Zum Neuanfang nach Seppenrade
Tage des WandelsIm zweiten Teil der “Hof Kalmule-Reihe" mit dem Titel “Tage des Wandels” nimmt uns die Autorin Ulrike Renk wieder mit in das 16. Jahrhundert ins Münsterland.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich ...
Im zweiten Teil der “Hof Kalmule-Reihe" mit dem Titel “Tage des Wandels” nimmt uns die Autorin Ulrike Renk wieder mit in das 16. Jahrhundert ins Münsterland.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind glaubhaft und nachvollziehbar.
Die Autorin beschreibt das Leben der Menschen sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt. Das Leben auf dem Kalmule Hof nimmt in diesem Roman nur einen kleinen Teil ein, da die Protagonistin Eva den Hof verlässt, nachdem sie den Platz in der Erbfolge mit ihrem Zwillingsbruder Adam - nicht ganz freiwillig - getauscht hat und sich auf dem Hof ins Abseits gedrängt fühlt. Sie geht zu ihrer Patin nach Seppenrade und wird im dortigen Pfarrhaushalt Haushälterin. Nachdem es dort zu einem Wechsel kommt, begegnet sie dem neuen Pfarrer auf Augenhöhe und entwickelt nach und nach auch Gefühle für diesen. Aus dem “Opfer” Eva wird eine selbstbewusste junge Frau, die sich in Seppenrade gut einlebt und wegen ihrer Hilfsbereitschaft sehr geschätzt wird. Sie kämpft für ihre Liebe und erlebt eine Zeit mit Höhen und Tiefen.
Die Weiterentwicklung ihres Charakters ist der Autorin sehr gut gelungen.
Die zu dieser Zeit stattfindende Hexenverfolgung beschreibt die Autorin sachlich, ohne auf Einzelheiten der Folter, die zu entsprechenden Geständnissen führte, einzugehen.
In diesem Roman ist es Ulrike Renk besser gelungen, bei mir Emotionen zu wecken, so dass ich mich der Protagonistin nahe gefühlt und mit ihr gehofft und gebangt habe.
Die Geschichte ist in meinen Augen etwas langatmig und hätte an der einen oder anderen Stelle gekürzt werden können. Besonders gegen Ende liest sich der Roman wie ein Geschichtsbuch, wenn es um die Truppenbewegungen geht.
Gut gefallen hat mir das Personenverzeichnis am Ende des Buches sowie das Glossar. Schön wäre auch eine Karte gewesen, auf der die verschiedenen Orte verzeichnet sind, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen.