann ich also sagen, dass ich das Buch teilweise anstrengend und teilweise wunderschön fand.

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2019

Rezension - Everything I didnt say von Kim Nina Ocker

Everything I Didn't Say
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Rezension – Everything I didn’t say von Kim Nina Ocker

Das Buch „Everything I didn’t say “ von Kim Nina Ocker erschien am 31. Oktober 2019 im LYX Verlag.

Geschichte:
Die Geschichte handelt zunächst ...

Rezension – Everything I didn’t say von Kim Nina Ocker

Das Buch „Everything I didn’t say “ von Kim Nina Ocker erschien am 31. Oktober 2019 im LYX Verlag.

Geschichte:
Die Geschichte handelt zunächst von der jungen Studentin und nun auch Praktikantin Jamie, die erstmals die richtige Arbeitswelt an einem Filmset miterleben kann und nebenbei einem der Darsteller näherkommt. Carter, der attraktive Schauspieler, und Jamie erleben eine Nacht zusammen und dann wird Jamie mit der harten Realität des Lebens konfrontiert, was für sie nicht gerade leicht ist. Denn sie arbeitet nebenbei, hat Geldsorgen und wenig läuft bei ihr so, wie es eigentlich vorgesehen war.

Cover:
Das Cover des Buches wirkt sehr modern. Es ist hell und farbenfroh. Alles an dem Cover spricht für die Jugend, die Frische und Kreativität. Diese moderne Gestaltung ist zwar zur heutigen Stunde keine große Besonderheit mehr, aber trotzdessen wirkt es sehr ansprechend, was wahrscheinlich der Grund ist, weshalb all die Young-/New-Adult Cover so sehr im Trend sind. Dieses Cover wirkt aber gerade mit den goldenen Details sehr edel und springt praktisch dem Betrachter ins Auge.

Inhalt:
Die Geschichte verläuft ähnlich, wie ich es erwartet hatte, denn sie hatte einen zu erwartenden Spannungsbogen. Erst passierte das eine und als logische Schlussfolge das andere/nächste. Jamie und Carter haben viel miteinander, aber auch gerade viel alleine und in Einsamkeit erlebt. Es gibt viele Auf- und Abs und der Plot wechselt so manches Mal die Richtung, gerade wenn der Leser es am wenigsten erwartet. Ich muss aber auch sagen, dass ich bei dem einen oder anderen Kapitel mit einer einfachen Andeutung schon direkt wusste, was in den nächsten passieren wird.

Charaktere:
Die Charaktere des Buches sind grundverschieden. Zumindest die Hauptcharaktere Jamie und Carter. Sie sind ein Paradebeispiel für den Spruch „Gegensätze ziehen sich an“.
Jamie ist eine charakterstarke und ehrgeizige Frau. Sie hat ein klares Ziel vor Augen und weiß, was sie in so mancher Situation erwarten wird. Allerdings hat sie auch Momente gehabt, in denen ich nicht wirklich begeistert von ihr war. Sie kann sehr dickköpfig, stur und manchmal auch naiv sein. Dennoch weiß sie wer sie ist und bleibt immer am Boden der Tatsachen. Ihre bodenständige Art und ihre Taktiken, Dinge in brenzligen Situationen zu lösen, machen sie dem Leser deutlich sympathischer.
Carter ist eine Nummer für sich. Er ist das Gute und Schlechte in einem Charakter zusammen. Gleichzeitig kann er ein Ar*schloch und ein liebenswerter Mann zugleich sein. Er ist ein Charmeur und weiß, wie er die Frauenwelt für sich gewinnen kann. In manchen Momenten war ich sehr überrascht wie emotional stark und herzvoll er denken und agieren kann.
Fakt ist aber, dass die beiden letztendlich perfekt zusammen passen.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kim Nina Ocker ist für mich als Leser angenehm. Nur oder gerade deshalb angenehm, weil ich finde, dass die Autorin sehr wechselhaft schreibt einmal wird die Art von Vokabular und Schreibstil genutzt und dann eine andere. Sprunghaft könnte man sagen. Trotzdem aber sehr realistisch und es gab so manche Passagen, wo ich wirklich schmunzeln musste. Danke dafür liebe Frau Ocker.

Fazit:
Das Buch hat mich inspiriert. Ich möchte eine genau so starke Persönlichkeit haben wie Jamie und so viel Selbstbewusstsein wie Carter. Die beide sind auf ihre Art einzigartig.
Die Story konnte mich nicht für 100 Prozent für sich gewinnen, aber sie ist eine weitere Geschichte, die ich mit mir in meinem Herzen trage.
Von mir gibt es für „Everything I didn’t say“ von Kim Nina Ocker 3 von fünf Sternen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2019

Rezension - Perfect Mistake von Kylie Scott

Perfect Mistake
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Rezension – Perfekt Mistake von Kylie Scott

Das Buch „Perfect Mistake“ von Kylie Scott erschien im Juli 2019 im LYX Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt zur heutigen Zeit im fernen Australien, ...

Rezension – Perfekt Mistake von Kylie Scott

Das Buch „Perfect Mistake“ von Kylie Scott erschien im Juli 2019 im LYX Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt zur heutigen Zeit im fernen Australien, der Heimat der Hauptprotagonistin Adele und ihrer Familie. Adele besuchte in ihren Teenagerjahren jeden Sommer ihren Vater, der einige Kilometer von ihrem Zuhause, in dem sie mit ihrer Mutter lebte, entfernt an der Küste lebt. Dort lernte sie einen Angestellten und guten Freund ihres Vaters kennen, der vor Ort in seiner Baufirma arbeitete. Adele verliebt sich in Pete und versucht ihn damals von eben dieser zu überzeugen. Doch das geht ziemlich schief und sie flüchtet für die nächsten Jahre zurück nach Sydney. Jetzt heiratet ihr Vater erneut und Adele ist zu seiner Hochzeit eingeladen und damit gezwungen Pete wiederzusehen.

Cover:
„Perfect Mistake“ hat ein traditionelles „Liebesbuch-Cover“. Zwei Verliebte, die sich nahe sind und damit ihre Liebe ausdrücken. Die warmen Farben drücken eine entspannte und harmonische Stimmung aus und selbst die Schrift stimmt mit den Farben überein. Trotz des typischen Covers wird die Stimmung des Buches gesamt ganz gut rübergebracht, obwohl etwas mehr Individualität meiner Meinung nach nicht geschadet hätte,

Spannungsbogen:
Das Buch beginnt langsam und gemächlich. Erst wird alles erklärt und die Geschichte beginnt. Dann begegnen die beiden sich und der Leser bekommt einen ersten Eindruck. Dann kommt das erste Highlight und schon bald das zweite. Es gibt ein großes Tief, das aber schon bald wieder vergessen ist und am Ende wartet das Happy End. 

Inhalt:
Der Inhalt spiegelt so ziemlich eine klassische Liebesgeschichte wieder, nur mit dem kleinen Unterschied des Alters, der beiden Verliebten. Die beiden lernten sich kennen, einer verliebt sich, der andere nicht. Dann sehen sie sich wieder und es wird erneut auf eine beidseitige Liebe gehofft. Daran ist nichts falsch. Ohne diese Geschichten würde etwas fehlen.

Charaktere:
Kylie Scott hat ein paar wichtige Personen in den Mittelpunkt gestellt und hat dann noch ein paar andere Personen als Nebencharaktere ausgewählt. Eine gute Wahl, denn so weiß man immer, wer in den nächsten Kapiteln noch dabei sein wird, und wer nicht. Die Hauptpersonen bleiben und nebenbei werden noch andere erwähnt, von denen man aber sicher sein kann, dass diese im Laufe der Geschichte keine wichtige Rolle mehr spielen werden. Damit es nicht zu lang wird, werde ich nur auf Adele und Pete eingehen, die beiden wichtigsten Personen aus der Geschichte.

Adele ist die Person, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie ist ein aufgeweckter, humorvoller Mensch und (meistens) freundlich zu jedem. Sie ist sehr gut darin, Situationen einzuschätzen und die Gefühle von Menschen abzuschätzen. Allerdings hat sie auch negative Seiten an sich. Zum Beispiel lässt sie sich besonders oft und leicht von Dingen überzeugen, die Personen/Pete ihr erzählen. Etwas naiv und kindlich kann sie auch in den unpassendsten Momenten sein, trotzdessen gibt es Momente, in denen sie für Klarheit sorgt und den Überblick behält.

Pete hingegen ist ein Mann, der schon nicht mehr so ganz jung ist und trotzdem noch zu sehr kindlich ist. Er hat mehr Lebenserfahrung, als Adele, benimmt sich aber meistens wie ein kleiner Junge. Er geht Gefühlen aus dem Weg und vermeidet Diskussionen. Er ist nachtragend und braucht ewig, jemandem zu verzeihen. Pete hat Angst sich mit eben diesen Dingen auseinanderzusetzen und wählt deshalb lieber den einfachen Weg: keine festen Sachen und wenige Personen, zu denen er einen engen Bezug hat. Aber so kindisch und unreif Pete sich auch benimmt, er ist sehr beschützend und setzt sich für seine Lieben ein.

Schreibstil:
Kylie Scott ist eine bewegende Schreiberin. Sie schreibt über Momente, die glücklich, traurig, verzweifelt oder wütend sind. Die Geschichte ist einfach zu lesen, da humorvolle und ironische Witze die Stimmung so oft auflockern. Nur manche Szenen fühlen sich an wie ein Platzhalter, weil nichts Besseres in den Sinn gekommen ist. Ich würde mir wünschen, dass Scott überlegt, wie die Tatsachen und Gefühle etwas besser verbunden werden könnten.

Fazit:
Jeder Charakter entwickelt sich auf seine Art und Weise weiter und zeigt im Laufe der Geschichte Reife, ja, sogar Pete. Man lernt jeden kennen und erfährt viel über Australien an sich und über eventuelle Insekten…
Das Buch hat mir gut gefallen. Ich finde es könnt an der einen oder anderen Stelle durchaus noch ausgebaut werden und die Personen könnten manchmal mehr realistisch handeln oder sich mehr einsetzen. Aber all das gibt es ja immer. Genauso wie Szenen die einen verwirren, oder die man im Kontext einfach nicht versteht. Für dieses Buch war das okay. Deshalb ist es ja auch „gut“ und nicht „perfekt“.
Ich habe es gerne gelesen, auch wenn der Suchtfaktor mir etwas gefehlt hat. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die ich so nebenbei gelesen hab und noch lesen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.05.2019

Rezension - Alte Sorten von Ewald Arenz

Alte Sorten
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Rezension – Alte Sorten von Ewald Arenz

Das Buch „Alte Sorten“ von Ewald Arenz erschien im März 2019 im DUMONT Verlag.

Geschichte:
Der Roman spielt in der heutigen Zeit in einem Gebiet voller Weinberge, ...

Rezension – Alte Sorten von Ewald Arenz

Das Buch „Alte Sorten“ von Ewald Arenz erschien im März 2019 im DUMONT Verlag.

Geschichte:
Der Roman spielt in der heutigen Zeit in einem Gebiet voller Weinberge, in denen sich das junge Mädchen Sally und die erwachsene Frau Liss zum ersten Mal begegnen. Sally braucht einen Schlafplatz und Liss hat Platz. In diesem idyllischen Herbst auf dem Land erleben beide das Gefühl zu Leben auf eine neue Art und Weise. Sally ist aufbrausend, intensiv und direkt. Liss ist ganz anders. Sie ist ruhig, nachdenklich und klug. Beide haben andere Charaktereigenschaften aber die böse Vergangenheit und die Missverständnisse, die sich im Laufe ihrer Leben aufgehäuft haben, werden erneut oder zum ersten Mal überhaupt durchgekaut.

Cover:
Das Cover des Buches ist vieles zugleich. Es verbindet das Alte und traditionelle durch die warmen, herbstlichen Farben und den Birnen, kombiniert mit der Biene mit dem Modernen durch das minimalistische Design und den geraden, länglichen Buchstaben. Alle Farben passen zusammen und sehen in Kombination herrlich gemütlich aus, soweit ein Buchcover jedenfalls gemütlich aussehen kann.

Spannungsbogen:
Das Buch hatte einen Spannungsbogen, den ich schon vorher kannte. Im Laufe des Buches hat sich die Spannung immer wieder mit unterschiedlichen Ereignissen aufgebaut. Zwischendurch gab es dann immer wieder Spannungsentladungen, die dafür gesorgt haben, dass die Situation sich zwischendurch erholt. Am Ende dann gab es den Höhepunkt der Geschichte, der dann schnell durch ein Ereignis abgeschwächt wurde. Damit das Buch einen schönen Abschluss findet, gab es am Ende noch eine idyllische Szene und ein halboffenes Ende, die das Ende der Geschichte und den Abschluss mit dem Buch intensiver gemacht haben.

Inhalt:
Auf der Rückseite des Buches steht etwas von entschleunigend. Das ist das perfekte Adjektiv für das Buch. Es ist traumhaft, das Buch draußen, zum Beispiel auf der Terrasse oder im Garten zu Lesen, um nebenbei die Vögel zwitschern zu hören und sich wie im Roman zu fühlen. Es spielt zwar auf dem Land, aber es ist nicht, wie anfangs erwartet immer idyllisch. Nein, ganuz im Gegenteil, Ewald Arenz erzählt mit überraschender Tiefen, das Innere der Psychen der beiden Hauptcharaktere. Es gibt viele stark Emotionale Szenen, die den Leser zum Nachdenken bewegen und viele Tatsachen, und wie die Personen damit umgehen, sind gezielt und passend in die Geschichte eingebaut.

Charaktere:
Ewald Arenz hat die Anzahl der im Buch erwähnten und thematisierten Charaktere niedrig gehalten. Ich denke es könnte sein, dass er dies deshalb so gemacht hat, da er wollte, dass die Charaktere und ihre Eigenschaften besonders detailliert beschreiben werden können und der Leser selber einen unglaublich tiefen Einblick in deren Gedankengänge bekommen kann.

Die beiden wichtigsten Personen sind Sally und Liss. Mit Sally fang ich an, denn sie hat in dem Buch den offensichtlichsten Wandel hinter sich gebracht. Sally heißt in Wirklichkeit Sarah und kommt aus einer Großstadt. Sie hat Probleme mit Menschen, obwohl nein, das ist falsch. Die Menschen haben eins mit ihr, oder jedenfalls mit ihrer Sichtweise auf die Welt. Sally denkt über Dinge nach, aber sie ist eher der Typ Mensch, der lieber handelt. Sie ist impulsiv und aufbrausend. Oft sprudeln die Worte aus ihrem Mund, bevor sie sie zurückhalten kann. Das macht sie im Gegenzug aber auch ehrlich. Sie erlebt Dinge mit einer Intensität, wie ich sie nur selten bei einem Charakter erfahren habe. Ja, ich schreibe, als würde ich sie kennen, aber für mich fühlt es sich ganz ähnlich an. Ich kenne durch das Buch ihre Vorlieben und Desinteressen und weiß, wann sie aus der Haut fährt und warum. Sie kann einfühlsam und direkt zugleich sein und dabei immer noch die junge lebensfrohe Frau, wie sie am Anfang war. Sally hat auch ihre Schattenseiten, aber die sind nachvollziehbar und okay. Sie kann trotzig und fies sein, aber im Nachhinein weiß sie immer, wie sie dann handeln soll.

Durch Sally lebt Liss. Und Sally ist durch Liss wieder lebendig geworden. Liss ist ganz anders als Sally. Sie ist nachdenklich und ruhiger. Sie fährt selten aus der Haut und denkt nach, bevor sie spricht. Ihre Worte und Taten wählt sie sorgsam. Ich glaube sie tut dies aber erst jetzt und noch nicht in der Vergangenheit, die sie geprägt und gewandelt hat. Liss geht mit Sally anders um, als die vielen Menschen zuvor. Sie lässt ihr Raum und Freiheit und weiß, wie man in schweren Momenten mit Sally umgehen muss. Sie hat eine schwerwiegende Vergangenheit und geht damit so um, wie sie denkt, dass es richtig ist.

Schreibstil:
Ewald Arenz schreibt klar und deutlich. Die Satzstruktur ist eindeutig und selten zu missdeuten. Viele Kapitel beschreiben einen bestimmten Vorgang ganz detailliert und faktenbasiert. Er schreibt aber in anderen Kapiteln dann nur grob und bezieht sich hauptsächlich auf die Emotionen und nicht die Handlung. Arenz hat ein großes Talent für dramatische und erschreckende Szenen. Mit einer Mischung aus Neutralität und Erschrockenheit beschreibt er eben diese Situationen.

Fazit:
Im Laufe des Buches haben sich die Charaktere stark gewandelt. Beide haben Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die ihnen weitergeholfen haben. Aber am meisten haben sie sich selber weitergeholfen. Und das hat mich sehr beeindruckt. Die Verbundenheit zweier Menschen, die sich gar nicht kennen, aber doch durch irgendetwas in ihrem inneren verbunden sind. Das detaillierte Beschreiben der unterschiedlichen Früchte und Landschaften hat mich sehr fasziniert. Ich habe noch immer die Bilder vor Augen, die mir das Buch in so und so vielen Kapiteln geschildert hat.
Dieser Roman ist perfekt für jeden der im Alltag feststeckt und eine Pause bracht, die nur dieses Buch einem geben kann. Es hat mir gezeigt, was im Leben wichtig ist und wie ich meine Prioritäten setzen soll.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.04.2019

Rezension - Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Liebe ist wie ein Rocksong
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Rezension – Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Das Buch „Liebe ist wie ein Rocksong“ von Teresa Sporrer erschien im April 2019 im Impress Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt in ...

Rezension – Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Das Buch „Liebe ist wie ein Rocksong“ von Teresa Sporrer erschien im April 2019 im Impress Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt in wechselnden Ländern. Teils Länder, die deutsch- und teils Länder, die englischsprachig sind. Taylor, eine junge Frau deren Eltern berühmte Rockstars sind, hat viele Probleme. Mit sich selbst und mit einem Mann namens Ezra, zudem sie sich hingezogen fühlt und auch offensichtlich ihr Interesse zeigt, mit dem aber nicht alles einfach zu sein scheint. Die beiden müssen ihren Weg und zueinander finden und dabei geht es rauf und runter mit dem Gefühlen.

Cover:
Ins Auge stechend und intensiv – das Cover ist deutlich erkennbar durch die starke lila-blaue Farbe. Es ist durch die beiden nah aneinander stehenden, sich berührenden Personen sehr klar in der Aussage. In diesem Buch geht es um Liebe. Ganz besonders interessant ist die sich verändernde Schrift des Titels der hier zentral auf dem Cover zu sehen ist. Passend zum Inhalt ist die Schrift mal schnörkelig und geschwungen oder eckig mit klaren Konturen. Die geometrische Figur hinter dem großen Titel lässt es modern und jugendlich wirken.

Spannungsbogen:
Der Spannungsbogen ist so durchwachsen, wie ich es bisher nur selten erlebt habe. Die Geschichte startet direkt mit einer Folge an spannenden Ereignissen und geht nur kurz danach ein ruhigeres Level ein, nur um kurz darauf wieder mit einem unglaublich ausschlaggebenden Ereignis aus dem Ruhigen ins Aufbrausende zu wechseln. Viele Kapitel beinhalten dabei die eben beschriebene Folge auf wenigen Seiten. Oft kommt es zu Verwirrung, aber größtenteils überwiegen die Spannung und die Vorfreude auf das kommende Ereignis.

Inhalt:
Viel Drama und witzige Sprüche machen das Buch zu dem, was es ist. Plötzlich passiert das eine und dann das andere und alles wird mit Humor und Leichtsinn beschrieben. Es ist deutlich, wie die Geschichte auf Extremes anspielt und wie sehr der Humor als Ausgleich zu eben diesem benötigt wird, damit nichts ausartet. Herausragend sind aber die Gefühle der Charaktere und wie sie die Geschichte steuern und in die richtige Richtung lenken.

Charaktere:
In der Geschichte gibt es Grundsätzlich nur Personen, die den Plot beeinflussen. Sie bezieht sich demnach auf eine handvoll Menschen, wie Taylor, Ezra, Daphne etc.. Im Vordergrund steht Taylor, um deren Gefühlswelt sich alles dreht. Ihre Cousine und beste Freundin Daphne ist auch sehr ausschlaggebend, aber ebenso wichtig wie Taylor ist Ezra, das Gegenstück zu ihr. Ich beschreibe jetzt nur die drei, weil ich finde, dass nur sie das Buch und die damit verbundene Geschichte geprägt haben.

Zunächst Taylor. Taylor ist aufbrausend und emotional. Sie kann direkt und gleichzeitig einfühlsam sein. Oft ist sie sich über ihre eigenen Gefühle unklar und weiß nicht so genau wie sie mit ihnen umgehen soll. Taylor sagt in der einen Sekunde das Eine und kann das Gegenteil meinen. In der anderen sagt sie das Gegenteil. Ich hab oft versucht zu nachvollziehen, warum sie so oder so gehandelt hat, aber häufiger hat sich das als unlösbar erwiesen. Deutlich wird aber auch ihre Stärke in brenzligen oder dramatischen Situationen.

Daphne ist ganz anders. Sie ist von Anfang an deutlich mit ihren Emotionen. Sie reißt witzige Sprüche in den perfekten Momenten und verändert die Stimmung des ganzen Buches immer wieder ins Positive. Durch sie habe ich in meiner Lesezeit so sehr lachen müssen. Ohne ihren Charakter wäre die Geschichte nur halb so toll, wie sie letztendlich ist.

Ezra ist unglaublich toll! Schon bei Beginn des Buches in den ersten Seiten hat er mir total gut gefallen. Er zeigt Willensstärke mit seinen Aussagen und Taten. Durch seine Liebe zur Literatur und sein untypisches Aussehen für männliche Buchcharaktere in Liebesromanen war er mir direkt super sympathisch. Er ist geduldig und ruhig, wo Taylor es nicht ist. Mit ihr ist er vorsichtig und lässt aber auch manchmal (zu) viel durchgehen in Hinsicht darauf, wie sie mit seinen Gefühlen spielt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Teresa Sporrer ist erfrischend jugendlich und direkt. Sie legt den Fokus eindeutig auf die Gefühle und die emotional geprägten Ereignisse und Taten der charaktere, insbesondere die von Taylor. Die Geschichte ist aufreibend und mit Humor zu etwas Besonderem gemacht worden. Durch witzige Dialoge und dramatische Einfälle hat die Autorin das Buch geprägt. Die Charaktere sind vollbeladen mit Eigenschaften, positiv wie negativ. Sie handeln alle unterschiedlich, haben andere Ansichten und passen perfekt zu der Geschichte. Moderne Bezüge, Menschen und Orte lassen den Schreibstil erfrischend neu wirken.

Fazit:
Eine echt spritzige und leichte Geschichte, die perfekt in den Alltag passt. Sie ist modern, gefühlvoll und aufregend. Alle Ereignisse passen an sich zusammen, auch wenn die Beweggründe manchmal fragwürdig sind. Mir gefallen sowohl der Humor und die realistischen Darstellungen, als auch die dramatischen Szenen, wo beide Parteien ihren Senf abgeben, wie zum Beispiel (SPOILER) bei dem Familienstreit am Ende, der sowohl den Humor, als auch das Realitätsnahe bestätigt. Authentische und realitätsnahe Personen machen die Geschichte angenehm zu lesen.