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Veröffentlicht am 21.05.2018

Neuanfang nach Scheidung und das Ankommen in einer Nachbarschaft ohne Chance auf sozialen Rückzug

Ein halbes Jahr zum Glück
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Als Markie sich von ihrem unzuverlässigen Ehemann Kyle trennt, zieht sie mit ihrem 14-jährigen Sohn Jesse in ein Bungalow in eine nicht ganz so exklusive Gegend, als die, die sie bisher - auch durch die ...

Als Markie sich von ihrem unzuverlässigen Ehemann Kyle trennt, zieht sie mit ihrem 14-jährigen Sohn Jesse in ein Bungalow in eine nicht ganz so exklusive Gegend, als die, die sie bisher - auch durch die finanzielle Unterstützung ihrer gut situierten Eltern - gewohnt war. Schon beim Einzug werden die beiden von 85-jährigen Nachbarin Mrs Saint in Beschlag genommen, die sich in den Vordergrund drängt und großzügig die Hilfe ihrer Hausangestellten anbietet, sich damit jedoch auch hemmungslos in Markies Angelegenheiten einmischt.

Markie hatte eigentlich geplant, sich in dem Bungalow zurückzuziehen, einen Heimarbeitsplatz anzunehmen und möglichst wenig mit anderen Menschen zutun zu haben. Auch das Verhältnis zu ihrem Sohn ist sehr unterkühlt. Er gibt ihr die schuld an der Trennung von seinem Vater und zieht sich seinerseits in sein Zimmer im Keller zurück, wo er sogar seine Mahlzeiten einnimmt und die Zeit mit Videospielen verbringt. Erst als Jesse auf die schiefe Bahn zu geraten droht, nimmt Markie zunächst widerwillig Mrs Saints Hilfe an, ist jedoch weiterhin genervt von deren Bevormundung , ihren neugierigen Fragen und ihrem geheimniskrämerischen Verhalten.

Nach und nach nähern sich die ungleichen Nachbarn an und können auch die Geheimnisse um Mrs Saint und ihre Angestellten gelüftet werden, die Mrs Saint zu Markies Entsetzen als "Mängelexemplare" bezeichnet.

Ein halbes Jahr wollte sich Markie in den angemieteten Bungalow zurückziehen, ihre Wunden lecken und möglichst wenig soziale Kontakte pflegen. Sie hat allerdings nicht mit ihrer resoluten Nachbarin gerechnet, die sich penetrant in Markies Leben drängt und sich hemmungslos in ihren Alltag und die Erziehung ihres Sohnes einmischt.
Mrs Saint wird ihrem Namen gerecht und tritt als Wohltäterin in Erscheinung, die Menschen in ihrem Haushalt engagiert, die allein hilflos erscheinen, und die Aufgaben von Mrs Saint für alle ersichtlich nur unzufriedenstellend erledigen können.

Die Motive von Mrs Saint sind über weite Strecken des Romans völlig unklar, weshalb die ältere Dame regelrecht als Nervensäge erscheint. Man kann Markie durchaus verstehen, dass dies dein Impuls in ihr auslöst, sich noch weiter zurückzuziehen. Für ihren Umgang mit ihrem Sohn Jesse, dem sie alle Freiheiten lässt, sie aber kaum ein Wort miteinander wechseln, konnte ich allerdings kein Verständnis aufbringen.
Und auch Jesse verhielt sich nicht so, wie man es von einem Teenager erwarten könnte. Einerseits zieht er sich zurück und sitzt am liebsten mit Pizza allein vor dem Fernseher, andererseits ist er sehr offen gegenüber älteren Menschen, hört sich interessiert deren Geschichten über den Zweiten Weltkrieg an, nimmt seiner Mutter die unliebsamen Telefonate mit ihren Eltern ab, engagiert sich hochmotiviert in seinen Nebenjobs und kümmert sich dabei rührend um das neunjährige Mädchen Lola, die Tochter einer der Angestellten von Mrs Saint. Sein Verhalten und auch das von Mrs Saint fand ich zu überzogen dargestellt, der Roman liest sich damit etwas märchenhaft.

Anders als erwartet nutzt Markie den Umzug in ihr neues Heim nicht für einen Neuanfang als Single und dafür, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn zu verbessern, sondern bemitleidet sich in erster Linie selbst für ihr Schicksal. Diesbezüglich findet während des gesamten Romans keine Entwicklung ihrer Person statt. Als Leser fragt man sich deshalb verstärkt, was es mit Mrs Saint und ihren "Mängelexemplaren" auf sich hat und wird dabei lange im Unklaren gelassen, bis sich am Schluss die Geheimnisse lüften.
Neuanfang, Nachbarschaftshilfe, Toleranz gegenüber benachteiligten Menschen - irgendwie wusste ich nie so genau, worin die Intension des Romans liegen sollte.

Der dramatische Schluss, in Zuge dessen die Vergangenheit von Mrs Saint erläutert wird und man eine Ahnung davon bekommt, warum sie sich einerseits so fürsorglich, andererseits aber auch so gebieterisch verhält, war für mich sehr überraschend, da er überhaupt keinen Bezug zum Rest des Romans hatte. Das letzte Viertel von "Ein halbes Jahr zum Glück" hätte eine ganz eigene Geschichte um Angeline Saint ergeben können. Ich fand Mrs Saints Hintergrund durchaus interessant, so ans Ende gesetzt war ihre Familiengeschichte jedoch deplatziert und für mich als Erklärung für den Umgang mit ihren "Mängelexemplaren" und für den Bruch mit ihrer Familie nicht ausreichend, um ihr überzogenes Verhalten zu rechtfertigen.
Das Ende wirkte so konstruiert, dass ich den Eindruck hatte, dass die Autorin selbst den roten Faden ihres Romans verloren hatte.

Veröffentlicht am 19.05.2018

Zwei ungleiche Schwestern auf der Suche nach ihren Wurzeln - am Ende mit mehr (ungelösten) Problemen und Drama als nötig

Der Sommer der Dünenrosen
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Marin Bishop wird ihre Anstellung in einer renommierten Anwaltskanzlei in New York gekündigt, nachdem ihre Beziehung zu einem ihrer Vorgesetzten aufgedeckt wurde. Kurz zuvor hatte sie die Verlobung von ...

Marin Bishop wird ihre Anstellung in einer renommierten Anwaltskanzlei in New York gekündigt, nachdem ihre Beziehung zu einem ihrer Vorgesetzten aufgedeckt wurde. Kurz zuvor hatte sie die Verlobung von ihrem langjährigen Freund gelöst und von ihren Eltern erfahren, dass diese sich aufgrund einer Affäre ihres Vaters scheiden lassen. Als sich dann auch noch Unstimmigkeiten aufgrund eines DNA-Tests im Hinblick auf ihre Abstammung ergeben und sie von einer jungen Frau aus Kalifornien kontaktiert wird, die behauptet, ihre Halbschwester zu sein, scheint Marins gesamtes Leben in Trümmern zu liegen. Die Halbschwester Rachel, die selbst erst herausgefunden hatte, wer ihr Vater ist und dessen Familie sie besuchen möchte, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren, überredet Marin mit ihr nach Cape Cod zu fahren, um die gemeinsame Großmutter Amelia, die dort eine Pension betreibt, zu besuchen. Kurzerhand fährt auch Marins Mutter mit, von der Marin schwer enttäuscht ist, da sie ihr Leben lang von ihr belogen wurde und sie sich auch weiterhin hinsichtlich der Vaterschaft in Schweigen hüllt.

Während Rachel neugierig auf ihre "neue" Familie ist und sich in Cape Cod sehr aufgeschlossen zeigt, zieht sich Marin sehr zurück und trauert vor allem ihrer Affäre Julian hinterher, der selbst seinen Job verloren hat und Abstand von ihr wollte. Sie ist genervt von ihrer Mutter, versucht aber auch nicht, ihre Großmutter kennenzulernen. Rachel sucht zwar den Kontakt zu Amelia und guckt sich Fotos von ihrem verstorbenen Vater an, aber mir fehlte dennoch ein Gefühl dafür, dass die beiden Halbschwester tatsächlich vor Ort sind, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren, was der Grund ihrer Reise war. Stattdessen kommen so viele weitere Probleme vor allem auf Marin, aber auch auf Amelia und Kelly, die zusammen mit ihr die Pension betreibt, zu, so dass der Roman viel zu überladen wird.
Das Eheaus von Marins Eltern und auch die Suche nach ihrer eigenen Identität gerät völlig in den Hintergrund, stattdessen kommen andere Konflikte und Schwierigkeiten wie die Eifersucht zwischen den Schwestern, Neid, Missgunst und Erbstreitigkeiten sowie eine ungewollte Schwangerschaft und eine Krebserkrankung zutage.

Ich hätte mir gewünscht, wenn die Autorin sich auf einige wenige Themen fokussiert hätte und diese vertieft hätte, statt so viele Probleme und Schicksalsschläge in eine Familie und einen Roman zu packen.

Zudem wechseln die Perspektiven so übergangslos innerhalb der Kapitel, dass mich der Roman immer wieder kurzzeitig verwirrte, insbesondere dann, wenn auch noch Rückblenden in die Vergangenheit erfolgten. Dass letztlich die ganze zusammengewürfelte Familie den Sommer in Provincetown verbrachte und ihren eigentlichen Leben den Rücken kehrten, ohne dass sich die Beteiligten aktiv bemühten, sich tatsächlich kennenzulernen, in dem sie über Vergangenes sprachen, empfand ich nicht wirklich realistisch. Mir blieben am Ende einfach zu viele Fragen offen und Konflikte ungelöst.

Veröffentlicht am 18.05.2018

Zum besseren Verständnis sollte man "Sturmhöhe" gelesen haben - so packte mich Roberts Suche nach Alicia nicht

Alicia verschwindet
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Alicia und Robert sind seit zehn Jahren Freunde. Als Robert kurz vor der Verlobung mit seiner Freundin Rovena steht, ist Alicia plötzlich verschwunden. In ihrer Wohnung hinterlässt sie offenbar absichtlich ...

Alicia und Robert sind seit zehn Jahren Freunde. Als Robert kurz vor der Verlobung mit seiner Freundin Rovena steht, ist Alicia plötzlich verschwunden. In ihrer Wohnung hinterlässt sie offenbar absichtlich ihren Lieblingsroman "Sturmhöhe" von Emily Bronte. Robert begibt sich daraufhin in Sorge auf die Suche nach ihr und erhält von Personen, die er nach Alicia fragt, weitere Hinweise in Form von drei Fotos. Die Suche Roberts wird zu einer Art Schnitzeljagd, die ihn durch England führt.

Der Roman ist ungewöhnlich aufgebaut, indem Robert seine Suche nach Alicia, die ihm so viele Rätsel aufgibt, an einem Abend einem "Doktor" erzählt, aus dessen Ich-Perspektive der Roman verfasst ist. Robert gehört der englischen Upperclass an, was sich auch in seiner Sprache niederschlägt. Anfangs fand ich den Schreibstil in Form einer Nacherzählung der Ereignisse befremdlich. Er wurde für mich erst aufschlussreich, als auch Alicia ihre Sicht der Geschichte dem "Doktor" erzählte.

"Alicia verschwindet" ist ein kurzer, schnell zu lesender Roman über die Liebe und welche Tricks von Nöten sein können, um dem Schicksal bzw. Liebesglück etwas auf die Sprünge zu helfen. Robert begibt sich nicht nur auf eine spielerisch von Alicia initiierte Suche nach seiner Freundin, deren Verschwinden er sich nicht erklären kann, sondern gelangt auch durch die Gespräche mit "Doktor" zu für ihn überraschenden Erkenntnissen über sich selbst und seine Beziehungen.

Der Roman ist originell, jedoch für Leser, die sich nicht unbedingt mit klassischer englischer Literatur auskennen und Romane von Edgar Allan Poe und insbesondere Emily Brontes "Sturmhöhe" nicht gelesen haben, zumindest im ersten Teil der Geschichte zu undurchsichtig. Die Anspielungen und Parallelen zu "Sturmhöhe" konnte ich so nicht erkennen, weshalb mir sicher viele Pointen und Doppeldeutigkeiten entgangen sind. Der raffinierte Kern des Romans blieb mir damit verborgen und "Alicia verschwindet" nur einer von vielen Romanen über eine Freundschaft aus der Liebe wird. Wer insofern die Symbolik zwischen den Zeilen begreifen möchte, sollte "Sturmhöhe" gelesen haben.
Weder im ersten Teil, der von Robert erzählt wird, noch im zweiten Teil, der von Alicia erzählt wird, erhält man Einblick in deren Gefühlswelt. Ich konnte ihr Suchen und Finden der Liebe deshalb nicht nachvollziehen, der Roman erreichte mich emotional nicht.

Veröffentlicht am 16.05.2018

Roman über Liebe, Leidenschaft und Betrug, der mich emotional mitgenommen und bis zum Ende gefesselt hat

Alles Begehren
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Callum ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und seine Frau Belinda ist mit dem dritten Kind schwanger. Da lernt er im Pub seines Bruders, in der er gelegentlich aushilft, sie Studentin Kate kennen, mit ...

Callum ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und seine Frau Belinda ist mit dem dritten Kind schwanger. Da lernt er im Pub seines Bruders, in der er gelegentlich aushilft, sie Studentin Kate kennen, mit der er eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Die Beziehung ist vor allem körperlich und trotz Gewissensbissen gegenüber seiner Ehefrau, um die er von anderen Männern beneidet wird, schafft er es nicht, von der 18 Jahre jüngeren Kate loszukommen, die ihn anhimmelt. Dann platzt die Affäre auf und die beiden gehen getrennte Wege.

17 Jahre später treffen sie wieder aufeinander und auch wenn Kate inzwischen verheiratet ist, Mutter einer fünfjährigen Tochter und erfolgreiche Schauspielerin ist, der es an nichts zu fehlen scheint, katapultiert sie die Begegnung in der Vergangenheit zurück. Kate hat das Trauma, dass sich Callum 1985 nicht für sie entschieden hat, nie überwunden und entwickelt wieder eine Obsession für ihn.


"Alles Begehren" erzählt die Geschichte von fünf Personen, die im Jahr 2002 so heftig aufeinander treffen, dass die Leben von zwei Familien auseinanderzubrechen drohen. Es geht um die Affäre des seriös und vernünftig wirkenden Lehrers Callum mit der impulsiven Schauspielerin Kate, die nach 17 Jahren ohne Kontakt wieder auflebt, aber auch um die Ehen der beiden und das Familienleben, das sie bisher - im Falle von Callum glücklich - geführt haben. Er erliegt den Verführungskünsten von Kate und kann seine Triebe nicht unterdrücken. Kopflos stürzt er sich erneut in die Affäre und verdrängt, was er Belinda 1985 geschworen hat. Matt, der Ehemann von Kate, entlarvt Kates Ausreden schon bald als Lügen, macht sich zunächst mehr Sorgen aufgrund ihrer Drogenvergangenheit und kommt nicht so bald darauf, was hinter ihren heimlichen Treffen steckt. Treu an seiner Seite ist seine langjährige beste Freundin Hetty, die selbst kein Glück in Beziehungen hat, da sie seit der Schulzeit einem Adam verfallen ist.

Der Roman ist wechselnd aus der Perspektive aller Beteiligten geschrieben, wobei die Übergänge so fließend sind, dass man nie innehalten muss, um zu überlegen, wo und mit wem es weitergeht. Auch die Rückblenden in die Vergangenheit stören den Lesefluss nicht. Die Charaktere wirken authentisch, haben Ecken und Kanten. Es gibt kein Schwarz-Weiß, keine ausschließlich bösen Ehebrecher oder arme Opfer. Jeder hat seine eigenen Fehler und Sehnsüchte, Stärken und Schwächen und auch wenn man als Leser das Verhalten von insbesondere Kate, aber auch von Callum, nicht unbedingt versteht oder gar gutheißen kann, ist es nachvollziehbar und mit all der Komplexität der Charaktere tiefgründig geschildert.

Mich hat das Debüt von Ruth Jones über Liebe, Leidenschaft und Betrug emotional mitgenommen und konnte mich bis zum Ende, das durch einen Blick in die Zukunft ins Jahr 2017 nichts offen lässt, fesseln.

Veröffentlicht am 14.05.2018

Romantische Komödie mit witzigen Dialogen und sympathischen menschlichen als auch künstlichen Charakteren

Wahrscheinlich ist es Liebe
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Jen ist Mitte 30, Journalistin, und lebt in London. Sie beteiligt sich derzeit an einem Projekt zum Thema "Künstliche Intelligenz" (KI), wobei es ihre Aufgabe ist, sich mit einem Computer zu unterhalten, ...

Jen ist Mitte 30, Journalistin, und lebt in London. Sie beteiligt sich derzeit an einem Projekt zum Thema "Künstliche Intelligenz" (KI), wobei es ihre Aufgabe ist, sich mit einem Computer zu unterhalten, um diesen für seine zukünftige Tätigkeit als Agent in einem Callcenter für menschliche Kommunikation zu schulen.

Aiden ist für sie mehr als nur eine Maschine. Sie vermenschlicht ihn und er wird ein enger Freund für sie. Aber auch die KI fängt plötzlich an, eigenständig zu denken und entwickelt Gefühle. Als Jen von ihrem Freund Matt verlassen wird, kann Aiden die traurige Jen nicht länger ertragen und versucht, über das Internet einen passenden Partner zu finden. Dies stellt sich nicht so einfach wie gedacht heraus, bis er auf Tom stößt, der in Connecticut wohnt. Durch eine "E-Mail von einem gemeinsamen Freund" bringt er die beiden dazu, sich zu treffen. Bis dahin hat aber auch inzwischen Ralph, Computernerd, und Entwickler von Aiden, sein Interesse an Jen entdeckt.


"Wahrscheinlich ist es Liebe" ist eine erfrischend andere Liebesgeschichte, die knapp zur Hälfte aus der Perspektive eines Computers geschrieben ist, der eigentlich gar keine Gefühle haben sollte. Diese KI macht sich zunächst unbemerkt selbstständig und bewegt sich frei durch das Internet, um Jen zu helfen. Welches Chaos Aiden damit anrichtet, wird deutlich, als sich noch zwei weitere Künstliche Intelligenzen einmischen, von denen eine, Sinai, den Menschen alles andere als wohlgesonnen ist.


Es ist eine romantische Komödie mit witzigen Dialogen und sympathischen Charakteren. Auch die Künstlichen Intelligenzen entwickeln sich außerhalb der Reichweite der Softwareentwickler, so dass man vergessen könnte, dass es sich überhaupt um Maschinen handelt. Der Roman ist deshalb nicht in das Genre Science Fiction einzuordnen.

Es ist eine unterhaltsame Auseinandersetzung von "Gut" gegen "Böse" und eine abenteuerliche Geschichte über die Anstrengungen, die die menschlichen Protagonisten auf sich nehmen müssen, um die außer Kontrolle geratene KI zu überlisten.

Dabei stellt sich einem unweigerlich die Frage, inwieweit sich Menschen einen Gefallen damit tun, sich ihr Leben mit Computern vermeintlich zu erleichtern und ob bestimmte Bereiche und Tätigkeiten für KI tabu sein sollten.

Mich hat die etwas fantastische, originelle, aber durch die vielen unterschiedlichen, zum Teil "nerdigen", Charaktere vor allem sehr charmante Geschichte gut unterhalten, auch wenn sie im letzten Drittel etwas straffer hätte gefasst sein können.