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Veröffentlicht am 23.08.2025

dramatischer und einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und Selbstentfaltung, der die 1980er-Jahre als StudentIn in der DDR lebendig werden lässt.

Das Laute im Leisen
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Renée hat einen der begehrten Architektur-Studienplätze erhalten und freut sich, dass sie weit von zu Hause weg in Weimar studieren kann. Dort ist sie zunächst ernüchtert, als sie sich mit drei biederen ...

Renée hat einen der begehrten Architektur-Studienplätze erhalten und freut sich, dass sie weit von zu Hause weg in Weimar studieren kann. Dort ist sie zunächst ernüchtert, als sie sich mit drei biederen Sächsinnen ein Zimmer teilen muss, lernt jedoch ihre Kommilitonin Uta kennen, die mutig und unkonventionell ist, gerne im Mittelpunkt steht und nichts auf die Meinung anderer gibt.
Renée ist fasziniert von Uta und lässt sich komplett von ihr vereinnahmen. Der Wunsch nach einer Freundschaft zu ihr lässt sie komplett blind dafür werden, dass Uta selektiv ist und es ihr auch Renée gegenüber an Ehrlichkeit und Loyalität mangelt. Obwohl Renée mehrfach von Uta verletzt wird, macht sie sich Sorgen um ihre Freundin, die etwas vor ihr zu verbergen scheint, das ursächlich für ihr unberechenbares Verhalten sein könnte.

Der Roman wird aus der Perspektive von Renée geschildert und handelt einerseits von der Freundschaft der beiden ungleichen jungen Frauen und gibt andererseits lebendige Einblicke in das Studentenleben in der DDR zu Beginn der 1980er-Jahre.

Renée erscheint im Umgang mit Uta naiv und lässt sich zu viel gefallen. Sie ordnet sich Uta unter und verhält sich vorsichtig aus Angst sie zu verärgern. Streits enden in Schweigen, Aussprachen finden nicht statt. Eine Wut über das Betragen Utas weicht zunehmend Sorge, denn Uta verhält sich nicht nur übermütig, sondern gefährlich.

Neben der spannungsgeladenen Freundschaft ist der Alltag als Student und Studentin lebendig dargestellt. Man begleitet Renée über mehrere Semester, die nicht nur das praxisorientierte Studium, sondern auch Exkursionen sowie die Verpflichtungen als DDR-BürgerIn wie eine Schulung zur Zivilverteidigung umfassen. Der Zeitgeist der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre ist spürbar, auch wenn die Merkmale der autoritären Herrschaft der SED-Diktatur und die damit verbundenen Einschränkungen nicht in ihrer vollen Tragweite in Erscheinung treten.

Deutlicher wird, was Uta fehlt und wie belastend ihr Schicksal für sie und ihre Umgebung ist. Dabei erscheint fraglich, wie viel eine Freundschaft aushalten kann und ob ihr Ende nicht unausweichlich ist.
"Das Laute im Leisen" ist ein dramatischer und einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und Selbstentfaltung, der die 1980er-Jahre als StudentIn in der DDR lebendig werden lässt.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Gibt es die ewige Liebe? Turbulenter Roadtrip mit zwei wenig überzeugenden Liebesgeschichten

Maybe this is how it starts
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Millies Freundin Rose ist im Alter von 98 Jahren gestorben, ohne ihre erste große Liebe jemals wiedergesehen zu haben. Millie möchte ihr Versprechen einlösen und Elsie zusammen mit Briefen und drei Löffeln ...

Millies Freundin Rose ist im Alter von 98 Jahren gestorben, ohne ihre erste große Liebe jemals wiedergesehen zu haben. Millie möchte ihr Versprechen einlösen und Elsie zusammen mit Briefen und drei Löffeln Asche von Rose besuchen, um ihr zu sagen, dass sie sie ein Leben lang nicht vergessen hat. Doch Millies Flug nach Miami wird gestrichen und die Zeit drängt, denn Elsie ist 101 Jahre alt und in einem Hospiz in Key West untergebracht.
Auch Hollis Hollenbeck, den Millie flüchtig kennt, sitzt am Flughafen fest und bietet Millie an, sie mit dem Auto mitzunehmen, bevor sie sich einem Fremden anvertraut. Zusammen unternehmen sie einen turbulenten Roadtrip, denn nicht nur ihre Charaktere sind völlig unterschiedlich, auch wird ihre Reise von der ein oder anderen Panne begleitet, wobei die zwei sich unaufhaltsam näher kommen.

"Maybe this is how it starts" ist eine Liebesgeschichte, die sich erwartbar entwickelt und dabei in typischerweise mit den Tropen "Grumpy meets Sunshine", "Opposite Attract" und "Forced Proximity" spielt. Ex-Kinderstar Millicent Watts-Cohen und der Schriftsteller Hollis Hollenbeck begeben sich aufgrund einer Computerpanne zunächst widerwillig auf eine gemeinsame Fahrt von DC nach Florida, um schon bald zu merken, wie sehr sie einander körperlich anziehen.

Rose und Elsie haben sich 1944 in Key West während ihres Einsatzes für die Armee kennengelernt und sich in einander verliebt, es jedoch nicht gewagt, ihre offen Liebe zu leben. Durch ein Missverständnis endgültig getrennt, ist es Millie, die über 70 Jahre später herausfindet, dass Elsie noch am Leben ist.

Der Roman konzentriert sich im Wesentlichen auf Millie und Hollis, die auf ihrer aberwitzigen Reise schon bald das Bett teilen und nicht die Finger voneinander lassen können. Die Charakterzeichnung wirkt dabei wenig glaubwürdig, lässt sich Romantikerin Millie doch ohne zu zögern auf eine vermeintlich unverbindliche Bettgeschichte ein, während Hollis, der nicht an die Liebe glaubt, zärtliche Gefühle für Millie entwickelt und alles dafür gibt, dass sie ihr Ziel erreicht. Beide Hauptfiguren sind auf ihre Weise nervtötend. Plappermaul Millie verhält sich peinlich, ist hysterisch und überdreht und wurde nicht umsonst von Rose als "albernes Huhn" bezeichnet. Der vorgeblich zynische Schriftsteller ist hingegen ein überfürsorglicher Reisegefährte mit gewissen Vorzügen, der am Ende die rosarote Brille auf hat.

Letztlich kann keine der beiden Liebesgeschichten überzeugen. Rose und Elsies Geschichte wird auf nur wenigen Seiten abgehandelt, so dass man von beiden Frauen keine Vorstellung erhält, geschweige denn aktiv miterlebt, wie sich ihre Leben entwickelt haben. Stattdessen steht die Reise mit Pannen und skurrilen Begegnungen im Vordergrund, die ihre peinlichen Höhepunkte in wimmernden und knurrenden Bettszenen hat.

Der Roman um die Frage, ob es die ewige Liebe gibt, ist unterhaltsam, aber wenig überraschend und weitaus weniger charmant und originell, als gedacht.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Noch spannender als Band 1 - Spektakuläre Serienmorde lassen die Ermittler genauso wenig ruhen wie die Dämonen der Vergangenheit

Schwüre, die wir brechen
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In Malmö ist ein Serientäter am Werk, der seine Opfer wie ägyptische Totengötter in Szene setzt und mit Hieroglyphen rätselhafte Botschaften hinterlässt. Kommissar Nordh nimmt nur widerwillig zusammen ...

In Malmö ist ein Serientäter am Werk, der seine Opfer wie ägyptische Totengötter in Szene setzt und mit Hieroglyphen rätselhafte Botschaften hinterlässt. Kommissar Nordh nimmt nur widerwillig zusammen mit seiner jüngeren Kollegin Svea Karhuu die Ermittlungen auf, nachdem er sich erneut auf einen Deal mit seiner Vorgesetzten eingelassen hat. Nach Nordhs Empfinden handelt es sich beim Täter um einen Psychopath, was die Ermittlungen nicht nur aufgrund des zu befürchtenden Medieninteresses vor Herausforderungen stellt.
Als eine Jugendliche entführt wird und ein Bekennerschreiben eingeht, spekuliert die Presse, dass es sich um einen militanten Ökoterroristen handelt. Nordh gerät weiter unter Druck, aber nach einem dritten Todesopfer können die Hieroglyphen entschlüsselt werden und verdichten die Hinweise auf einen Täter, der zum erstellten Profil passt.

"Schwüre, die wir brechen" ist nach "Tode, die wir sterben" der zweite Band von "Tatort Malmö" des schwedisch-deutschen AutorInnen-Duos.
Der Fall mit den bizarren Leichenfunden handelt zehn Monate nach Band 1 und ist wieder wechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Jon Nordh und Svea Karhuu geschrieben.
Zum Verständnis ist ein Vorwissen aus dem Auftaktband nicht unbedingt notwendig, denn die Charaktere mit ihrer jeweils belastenden Vergangenheit werden ausreichend eingeführt. Nordh ist weiterhin dabei, seinen persönlichsten Fall um den rätselhaften Unfalltod seiner Ehefrau aufzuklären, während Svea aufgrund der Tatsache, dass sie in einem Undercover-Einsatz in Notwehr einen Kollegen getötet hat, bedroht wird.

Der Krimi liest sich aufgrund der Rückblenden in die Vergangenheit Ende 1970er bis in die 1980er-Jahre, die Hinweise auf den Täter geben und die brutale Vorgehensweise und spektakuläre Inszenierung der Leichen wie ein Thriller.
Durch immer neue Hinweise und die schnell aufeinanderfolgenden Morde ist der Roman dynamisch und hält Ermittler wie Leser in Atem. Der Bezug zum alten Ägypten, zur ägyptischen Mythologie und die Interpretation der Bedeutung für den Fall ist zunächst rätselhaft, aber klug und originell gewählt.
Darüber hinaus ist die klassische Ermittlerarbeit authentisch dargestellt und gibt mit dem Kompetenzgerangel und Profilierungsneigung mancher Figur einen sehr guten Einblick in die Strukturen der Sicherheitsbehörden.
Wie auch in Band 1 ergänzen sich der verbitterte Witwer und erfahrene Kommissar Nordh und die strafversetzte, instinktgesteuerte Kommissarin Karhuu mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten, Ansichten und Erfahrungswerten perfekt und sind als Team inzwischen gelungen zusammengewachsen. Trotz ihrer Unterschiede gleichen sie sich in ihrem Mut und Kampfgeist - und weichen mit ihren Alleingängen schon einmal von den Formalien ab.

Auch wenn die/ der LeserIn durch die Rückblenden einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern hat und frühzeitig klar ist, dass der Täter von seiner Vergangenheit geprägt ist und ein sehr persönliches Motiv bei seinen Morden verfolgt, ist der Roman ohne Längen durchgehend spannend und aufgrund der besseren Nachvollziehbarkeit der Zusammenhänge der einzelnen Spuren und Aufklärung der Taten noch eine Steigerung zu dem ersten gemeinsamen Fall.
Die Dämonen der Vergangenheit lassen die beiden Hauptfiguren nicht ruhen, nehmen in Band 2 spektakuläre Wendungen, sind aber noch längst nicht zufriedenstellend aufgeklärt. Nicht nur deshalb bin ich jetzt schon sehr gespannt auf Band 3 "Opfer, die wir bringen", der voraussichtlich im Herbst 2026 erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Neben all der Wut, Gewalt und negativen Gefühlen eine Mut machende Geschichte über Befreiung, Selbstbehauptung und Frauensolidarität

Die Wut, die bleibt
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"Haben wir kein Salz?" Helene, Mutter dreier Kinder und Ehefrau von Johannes, die das Abendessen wie jeden Tag zubereitet hat, steht nicht auf, um das Salz zu holen. Sie steht auf, betritt den Balkon und ...

"Haben wir kein Salz?" Helene, Mutter dreier Kinder und Ehefrau von Johannes, die das Abendessen wie jeden Tag zubereitet hat, steht nicht auf, um das Salz zu holen. Sie steht auf, betritt den Balkon und stürzt sich aus dem fünften Stock des Mehrfamilienhauses in Salzburg zwölf Meter in die Tiefe. Übrig bleiben Schock, Hilflosigkeit, Trauer und Wut.
Helenes beste Freundin Sarah ist freiberufliche Schriftstellerin und unterstützt die Familie nach dem Tod ihrer Freundin, wo sie kann. Sie zieht sogar zeitweise in die Wohnung ein, um die Lücke zu füllen, die Helene hinterlassen hat. Schließlich kann sie von zu Hause aus arbeiten und Johannes muss als Ernährer der Familie zur Arbeit. Sarah fällt in die Rolle der Hausfrau und Mutter und spürt bald, was Helene belastet haben muss.
Helenes 15-jährige Tochter Lola spürt hingegen eine immer größere Wut - auf ihre Eltern, die sie im Stich gelassen haben und das patriarchale System, gegen das sie rebelliert und das sie für den Suizid ihrer Mutter verantwortlich macht.

Der Roman wird nach dem Tod von Helene abwechselnd aus der Perspektive ihrer besten Freundin Sarah und ihrer 15-jährigen Tochter Lola erzählt. Beide Sichtweisen wecken auf ihre Art Emotionen und es fällt leicht, sich in die Figuren und das, was sie antreibt, hineinzuversetzen - auch wenn man ihr Verhalten nicht immer gutheißen kann.

Sarah hat Helene einerseits um ihre Familie beneidet, andererseits wollte sie nie so leben und hat ihre Unabhängigkeit stets genossen. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie die Not Helenes nicht erkannt hat und versucht ihre Schuldgefühle zu kompensieren, indem sie für ihre Kinder da ist. Sie krempelt ihr Leben um und hinterfragt die Beziehung zu ihrem Freund Leon, der sich in ihr Haus eingenistet hat, aber nicht für sie da ist und kein ernsthaftes Interesse an einer tiefer gehenden Beziehung zu haben scheint.

Lola missfiel die häusliche Rolle, in die sich ihre Mutter hat drängen lassen und kämpft aktiv gegen alles an, was typisch weiblich sein soll. Bislang hat sie nur verbal für ein starkes Frauenbild und Gleichberechtigung gekämpft. Nun macht sie dies auch körperlich und steigert sich zusammen mit neuen Freundinnen in einen regelrechten Männerhass hinein.

Trotz des Todes, mit dem alles anfängt, ist das Buch weniger eine Geschichte über Trauer, als vielmehr ein Roman über die andauernde Ungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, verfestigte Rollenbilder und den Kampf dagegen.
Die Ausgangssituation ist realistisch dargestellt und die Lage der Frauen wird durch die Pandemie noch verschärft. Wie verzweifelt und hilflos muss sich Helene gefühlt haben, um diesen Schritt zu gehen? Erschreckend irritierend ist, dass Sarah Helenes Rolle eins zu eins zu übernehmen scheint und sich klaglos um Kinder und Haushalt kümmert, während Helenes Ehemann ihre Hilfe selbstverständlich annimmt und ihr die Erziehung seiner Kinder überlässt. Irritierend ist zudem, in welche Spirale der Gewalt Lola gerät, indem sie die Rolle eines Racheengels für alle benachteiligten Frauen einnimmt. Beide Positionen sind extrem, wie auch die Passivität und Gleichgültigkeit der Männer in dem Roman, aber genau das provoziert und stimmt nachdenklich.

"Die Wut, die bleibt" ist keine feministische Kampfschrift, sondern stellt - wenn auch einseitig und überspitzt - dar, dass die Care-Arbeit klassisch den Frauen überlassen wird, ob sie wollen oder nicht. Gewalt gegen Frauen ist ein Tabu, gegen das brutal aufbegehrt wird. Dass Frauen sich hier nur mit dem Mittel der Selbstjustiz zu helfen wissen, ist dramatisch. Die Botschaft, dass sich Frauen viel mehr wehren müssen, laut sein müssen und wütend sein dürfen, wird deutlich. Neben all der Wut, Gewalt und den negativen Gefühlen ist der Roman jedoch auch eine Mut machende Geschichte über Befreiung, Selbstbehauptung und Frauensolidarität.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Geschichte über eine Außenseiterin, die durch das Tauchen einen Weg zurück ins Leben findet - ermutigendes Buch vor dem Hintergrund des Zeitgeists der 1950er-Jahre

Miss Taylor, das Wasser und die Liebe
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Milla Taylor lebt mit 26 Jahren ein zurückgezogenes Leben in Cambridge und arbeitet in einem Museum als Nachtwächterin. Als die Vergangenheit sie einholt und sie daraufhin ihre Anstellung verliert, ist ...

Milla Taylor lebt mit 26 Jahren ein zurückgezogenes Leben in Cambridge und arbeitet in einem Museum als Nachtwächterin. Als die Vergangenheit sie einholt und sie daraufhin ihre Anstellung verliert, ist sie perspektivlos und steht vor dem wirtschaftlichen Ruin. Durch ihren einzigen Freund Jack aus Kindertagen lernt sie auf einer Silvesterparty 1950/ 1951 den ehemaligen Taucher Monty kennen. Er animiert Milla zu ihrem ersten Tauchgang, der sie von der Unterwasserwelt fasziniert. Im Wasser kann sie die Welt um sich herum ausblenden und alle Sorgen vergessen.
Als sie die Chance ergreift an einer archäologischen Expedition der Universität teilzunehmen und als Zeichnerin eine Gruppe von Frauen unter der Anleitung der Professorin Lawson nach Yucatán reist, ist es Milla, die auf einem Tauchgang endlich für ein Erfolgserlebnis sorgt.

Milla hat als Vollwaise viel durchgemacht und ist vom Ruf ihres Vaters als Wirtschaftsverbrecher belastet. Bis auf ihren langjährigen Freund Jack hat sie niemanden, der ihr nahe steht oder dem sie vertraut. Sie führt ein einsames Leben, was sich durch den Verlust ihrer Anstellung noch verschärft. Durch ein Handicap hat sie wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und schafft es nur durch ihr künstlerisches Talent die Universitätsprofessorin von sich zu überzeugen.

Durch die Begegnung mit Monty und die Reise nach Yucatán wird ihre Sehnsucht nach dem Gefühl des Freiseins im Wasser geweckt und noch verstärkt. Unter Wasser ist Milla von der Stille eingenommen und auch die Stimmen in ihrem Kopf geben Ruhe. Die Liebe zum Tauchen führt zu Reisen um die Welt und am Ende auch zu sich selbst, wobei unerwartet Erinnerungen in ihr geweckt werden, die sie mit der Vergangenheit versöhnen.

Milla ist eine eigensinnige junge Frau, die zu unrecht ausgegrenzt wird. Sie hat sich jedoch mit ihrer Einsamkeit arrangiert und möchte ihre Unabhängigkeit bewahren. Sie ist ihrer Zeit damit voraus, was im weiteren Verlauf der Handlung bedeutsam wird, als sie mit ausgerechnet mit dem Verrat einer Frau konfrontiert wird.
Trotz ihrer Unerfahrenheit und ihres Wunsches nach Unabhängigkeit entwickelt sie zarte Gefühle für einen Mann, als sie Montgomery Chester kennenlernt, der seine Leidenschaft für das Tauchen nicht mehr ausüben kann und sich ebenso wie sie zurückgezogen hat. Vordergründig ist jedoch das Element Wasser und der Friede, den Milla darin findet. Ihre Sehnsucht und ihr Talent führen zu abenteuerlichen Reisen, die sie nach Mexiko, Frankreich und Griechenland führen.

Es ist die Geschichte über eine Außenseiterin, die durch das Tauchen einen Weg zurück ins Leben findet, neuen Mut und Selbstbewusstsein entwickelt und verdiente Anerkennung erhält. Es ist ein ermutigendes, hoffnungsvolles Buch vor dem Hintergrund des Zeitgeists der 1950er-Jahre, das von realen Personen inspiriert ist und eine Hommage an die unberührte Natur ist, die Magisches bergen kann.

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