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Veröffentlicht am 03.10.2023

Sieben historische Ereignisse aus der Perspektive einer fiktiven Familie - mehr Gesellschaftsroman als Familiengeschichte mit zu wenig Spannung und Emotionen

Bournville
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Beginnend mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden sieben historische Ereignisse aus der Perspektive der fiktiven britischen Familie Lamb dargestellt. Dabei kommen verschiedene Personen aller Generationen ...

Beginnend mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden sieben historische Ereignisse aus der Perspektive der fiktiven britischen Familie Lamb dargestellt. Dabei kommen verschiedene Personen aller Generationen zu Wort. Ein großer Stammbaum zu Beginn des Buches ist deshalb sehr hilfreich, um den Überblick über die handelnden Charaktere zu behalten.

Nach einem Prolog im März 2020, als die Corona-Pandemie das Leben bestimmte, erfolgt ein Rückblick und erzählt die Geschichte der Lambs vor dem Hintergrund historischer Ereignisse wie der Krönung der Queen, der Fußball-WM im Mutterland des Fußballs oder dem Tod von Prinzessin Diana fort.
Dabei fällt es schwer, einen Zugang zu den Figuren zu erhalten, denn die Perspektiven wechseln häufig. In den 75 Jahren Geschichte, die anhand von vier Generationen von Familienmitgliedern erzählt werden, liegt der Fokus mehr auf gesellschaftlichen Ereignissen und was die Figuren von außen erleben, als auf der Familiengeschichte der Lambs, die aufgrund der unterschiedlichen Charaktere, ihrer Ansichten und Verbindungen interessanter und tief gehender hätte gestaltet werden können. Statt einer fortlaufenden Geschichte ist der Roman durch die großen Zeitsprünge und Perspektivwechsel episodenartig geprägt, aber dabei ohne wesentliche Hoch- und Tiefpunkte.

Der Autor macht Geschichte lebendig und stellt den gesellschaftlichen Wandel dar. Der Roman handelt von Patriotismus, Nationalismus, Rassismus, Europapolitik und enthält damit viele politische Themen. Durch Ironie und einen britische-trockenen Humor ist die Geschichte gerade am Anfang unterhaltsam und entwickelt eine Leidenschaft im Kampf um die britische "minderwertige" Schokolade, um Konflikte zwischen Deutschland und Britannien, England und Wales und die Ablehnung von Premierminister Boris Johnson. Globale Themen spielen in der Familienchronik eine wesentliche Rolle, das Schicksal der einzelnen Familienmitglieder ist dabei kaum relevant, weshalb es der Geschichte, die letztlich mehr Gesellschaftsroman als Familienepos ist, an Spannung und Emotionen mangelt.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.10.2023

Kurzweiliger Roman im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart über starke, zupackende Frauen, über Mut, Hoffnung und Loyalität. Als Band 1 einer Trilogie jedoch mit zu enttäuschendem offenen Ende

Die Glücksfrauen - Der Geschmack von Freiheit
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Nachdem Luise als Widerstandskämpferin in Berlin 1936 die Verhaftung durch die Nationalsozialisten droht, flieht sie nach New York, wo bereits ihr Verlobter Richard auf sie warten. Zuvor gibt sie sich ...

Nachdem Luise als Widerstandskämpferin in Berlin 1936 die Verhaftung durch die Nationalsozialisten droht, flieht sie nach New York, wo bereits ihr Verlobter Richard auf sie warten. Zuvor gibt sie sich mit ihren beiden besten Freundinnen Anni und Maria, die in Deutschland ebenfalls nicht mehr sicher sind, das Versprechen, das in ihren gemeinsamen Träumen geplante Restaurant in New York zu eröffnen. Als Emigrantin ist es nicht leicht, in Amerika Fuß zu fassen und auch die Sorgen um ihre Freundinnen nehmen zu, als sich die Lage in Deutschland über die Jahre weiter zuspitzt und der Krieg ausbricht.
Jahrzehnte später tritt June das Erbe ihrer Großmutter Luise in New York an. Erstaunt erfährt sie, dass Luise Inhaberin eines Restaurants war, dass sie jedoch nur zu einem Drittel erbt. Als Auflage soll sie zudem die beiden anderen rechtmäßigen Eigentümerinnen bzw. deren Nachkommen ausfindig machen. June taucht mittels Briefe und Notizen in die Lebensgeschichte ihrer Großmutter ein, die mutig und leidenschaftlich für ihre Träume gekämpft und fern der Heimat ein neues Leben angefangen hat.
Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und erzählt in der Vergangenheit von 1936 bis 1946 die Auswanderung und Heimatfindung von Luise, und in der Gegenwart im Jahr 2023, wie ihre Enkelin June sich auf die Suche nach den ehemaligen Freundinnen ihrer Großmutter macht, um ihr Erbe anzutreten.
Die Geschichte ist lebendig geschildert, man kann sich in beide Hauptfiguren gut hineinversetzen und mitfühlen. Die historischen Inhalte bilden den Rahmen der Handlung, sind dabei jedoch nicht tiefgehend. Im Vordergrund stehen die persönlichen Schicksale, die Liebes- und Lebensgeschichten der fiktiven Hauptfiguren.
Die beiden Handlungsstränge sind eng miteinander verflochten. Es gibt viele Parallelen zwischen den Zeitebenen, den Biografien und den Entwicklungen der Hauptfiguren, so dass es zu keinen Brüchen, sondern geschmeidigen Übergängen beim Wechsel kommt. Beide Frauen stehen zwischen zwei Männern, erleben ein Gefühlschaos und schreiten mutig voran, um ihre Ziele zu erreichen, ohne auch bei Rückschlägen an Aufgeben oder Scheitern zu denken.
Der Roman mag etwas oberflächlich sein und die Kriegsereignisse, Widerstandskampf, den Holocaust und Folgen des Krieges nur am Rande nacherzählen, ist aber aufgrund des einnehmenden, empathischen Schreibstils und der sympathischen und kämpferischen Frauen dennoch kurzweilig und lesenswert.
Die sich entwickelnden Liebesgeschichten und positiven Aspekte, wie die ersten Wurzeln in Amerika und die Freundschaften zu anderen zupackenden Emigrantinnen überwiegen dabei das Leid, die Heimat verlassen zu haben, die Trauer und die Sorge um geliebte Menschen. So ist der Roman zwar dramatisch, aber nicht betrüblich. Das ungewisse Schicksal von Anni und Marie und die Wunde, die June als Nachlass ihrer Großmutter heilen soll, hält die Spannung zudem auf beiden Erzählebenen aufrecht.
Mut, Zuversicht, Hoffnung, Loyalität und die Kraft, Dinge anzupacken und im Augenblick zu leben, sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart die antreibenden Motive der Frauen und verbreiten eine lebensbejahende Botschaft. Der Roman stellt die Rolle der Frauen im Exil sehr anschaulich und einfühlsam dar und zeigt auf lebendige Art und Weise, dass die Frauen damals häufig mehr Stärke und Initiative bewiesen haben, als die (Ehe-)männer, die sich mit einem Neuanfang in einem fremden Land oftmals schwerer taten.
Als Band 1 einer Buchreihe lässt der Roman so manchen Handlungsstrang offen, so dass ungeduldig auf den Folgeband gewartet werden muss, der die Lebensgeschichten fortschreibt und voraussichtlich (erst) im Sommer 2024 erscheinen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.09.2023

Geschichte über einen Neuanfang, Trauer, Freundschaft und Liebe. Kein Weihnachtsroman, wie das Cover vermuten lässt. Nett zu lesen, aber weder sonderlich spannend noch emotional.

Große Liebe im kleinen Trödelladen
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Nach dem Tod ihres Ehemannes Rob hält Hope nichts mehr in London, weshalb sie zurück in ihre Heimatstadt York zieht. Sie findet eine Anstellung in dem Antiquitätengeschäft, dessen Schaufenster sie als ...

Nach dem Tod ihres Ehemannes Rob hält Hope nichts mehr in London, weshalb sie zurück in ihre Heimatstadt York zieht. Sie findet eine Anstellung in dem Antiquitätengeschäft, dessen Schaufenster sie als Kind schon neugierig bewundert hat. Nun trifft sie dort nicht nur auf zwei Männer, die ihr noch immer trauerndes Herz höher schlagen lassen, sondern entdeckt in einem Holzkästchen einen wertvollen Verlobungsring und einen Brief, der auf eine tragische Liebesgeschichte der frühen 1920er-Jahre hinweist. Hope möchte das Geheimnis um das Liebespaar lüften, das sich vermutlich während der Ausgrabungen alter Grabstätten von Pharaonen kennengelernt hat. Bei ihren Recherchen steht ihr sowohl der sensible Will, der sich rührend um die kleine Tochter seines verstorbenen Bruders kümmert, als auch der charmante Ägyptologe Ciaran zur Seite.

Das Cover mit dem verschneiten Blick in die Fußgängerzone erweckt den Eindruck eines Winterromans. Tatsächlich handelt der Großteil der Geschichte jedoch im Sommer, beginnend im Mai und verbreitet nur ganz am Ende etwas winterlich-weihnachtliche Stimmung. Auch die schrullige Familie, die im Klappentext erwähnt wird, habe ich vermisst. Es gibt zwar einige wenige Gespräche Hopes mit ihrer Schwester Charlotte und ihrem Vater, aber im Großen und Ganzen spielt die Familie keine Rolle und ist auch nicht eigentümlich.

Hope ist eine junge Frau, die um ihren Mann trauert, aber allmählich bereit für einen Neuanfang ist und dabei Unterstützung von Familie und Freunden in York erhält. Sie findet in ihrem Heimatort schnell Anschluss und lernt neue Leute kennen und entdeckt in dem Geheimnis um das Liebespaar, das auf so viel Widerstand traf, eine Herausforderung, die sie beschäftigt und ablenkt.

Hope blüht auf und kann ihr Herz wieder für einen Mann öffnen. Für die/ den LeserIn ist die Wahl offensichtlich, Hope hingegen muss erst wieder eine Enttäuschung erleben, bis sie den Richtigen erkennt. Ihr Gefühlschaos und Gegenwehr sind dabei nicht immer ganz nachvollziehbar oder erscheinen gekünstelt, um für ein wenig Dramatik zu sorgen.

"Große Liebe im kleinen Trödelladen" ist eine Geschichte über einen Neuanfang, über Trauer, Freundschaft und Liebe, die jedoch weder spannend noch emotional ist und ein wenig belanglos vor sich hinplätschert. Die Charaktere sind farblos und austauschbar und auch die Geschichte wird mir nicht lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Geschichte über die Entwicklung des Polio-Impfstoffes und die starke und engagierte mutige Frau dahinter

Die Formel der Hoffnung
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Dr. Dorothy Horstmann wird nur durch einen glücklichen Zufall 1940 im Vanderbilt-Hospital als Ärztin eingestellt, da der Chefarzt dachte, dass es sich bei ihr um einen männlichen Bewerber handelt. Als ...

Dr. Dorothy Horstmann wird nur durch einen glücklichen Zufall 1940 im Vanderbilt-Hospital als Ärztin eingestellt, da der Chefarzt dachte, dass es sich bei ihr um einen männlichen Bewerber handelt. Als Frau und mit einer stolzen Körpergröße von 1,85 m fällt Dorothy auf und wird unter männlichen Kollegen häufig nicht ernst genommen. Immer wieder muss sie Rückschläge einstecken und wird bei ihren Forschungen gehemmt, hat sich aber zum Ziel gesetzt, das Polio-Virus zu verstehen, die Krankheit einzudämmen und unzählige Kinder und Erwachsene vor dem sicheren Tod zu retten. Einzelne Weggefährten wie der Mediziner und Virologe Dr. Albert Sabin unterstützen ihre Annahmen und tragen über viele Jahre hinweg zur Entwicklung des Polio-Impfstoffes bei. Unerschrocken und mit Leidenschaft für ihre Berufung geht Dr. Dorothy Horstmann einen beschwerlichen Weg, setzt ihre eigene Gesundheit aufs Spiel und stellt ihr privates Glück zurück.

"Die Formel der Hoffnung" beschreibt die langwierige Entwicklung des Polioimpfstoffes und rückt dabei die Pionierin in der Forschung, Dr. Dorothy Horstmann, in den Jahren 1940 bis 1963 in den Fokus. Die historischen Fakten um die medizinische Wirklichkeit wird dabei mit einer fiktiven, persönlichen Geschichte um die junge Frau und Ärztin verwoben.
Trotz des medizinischen und wissenschaftlichen Hintergrunds ist die Geschichte leicht verständlich dargestellt. Dennoch wird deutlich, wie beschwerlich es war, einen sicheren Impfstoff zu entwickeln. Die Komplexität des Virus, die Konkurrenz unter den Wissenschaftlern und nicht zuletzt der schwere Stand, den die Frauen in der Männerdomäne hatten, standen einer schnellen Lösung zur Rettung zahlreicher Menschenleben im Wege.

Die Geschichte zur Entwicklung des Impfstoffes ist spannend, durch die zahlreichen Opfer und die drastischen Methoden bei den Versuchen an Tieren, wehrlosen, behinderten Kindern, Strafgefangenen und Selbstversuchen der Wissenschaftler auch sehr eindringlich geschildert. Die persönliche Geschichte von Dorothy, die bei ihrer Theorie zum Nachweis des Virus im Blut lange keine Unterstützung bekam, sogar belächelt wurde und in ihrer Forschung behindert wurde, sich verliebte, aber den Kampf gegen das Virus immer an die erste Stelle setzte, gibt der sachlichen Geschichte die notwendigen Emotionen für einen bewegenden Roman.

Durch die Perspektivenwechsel gibt es nicht nur Einblicke in Dorothys Leben, sondern auch in die anderer Frauen, die ihre Wege kreuzen und ebenso wie sie unter den herrschenden Rollenbildern und unverschämten Chauvinisten zu leiden hatten.
Auch wenn die persönliche Geschichte frei erfunden ist, mutet der Roman sehr authentisch an und zeugt von einer intensiven Recherche und Einfühlungsvermögen für die Situation der (weiblichen) Forscher.
Die Übersetzung mag bei englischen Redewendungen nicht immer so gelungen sein, insbesondere wenn männliche Wissenschaftler über einen langen Abschnitt dauerhaft mit "Böcke" übersetzt werden.

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Veröffentlicht am 26.09.2023

Sehr gefühlige, symbolträchtige und bedeutungsschwangere Geschichte über Heimat, Familie und Liebe - aber durchaus unterhaltsam, herzerwärmend und die perfekte Lektüre sich im Winter einzukuscheln.

Ein Geheimnis im Schnee
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Sonny Dunes wohnt in Palm Springs und ist Meteorologin bei einem lokalen Nachrichtensender in Kalifornien. Sie liebt ihren Job, liebt es, vor der Kamera zu stehen und ist sich der Verantwortung bewusst, ...

Sonny Dunes wohnt in Palm Springs und ist Meteorologin bei einem lokalen Nachrichtensender in Kalifornien. Sie liebt ihren Job, liebt es, vor der Kamera zu stehen und ist sich der Verantwortung bewusst, Menschen vor Wetterkapriolen und Naturkatastrophen zu warnen. Als sie unerwartet von Künstlicher Intelligenz ersetzt wird und ihre Anstellung verliert, trifft es die 50-Jährige bis ins Mark. Vor laufender Kamera leistet sie sich anschließend einen Fauxpas und besiegelt damit ihr Karriereende in Kalifornien.
Der einzige Sender, der Sonny, die immer nur Sonnenschein-Wetter präsentierte, eine zweite Chance bietet, ist der Nachrichtensender in ihrer Heimatstadt im Norden Michigans, der Ort, an den Sonny selbst zu Weihnachten immer nur widerwillig zurückkehrte. Ihre rüstige und lebensfrohe Mutter nimmt die verlorene Tochter fürsorglich auf und steht ihr mit gut gemeinten Ratschlägen zur Seite. Sonny beißt in den sauren Apfel, erniedrigt sich und macht sämtliche Winteraktivitäten mit, die ihr der Sender und die Chefredakteurin Lisa, die sie am College nicht gut behandelte, im Rahmen ihrer Berichterstattungen aufs Auge drückt.
Allmählich beginnt Sonny bei Dauerfrost und Schneetreiben, bei Eislaufen und Schneeschuhwandern, Frost-Marathon, Eisfischen und Schneemannbauen aufzutauen und sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen, um sich selbst zu verzeihen und ihr Herz für ihre Heimat und die Menschen dort zu öffnen.

Sonny - ehemals Amberrose Murphy - hat sich nach einem tragischen Verlust als junge Frau buchstäblich auf die Sonnenseite des Lebens geschlagen und in Südkalifornien ein neues Leben angefangen und ein neues Image als "Sonny Dunes" aufgebaut. Sie hat allen Schmerz der Vergangenheit verdrängt, genießt ihre Unabhängigkeit und die Beliebtheit bei ihren Fans. Mit dem Jobverlust bricht ihr gesamter Lebensinhalt weg und die Schatten der Vergangenheit machen ihr die Rückkehr in ihre Heimat noch schwerer.

Allmählich offenbart sich, welchen Verlust Sonny verwinden musste, weshalb sie sich die Schuld dafür gibt und warum sie andere Menschen in ihrer Heimat vor den Kopf gestoßen und verletzt hat. Ihre Geschichte und ihr Weglaufen und die zurückhaltenden Wiedersehensfreude in Michigan ist nachvollziehbar.

Durch die vielfältigen Winteraktivitäten, zu denen Sonny statt in Pumps in Boots, statt in schmeichelhaften Kostümen im Polyester-Jogginganzug, gezwungen wird, wird dem Roman, der sich mit Tod, Trauer, Schuldgefühlen und Fehlern der Vergangenheit beschäftigt, die Schwere genommen. Zudem wird die Winteratmosphäre des Romans sehr anschaulich dargestellt, das Buch stimmt auf die kalte Jahreszeit ein und vermittelt dennoch ein heimeliges Gefühl von Angekommensein und Herzenswärme.
Der Schreibstil ist sehr gefühlig, symbolträchtig und bedeutungsschwanger. Die Aneinderreihung von Lebensweisheiten und metaphorischen Plattitüden verdeutlicht die Botschaft, die der Autor vermitteln möchte, mutet dabei ein wenig abgedroschen und kitschig an, wird jedoch durch die persönlichen Worte des Autors im Nachwort erklärbar.

Die Entwicklung, die Sonny durchmacht, ist vorhersehbar. Der Roman hat keine wendungsreichen Momente oder bietet Überraschungen. Die Charaktere sind sympathisch, aber meinen es in Teilen auch etwas zu gut mit der eingangs überheblichen und schroffen Sonny. So wirkt ihre Neufindung und überfällige Vergangenheitsbewältigung ein wenig künstlich und aufgesetzt und vollzieht sich mit nur wenigen Wochen zu schnell. Auch die sich frühzeitig abzeichnende Liebesgeschichte kommt ohne eigentliche Entwicklung aus, ist nach drei Treffen bereits besiegelt.

Nachdem Sonny jahrzehntelang ihren Herzschmerz verdrängt hat, ist ihre Entwicklung, die sich auf nur wenige Wochen von Silvester bis in die Frühlingsmonate erstreckt, überhastet und nicht ganz glaubwürdig.
Nichtsdestotrotz ist die Geschichte abwechslungsreich und unterhaltsam, stimmungsvoll winterlich und berührt mit den Emotionen zu Heimatverbundenheit, Familie, Schwesternschaft und Liebe das Herz - der ideale Roman um sich in der kalten Jahreszeit einzukuscheln.

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