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Veröffentlicht am 02.04.2026

Zum Neuanfang nach Seppenrade

Tage des Wandels
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Im zweiten Teil der “Hof Kalmule-Reihe" mit dem Titel “Tage des Wandels” nimmt uns die Autorin Ulrike Renk wieder mit in das 16. Jahrhundert ins Münsterland.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich ...

Im zweiten Teil der “Hof Kalmule-Reihe" mit dem Titel “Tage des Wandels” nimmt uns die Autorin Ulrike Renk wieder mit in das 16. Jahrhundert ins Münsterland.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind glaubhaft und nachvollziehbar.

Die Autorin beschreibt das Leben der Menschen sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt. Das Leben auf dem Kalmule Hof nimmt in diesem Roman nur einen kleinen Teil ein, da die Protagonistin Eva den Hof verlässt, nachdem sie den Platz in der Erbfolge mit ihrem Zwillingsbruder Adam - nicht ganz freiwillig - getauscht hat und sich auf dem Hof ins Abseits gedrängt fühlt. Sie geht zu ihrer Patin nach Seppenrade und wird im dortigen Pfarrhaushalt Haushälterin. Nachdem es dort zu einem Wechsel kommt, begegnet sie dem neuen Pfarrer auf Augenhöhe und entwickelt nach und nach auch Gefühle für diesen. Aus dem “Opfer” Eva wird eine selbstbewusste junge Frau, die sich in Seppenrade gut einlebt und wegen ihrer Hilfsbereitschaft sehr geschätzt wird. Sie kämpft für ihre Liebe und erlebt eine Zeit mit Höhen und Tiefen.

Die Weiterentwicklung ihres Charakters ist der Autorin sehr gut gelungen.

Die zu dieser Zeit stattfindende Hexenverfolgung beschreibt die Autorin sachlich, ohne auf Einzelheiten der Folter, die zu entsprechenden Geständnissen führte, einzugehen.

In diesem Roman ist es Ulrike Renk besser gelungen, bei mir Emotionen zu wecken, so dass ich mich der Protagonistin nahe gefühlt und mit ihr gehofft und gebangt habe.

Die Geschichte ist in meinen Augen etwas langatmig und hätte an der einen oder anderen Stelle gekürzt werden können. Besonders gegen Ende liest sich der Roman wie ein Geschichtsbuch, wenn es um die Truppenbewegungen geht.

Gut gefallen hat mir das Personenverzeichnis am Ende des Buches sowie das Glossar. Schön wäre auch eine Karte gewesen, auf der die verschiedenen Orte verzeichnet sind, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein neuer Mordfall für Hulda Gold

Fräulein Gold: Nacht über der Havel
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Im nunmehr siebten Fall der Fräulein Gold-Reihe "Nacht über der Havel" nimmt uns die Autorin Anne Stern wieder mit nach Berlin, diesmal in das Jahr 1930 und lässt uns teilhaben am Leben der Hebamme Hulda ...

Im nunmehr siebten Fall der Fräulein Gold-Reihe "Nacht über der Havel" nimmt uns die Autorin Anne Stern wieder mit nach Berlin, diesmal in das Jahr 1930 und lässt uns teilhaben am Leben der Hebamme Hulda Gold und ihrer Freunde und Nachbarn. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr lesen. Die Hanndlungen der Protagonistin sind stimmig und nachvollziehbar Dieser Roman kann auch gelesen werden, wenn man die anderen Bücher nicht kennt. Zum besseren Verständnis würde ich jedoch mit dem ersten Teil beginnen.

Die Autorin fängt den Zeitgeist vorherragend ein. Sie schildert die Perspektivlosigkeit in Zeiten einer Wirtschaftskrise und die Gründe für das Erstarken des Nationalsozialismus und den Beginn des Antisemitismus authentisch.

An der Figur der Hebamme Hulda Gold schildert sie das Leben einer alleinerziehenden Frau und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Vorurteile. Diese ist in einer beruflichen Situation gefangen, die sie frustriert, der sie aber nicht entkommen kann, da sie für sich und ihr Kind sorgen muss und sich finanziell .nicht von anderen abhängig machen will. Immer wieder muss sie sich rechtfertigen und hat oft selbst das Gefühl, ihrem Kind, nicht vollumfänglich gerecht werden zu können.
Der neue Partner tut zwar alles, um ihr zu helfen, aber doch bleiben Zweifel, ob er der richtige Mann für sie ist. Auch er trägt Altlasten aus einer früheren Ehe mit sich herum.
Über ihn lernt sie eine Familie kennen und stolpert so in einen Mordfall. Im Rahmen ihrer "Ermittlungen" kommt sie in Kontakt mit der Hitler Jugend und deren fragwürdiger Rekrutierung neuer Mitglieder und die Einschüchterung anders denkender. Dieser Teil der Geschichte ist gut in den Roman eingebunden.
Mich hat die Autorin gut unterhalten und kann ich den Roman sehr empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Leben im 16. Jahrhundert nahe Münster

Am Fluss der Zeiten
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In ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt ...

In ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Teil der "Hof Kamule-Reihe". Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind glaubwürdig und nachvollzuehbar.
Die Autorin beschreibt völlig unaufgeregt das Leben einer Bauernfamilie im 16. Jahrhundert. Sie beleuchtet das Leben der Menschen, die nicht eigenständig über ihr Leben bestimmen können, da sie nicht frei sind, nicht einmal frei entscheiden können sie, wenn sie heiraten wollen. Ihr Leben ist geprägt durch harte Arbeit und dem Wohlwollen der Grundeigentümer, die nach Lust und Laune über sie verfügen.
Das Zusammenleben mehrerer Generationen auf einem Hof ist nicht immer einfach. Da sind die Alten die nicht loslassen können und die Jungen, die noch viel lernen müssen. Nicht jeder möchte Bauer sein, sieht aber keine Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen, da dafür das Geld fehlt und eigentlich auch jede helfende Hand auf den Hof benötigt wird.
Geschichtlich korrekt wedergegeben ist das nach der Reformation in Münster errichtete Täuferreich und dessen Zerfall.
Bei mir hat die Autorin wenig Emotionen geweckt, so dass ich mich den handelenden Personen nicht nahe gefühlt habe. Nur ein einziger Mal habe ich mit der Protagonistin so richtig mitgelitten. Insgesamt hat mir der Spannungsbogen gefehlt und die Charaktere haben sich nicht wirklich weiterentwickelt.
Die Geschichte ist für meinen Geschmack etwas in die Länge gezogen, da hätte das eine oder andere gekürzt werden können.
Mein Fazit: Der Autorin ist ein solider Roman gelungen, der mich aber nicht wirklich überzeugt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Berchtesgaden - Ein Teil deutscher Nachkriegsgeschichte

Berchtesgaden
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Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt ...



Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Leider ist er aber auch wenig bis völlig emotionslos, so dass ich zu den handelnden Personen keine Bindung aufbauen konnte,

Die Handlungen der Protagonisten sind in meinen Augen nicht immer stimmig und nachvollziehbar. Die Autorin hat zu viel gewollt und dabei den roten Faden aus den Augen verloren. Auch vermisse ich einen Spannungsbogen und eine Weiterentwicklung der Charaktere. Zum Teil liest sich der Roman wie ein Geschichtsbuch. Die wiedergegebenen geschichtlichen Ereignisse sind korrekt dargestellt. Den Zeitgeist hat die Autorin gut getroffen. Das reicht aber nicht für ein gutes Buch.

Interessant war es, die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet zu sehen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge, die leider nicht vertieft wurden und bei einigen habe ich mich gefragt: Was soll das?, ist die Tiefe komplett verloren gegangen. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich auf Sophie und ihre Familie zu konzentrieren, da war genug Potential.

Schön wäre es gewesen, ein Personenverzeichnis zu haben, da die im Buch vorkommenden Personen doch sehr zahlreich sind.

Schön gestaltet ist das Cover. Zeigt es doch eine Frau in Kleidung und Frisur im Stil der 40iger Jahr, die ihren Blick auf die Berchtisgadener Berge richtet.

Am Ende bleiben viele Fragen offen. Da hat sich die Autorin eine Tür für eine Fortsetzung offengelassen.

Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen. Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen.

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 28.10.2025

Irrungen und Wirrungen im Palais Heiligendamm

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
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Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie ...

Michaela Grünig nimmt uns im ersten Teil ihrer Heiligendamm-Trilogie mit dem Titel "Ein neuer Anfang" mit in das gleichnamige Palais in Doberan in das Jahr 1912 und lässt uns teilhaben am Leben der Hotelierfamilie Kuhlmann und ihrer Angestellten.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind stimmig und für die Zeit nachvollziehbar.
Besonders berührt haben mich die emotionalen Schilderungen über das Leben zu dieser Zeit. Frauen waren hauptsächlich schmückendes Beiwerk und wer etwas anderes wollte, hatte es nicht leicht und stieß auf Unverständnis und Ablehnung.. Das Festhalten an alten Konventionen führte dazu, dass das Leben von Menschen zerstört wurde. Auch die Schilderungen vom Leben während des ersten Weltkrieges sind der Autorin gut gelungen. Die Erlebnisse in den Schützengräben und das Leiden der Zivilbevölkerung in den Städten verleihen dem Roman eine gute Tiefe.
Der Autorin ist ein stimmiger historischer Familienroman gelungen der mich von der ersten. bis zur letzten Zeile gut unterhalten hat.
Das Cover ist schön gestaltet; es zeigt eine junge Frau in zeitgemäßer Kleidung auf der Seebrücke in Heiligendamm.

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