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Veröffentlicht am 29.07.2026

Sehr zähe Geschichte um die Freundschaft zweier Frauen am Rande der Proteste gegen das KKW Wyhl

Sonnenberg
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Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich ...

Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Zudem musste sie den Tod ihres kürzlich verstorbenen Vaters verarbeiten. Als einziges Kind ist es nun Johanna, das die Leitung des Weinguts am Kaiserstuhl übernimmt.
Währenddessen reiste Luzie alleine nach Marokko und kehrt mit belastenden Erinnerungen zurück.
Die Freundschaft hat unter der Trennung und den unterschiedlichen Lebenswegen gelitten. Annäherung schafft das gemeinsame Engagement bei den Protesten gegen den geplanten Bau des Kernkraftwerks in Wyhl. Doch es gibt Dinge, die Luzie verschweigt und Johannas Vertrauen zu erschüttern drohen.

"Sonnenberg" handelt während der ersten vier Monate des Jahres 1975, die im Badischen, aber auch darüber hinaus, vom Widerstand der Bevölkerung gegen die Pläne der Politik zur Nutzung der Kernenergie geprägt war.
Der Roman wird dabei abwechselnd aus der Sicht von Johanna und Luzie geschildert, wobei die Perspektiven innerhalb der Kapitel ungekennzeichnet wechseln. Der Fokus liegt auf den gegenwärtigen Ereignissen, wobei sich die beiden Hauptfiguren wiederholt in Erinnerungen verlieren, insbesondere Luzie, die in Marokko während der Erforschung des zweiten Rifkabylen-Aufstandes nicht nur positive Erfahrungen sammeln konnte. Das Durcheinander der Erzählweise unterbricht den Lesefluss.

Durch den Einfluss von Dialekten und den bildhaften Alltagsbeschreibungen erhält man eine klare Vorstellung von der damaligen Zeit und den örtlichen Gegebenheiten.
Im Gegensatz dazu bleiben die Figuren auf Distanz und blutleer. Johanna und Luzie sind nur schwer greifbar, was mitunter an den Geheimnissen liegt, die sie bergen. Der/ dem Leserin wird zu viel vorenthalten, was die Charaktere aber nicht interessanter gestaltet, sondern zu Unverständnis führt. Zudem dreht sich die Geschichte in Bezug auf Luzies unausgesprochene Wahrheiten anstrengend im Kreis. Die Nebencharaktere sind austauschbar, keiner sticht mit einer besonderen Rolle hervor.

Im Vordergrund stehen die Proteste gegen das KKW Wyhl, in die Luzie und Johanna eingebunden sind, wobei ihr Engagement eher der räumlichen Nähe als echtem Protestwillen geschuldet erscheint. So ist es auch schade, dass die problematische Entwicklung ihrer Freundschaft, Johannas Übernahme des väterlichen Betriebs und ihre persönlichen Probleme als alleinerziehende Mutter und Luzies traumatische Erlebnisse als Randaspekten verbleiben.

Trotz der interessanten Themen um die Rolle der Frau in den 1970ern, zivilen Ungehorsams, Erpressung und das Auseinanderdriften einer Freundschaft, kommt beim Lesen keine Spannung auf. Die Geschichte wirkt überladen und kann sich jedweder Schwierigkeit nur oberflächlich widmen.

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Veröffentlicht am 25.07.2026

Vielseitiger und unterhaltsamer Roman über den Wunsch nach Freiheit, der voller Lebensfreude ist und Abenteuerlust weckt

Über dem Meer tanzt das Licht
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Maria ist als junge Frau durch die Welt gereist und hätte sich nie vorstellen können, dass sie einmal sesshaft wird. Durch die Erkrankung ihrer Mutter kam sie zurück nach Norderney, wo sie sich mit einem ...

Maria ist als junge Frau durch die Welt gereist und hätte sich nie vorstellen können, dass sie einmal sesshaft wird. Durch die Erkrankung ihrer Mutter kam sie zurück nach Norderney, wo sie sich mit einem kleinen Café am Strand selbstständig gemacht hat und Mutter zweier Töchter ist. Von Morlens Vater lebt sie getrennt und ist seit drei Jahren mit dem Surflehrer Simon zusammen, mit dem sie die gemeinsame Tochter Hannah hat. Maria ist glücklich und liebt ihre Patchworkfamilie.
Doch im Sommer häufen sich die Probleme, als die ältere Tochter immer schwieriger wird, kostspielige Reparaturen an ihrem Café notwendig sind und Maria entscheiden müsste, was sie mit dem Haus ihrer inzwischen verstorbenen Mutter machen soll. Ausgerechnet dann eröffnet ihr Simon, dass er eine Auszeit braucht und vier Wochen Elternzeit zusammen mit Hannah unterwegs im Camper verbringen möchte.
Während Maria die freie Zeit nutzt, um das Haus ihrer Mutter zu entrümpeln, vermisst sie nicht nur Simon und Hannah schmerzhaft, sondern findet auch noch Aufzeichnungen ihrer Mutter, wodurch sie mehr über ihren Vater erfährt, über den Iris so beharrlich geschwiegen hatte.

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Maria geschildert, die als Nebenfigur aus "Sterne sieht man nur im Dunkeln" bekannt ist und nun in den Mittelpunkt rückt.

In dem Sommer hat Maria mit großen Herausforderungen zu kämpfen, mit dem Alltagschaos, den Sorgen um die Existenzgrundlage, aber auch mit den Geistern der Vergangenheit. Trotz der vielfältigen Probleme ist die Geschichte ein schwereloser Sommerroman mit rauem Inselfeeling, bei dem man den Wind in den Haaren und den Sand unter den Füßen spüren kann. Gerade das Leben auf einer überschaubaren Insel vermittelt ein enges Gemeinschaftsgefühl. Familie, Freundschaft und Nachbarschaft sorgen für gegenseitige Unterstützung und Verlässlichkeit.

Die Geschichte ist vielseitig und unterhaltsam, voller Lebensfreude und weckt Abenteuerlust. Maria hat ein sonniges Gemüt und ein einnehmendes Wesen, mit dem sie die Menschen für sich gewinnt. Sie ist jedoch auch unkonventionell, impulsiv und wählt nicht immer den einfachsten Weg.

Der Roman handelt vom Wunsch nach Freiheit, von Sehnsucht nach Weite und Meer und der Herausforderung, diesen Drang nach Freiheit mit dem Alltag aus Familie und Arbeit in Einklang zu bringen. Es geht um Lebensträume, Loslassen können, Liebe und Vertrauen - emotionale und ernste Themen, die realitätsnah und empathisch dargestellt werden und mit dem Inselsetting auf Norderney einen passenden atmosphärischen, sommerlichen Rahmen erhalten.

"Über dem Meer tanzt das Licht" ist kein Teil einer klassischen Buchreihe, denn bei allen Romanen von Meike Werkmeister handelt es sich um eigenständige Geschichten. Mit den Querverbindungen können jedoch die Entwicklungen der Protagonisten nachvollzogen werden. So gibt es in "Über den Wolken wohnen die Träume" ein Wiedersehen mit Morlen, die inzwischen 17 Jahre alt ist und als Au-pair nach Kalifornien geht.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Locked-Room-Szenario nach bekanntem Schema mit wenig Spannung und nicht ganz runder Auflösung

Bachelorette Party
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Vier Freundinnen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen sich seit elf Jahren im Mai auf der "Isle Blind" vor der schwedischen Küste um ihre Freundschaft zu feiern und die Last des Alltags hinter ...

Vier Freundinnen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen sich seit elf Jahren im Mai auf der "Isle Blind" vor der schwedischen Küste um ihre Freundschaft zu feiern und die Last des Alltags hinter sich zu lassen. 2012 kommen sie von ihrem Ausflug nicht zurück. Die Polizei geht von einem Unfall auf dem Meer aus, aber ihre Leichen werden nicht gefunden.
Der Cold Case lässt die True-Crime-Podcasterin Tessa nicht los. Zehn Jahre nach dem Unglück ist sie zu einem Junggesellinnenabschied in ein Yoga-Retreat auf einer abgelegenen Insel eingeladen, wobei es sich bei der Inhaberin um die ältere Schwester eines der vermissten Mädchen handelt. Tessa möchte die Chance nutzen, den Fall endlich zu lösen, obwohl sie mit ihrem Podcast gescheitert ist und den Shitstorm noch lange nicht verarbeitet hat.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen, wobei der Prolog vorwegnimmt, was sich im Mai 2012 auf Isle Blind ereignet hat und damit Ängste schürt, was dort zehn Jahre später passieren könnte. Der Fokus liegt jedoch auf der Gegenwart und die kurzen Kapitel tragen zur entsprechenden Dynamik bei.

Die einzelnen Charaktere bleiben blass und übernehmen lediglich Rollen als Freundin, Trauzeugin, Schwester, Gastgeberin. Nur Tessa, aus deren Ich-Perspektive die Geschehnisse in der Gegenwart erzählt werden, scheint nahbarer. Weshalb ihr Podcast negativ viral gegangen ist, bleibt hingegen lange im Dunkeln, belastet jedoch sie und die Beziehungen zu ihren Freundinnen. Von einem entspannten Junggesellinnenabschied kann keine Rede sein, auch da sich Tessa vorgenommen hat, den Fall um die verschwundenen Frauen zu lösen und Morde dahinter vermutet - eine Erklärung dafür gibt es jedoch nicht.

Als eine Freundin der Braut in der Gegenwart verschwindet und ihr Rettungsboot auf dem offenen Meer treibt, scheint das ungute Gefühl, das Tessa seit der Ankunft in dem Retreat verspürt, nicht unbegründet. Die anschließende Handlung ist mehr von Dramatik und Hysterie als echter Spannung geprägt.

Die Ausgangslage der "Bachelorette Party" ist wenig originell: Ein Locked-Room-Szenario, eine abgelegene Insel, eine übersichtliche Anzahl von Personen, keine Möglichkeit, Hilfe zu holen und unter ihnen ein Mörder... Dennoch fiebert man einer Erklärung für die Ereignisse in der Vergangenheit und eine mögliche Wiederholung in der Gegenwart entgegen.
Die Auflösung kann allerdings auf beiden Zeitebenen aufgrund des unnötigen Gewaltexzesses nicht überzeugen. Die Motive und Verdächtigungen kommen im Vergleich zur Beschreibung von verletzten Körperteilen zu kurz. Zudem wirkt der Plot nicht ganz rund, wenn am Ende grundsätzliche Fragen übrig bleiben, wie warum die Polizei 2012 so stümperhaft ermittelt hat und was sich Tessa zehn Jahre später erhofft hat für Beweise zu finden.

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Veröffentlicht am 20.07.2026

All-Age-Roman mit Whodunit- und Thrillerelementen, der als Familiendrama berührt

Beth is dead
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Am Neujahrsmorgen wird die zweitjüngste der March-Schwestern, Beth, tot aufgefunden. Ihre Verletzungen lassen auf keinen natürlichen Tod schließen.
Während die Polizei ermittelt, versuchen die drei verbliebenen ...

Am Neujahrsmorgen wird die zweitjüngste der March-Schwestern, Beth, tot aufgefunden. Ihre Verletzungen lassen auf keinen natürlichen Tod schließen.
Während die Polizei ermittelt, versuchen die drei verbliebenen Schwestern Meg, Jo und Amy selbst den Mörder oder die Mörderin zu entlarven. Dabei kommt auf, dass jede von ihnen Geheimnisse vor den anderen hatte, die sie oder ihre engsten Freunde verdächtig erscheinen lassen.
Zeitgleich ist ihr Vater nicht erreichbar, der sich angeblich in die Wildnis nach Kanada zurückgezogen hat, um seine Familie zu schützen. Er hatte eine Neuinterpretation des Romans "Little Women" geschrieben, der zu einem Bestseller lancierte, mit seinem tragischen Ende allerdings die Kritik auf sich zog und seine Töchter, insbesondere Beth, der Öffentlichkeit preisgegeben hatte.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und wird aus den Perspektiven der vier Schwestern erzählt. Die älteste Meg ist die Kluge, studiert in Harvard Medizin und wirkt mit ihrer Orientierung an die Reichen etwas oberflächlich. Jo möchte ich Schriftstellerin werden und schreibt bereits an einem Roman. Sie ist impulsiv und steht ihrem Vater am nächsten. Beth gilt als unsicher und schüchtern. Sie hat von den Schwestern das größte Herz und möchte Pianistin werden. Die jüngste Amy ist die Rebellin und bringt sich gerne in Schwierigkeiten. Sie kämpft ehrgeizig für ihren Traum, Künstlerin zu werden.

Die Rollen der Schwestern mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten und Talenten sind eng an den Klassiker "Little Women" angelehnt, ist aber keine Nacherzählung der Geschichte.
Beth ist tot und aus den verschiedenen Blickwinkeln ergeben sich im Wechsel zwischen "Vorher" und "Heute" unterschiedliche Verdächtige. Geschickt werden Vergangenheit und Gegenwart inhaltlich eng miteinander verknüpft. Neue Erkenntnisse im Mordfall erklären sich häufig aus den Rückblenden in die Vergangenheit. Durch die Aufdeckung von Lügen und Geheimnissen wird stetig Misstrauen gegen Personen aus Beths Umfeld geschürt.

Es geht um Neid und Eifersucht, um die erste Liebe und Schwestern, die sich lieben, aber auch in Konkurrenz zueinander stehen. Trotz des jugendlichen Alters der Hauptfiguren hat man nicht das Gefühl einen Young Adult-Roman zu lesen. Es vielmehr ein All-Age-Roman mit Whodunit- und Thrillerelementen, der als Familiendrama berührt.

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Veröffentlicht am 16.07.2026

Ein verschwundener Junge, eine fieberhafte Suche und eine grausame Lüge - vielschichtiger Thriller mit tragischem Hintergrund

Alles ihre Schuld
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Der vierjährige Milo ist zum ersten Mal zum Spielen mit einem anderen Jungen verabredet. Als seine Mutter Marissa ihn an der vereinbarten Adresse abholen möchte, öffnet ihr jedoch eine fremde Frau, die ...

Der vierjährige Milo ist zum ersten Mal zum Spielen mit einem anderen Jungen verabredet. Als seine Mutter Marissa ihn an der vereinbarten Adresse abholen möchte, öffnet ihr jedoch eine fremde Frau, die Milo gar nicht kennt. Denk Marissa zunächst noch, dass es sich um ein Missverständnis handelt und seine Nanny ihn abgeholt haben könnte, stellt sich auch das als Irrtum heraus. Marissa und ihr Mann Peter müssen sich eingestehen, dass ihr Sohn entführt wurde.
Hilfe bei der Suche erhält Marissa ausgerechnet von Jenny Kennedy, deren Kindermädchen Milo offenbar in ihrer Gewalt hat. Jenny hat Schuldgefühle und die hämischen Kommentare der Nachbarn in dem Vorort von Dublin machen ihr zusätzlich das Leben schwer.

Der Thriller wird in kurzen Kapiteln aus mehreren Perspektiven erzählt, wobei Marissa und Jenny die beiden Hauptfiguren sind. Neben den Kapiteln in der Gegenwart gibt es Rückblenden in die Vergangenheit wenige Wochen zuvor, die im Wesentlichen schildern, wie sich die handelnden Personen kennengelernt haben.

Die Geschichte handelt von einem Albtraum, der mit der Familie Irvine bangen lässt. Die Suche nach Milo ist spannend, auch wenn die Entführerin frühzeitig durch eine Zeugenaussage entlarvt wird. Die Ungewissheit, was hinter der Entführung steckt, die trotz des Vermögens der Irvines ohne Lösegeldforderung bleibt, sowie die Frage, wer alles daran beteiligt ist, schürt weitere Ängste. Insbesondere als es mehrere Tote gibt, erscheint die Entführung noch rätselhafter.

Durch die Einblicke in den Familienalltag, Zufallsfunde und die Ermittlungen der Polizei ergeben sich Verdachtsmomente gegen verschiedene Personen aus dem engen Umfeld der Irvines.
Gehässige Kommentare von Nachbarn sowie Social Media-Posts zeugen von Neid und Sensationslust und gestalten die Geschichte lebendig und abwechslungsreich. Für Ablenkung sorgen auch die Eheprobleme der Kennedys, die nervende Schwiegermutter, die schwierige Integration in bestehende Strukturen und die Fragen nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. die Kritik an arbeitenden jungen Müttern.

Der Thriller ist kurzweilig und spannend und überrascht mit einer Auflösung, die man nicht hat kommen sehen, die aber dennoch schlüssig ist und mit ihrer Tragik überzeugt.

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