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Veröffentlicht am 15.06.2022

Vom Scheitern und Auffangen

Die Katzen von Shinjuku
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„Da Farbschwäche bei uns Jungen so häufig vorkam, hielt ich diese Beeinträchtigung für harmlos. Und überhaupt konnte ich nicht begreifen, wieso ich von anderen wegen der Art, wie ich Farben wahrnahm, gehänselt ...

„Da Farbschwäche bei uns Jungen so häufig vorkam, hielt ich diese Beeinträchtigung für harmlos. Und überhaupt konnte ich nicht begreifen, wieso ich von anderen wegen der Art, wie ich Farben wahrnahm, gehänselt wurde. Denn ich erfasste doch die Welt mit meinen beiden Augen.“ (S. 33)

Mit „Kirschblüten & rote Bohnen“ konnte mich Durian Sukegawa bereits von sich überzeugen. Gefühlvoll, ungeschönt und mit eindrucksvollen Worten erzählte er die Geschichte dreier Menschen, die mich noch immer zum Nachdenken bringt. Umso gespannter war ich auf diesen Roman.

Das Cover: Der dunkle Farbton der Katze und das helle Pastellrosa des Musters im Hintergrund harmonieren überraschend gut. Auch die zurückhaltende und beinahe wie ein Druck wirkende Darstellung der Katze gibt dem Cover mehr Raum zum Atmen und lässt es leicht und freundlich wirken.

Die Handlung: Yama ist Mitte zwanzig und fühlt sich in seinem Beruf als Fernsehautor nicht genug verstanden und respektiert. Als er eines Tages in die Bar Karinka geht, trifft er auf die Kellnerin Yume, die sich ebenfalls von der Gesellschaft missverstanden und ausgeschlossen fühlt. Zudem tummeln sich Straßenkatzen rund um die Bar. Yama fühlt sich zu diesem Ort hingezogen und fängt schon bald an, seine Besuchenden, sowie Yume besser zu verstehen…

Meine Meinung: Dieses Buch habe ich hauptsächlich in den öffentlichen Verkehrsmitteln gelesen. Es hat mir die Fahrten verkürzt und konnte mich gut unterhalten. Ich habe die Geschichte gerne lesen, auch wenn ich zugeben muss, dass der Roman bei mir kaum bleibenden Eindruck hinterließ. Die Geschichte hatte an so vielen Stellen Potenzial zur Vertiefung gehabt, die jedoch nicht genutzt wurde. Mir fehlte an in vielen Szenen das Gefühl, etwas, was mich stark zum Nachdenken brachte, wie es „Kirschblüten & rote Bohnen“ schaffte. Der Autor spricht hier durchaus ernste Themen an, denen jedoch nicht ausreichend Raum zur Behandlung gegeben wurde. Für mich insgesamt eine schöne Geschichte, die jedoch nur an der Oberfläche kratzt.

Die Charaktere: Yume und Yama haben beide ihre Päckchen zu tragen und sorgen damit zum Ende hin auch für manche Überraschungen. Gleichzeitig fehlte mir jedoch die Nähe zu ihnen. Ich verfolgte ihren Alltag und trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass ich hinterher nicht viel über sie sagen könnte – was sehr schade ist, denn das Potenzial war da. Dafür haben die unterhaltsamen Nebencharaktere so manche Szenen aufgehellt. Besonders Madame Granatapfel konnte mich überzeugen.

Fazit:* Gut für zwischendurch und eine Geschichte zum Abschalten. Mit ein wenig mehr Tiefe und Gefühl hätte mir die Geschichte sicherlich noch mehr zusagen können. Hierbei vergebe ich 3/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Ein malerischer Schreibstil

Das Leben ist ein Fest
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„Feste gehen nicht zu Ende, sie ziehen nur weiter.“ (S. 16)

Claire Berest hat mit diesem Roman Frida Kahlos Leben auf eine sehr eindringliche, teil schillernde, aber nie verschönernde Art niedergeschrieben. ...

„Feste gehen nicht zu Ende, sie ziehen nur weiter.“ (S. 16)

Claire Berest hat mit diesem Roman Frida Kahlos Leben auf eine sehr eindringliche, teil schillernde, aber nie verschönernde Art niedergeschrieben. Ihr intensiver und von wunderschönen Worten verzierter Schreibstil beeindruckt und erzeugt ein eindrucksvolles Leseerlebnis!

Das Cover: Dieses machte mich erst auf den Roman aufmerksam. Sehr floral mit ansprechenden und bunten Farben, die jedoch nicht zu aufdringlich wirken. Hierbei wurde mit einem Markenzeichen von Frida Kahlo übertrieben gespielt: Den Blumen im Haar. Wie aufgetürmt wurden sie in Szene gesetzt und machen das Cover zu einem Hingucker. Natürlich dürfen auch nicht ihre ikonischen, vollen Augenbrauen fehlen, die direkt darauf hinweisen, dass es sich um die berühmte Malerin handeln muss. Sehr gelungen!

Meine Meinung: Eine Inhaltsangabe ist in meinen Augen an dieser Stelle nicht nötig. Claire Berest hat hier in Romanform das Leben der Frida Kahlo niedergeschrieben. Im Vorfeld war mir bereits Einiges über die Künstlerin bekannt, insbesondere ihre Gemälde. Jedoch muss ich dazusagen, dass ich mich mit ihrem Privatleben nicht allzu intensiv beschäftigt hatte. Natürlich kamen mir Diego Rivera und ihre komplizierte Beziehung zu Ohren, doch eingehender beschäftigt hatte ich mich nicht wirklich damit. Umso gespannter war ich auf dieses Buch. Anfangs noch mit Startschwierigkeiten, fand ich mich schon bald in einem Roman wieder, der sowohl schillernd wie auch erschreckend ist. Wie viele Schicksalsschläge Frida Kahlo einstecken musste, kann man nicht nur in ihrer Kunst zum Leben erweckt sehen, sondern spürt es auch auf den Seiten. Claire Berest erschafft mit ihrem Schreibstil ein Wortfeuerwerk, dem man sich nur schwer entziehen kann. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass ich stets eine gewisse Barriere gespürt habe. So ganz wollte mich die Geschichte nicht die volle Gefühlspalette spüren lassen, wie ich es mir bei einem solch emotionalen Leben und eindrucksvollen Schreibstil gewünscht hätte. Zudem wurde in der deutschen Übersetzung noch das veraltete und klischeebehaftete Wort für indigene Menschen verwendet. Ich kann hier nur für die Übersetzung sprechen, ich weiß nicht, wie es im Französischen gehandhabt wurde. Außerdem muss gesagt sein, dass die Beziehung von Diego Rivera und Frida Kahlo zutiefst kompliziert und ungesund war. So kommt es auch, dass in Streitszenen Slutshaming geschieht. Ebenso ließ mich ein Zitat aufschrecken und ich frage mich, ob dieses wirklich nötig gewesen sei (TW: Vergewaltigung):

„Frida malt, weil sie von Alejandro keine Blumen will, sondern es lieber hätte, dass er sie vergewaltigt [..].“ (S. 44)

Ich stecke nicht so tief in der Materie wie Claire Berest, schließlich beschäftigte sie sich jahrelang und eingehend mit Frida Kahlo, bevor sie den Roman schrieb und womöglich dachte Frida solche Gedanken. Gleichzeitig denke ich mir, ob man bei einem solch sensiblen Thema einen solchen Satz wirklich schreiben muss. Kann man die Heftigkeit von Frida Kahlos Gedanken nicht auf eine andere Art veranschaulichen?

Fazit: Trotz mancher Kritikpunkte konnte mich Claire Berest jedoch von sich und insbesondere ihrem Schreibstil überzeugen. Ich vergebe hier 4/5 Sternen und eine Leseempfehlung.

„[…] Du warst wie ein bunter Schmetterling unter lauter Regenwürmern.“
„Weißt du wie viele Augen ein Schmetterling hat?“
„Nein.“
„Bis zu zwölftausend. Da hat er viele Perspektiven, Diego.“ (Frida Kahlo, S. 90)

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Veröffentlicht am 05.06.2022

Dynamisch und mitreißend zu Ende geführt!

Lady of the Wicked
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„Zusammen sind wir Chaos. Ein verdorbenes Hexenherz und die Seele eines Biests. Diese Art von Geschichte nimmt kein gutes Ende.“ (S. 265)

Laura Labas hat mich schon vor einigen Jahren von ihrem Talent ...

„Zusammen sind wir Chaos. Ein verdorbenes Hexenherz und die Seele eines Biests. Diese Art von Geschichte nimmt kein gutes Ende.“ (S. 265)

Laura Labas hat mich schon vor einigen Jahren von ihrem Talent überzeugen können. Auch mit dieser Dilogie erschafft sie eine gut durchdachte Welt mit facettenreichen und undurchschaubaren Charakteren, die immer für Überraschungen gut sind. Diese Reihe ist absolut empfehlenswert!

Das Cover: Auffällig, dynamisch und edel. Es steht dem Cover zum 1. Band in nichts nach und gefällt mir sogar noch ein wenig besser.

Die Handlung: Nachdem Darcia die Herrin der Wicked geworden ist und nun endlich ihre verstorbene Schwester aus dem Jenseits holen kann, scheint eine glückliche Zukunft nahe. Doch sie hätte nicht mit dem Widerstand aus den Kreisen der Wicked gerechnet und den Unruhen, die in Babylon überkochen. Die nächste Katastrophe scheint nur auf sie und ihre Begleitenden zu warten…

Meine Meinung: Vorab hatte ich ein paar enttäuschte Meinungen zur Fortsetzung gelesen. Diese hatten mich ein wenig eingeschüchtert, doch letztendlich kann ich hier nur wieder feststellen, dass Geschmäcker verschieden sind, denn ich habe diese Geschichte nicht aus der Hand legen können. Voller Spannung, Intrigen und Emotionen begleitet Laura Labas Schreibstil die Lesenden durch die spannungsgeladene Geschichte. Die Fortsetzung war in meinen Augen NOCH spannender, dynamischer und dramatischer. Teilweise konnte ich den Ausgang der Handlung wirklich nicht vorhersehen und wurde völlig vom Geschehen gepackt. Einzig der Anfang war ein wenig erschwert, doch wenn man da ein wenig durchhält, wird man belohnt.

Die Charaktere: Vielseitig und mit einer Menge Ecken und Kanten. Hier gibt es nicht die typischen Sympathieträger:innen, die man womöglich erwarten würde. Ich gebe zu, dass ich es nicht immer einfach mit ihnen hatte und nicht zu jedem Zeitpunkt ihre Entscheidungen nachvollziehen konnte, aber umso spannender wurde die Geschichte. Hier gab es einige Überraschungen, die ich nicht habe kommen sehen!

Fazit: Für mich ein gelungenes Ende, welches jedoch etwas offen war und ein wenig Raum für eine mögliche Rückkehr lässt. Eine wundervolle und spannende Dilogie, die ich nur weiterempfehlen kann. Von mir gibt es hier 4,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Ein erneuter Ausflug nach Boulder Creek

Golden Hill Kisses
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„In kurzer Zeit würde alles in dieses herrlich goldene Licht getaucht sein, dass der Ranch ihren Namen gegeben hatte. Ich freute mich auf den Moment, den ich dieses Mal nicht mit der Kamera festhalten ...

„In kurzer Zeit würde alles in dieses herrlich goldene Licht getaucht sein, dass der Ranch ihren Namen gegeben hatte. Ich freute mich auf den Moment, den ich dieses Mal nicht mit der Kamera festhalten würde, sondern mit dem Herzen.“ (Arizona, S. 345)

Nicole Böhm hat mit ihrer Golden-Hill-Ranch einen einladenden Wohlfühlort geschaffen, bei welchen man gerne zwischen den Seiten verschwindet. Auch bei dieser Fortsetzung reist man in das verschlafene Boulder Creek und schaltet zusammen mit den Charakteren den Alltagslärm ein wenig leiser. Zwar überzeugte mich der Auftakt insgesamt etwas mehr, doch die Fortsetzung sorgt ebenfalls für goldene Stunden zwischen den Buchseiten.

Das Cover: In meinen Augen das ansprechendste Gewand für die Trilogie! Das angenehme warme Licht, die Tannenkette und der kleine Rehbock bilden ein stimmiges Gesamtbild. Ebenso überzeugt das Papier, welches für die Klappenbroschur gewählt wurde, da es förmlich leuchtet und dem Namen alle Ehre macht.

Die Handlung: Ajden hat ein kräftezehrendes Jahr hinter sich, in welchem ihn die Liebe enttäuschte und seine Arbeit ihn an seine Grenzen trieb. Daher kommt ihm eine Auszeit in Boulder Creek bei seinem engen Freund Parker sehr gelegen. Zwischen malerischen Sonnenaufgängen und einer idyllischen Ranch kommt er das erste Mal seit Langem wieder zum Durchatmen. Doch diese Ruhe währt nicht lange, denn schon bald taucht die Reporterin Arizona auf der Ranch auf und bringt seinen Alltag ordentlich durcheinander, denn die beiden sind sich bereits begegnet…

Meine Meinung: Der zweite Band hat mir erneut angenehme Lesestunden zum Abschalten beschert, die den perfekten Kontrast zum hektischen Alltag gebildet haben. Die Geschichte hat mich mit ihrer Wohlfühlatmosphäre eingelullt und ein wenig Fernweh ausgelöst. Mit einem lockeren und flüsigen Schreibstil führt Nicole spielend leicht durch das Buch und erzählt die Geschichte von Ajden und Arizona. Doch auch, wenn das grobe Konstrukt mich überzeugen konnte, sowie der Aufbau, fehlte mir die Ausarbeitung des inneren Kerns. Die Charaktere mochte ich zwar, jedoch fehlte mir die endgültige Nähe zu ihnen, wie ich es beispielsweise in der One-Last-Reihe hatte (im Übrigen eine sehr empfehlenswerte Reihe!). Obwohl hier sehr wichtige und sensible Themen angesprochen wurden, mit dessen Umgang ich zufrieden bin, so ließ mich die Geschichte nicht endgültig mitfühlen. Ebenso gab es eine Situation, die in meinen Augen durchaus Gewicht besaß und leider auch verletzend war, jedoch danach nie wieder angesprochen wurde. Dann hätte man diese auch durch einen anderen Konflikt ersetzten können. Ebenso wirkte das Ende ein wenig zu übereilt. Ich hätte mir da gerne noch ein wenig mehr Entspannung gewünscht, damit bestimmte Handlungsstränge einen runderen Abschluss gefunden hätten. Insgesamt gab es viele einzelne Szenen, die mir sehr zugesagt haben, wie z.B. die Pferdetherapieszenen oder jegliche Interaktionen mit Sadie, doch leider war mir „Golden Hill – Kisses“ an anderen Stellen wiederum nicht greifbar genug.

Die Charaktere: Ajden und Arizona mochte ich gerne, doch konnte ich nie einen völligen Draht zu ihnen aufbauen. Sie mussten beide viel durchmachen in dem letzten Jahr und ich konnte mit den beiden mitfühlen, doch nicht so sehr, wie ich es mir gewünscht hatte. Das könnte eventuell daran liegen, dass die beiden sich den Großteil des Buches nicht ausgesprochen hatten und es sehr lange dauerte, bis die Dynamik der beiden Lesefreude bei mir auslöste. Doch dafür konnte mich Sadie umso mehr überzeugen. Dieser Sonnenschein voller Lebensfreude ist wirklich das Herz der Reihe und ich freue mich umso mehr auf ihre Geschichte. Ich habe auch die Vermutung, dass der 3. Band mein liebster Teil der Trilogie werden könnte, weswegen ich den Erscheinungstermin bereits herbeisehne.

Fazit: Ich hätte diese Geschichte so gerne noch mehr gemocht, doch leider konnten mich eher einzelne Szenen stark überzeugen, das Gesamtpaket jedoch nicht endgültig. Doch hierbei handelt es sich nur um meine eigene Meinung, ich bin mir sicher, dass viele anderen mit diesem Band ihre Freude haben werden. Ich vergebe hier 3/5 Sternen und eine Leseempfehlung. Nun bin ich sehr gespannt auf Sadie und Jakes Geschichte!

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Veröffentlicht am 19.05.2022

Wichtig und wundervoll!

Loveless (deutsche Ausgabe)
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"In the end, that was the problem with romance. It was so easy to romanticise romance because it was everywhere […].“

Alice Oseman hat es erneut geschafft. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es schlichtweg ...

"In the end, that was the problem with romance. It was so easy to romanticise romance because it was everywhere […].“

Alice Oseman hat es erneut geschafft. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es schlichtweg unmöglich für Alice ist, eine schlechte Geschichte zu schreiben oder zeichnen. Loveless ist ein unglaublich gelungenes Buch, welches von Anfang an überzeugen kann. Da ich bisher kaum bis gar nichts in Büchern über Asexualität oder Aromantik gelesen habe, war ich umso gespannter auf diese Geschichte.

Das Cover: Abgebildet ist eine junge Frau (sehr wahrscheinlich unsere Protagonistin Georgia), die ein Herz in den Händen hält, welches von davonschwebenden anderen Herzen begleitet wird. Vom Aufbau passt dieses Cover erneut zu den anderen ihrer Young-Adult-Büchern, was eine niedliche Idee ist. Es ist gelungen, auch wenn ich ein wenig ein dynamisches Element vermisse.

Die Handlung: Georgia war noch nie verliebt und hat noch nie jemand geküsst. Das Problem jedoch: Sie wäre es gerne und würde es gerne. Oder vielleicht doch nicht? Schließlich verlieben sich ständig alle Charakteren in Büchern und Filmen, um sie herum wird ständig über das Verliebtsein gesprochen. Daher beschließt Georgia nach ihrem Schulabschluss all diese Erfahrungen auf ihrer Universität nachzuholen. Doch schon bald muss sie merken, dass sie sich nichts aufzwingen kann und stößt auf den Begriff der Asexualität.

Meine Meinung: Ich war mir bereits im Vorfeld sicher, dass mir auch dieses Buch gefallen würde. Doch ich hätte nicht vermutet, wie sehr mich diese Geschichte mitreißen würde. Authentische und liebevolle Charaktere, ein angenehmer Schreibstil und wichtige Themen – was möchte man mehr? Alice Oseman hat eine Geschichte geschaffen, die mich einfach nur glücklich gemacht hat, mitfiebern ließ und auch berühren konnte. Das schätze ich so sehr an Oseman, denn die Geschichten sind stets voller Verständnis und Offenheit. Ich konnte viel Neues für mich aus der Geschichte mitnehmen. Loveless konnte mich auf ganzer Linie überzeugen und ist für mich zu einem Jahreshighlight geworden.

Die Charaktere: Liebe! Diese haben mein Herz im Sturm erobert. Auch wenn ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte und sie ihre Ecken und Kanten hatten, so wurden sie dadurch nur umso authentischer und liebevoller. Georgia trifft im Laufe der Geschichte mehrere schlechte Entscheidungen auf dem Weg zur Selbstakzeptanz, doch wirklich böse konnte man ihr nie sein. Sie musste sich den daraus resultierenden Konsequenzen stellen und lernte aus den Folgen. Sie war eine facettenreiche Protagonistin, bei welcher ich sehr mitgefühlt habe. Ebenso überzeugen konnten mich ihre besten Freund:innen Pip und Jason. Sunil habe ich ebenfalls sehr ins Herz geschlossen. Doch meine Favoritin war definitiv Rooney, Georgias Mitbewohnerin. Sie hat in meinen Augen die größte Entwicklung durchgemacht und konnte mich jedes Mal aufs Neue überraschen.

Fazit: Ich habe tatsächlich nichts an dieser Geschichte auszusetzten und kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Über Asexualität und Aromantik wird noch immer zu wenig gesprochen, weswegen ich jeder:m diese Geschichte ans Herz legen möchte. Ich vergebe 5/5 Sternen.

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