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Veröffentlicht am 10.03.2019

Rezension – Gold und Schatten von Kira Licht

Gold und Schatten
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Das Buch „Gold und Schatten“ von Kira Licht erschien im Februar 2019 im One Verlag unter dem Bastei-Lübbe Unternehmen.

Geschichte:
Der Fantasyroman spielt in Paris, der Hauptstadt von Frankreich. Die ...

Das Buch „Gold und Schatten“ von Kira Licht erschien im Februar 2019 im One Verlag unter dem Bastei-Lübbe Unternehmen.

Geschichte:
Der Fantasyroman spielt in Paris, der Hauptstadt von Frankreich. Die Hauptprotagonistin Livia zieht gerade erst neu nach Paris und lernt schnell den jungen Mann und ebenfalls Hauptprotagonisten Mael kennen, der mit sich nicht nur sein gutes Aussehen, sondern auch einen riesigen Haufen Geheimnisse mit sich. Die beiden lernen sich besser kennen und Livia bemerkt an sich selber seltsame Dinge, die sie an sich selber und ihrem Verstand zweifeln lassen. Parallel reißen Maels Geheimnisse und seine gesamte Welt Livia mit sich und sie erfährt Dinge, von denen sie bis vor Kurzem gedacht hätte, sie wären unmöglich. Götter können sehr interessant, aber gleichzeitig auch sehr verwirrend werden können.

Cover:
Das Cover ist erfrischend modern und weckt doch gleichzeitig das gewohnte Gefühl, das ein Fantasy-/Götterbuchcover in einem auslöst. Die Frau und die Schatten auf dem Deckblatt lassen das Gesamtbild sehr offen erscheinen für den einen, der bereits das Buch gelesen hat. Das Farbspiel wirkt auf den Betrachter sehr harmonisch und stimmig. Der Titel ist in einer sehr schönen, verschnörkelten Schrift geschrieben und passt gut zu dem Cover und dem Buch mit der Geschichte an sich. Allerdings ist eben dieses nicht sehr außergewöhnlich, wie ins Auge stechend.

Spannungsbogen:
Der Spannungsbogen ist sehr unregelmäßig. Der Anfang war direkt sehr aufregend und spannend. Es werden Geheimnisse gelüftet und Erkenntnisse gemacht. Vom Anfang bis zur Mitte legt sich die Spannung, bis in der Mitte alles abflacht. Der Mittelteil des Buches zieht sich teilweise, hat aber zwischendrin auch kleine Überraschungen. Der Schlussteil ist sehr kompakt im Gegensatz zu der Mitte. Die Ereignisse häufen sich auf und der Schluss kommt dann sehr überraschend, da der Teil so kurz ist. Allerdings baut sich die Spannung des Schlussteils nach und nach auf, bis er am höchsten ist und anschließend wieder abflacht.

Inhalt:
Der Inhalt ist sehr anziehend für Fantasy-Fans. Alle lieben gefährliche Männer und die griechischen Götter. Mit etwas Feingefühl und dem richtigen Sinn für das Detail hat Kira Licht die Geschichte der beiden aufblühen lassen und ihnen Leben eingehaucht. Teilweise wurde der Inhalt etwas ausgedehnt und gestreckt, aber viele Minuspunkte gibt es dafür nicht, denn der Inhalt, der schließlich niedergeschrieben ist, macht diese wieder wett. Mit besonderen Merkmalen der Hauptprotagonisten, wie zum Beispiel Livias Vorliebe für Honig und Maels wandelnde Aura, hat die Autorin die Leser für die Personen begeistert.

Charaktere:
In diesem Roman kamen nur wenige Hauptprotagonisten vor, aber dafür viele Nebenpersonen, die bei einem Buch über Götter unvermeidlich sind. Die Kunst besteht darin, den wenigen Hauptpersonen Leben einzuhauchen und sie unvergesslich zu machen.
Die Hauptperson Livia, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, ist ein offener und nachdenklicher Charakter. Sie steht für ihre Freunde und setzt sich für sie ein. Fremden gegenüber ist sie erstmal offen und hat keine Vorurteile. Sie zeigt Mitgefühl und ist sehr taktvoll, als Beispiel der Zeitpunkt, an dem sie Mael den Zettel mit dem Zitat über die Dunkelheit von Osho geschrieben hat. Bei gefährlichen und neuen Situationen zeigt sie sich mutig und versucht bestmöglich damit umzugehen. Allerdings ist sie teilweise auch sehr naiv und traut sich manchmal zuviel, bzw. denkt nicht nach, bevor sie etwas tut und traut als Folge dessen zu viel.

Mael, der zweitwichtigste Hauptcharakter, neben Livia und hat ganz andere Charaktereigenschaften. Er ist abweisend, teilweise emotionslos und kalt. Er kann auch sehr humorvoll und romantisch sein und zeigt sich das ein oder andere Mal als interessiert oder gar offen. Er hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt Livia gegenüber und alle Handlungen seinerseits sind am Ende des Buches zu verstehen, wenn alles über seine Umstände aufgeklärt ist. Er hat viel mit sich selbst zu kämpfen und zeigt seinen Familienmitgliedern wenig Zuwendung. Er ist sich seiner Position im Leben und der der anderen deutlich bewusst.

Die beiden neuen Freundinnen von Livia Gigi und Jemma sind von Anfang an offen und freundlich. Sie reden viel und zeigen ihr Interesse. Livia wird durch ihre Hilfe sehr geholfen. Mental und durch Handlungen. Auch als Livia mit der Offenbarung ihrer Besonderheit herausplatzte haben die beiden kein Misstrauen gezeigt und wollten immer nur helfen. Bei seltsamen Dingen waren sie nicht skeptisch, sondern hilfsbereit und humorvoll.

Zu den Nebencharakteren gibt es ebenfalls viel zu sagen, denn jeder Einzelne hat eine Besonderheit, die seinen Charakter interessant und aufregend macht. Ödipus war zunächst seltsam und unattraktiv, konnte sich zum Ende hin noch komplett in das Gegenteil wandeln. Hermes ist witzig, entschlossen und zielstrebig. Er ist Gott und Freund zugleich. Hep hat eine harte Schale und einen unerwartet weichen Kern, der ihn sympatisch und interessant macht. Enko ist ähnlich wie Hep. Harte Schale, weicher Kern, obwohl seine harte Schale eher als arrogante Schale bezeichnet werden sollte.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kira Licht ist modern und traditionell zugleich. Sie zeigt Moderne in den Anspielungen auf Harry Potter oder McDonalds. Traditionell ist sie in dem Sinne, dass sie häufig die Klischees der Gesellschaft mit einbezieht, indem sie Livia als Beispiel naiv und unerfahren/unschuldig und Mael im Gegensatz kalt, abweisend und mutig darstellt. Ihre Kapitel sind grundsätzlich spannend und mit Inhalt gefüllt, können aber auch ausdünnen und sich ähneln.

Fazit:
Gold und Schatten hat mich gleichzeitig fasziniert und inspiriert. Ich habe die Geschichte der beiden sehr ins Herz geschlossen und habe es sehr genossen, besonders das Ende zu lesen, bei dem die Geschichte am spannendsten gewesen ist. Ich denke jeder kennt dieses Gefühl, so sein zu wollen, wie der Hauptcharakter eines Buches. Ich wollte zwar nicht direkt so sein, wie Livia, aber ich wurde sehr von ihrem Faible für Honig inspiriert fand es toll, so einen realistischen Bezug zu einem Charakter des Buches zu haben.
Alle vorkommenden Personen sind interessant und der Schreibstil ist ansprechend. Das Cover ist schön und ebenfalls sehr ansprechend für das Genre. Die Geschichte hat Inhalt und Moral und macht mich auf den nächsten und letzten Band gespannt, wie es nur bei guten Büchern der Fall ist. Teilweise hat es mich sehr gestört, dass es inhaltlich nur schleppend vorankam, weshalb ich teilweise eher zu einem anderen Buch gegriffen habe. Allerdings war das auch nur Phasenweise und zum Ende hin gab es für mich nur dieses Buch und kein anderes.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Interessante Geschichte mit viel Gefühl, aber auch mit tendenz zum Einfachen

Close to you
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Das Buch “Close to you” ist ein Liebesroman der Autorin Isabell May und ist im Lyx-Verlag am 23.02.2018 erschienen.

In dem Buch geht es um eine junge Frau namens Violet, die aus dem amerikanischen Bundesstaat ...

Das Buch “Close to you” ist ein Liebesroman der Autorin Isabell May und ist im Lyx-Verlag am 23.02.2018 erschienen.

In dem Buch geht es um eine junge Frau namens Violet, die aus dem amerikanischen Bundesstaat Florida in den Bundesstaat Maine zieht. In Maine will sie ihr neues Leben starten. Frei von ihrer dunklen Vergangenheit und den Menschen in ihrer alten Heimat. In Maine lernt sie den scheinbar abweisenden Aiden und die quirlige . Leider kann sie ihre Gefühle selten kontrollieren und spürt eine Anziehung Aiden gegenüber, erleidet aber auch starke Rückschläge ihrer Vergangenheit.

Zentral sind hierbei die starken Gefühle für den jungen Mann Aiden, die sowohl negativ, als auch positiv ausfallen und die verbliebenen Schäden in Violets Psyche, die ihren Ursprung in Florida hatten. Es geht in dem Buch sehr viel um Gefühle und Beziehungen zwischen Menschen, die in jegliche Art auftreten.

Aiden und Violet überwinden ihre Distanzen und finden zueinander, währenddessen werden allerdings beide mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert, die es zu bezwingen gilt.

Der Inhalt beschränkt sich auf wenige Personen und die Handlung ist schlicht und einfach gehalten, was aber nicht bedeutet, dass dieses Buch vom Inhalt her langweilig und öde ist. Viele Fakten sind gut miteinander verknüpft, sodass der Leser dem Konstrukt leicht folgen kann, ohne sonderlich verwirrt zu werden. Allerdings sind auch viele Teile vorhersehbar und man wusste deshalb schnell das Ende vieler Handlungen. Entgegen dieser Aussage gab es aber auch wirkliche „Wow“-Momente, bei denen man sehr überrascht wurde und dieses Ende der Szene kaum vorher hätte erahnen können.

Der Schreibstil von Isabell May ist für Liebesromane ideal. Sie kann Gefühlsszenen gar perfekt zum Ausdruck bringen. Der Leser kann sich dadurch in die Personen hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Generell kann ich sagen, dass es keine Fehler in Sachen der Beschreibung von Dingen gibt.

Ich bin ein sehr großer Fan von Young-Adult Büchern und Liebesromanen im Allgemeinen, deshalb hat mich das Buch sehr angesprochen. Besonders überzeugt bin ich von Aiden und Violet als Paar, aber auch als Menschen im Sozialverhalten. An einigen Stelle zog sich das Buch etwas und du wolltest eigentlich nicht wirklich weiterlesen, aber dann packt es einen dann wieder und du bist komplett gefangen. Ich bin also überzeugt und sehr positiv dem Buch gegenüber.
Ich freue mich auf weitere Bücher von Isabell May.

Ich kann es vor Allem Mädchen und jungen Frauen empfehlen, die verzwickte Liebesgeschichten gern haben.


Von readerview

Veröffentlicht am 06.05.2019

Rezension - Alte Sorten von Ewald Arenz

Alte Sorten
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Rezension – Alte Sorten von Ewald Arenz

Das Buch „Alte Sorten“ von Ewald Arenz erschien im März 2019 im DUMONT Verlag.

Geschichte:
Der Roman spielt in der heutigen Zeit in einem Gebiet voller Weinberge, ...

Rezension – Alte Sorten von Ewald Arenz

Das Buch „Alte Sorten“ von Ewald Arenz erschien im März 2019 im DUMONT Verlag.

Geschichte:
Der Roman spielt in der heutigen Zeit in einem Gebiet voller Weinberge, in denen sich das junge Mädchen Sally und die erwachsene Frau Liss zum ersten Mal begegnen. Sally braucht einen Schlafplatz und Liss hat Platz. In diesem idyllischen Herbst auf dem Land erleben beide das Gefühl zu Leben auf eine neue Art und Weise. Sally ist aufbrausend, intensiv und direkt. Liss ist ganz anders. Sie ist ruhig, nachdenklich und klug. Beide haben andere Charaktereigenschaften aber die böse Vergangenheit und die Missverständnisse, die sich im Laufe ihrer Leben aufgehäuft haben, werden erneut oder zum ersten Mal überhaupt durchgekaut.

Cover:
Das Cover des Buches ist vieles zugleich. Es verbindet das Alte und traditionelle durch die warmen, herbstlichen Farben und den Birnen, kombiniert mit der Biene mit dem Modernen durch das minimalistische Design und den geraden, länglichen Buchstaben. Alle Farben passen zusammen und sehen in Kombination herrlich gemütlich aus, soweit ein Buchcover jedenfalls gemütlich aussehen kann.

Spannungsbogen:
Das Buch hatte einen Spannungsbogen, den ich schon vorher kannte. Im Laufe des Buches hat sich die Spannung immer wieder mit unterschiedlichen Ereignissen aufgebaut. Zwischendurch gab es dann immer wieder Spannungsentladungen, die dafür gesorgt haben, dass die Situation sich zwischendurch erholt. Am Ende dann gab es den Höhepunkt der Geschichte, der dann schnell durch ein Ereignis abgeschwächt wurde. Damit das Buch einen schönen Abschluss findet, gab es am Ende noch eine idyllische Szene und ein halboffenes Ende, die das Ende der Geschichte und den Abschluss mit dem Buch intensiver gemacht haben.

Inhalt:
Auf der Rückseite des Buches steht etwas von entschleunigend. Das ist das perfekte Adjektiv für das Buch. Es ist traumhaft, das Buch draußen, zum Beispiel auf der Terrasse oder im Garten zu Lesen, um nebenbei die Vögel zwitschern zu hören und sich wie im Roman zu fühlen. Es spielt zwar auf dem Land, aber es ist nicht, wie anfangs erwartet immer idyllisch. Nein, ganuz im Gegenteil, Ewald Arenz erzählt mit überraschender Tiefen, das Innere der Psychen der beiden Hauptcharaktere. Es gibt viele stark Emotionale Szenen, die den Leser zum Nachdenken bewegen und viele Tatsachen, und wie die Personen damit umgehen, sind gezielt und passend in die Geschichte eingebaut.

Charaktere:
Ewald Arenz hat die Anzahl der im Buch erwähnten und thematisierten Charaktere niedrig gehalten. Ich denke es könnte sein, dass er dies deshalb so gemacht hat, da er wollte, dass die Charaktere und ihre Eigenschaften besonders detailliert beschreiben werden können und der Leser selber einen unglaublich tiefen Einblick in deren Gedankengänge bekommen kann.

Die beiden wichtigsten Personen sind Sally und Liss. Mit Sally fang ich an, denn sie hat in dem Buch den offensichtlichsten Wandel hinter sich gebracht. Sally heißt in Wirklichkeit Sarah und kommt aus einer Großstadt. Sie hat Probleme mit Menschen, obwohl nein, das ist falsch. Die Menschen haben eins mit ihr, oder jedenfalls mit ihrer Sichtweise auf die Welt. Sally denkt über Dinge nach, aber sie ist eher der Typ Mensch, der lieber handelt. Sie ist impulsiv und aufbrausend. Oft sprudeln die Worte aus ihrem Mund, bevor sie sie zurückhalten kann. Das macht sie im Gegenzug aber auch ehrlich. Sie erlebt Dinge mit einer Intensität, wie ich sie nur selten bei einem Charakter erfahren habe. Ja, ich schreibe, als würde ich sie kennen, aber für mich fühlt es sich ganz ähnlich an. Ich kenne durch das Buch ihre Vorlieben und Desinteressen und weiß, wann sie aus der Haut fährt und warum. Sie kann einfühlsam und direkt zugleich sein und dabei immer noch die junge lebensfrohe Frau, wie sie am Anfang war. Sally hat auch ihre Schattenseiten, aber die sind nachvollziehbar und okay. Sie kann trotzig und fies sein, aber im Nachhinein weiß sie immer, wie sie dann handeln soll.

Durch Sally lebt Liss. Und Sally ist durch Liss wieder lebendig geworden. Liss ist ganz anders als Sally. Sie ist nachdenklich und ruhiger. Sie fährt selten aus der Haut und denkt nach, bevor sie spricht. Ihre Worte und Taten wählt sie sorgsam. Ich glaube sie tut dies aber erst jetzt und noch nicht in der Vergangenheit, die sie geprägt und gewandelt hat. Liss geht mit Sally anders um, als die vielen Menschen zuvor. Sie lässt ihr Raum und Freiheit und weiß, wie man in schweren Momenten mit Sally umgehen muss. Sie hat eine schwerwiegende Vergangenheit und geht damit so um, wie sie denkt, dass es richtig ist.

Schreibstil:
Ewald Arenz schreibt klar und deutlich. Die Satzstruktur ist eindeutig und selten zu missdeuten. Viele Kapitel beschreiben einen bestimmten Vorgang ganz detailliert und faktenbasiert. Er schreibt aber in anderen Kapiteln dann nur grob und bezieht sich hauptsächlich auf die Emotionen und nicht die Handlung. Arenz hat ein großes Talent für dramatische und erschreckende Szenen. Mit einer Mischung aus Neutralität und Erschrockenheit beschreibt er eben diese Situationen.

Fazit:
Im Laufe des Buches haben sich die Charaktere stark gewandelt. Beide haben Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die ihnen weitergeholfen haben. Aber am meisten haben sie sich selber weitergeholfen. Und das hat mich sehr beeindruckt. Die Verbundenheit zweier Menschen, die sich gar nicht kennen, aber doch durch irgendetwas in ihrem inneren verbunden sind. Das detaillierte Beschreiben der unterschiedlichen Früchte und Landschaften hat mich sehr fasziniert. Ich habe noch immer die Bilder vor Augen, die mir das Buch in so und so vielen Kapiteln geschildert hat.
Dieser Roman ist perfekt für jeden der im Alltag feststeckt und eine Pause bracht, die nur dieses Buch einem geben kann. Es hat mir gezeigt, was im Leben wichtig ist und wie ich meine Prioritäten setzen soll.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Rezension - Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Liebe ist wie ein Rocksong
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Rezension – Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Das Buch „Liebe ist wie ein Rocksong“ von Teresa Sporrer erschien im April 2019 im Impress Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt in ...

Rezension – Liebe ist wie ein Rocksong von Teresa Sporrer

Das Buch „Liebe ist wie ein Rocksong“ von Teresa Sporrer erschien im April 2019 im Impress Verlag.

Geschichte:
Die Liebesgeschichte spielt in wechselnden Ländern. Teils Länder, die deutsch- und teils Länder, die englischsprachig sind. Taylor, eine junge Frau deren Eltern berühmte Rockstars sind, hat viele Probleme. Mit sich selbst und mit einem Mann namens Ezra, zudem sie sich hingezogen fühlt und auch offensichtlich ihr Interesse zeigt, mit dem aber nicht alles einfach zu sein scheint. Die beiden müssen ihren Weg und zueinander finden und dabei geht es rauf und runter mit dem Gefühlen.

Cover:
Ins Auge stechend und intensiv – das Cover ist deutlich erkennbar durch die starke lila-blaue Farbe. Es ist durch die beiden nah aneinander stehenden, sich berührenden Personen sehr klar in der Aussage. In diesem Buch geht es um Liebe. Ganz besonders interessant ist die sich verändernde Schrift des Titels der hier zentral auf dem Cover zu sehen ist. Passend zum Inhalt ist die Schrift mal schnörkelig und geschwungen oder eckig mit klaren Konturen. Die geometrische Figur hinter dem großen Titel lässt es modern und jugendlich wirken.

Spannungsbogen:
Der Spannungsbogen ist so durchwachsen, wie ich es bisher nur selten erlebt habe. Die Geschichte startet direkt mit einer Folge an spannenden Ereignissen und geht nur kurz danach ein ruhigeres Level ein, nur um kurz darauf wieder mit einem unglaublich ausschlaggebenden Ereignis aus dem Ruhigen ins Aufbrausende zu wechseln. Viele Kapitel beinhalten dabei die eben beschriebene Folge auf wenigen Seiten. Oft kommt es zu Verwirrung, aber größtenteils überwiegen die Spannung und die Vorfreude auf das kommende Ereignis.

Inhalt:
Viel Drama und witzige Sprüche machen das Buch zu dem, was es ist. Plötzlich passiert das eine und dann das andere und alles wird mit Humor und Leichtsinn beschrieben. Es ist deutlich, wie die Geschichte auf Extremes anspielt und wie sehr der Humor als Ausgleich zu eben diesem benötigt wird, damit nichts ausartet. Herausragend sind aber die Gefühle der Charaktere und wie sie die Geschichte steuern und in die richtige Richtung lenken.

Charaktere:
In der Geschichte gibt es Grundsätzlich nur Personen, die den Plot beeinflussen. Sie bezieht sich demnach auf eine handvoll Menschen, wie Taylor, Ezra, Daphne etc.. Im Vordergrund steht Taylor, um deren Gefühlswelt sich alles dreht. Ihre Cousine und beste Freundin Daphne ist auch sehr ausschlaggebend, aber ebenso wichtig wie Taylor ist Ezra, das Gegenstück zu ihr. Ich beschreibe jetzt nur die drei, weil ich finde, dass nur sie das Buch und die damit verbundene Geschichte geprägt haben.

Zunächst Taylor. Taylor ist aufbrausend und emotional. Sie kann direkt und gleichzeitig einfühlsam sein. Oft ist sie sich über ihre eigenen Gefühle unklar und weiß nicht so genau wie sie mit ihnen umgehen soll. Taylor sagt in der einen Sekunde das Eine und kann das Gegenteil meinen. In der anderen sagt sie das Gegenteil. Ich hab oft versucht zu nachvollziehen, warum sie so oder so gehandelt hat, aber häufiger hat sich das als unlösbar erwiesen. Deutlich wird aber auch ihre Stärke in brenzligen oder dramatischen Situationen.

Daphne ist ganz anders. Sie ist von Anfang an deutlich mit ihren Emotionen. Sie reißt witzige Sprüche in den perfekten Momenten und verändert die Stimmung des ganzen Buches immer wieder ins Positive. Durch sie habe ich in meiner Lesezeit so sehr lachen müssen. Ohne ihren Charakter wäre die Geschichte nur halb so toll, wie sie letztendlich ist.

Ezra ist unglaublich toll! Schon bei Beginn des Buches in den ersten Seiten hat er mir total gut gefallen. Er zeigt Willensstärke mit seinen Aussagen und Taten. Durch seine Liebe zur Literatur und sein untypisches Aussehen für männliche Buchcharaktere in Liebesromanen war er mir direkt super sympathisch. Er ist geduldig und ruhig, wo Taylor es nicht ist. Mit ihr ist er vorsichtig und lässt aber auch manchmal (zu) viel durchgehen in Hinsicht darauf, wie sie mit seinen Gefühlen spielt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Teresa Sporrer ist erfrischend jugendlich und direkt. Sie legt den Fokus eindeutig auf die Gefühle und die emotional geprägten Ereignisse und Taten der charaktere, insbesondere die von Taylor. Die Geschichte ist aufreibend und mit Humor zu etwas Besonderem gemacht worden. Durch witzige Dialoge und dramatische Einfälle hat die Autorin das Buch geprägt. Die Charaktere sind vollbeladen mit Eigenschaften, positiv wie negativ. Sie handeln alle unterschiedlich, haben andere Ansichten und passen perfekt zu der Geschichte. Moderne Bezüge, Menschen und Orte lassen den Schreibstil erfrischend neu wirken.

Fazit:
Eine echt spritzige und leichte Geschichte, die perfekt in den Alltag passt. Sie ist modern, gefühlvoll und aufregend. Alle Ereignisse passen an sich zusammen, auch wenn die Beweggründe manchmal fragwürdig sind. Mir gefallen sowohl der Humor und die realistischen Darstellungen, als auch die dramatischen Szenen, wo beide Parteien ihren Senf abgeben, wie zum Beispiel (SPOILER) bei dem Familienstreit am Ende, der sowohl den Humor, als auch das Realitätsnahe bestätigt. Authentische und realitätsnahe Personen machen die Geschichte angenehm zu lesen.

Veröffentlicht am 22.03.2019

Rezension – Nichts als Liebe im Universum von Cat Jordan

Nichts als Liebe im Universum
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Rezension – Nichts als Liebe im Universum von Cat Jordan

Das Buch „Nichts als Liebe im Universum“ von Cat Jordan erschien im Februar 2019 im dtv Verlag in der Reihe Hanser.

Geschichte:
Der Jugendroman ...

Rezension – Nichts als Liebe im Universum von Cat Jordan

Das Buch „Nichts als Liebe im Universum“ von Cat Jordan erschien im Februar 2019 im dtv Verlag in der Reihe Hanser.

Geschichte:
Der Jugendroman spielt in einer Kleinstadt in Pennsylvania, in der ein Junge namens Matty lebt, dessen Vater eines Tages spurlos verschwindet und an seiner Stelle plötzlich ein Mädchen in Mattys Alter auftaucht. Dieses Mädchen ist so anders und surreal, dass er in den folgenden Tagen an kaum etwas anderes denken kann, aber irgendetwas stimmt nicht und es liegt an Matty herauszufinden, was es ist und wie er mit seinem eigenen Verstand klarkommt, der eigentlich doch nur an die logischen Dinge im Leben glaubt.

Cover:
Das Cover ist romantisch und verträumt. Es passt perfekt zum Inhalt der Geschichte und strahlt eine Gewisse Weite aus, durch den Sternenhimmel und den Kontrast zu den beiden Personen, die augenscheinlich in den Nachthimmel schauen. Die Farben sind passend zu der Tatsache, dass in diesem Buch an ausserirdisches Leben appelliert wird. Die Lila- und Blautöne wirken beruhigend und harmonieren mit der geschwungenen Schrift des Titels. Auch die Ufo- und Sternenakzente passen gut zu den Titelbuchstaben und stehen durch das „aufgemalte“-Aussehen im Kontrast zu dem fotoähnlichen Hintergrund.

Spannungsbogen:
Der Spannungsbogen ist wie eine konstant steigende Linie. Anfangs ist die Spannung auf einem eher niedrigen Level und steigert sich dann von Kapitel zu Kapitel. War es am Anfang etwas abgebrüht und zäh, dann ist es zum Ende hin spannend und emotional. Die große Enthüllung am Ende ist zeitlich gesehen perfekt platziert. Alles war gut und dann, plötzlich wendet sich alles ins Negative und die Wahrheit kommt an Licht und mit ihr eine große Welle Emotionen, die Jordan gezielt einsetzt, um den Leser für die Situation zu gewinnen.

Inhalt:
Der Inhalt ist nicht das, was von dem Titel und dem Genre erwartet wird. Die Geschichte ist einerseits wenig besonders in Hinsicht auf die Fakten, die beschreiben, was genau in dem Buch passiert, aber andererseits ist es unglaublich interessant durch die Reihenfolge und die Art in der die Geschichte stattfindet und sich ausdrückt. Der Charakter der Story ist stark durch die einzelnen Merkmale der Personen geprägt, welche sie besonders und wiedererkennenswert machen.

Charaktere:
Dieser Roman hat sich nur auf wenige ausgewählte Personen fixiert. Hauptsächlich geht es um die beiden Hauptcharaktere Matty und Priya, wobei das Buch aus der Sicht Mattys geschrieben ist, der mit vollem Namen eigentlich Matthew heißt. Es gibt zu den beiden noch die Mutter von Matty, seinen Onkel und Vater, Brian seinen besten Freund und dessen Schwester Em. Als kaum erwähnte Personen gibt es noch die Eltern von Priya und eine Rettungsschwimmerin.
Matty ist ein sehr interessanter Charakter. Er ist zugleich entspannt und teilweise faul, manchmal aber auch schüchtern und hilfsbereit. Er versucht es seiner Mutter am Angenehmsten wie möglich zu machen, damit sie sich keine Sorgen und nicht zu viele Gedanken macht. Er hilft auch Priya in der einen oder anderen Situation und zeigt ihr, was er für unterschiedliche Dinge empfindet. Er ist in Sachen Liebe und Zuneigung sehr unerfahren und oftmals zurückhaltend. Zum Beispiel umarmt er Menschen nicht allzu häufig und ist bei Priya immer sehr vorsichtig. Er raucht ab und zu Gras, ist an seinem Handy und isst viel Pizza, ganz natürlich für einen Teenager, der Sommerferien hat.

Priya ist besonders. Nicht nur ihr Aussehen ist nicht das, was jeder tragen würde, auch ihre Persönlichkeit ist anders. Anders, aber keinesfalls schlecht. Sie ist höflich, offen und freundlich. Sie hat eine Lebensfreude wie nur wenige und bringt jederzeit Begeisterung mit sich. Sie ist unschuldig und trotzdem sehr mutig und riskiert viel, auch wenn sie dazu oft überredet werden muss. Sie versteht die Grundprinzipien der Moral nur zu gut und scheut sich nicht davor, Matty auch das ein oder andere Mal zu verbessern, wenn er etwas, ihrer Meinung nach, Falsches gesagt hat. Außerdem zeichnet sie Sturheit auch sehr gut aus.

Brian ist Mattys bester Freund. Er ist freundlich und loyal. Er raucht ab und zu Gras, versucht aber trotzdem den Überblick zu behalten und steht immer zu seinem besten Freund. Seine Schwester Em ist sportlich und schlau. Priya gegenüber zeigt sie wenig Offenheit, dafür aber Misstrauen. Sie war Mattys erster Schwarm und hat einige Momente seines Lebens geprägt.

Die Mutter ist etwas naiv und gutgläubig. Sie möchte nicht wahrhaben, dass der Vater weg ist und nicht wiederkommt. Sie lässt an Matty ab und zu ihre Emotionen aus und zeigt wenig Fürsorge. Sein Vater hingegen versucht alles richtig zu machen, macht dann doch aber mehr Fehler als erwartet und setzt seine Prioritäten falsch. Aber auch er hat eine gute Seite, die nicht von seiner Fantasie und seinem Glauben überschattet wird und einen tollen Vater zum Vorschein bringt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Cat Jordan ist etwas ganz besonderes. Er ist skurril und nervenaufreibend zugleich. Er macht deutlich, dass der Fokus auf der Geschichte und nicht auf der Umschreibung dessen liegt. Die Tatsachen werden schnell auf den Punkt gebracht und alle Kapitel sind sehr realitätsnah beschrieben, wenn man vom richtigen Inhalt absieht. Jordan schreibt abgebrüht und hat einen Sinn für physisch und moralisch tiefgehende Szenen und Dialoge. Den beiden Hauptcharakteren fehlt es nicht an Persönlichkeit, denn von der haben sie genug. Auch wenn diese ganz unterschiedlich ausfällt bleibt sie doch realistisch und nachvollziehbar.

Fazit:
Das ganze Buch hatte eine Anziehung an sich, die ich schwer beschreiben kann. Die Art wie die Ereignisse miteinander verknüpft sind ist brillant. Die Charaktere sind zwar seltsam und abgebrüht, versprühen aber einen Charme, dem man nur schwer widerstehen kann. Die Personen sprechen gewählt und wirken sehr authentisch. Die Geschichte ist mitreißend und erweckt relativ schnell die Neugier auf Aufdeckung und Gewissheit. Cover und Klappentext passen zum Inhalt und erregen die Aufmerksamkeit des Betrachters. Der einzige Minuspunkt ist die Tatsache, dass das Verschwinden des Vaters etwas zu sehr auf die leichte Schulter und zu wenig ernst genommen wird. Es kommt etwas so rüber, als ob die Person verschwindet und niemand über den Grund nachdenkt. Es wird getrauert und man ist wütend, aber niemand versetzt sich in den Vater oder stellt in Frage, dass er abgehauen ist.