Der französische Hof zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Der Gesang des FalkenLea Gerstenberger nimmt uns in ihrem historischen Roman “Der Gesang des Falken” mit nach Frankreich in das 16. Jahrhundert und lässt uns teilhaben am Leben am Hof von König Francois.
Der Schreibstil ist ...
Lea Gerstenberger nimmt uns in ihrem historischen Roman “Der Gesang des Falken” mit nach Frankreich in das 16. Jahrhundert und lässt uns teilhaben am Leben am Hof von König Francois.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind für mich glaubwürdig und nachvollziehbar. Die Gefühle und Emotionen hat die Autorin authentische wiedergegegen. Vor unseren Augen entsteht das Bild der höfischen Gesellschaft, die allen Prunk entfaltet; doch nach einem Blick hinter die Kulissen wird schnell klar, dass hier auch Missgunst, Neid und Intrigen herrschen. Besonders gut gefallen haben mir Jean und Marcelle. Er der Sohn des Großfalkners und sie die nichteheliche Tochter es Großstallmeisters. Marcelle ist eine junge unkonventionelle Frau, die sich den am Hof herrschenden Regeln nur widerwillig unterwirft und in Jean einen wahren Freund findet. In der Engländerin, Anne Boleyn, Außenseiterin wie sie selbst, findet sie eine gute Freundin und Verbündete. Mit anderen Frauen am Hof versuchen Marcelle und Anne ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und das zu einer Zeit, in der die Männer sas Sagen hatten.
Der Klappentext auf der Rückseite des Buches könnte den Leser Glauben lassen, dass es sich bei diesem Roman in erster Linie um die Geschichte von Anne Boleyn handelt, was Mitnichten der Fall ist. Sie ist zwar die Freundin von Marcelle, aber auf keinen Fall die Hauptprotagonistin. Da könnten sich Leser getäuscht fühlen.
Der Autorin ist mit diesem Buch ein solider Roman gelungen. Nicht mehr und auch nicht weniger. Obwohl ich etwas anderes erwartet hatte, hat sie mich gut unterhalten.