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Veröffentlicht am 08.07.2025

Über Verlust und Akzeptanz

Inseltage mit Rosa
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Erste Gedanken: Bereits die Leseprobe zur Geschichte konnte mich auf den wenigen Seiten sehr berühren. Es ist so unglaublich wichtig, dass es immer mehr Kinderbücher mit schweren Themen gibt, damit sich ...

Erste Gedanken: Bereits die Leseprobe zur Geschichte konnte mich auf den wenigen Seiten sehr berühren. Es ist so unglaublich wichtig, dass es immer mehr Kinderbücher mit schweren Themen gibt, damit sich so viele Kinder wie möglich in Büchern gesehen fühlen. „Inseltage mit Rosa“ ist ein solches Buch, das sehr einfühlsam mit dem Thema Tod und Trauer umgeht und mich rührte.

Das Cover: Es zeigt die sehr innige Beziehung zwischen Rosa und Lila. Beide umarmen sich und bereits in der einen Szene spüre ich die Traurigkeit, die zwischen den beiden herrscht. Auch das Inselsetting wird bereits angedeutet.

Die Handlung: Von einem Tag auf den anderen wird Rosa aus Lilas Leben gerissen. Als sie dann auch noch für kurze Zeit bei ihrer Oma auf einer Schäreninsel unterkommen soll, weiß Rosa noch weniger etwas mit ihrer Zeit und ihren Gefühlen anzufangen. Nach einem Sturm hängen sie und ihre Oma auf der Insel fest und langsam breitet sich Sorge in ihr aus, ob sie noch jemand abholen wird. Doch dann begegnet ihr Rosa auf der Insel und Lila lernt, zu akzeptieren und vielleicht auch gehen zu lassen…

Meine Meinung: Diese Geschichte wurde mit ganz viel Fingerspitzengefühl geschrieben. In der Geschichte ist Platz für ganz viele Emotionen und so gibt es Szenen, die zum Lachen sind, aber auch viele nachdenkliche und traurige Momente. Ja, hier geht es um das Thema Tod, aber das Buch zieht nicht herunter. Stattdessen wird der Fokus viel mehr auf das Schätzen und Erinnern gesetzt. Der sehr bildliche und herzerwärmende Schreibstil führt dabei problemlos durch die Geschichte und lockert stets ein wenig auf, wenn es zwischendurch mal ein wenig trauriger wurde. Dennoch hätte ich mir teilweise noch mehr Rückblenden zu gemeinsamen Szenen zu Lila und Rosa gewünscht. Das starke Band zwischen den beiden habe ich durchaus gespürt, jedoch hatte ich mir davon noch ein wenig mehr gewünscht, um noch mehr Tiefe und Verbundenheit zu spüren zwischen den Freundinnen.

Die Charaktere: Anfangs erschien mir Lila wie eine Person, die ich stets aus der Ferne betrachtete. Doch je mehr die Geschichte voranschritt, desto mehr öffnete sich Lila ihrer Großmutter und auch den Lesenden. Sie ist eine sehr fantasievolle und emotionale Person, die ich gerne bei ihrer Entwicklung begleitet habe. Doch auch Mu – Lilas Oma – habe ich schnell ins Herz geschlossen mit ihrer humoristischen und mitfühlenden Art. Jedoch hat auch Mu eine tragische Geschichte, die mich sehr emotional gemacht hat.

Fazit: Eine eingehende und nachdenkliche Geschichte, die mich sehr berühren konnte und bestimmt einigen Kraft schenken wird, die Ähnliches wie Lila durchmachen müssen. Da ich mir noch mehr von Rosas und Lilas Freundschaft gewünscht hätte, vergebe ich hier 4/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Emotionaler Abschluss der Reihe

Leaving Was The Hardest Part (Hardest Part 3)
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Erste Gedanken: Mit dieser Reihe wurde einer talentierten Autorin eine Stimme geboten, die wir ganz dringend auf dem deutschen New-Adult-Markt brauchen! Female rage, BIPoC-Protagonstin:innen und Mental ...

Erste Gedanken: Mit dieser Reihe wurde einer talentierten Autorin eine Stimme geboten, die wir ganz dringend auf dem deutschen New-Adult-Markt brauchen! Female rage, BIPoC-Protagonstin:innen und Mental Health lassen sich in jedem Roman von Rabia finden und machen sie so wichtig!

Das Cover: Wie jedes Cover dieser Reihe einfach nur zauberhaft. Ich liebe die Blumen und auch die Hand, die diese behutsam umschließen. Wunderschön zarte Cover, von denen ich mir noch mehr wünsche!

Die Handlung: Nehir zieht für ihr Modedesignstudium nach Berlin. Damit erfüllt sich ihr größter Traum. Jedoch muss sie dafür zu ihrem Vater ziehen, der ihr fremd ist und zu dem sie kaum Kontakt hatte. Die Lage zwischen den beiden ist sehr angespannt und sie findet nur Ruhe in einem Töpfershop. So kommt es, dass sie irgendwann auf Atlas trifft, der ihr mit seiner perfekt charmanten Art auf die Nerven geht. Doch je öfter die beiden aufeinandertreffen, desto mehr fällt ihnen auf, wie viel sie doch miteinander verbindet…

Meine Meinung: Diesen Roman habe ich beinahe in einem Rutsch gelesen. Ich habe mitgefühlt, gegrinst und auch ein wenig geweint. Beim Lesen habe ich so unglaublich viel gefühlt, sodass sich der Abschluss zu meinem Lieblingsband entwickelt hat. Rabia hat ein großes Talent dafür, Szenen gefühlvoll und nahbar zu schreiben, sodass sich alles so unglaublich echt anfühlt. Ich bin wirklich begeistert und freue mich auf jedes weitere Werk der Autorin!

Die Charaktere: In anderen Rezensionen habe ich bereits gelesen, dass viele zwar Atlas sympathisch fanden; Nehir hingegen nicht. Ich empfinde das hingegen gar nicht so. Nehir ist einfach introvertierter, vertraut Menschen nicht sofort (aufgrund von Erfahrungen) und möchte am Ende des Tages (wie alle) einfach nur geliebt werden. Ich mochte ebenso ihre sehr schlagfertige Art und dass sie es Atlas nicht zu einfach machte. Letzterer konnte mich auch sehr von sich begeistern. Es war nicht immer einfach mit ihm, aber unter all der Wut und der harten Schale ist auch wieder nur ein Mensch, der zu wenig Liebe geschenkt bekam. Wie die beiden sich im Laufe des Buches gegenseitig unterstützen und aufbauen war so, so berührend!

Fazit: Ein absolut würdiger Abschluss, an den ich noch lange zurückdenken werde. Von mir gibt es hier 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Gespenstisch, geheimnisvoll und absolut empfehlenswert!

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Erste Gedanken: Ava Reid konnte mich bereits mit „Fable for the end of the world” restlos begeistern. Umso gespannter war ich auf ihr bekanntestes Werk, ...

Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Erste Gedanken: Ava Reid konnte mich bereits mit „Fable for the end of the world” restlos begeistern. Umso gespannter war ich auf ihr bekanntestes Werk, welches mit einem Dark-Academia-Setting beworben wurde – und ich wurde absolut nicht enttäuscht!

Das Cover: Es ist mysteriös und zeigt unsere Protagonistin Effy in dem geheimnisumwitterten Setting. Ich mag es unglaublich gerne.

Die Handlung: Effy möchte nichts lieber als Literatur zu studieren, jedoch ist es Frau in Llyr verboten. Daher studiert sie gezwungenermaßen Architektur und wird eines Tages bei einem Wettbewerb ausgewählt, die Villa ihres bereits toten Lieblingsautors zu renovieren. Dort angekommen fällt jedoch auf, dass Hiraeth Manor beinahe vom Meer eingenommen wurde und auch das Anwesen in katastrophalen Zustand ist. Und auch die Geschichten über den Elfenkönig, die vom Autor verfasst wurden, reißen von ihr nicht ab und verfolgen sie bis in ihre Träume. Als sie und der Literaturstudent Preston – der für eigene Unirecherchen ebenfalls dort unterkommt – auf ein dunkles Geheimnis stoßen, ist niemand auf Hiraeth Manor mehr sicher…

Meine Meinung: Es ist düster, es ist verwunschen, ein wenig romantisch – und ein Jahreshighlight für mich! Die gesamte Geschichte wird sehr ruhig erzählt und schwillt wie ein Crescendo an. Ich hatte die gesamte Zeit das Gefühl, als würde ich mit einer Kerze durch ein dunkles Anwesen bei Nacht laufen und an jeder Ecke ein neues Geheimnis aufdecken. Ava Reid gibt anfangs sehr wenige Hinweise auf den Fortlauf der Geschichte und erst nach und nach ergeben sich erste Erkenntnisse. Zudem ist es sehr düster und teilweise auch ein wenig gespenstisch – beinahe, als würde Ava Reid die Geschichte im Flüsterton erzählen. Auch Wochen später habe ich einzelne Szene noch gestochen scharf im Kopf, einfach weil die Autor:in so unglaublich bildlich schreibt. Auch die Gewichtung der Liebesgeschichte und dem eigentlichen Handlungsstrang empfand ich als sehr ausgewogen und kann einfach nur festhalten, dass diese Geschichte ein unglaubliches Geschenk ist.

Die Charaktere: Effy ist vermutlich eine Protagonistin, die nicht allen Leser:innen zusagt, ich jedoch sehr nachempfinden konnte. Sie mag anfangs ein wenig ängstlich wirken, aber je tiefer die Lesenden in die Geschichte abtauchen, desto mehr wird ihre Vergangenheit aufgedeckt und wie wirklich mit der einzigen Frau in einem Studiengang voll mit Männern umgegangen wird. Doch ihre Entwicklung mochte ich unglaublich gerne und hätte sie gerne zwischenzeitlich in den Arm genommen. Doch auch Preston mochte ich unglaublich gerne. Seine empathische und rücksichtsvolle Art wird zwar erst ein wenig später aufgedeckt, aber hat mir sehr zugesagt. Ebenso war ich überrascht, wie gut diese Geschichte funktionierte, obwohl hauptsächlich nur die beiden vorkamen.

Fazit: Eine Geschichte, die einen unglaublichen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich habe sie verschlungen und wünschte, ich könnte sie noch einmal das erste Mal lesen, so sehr vermisse ich bereits die Charaktere und das Setting. Ich vergebe hier 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Bitte noch mehr solcher Geschichten!

All the things (s)he said
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Erste Gedanken: Bereits der erschienene Roman „We fell in love in October“ (Anspielung auf Girl in Red) der Autorin konnte mich begeistern, weswegen ich dieses Buch direkt vorbestellen musste. Auch in ...

Erste Gedanken: Bereits der erschienene Roman „We fell in love in October“ (Anspielung auf Girl in Red) der Autorin konnte mich begeistern, weswegen ich dieses Buch direkt vorbestellen musste. Auch in diesem Fall ist der Buchtitel sehr kreativ und passend gewählt und ich finde die Anspielung auf den Song des Duos T.A.T.u. sehr gelungen.

Das Cover: In vielen Fällen gefällt mir der Illustrationsstil auf aktuellen Romanen nicht. In diesem Fall finde ich die Illustration der drei Hauptcharaktere jedoch sehr gelungen und mag vor allem die Komposition, wie die Charaktere angeordnet sind. Es ist beinahe ein wenig dramatisch mit dem wolkenverhangenen Hintergrund – mag ich sehr gerne!

Die Handlung: Nachdem Skye ihre langjährige Beziehung beendet und das erste Mal seit Langem single ist, stellt sich ihr die Frage, wer sie ohne Beziehung wirklich ist. Wann immer sie aus einer Trennung kam, war sie direkt in der nächsten Beziehung und nie für lange Zeit allein. Daher schließt sie mit sich selbst den Pakt für ein ganzes Jahr single zu bleiben, um sich selbst besser kennenzulernen. Doch als sie ihre Nachbar:innen Amir und Naima kennenlernt, gerät ihr Vorsatz ins Wanken…

Meine Meinung: Diese Geschichte beendete ich innerhalb weniger Tage. Inka Lindberg schreibt sehr nahbar und nachvollziehbar, wodurch ich nur durch die Seiten geflogen bin. Tatsächlich habe ich hier einen Wohlfühlroman erwartet (ist er auch bis zu einem gewissen Grad), aber Sykes Verzweiflung und Trostlosigkeit werden sehr eingehend geschildert, wodurch das Buch die gesamte Gefühlspalette bedient. Vor allem das Ende fand ich absolut passend und gelungen. Es ist nicht das typische Bilderbuchende, aber lässt genug Raum für Hoffnung und die eigene Interpretation übrig. Ich hätte mir kein passenderes vorstellen können! Dennoch muss ich sagen, dass mir Inkas vorheriger Roman ein wenig mehr zusagte und ich da noch etwas mehr mitfühlen konnte. Lisa und Karla konnten mich noch etwas mehr in den Bann ziehen und hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass das Buch an manchen Stellen noch etwas gekürzt werden könnte. Dennoch mochte ich es gerne und freue mich auf jede weitere Geschichte der Autorin.

Die Charaktere: Für mich das große Highlight des Romans – und das nicht einmal zwingend, weil ich sie in allen Facetten sympathisch fand. Syke, Naima und Amir haben sehr spitze Ecken und scharfe Kanten und ich fand es unglaublich erfrischend, keine „perfekten“ Charaktere zu haben, die alles direkt „richtig“ einschätzen und „richtig“ machen. Skyes Entwicklung fand ich unglaublich beeindruckend und hatte anfangs beim Lesen ein wenig Probleme mit ihr, doch das war bestimmt auch so intendiert. Schließlich krempelt sie ihr gesamtes Leben aus dem Nichts um und ihre fehlende Selbstständigkeit, die sie aus ihrer vorherigen Beziehung mitnimmt, ist nicht von heute auf morgen verschwunden. Auch Naima und Amir leisten sich einige Fehltritte im Laufe der Geschichte, die jedoch nie unkommentiert bleiben, sondern in Konsequenzen enden – und das fand ich sehr gut so! Dennoch habe ich sie alle sehr liebgewonnen und bin froh, wie viel Raum zur Entwicklung und Heilung allen Charakteren gegeben wurde.

Fazit: Eine gelungene Geschichte, von denen es auf dem Buchmarkt noch viel mehr geben sollte! Ich bin unglaublich dankbar, dass es durch Inka Lindberg auch queere (deutsche) Romane auf die Spiegel Bestseller Liste schaffen und viel Aufmerksamkeit bekommen! Bitte noch mehr davon! Ich vergebe hier 4/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Jahreshighlight!

Fable for the End of the World
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Erste Gedanken: Im Vorfeld habe ich eher gemischte Rezensionen zur Geschichte gelesen. Entweder sehr begeistert oder ein wenig enttäuscht (vor allem vom Ende). Nach Beenden des Buches bin ich jedoch unglaublich ...

Erste Gedanken: Im Vorfeld habe ich eher gemischte Rezensionen zur Geschichte gelesen. Entweder sehr begeistert oder ein wenig enttäuscht (vor allem vom Ende). Nach Beenden des Buches bin ich jedoch unglaublich froh, dass ich dennoch zum Roman gegriffen habe, denn sonst wäre mir eine sehr intensive, nachhallende und herzzerreißende Geschichte entgangen.

Das Cover: Es ist mystisch, sehr ernst und einfach nur wunderschön! Unsere Protagonistinnen Inesa und Melinoë sind darauf abgebildet und bereits hier lässt sich die Dynamik der beiden in der Geschichte erahnen. Melinoë, die über Inesa thront – die Jägerin, die das Lamm jagen und töten muss. Auf der anderen Seite haben wir Inesa, die dem Ganzen selbstbewusst ins Auge blickt und dennoch wirken die beiden vertraut und innig. Ich finde es unglaublich gelungen!

Die Handlung: Die Erde wie wir sie kenne gibt es nicht mehr. Alles ist verseucht, Kriege haben viele Teile unbewohnbar gemacht und ein ausbeutender Konzern regiert den Teil der Erde, auf dem Inesa mit ihrer Mutter und ihrem Bruder wohnt. Um abzuschrecken und Gewinn aus dem Leid anderer zu gewinnen, hat dieser Konzern einen Wettkampf ins Leben gerufen, bei dem „Lämmer“ (verschuldete Menschen) von „Engeln“ gejagt werden, mit dem Ziel diese zu töten. Inesas Verhältnis zu ihrer Mutter war schon immer schwierig, doch als ihre Mutter sich zu stark verschuldet, schickt sie anstelle von sich ihre Tochter in den Wettkampf, bei welchem sie schon bald Bekanntschaft mit ihren Engel Melinoë macht. Doch die beiden veranstalten nicht den üblichen Wettkampf…

Meine Meinung: Wo fange ich an? Ich bin begeistert! Ava Reid greift nicht nur aktuelle Themen auf, sondern verwebt diese geschickt in einem Katz-und-Maus-Spiel, was ich unglaublich spannend fand. Ich konnte die Geschichte kaum zur Seite legen und denke auch nach Beenden des Buches oft an die beiden zurück. Die Geschichte ist streckenweise unheimlich, ziemlich grausam, aber dennoch zieht sich durch das gesamte Buch Hoffnung, die bis zum Ende anhält. Ava Reid spricht jedoch auch die Gefahren und Ausbeutung von Minderjährigen an. Das gesamte Event wird live übertragen und alle Menschen haben Zugriff auf diesen andauernden Livestream. So kommt es, dass die Engel alle makellos normschön sein müssen und die Kameras zu keiner Sekunde ausgeschaltet werden – auch nicht in intimen Momenten. Hier wird gekonnt Kritik geäußert und auch mir wurde teilweise schlecht, wenn ich die schrecklich sexualisierenden Kommentare zu den minderjährigen Teilnehmerinnen lesen musste. In manchen Rezensionen wurde dem Buch angemerkt, dass es nicht genug in die Tiefe gehen würde. In meinen Augen kratzt die Geschichte jedoch nicht nur an der Oberfläche, sondern geht sehr tief. Hier wird so Vieles thematisiert, dass ich überrascht war, wir kurz das Buch am Ende war. Doch auch die Liebesgeschichte fand ich unglaublich bittersüß und schön. Ja, sie entwickelt sich mittendrin doch ein wenig schnell, nachdem alles sich sehr lange aufgebaut hat, aber ich habe unglaublich schnell mitgefühlt. Das Ende ist durchaus ein wenig kontrovers. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es auch mich emotional sehr mitgenommen hat. Doch die gesamte Welt, in der Inesa und Melinoë leben ist so grausam, dass kein Bilderbuchende gepasst hätte. Außerdem gibt es auch ein wenig Hoffnung.

Die Charaktere: Ava Reid schreibt nicht nur unglaublich bildlich und eingehend, sondern auch die Charaktere sind vielschichtig. Selten fand ich es so gelungen aus zwei verschiedenen Perspektiven zu lesen, wie in diesem Fall. Ich habe mitgelitten, merkte recht schnell, dass es bei den beiden kein eindeutiges Gut und Böse gab und mochte vor allem das Vertrauen und das Hoffnungsvolle, was beide in die Geschichte brachten. Obwohl alles um sie herum so grausam war, konnten Inesa und Melinoë für einige Augenblicke in ihrem eigenen Universum leben und ich war gerne ein Teil davon. In der englischen Special-Edition gibt es zudem eine Kurzgeschichte zu Inesas kleinem Bruder, die ich auch sehr gelungen fand, denn ihren Bruder mochte ich ebenfalls sehr gerne!

Fazit: Ich werde noch lange an diese Geschichte zurückdenken und habe mir auch noch weitere Bücher von Ava Reid geholt. Vielleicht habe ich hier eine neue Lieblingsautor:in gefunden. Von mir gibt es hier 5/5 Sternen und eine klare Lesempfehlung!

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