Eine Geschichte über das Finden zum Selbst und all seinen (eigenen) Farben
In all seinen FarbenIn all seinen Farben ist eine Own-Voice-Story, die von Selbstfindung, dem Weg zwischen Ablehnung und Akzeptanz und einer guten Menge Drag handelt.
In erster Linie hat mich das Buch angesprochen, da ich ...
In all seinen Farben ist eine Own-Voice-Story, die von Selbstfindung, dem Weg zwischen Ablehnung und Akzeptanz und einer guten Menge Drag handelt.
In erster Linie hat mich das Buch angesprochen, da ich gerne queere YA-Geschichten lese und mich vor allem das Thema Drag, über das ich bisher noch nicht allzu viel wusste, interessiert hat. Das Buch erzählt mit Protagonist Robin eine mutmachende Geschichte über das Finden des eigenen Weges (oder die Unsicherheit darüber, diesen noch nicht finden zu können) und das Einstehen für die eigene Identität ohne dabei seine Mitmenschen zu verletzen. Besonders der Romance-Teil der Geschichte hat mir deswegen so gut gefallen, da Robin hier primär lernt, für sich selbst und seine Grenzen einzustehen. Auch die Drag-Szene im Buch hat mir gut gefallen - da ich selbst noch nicht viel über das Thema Drag wusste, war es schön, die Community als eine sehr inklusive und einladende kennenzulernen und habe beim Lesen einiges dazugelernt. Leider kam mir die Storyline sogar etwas zu spät im Buch und ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr (und eher) Platz eingenommen hätte. Die Szenen mit den anderen Dragqueens im Club haben total Spaß gemacht zu lesen, aber ich hatte auf viel mehr solcher Szenen und einen tieferen Einblick in die Arbeit als Dragqueen gehofft.
Ebenfalls zu kurz kamen für mich die Nebencharaktere. Sie wirkten wortwörtlich wie Neben-Charaktere und bis auf ein, zwei, waren sie mir zu blass und flach. Gerade durch die im Verlauf entstehenden Konflikte habe ich mehr Potential in ihnen gesehen. Die Beziehungen waren zudem stark von Miscommunication geprägt. Wenn auch nachvollziehbar, da sich gerade im Jugendalter vieles gleich sehr dramatisch anfühlt, wurde es beim Lesen hin und wieder etwas frustrierend, sodass ich Robin manchmal gerne geschüttelt hätte.
Allgemein muss ich leider sagen, dass sich für mich die Geschichte, obwohl mir die einzelne Plotlines und Thematiken total gut gefallen haben und ich einiges für mich persönlich mitnehmen konnte, insgesamt einfach etwas gezogen hat, da mir etwas mehr Dynamik in der Erzählung gefehlt hat, und sie mich emotional nicht richtig abholen konnte.
Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!