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Veröffentlicht am 29.11.2025

Ein mysteriöser Kriminalfall für die Reserveabteilung - ähnlicher Aufbau wie die Teile zuvor und trotz einiger Längen vor allem am Ende spannend

Rostiges Grab
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Kriminalkommissarin Leonore Asker leitet noch immer die Abteilung für verlorene Seelen, steht jedoch vor einer Beförderung, die sie direkt an die Seite des Polizeidirektors versetzen würde. Ihr beruflicher ...

Kriminalkommissarin Leonore Asker leitet noch immer die Abteilung für verlorene Seelen, steht jedoch vor einer Beförderung, die sie direkt an die Seite des Polizeidirektors versetzen würde. Ihr beruflicher Konkurrent Jonas Hellman vermittelt ihrer Abteilung allerdings einen Kriminalfall, in der Absicht, sie zum Scheitern zu bringen und weiterhin in die Reserveabteilung im Keller zu verdammen.
Zwei Urban Explorer hatten eine still gelegte Torffabrik erkundet, in der vor Jahren eine ermordete Frau aufgefunden wurde. Vor Ort wurden sie von einer Bekannten der Toten überrascht, die ihnen einen Finger der Toten präsentierte, der bei den Ermittlungen zu dem Fall nicht aufgefunden worden war. Als Täter wurde der Ehemann vermutet, der jedoch spurlos verschwinden konnte.
Leo deckt sogleich einige Ungereimtheiten und schlampige Polizeiarbeit in dem Fall auf. Trotz Gefährdung ihrer Karriere nimmt sie sich zusammen mit den "verlorenen Seelen" dem Fall an, um für Gerechtigkeit für das Opfer zu sorgen und den Täter aufzuspüren. An ihrer Seite ist erneut ihr Jugendfreund Martin Hill, denn es gibt mysteriöse Verbindungen zu einer alten Moorleiche und den Gruselgeschichten rund um den Rostskogen.

"Rostiges Grab" ist der dritte Band der Nordic-Noir-Krimireihe um die strafversetzte Leo Asker. Wieder geht es um einen Cold Case und dunkle Machenschaften, die vertuscht werden sollen. Zudem handelt der Kriminalfall erneut an atmosphärischen, abgelegenen und düsteren Schauplätzen, die den Urban Explorer Martin Hill mit ins Boot holen.
Der Roman wird in kurzen Kapiteln abwechselnd aus der Perspektive von Asker und Hill erzählt, wobei es auch Einblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit gibt, die Bezug auf die vorherigen Romane und Leos schwierige Kindheit bei Prepper-Per nehmen. Darüber hinaus kommt das Graumädchen zu Wort, was noch mehr Fragen in dem Cold Case aufwirft.

Leo handelt gewohnt unerschrocken und muss sich wieder gegen Intrigen und Manipulation innerhalb des Polizeidezernats in Malmö durchsetzen.
Fraglich ist dabei nicht nur, warum die Tote sterben musste und ob der richtige Täter ermittelt wurde, sondern auch warum ihr abgetrennter Finger so viele Jahre später auftaucht und warum sich die Polizei damals so wenig Mühe mit der Aufklärung des Falls gegeben hat. Eine mystische Komponente erhält der Fall durch die Erzählungen um das Graumädchen, die Moorleiche, die vor 50 Jahren in Rostskogen entdeckt worden war und die Rituale, die Jahre später durchgeführt wurden.

Durch nur wenige Spuren gestalten sich die Ermittlungen schleppend. Zudem scheint kaum jemand gewillt an der Fallaufklärung mitzuwirken, weder Angehörige des Opfers, noch Zeugen oder Kollegen, die früher mit dem Fall betraut waren. Die Mauern, auf die Leo stößt sind ermüdend bis die Fallaufklärung auf den letzten hundert Seiten dynamischer wird und Wendungen für weitere Spannung sorgen.
Die Buchreihe bleibt ihrem Aufbau treu. Askers unerschütterlicher Kampfgeist, Hills mutige Unterstützung sowie ein actionreicher Showdown ähneln den Teilen davor. Zudem geht es erneut um die Herstellung von Gerechtigkeit und einen Kampf gegen Machtmissbrauch, Bestechlichkeit und Erpressung, wobei sich Leo mit hochrangingen Persönlichkeiten von Polizei und Justiz anlegen muss.
Der Epilog deutet bereits einen vierten Band an, in dem Prepper-Per wieder in den Fokus rücken und Leo das Leben schwer machen wird...

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2025

Persönliche motivierte Ermittlungen einer Psychologin im Hochsicherheitstrakt einer JVA - spannende Suche nach Wahrheit

Safe Space
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Anna Salomon hat ihre Stelle als Anstaltspsychologin in der JVA Weyer angetreten. Dort wird sie Straftäter, die in dem Hochsicherheitsgefängnis einsitzen, behandeln, um ihnen bestenfalls zu einer Resozialisierung ...

Anna Salomon hat ihre Stelle als Anstaltspsychologin in der JVA Weyer angetreten. Dort wird sie Straftäter, die in dem Hochsicherheitsgefängnis einsitzen, behandeln, um ihnen bestenfalls zu einer Resozialisierung zu verhelfen. Annas Motivation geht jedoch weit über ihren eigentlichen Beruf hinaus. Sie möchte Gewissheit haben, was mit ihrer Schwester Sina passiert ist und hofft, in Weyer Antworten darauf zu finden. In der irrigen Annahme, dass dort niemand ihren Hintergrund kennt, begibt sie sich unweigerlich in Gefahr, denn mit Mördern spielt man nicht…

Der Thriller handelt auf zwei Erzählebenen, wobei die Gegenwart aus der Perspektive von Anna erzählt wird, die einen lang gehegten Plan in die Tat umsetzen möchte und sich dafür erfolgreich Zugang in eine Justizvollzugsanstalt verschafft hat. Die Vergangenheit wird aus den Perspektiven von Annas Schwester Sina und Leon geschildert, der diese vor ihrem aggressiven Freund schützen möchte. Sinas Tagebuch sowie Leons Erinnerungen an seine Kindheit ergänzen die Handlung und geben Raum für Spekulation.

Viele der handelnden Personen haben schlimme Erfahrungen hinter sich, sind traumatisiert und verhalten sich doppeldeutig. Es ist deshalb schwierig, die Protagonisten einzuschätzen, was für anhaltende Spannung sorgt. Folgerichtig wird man mit einem Täter überrascht, den man nicht im Visier hatte.

Die Geschichte ist wendungsreich und lässt in das Dunkle der menschlichen Seelen blicken. Interessant sind die Einblicke in die Abläufe einer JVA und die Therapie von Intensivstraftätern, deren Sinnhaftigkeit man unweigerlich hinterfragt.

“Safe Space” baut auf Verrat und Manipulation und handelt von den Auswirkungen von Gewalt, Erniedrigungen und Traumata. Nach der finalen Auflösung zieht sich das Ende etwas in die Länge und in Bezug auf den Aufbau der Geschichte spielte der Zufall für mich eine etwas zu große Rolle.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.11.2025

Geld allein macht nicht glücklich - lebendige, abwechslungsreiche, freche und herrlich absurde Geschichte über die asiatische Upperclass

Crazy Rich Asians
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Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin chinesischer Herkunft Rachel Chu und Nick Young sind knapp zwei Jahren liiert und wohnen gemeinsam in New York, aber Nick hat Rachel bislang seiner Familie ...

Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin chinesischer Herkunft Rachel Chu und Nick Young sind knapp zwei Jahren liiert und wohnen gemeinsam in New York, aber Nick hat Rachel bislang seiner Familie nicht vorgestellt. Das ändert sich, als sein bester Freund Colin Khoo heiratet und Nick als sein Trauzeuge eingeladen wird. Nick nimmt Rachel mit nach Singapur, wo sie überrascht feststellt, dass Nick aus einer Familie von Superreichen stammt und einer der begehrtesten Junggesellen Asiens ist. Nick hatte sich über die Beziehung bedeckt gehalten, weshalb Rachel von Freunden und Verwandten argwöhnisch betrachtet wird. Insbesondere Nicks Mutter, die Rachel nicht als passende Partie empfindet, nimmt Rachel heimlich unter die Lupe, ohne ihr eine Chance zu geben und intrigiert aus der Entfernung.

"Crazy Rich Asians" ist der erste Band einer Trilogie über einen Familienclan unvorstellbar reicher Asiaten, der bereits erfolgreich verfilmt wurde.

Der Roman ist aus verschiedenen Perspektiven geschildert, die Einblicke in die High Society in Singapur geben. Ein Stammbaum am Anfang des Buches informiert über die diversen Verzweigungen dreier Familien, überfordert auf den ersten Blick jedoch aufgrund der Vielzahl an Personen. Die Handlung beschränkt sich im Kern jedoch auf weit weniger Hauptfiguren, so dass die Verwandtschaftsgrade klar erkennbar oder im Detail zum Verständnis nicht relevant sind.

Die bodenständige Rachel, deren Mutter sich aus armen Verhältnissen empor gearbeitet hat, trifft bei der Reise nach Singapur unerwartet auf eine ihr fremde Welt, in der sie sich zurecht nicht willkommen fühlt. Neben Kapiteln aus ihrer Sicht lernt man ihren Lebensgefährten Nick kennen, der sie erschreckend unbedarft ins kalte Wasser wirft sowie viele weitere weit verzweigte Verwandte von Nick wie seine Cousine Astrid, die ihrem Ehemann eine Affäre unterstellt.

Im Fokus stehen die privilegierten Anfang 30-Jährigen sowie deren Eltern- und Großeltern-Generation. Neben einzelnen sympathischen Multimillionären und Milliardären ist die Vielzahl der Personen arrogant und überheblich und duldet keine Fremden in ihren Reihen. Tradition und Moderne treffen aufeinander und eröffnen Konflikte zwischen den Generationen.

Der Schreibstil ist satirisch und erzählt eine amüsante, vereinzelt unwirklich-absurde Geschichte, wenn auf einem mehreren Hektar großen Anwesen in einem Palast gefeiert wird, das so geheim ist, dass es auf keiner Karte verzeichnet ist oder wenn kurzerhand Millionen für Designer-Outfits ausgegeben werden und Privatjets für Wochenendausflüge gechartert werden. Glanzvolles Highlight ist die prunkvolle, dekadente Hochzeit, zu der Aristokratie und Geldadel geladen sind und von den Wiener Sängerknaben und dem Cirque du Soleil unterhalten werden.

Durch die wechselnden und bildhaft beschriebenen Orte sowie die Einblicke in verschiedene Leben, die man in der Art nur aus der Klatschpresse kennt, ist der Roman lebendig und abwechslungsreich. Die Geschichte ist frech und herrlich absurd, wirkt aber trotz aller Maßlosigkeit authentisch und erweckt das Gefühl, dass der Autor aus dem Nähkästchen plaudert und über Insiderwissen verfügt. Während man wiederholt fassungslos den Kopf über so viel Luxus, Oberflächlichkeit und Arroganz schüttelt, wird schamlos Geld ausgegeben, munter gelästert und intrigiert, was für Unterhaltung und spannungsvolle Momente sorgt. Überraschend vielschichtig wird der Roman, wenn ernste Töne anklingen, die zeigen, dass Geld allein nicht glücklich macht und dass Liebe nicht käuflich ist.

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  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 22.11.2025

Eine Kriegsgeschichte, die die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Gewalt darstellt, die Liebesgeschichte bleibt dabei hinter den Erwartungen zurück

Durch das große Feuer
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Henry Gaunt und Sidney Ellwood gehen auf ein Internat, als England Deutschland 1914 aufgrund der Verletzung belgischer Neutralität den Krieg erklärt. Für die Jungs ist der Krieg zunächst weit weg, aber ...

Henry Gaunt und Sidney Ellwood gehen auf ein Internat, als England Deutschland 1914 aufgrund der Verletzung belgischer Neutralität den Krieg erklärt. Für die Jungs ist der Krieg zunächst weit weg, aber schon bald lesen sie von den Verlusten und Verletzten und erkennen in den Opfern Mitschüler oder Verwandte von ihnen wieder. Gaunt, der deutsche Wurzeln hat, wird von seiner Familie gedrängt, sich freiwillig zu melden, um ihren guten Ruf zu bewahren, als er gerade 18 Jahre alt ist.
Ellwood und Gaunt, die mehr für einander empfinden, als nur Freundschaft, ihre wahren Gefühle dem anderen aber nie offenbart haben, schreiben sich Briefe. Als deutlich wird, dass der Krieg so schnell nicht beendet sein wird und die Verluste im Umfeld der Internatsschüler sich mehren, entscheidet auch Ellwood für die Front, um nicht als Feigling zu gelten. Durch Beziehungen gelangt er in das selbe Regiment wie Gaunt. Während der Tod in einem grausamen Stellungskrieg oft nur wenige Zentimeter entfernt ist, lenken sich Gaunt und Ellwood ab und kommen sich körperlich näher.

"Durch das große Feuer" handelt von der Grausamkeit des Krieges und einer verbotenen Liebe zweier Jungen, die darin hineingezogen werden.
Der Roman legt den Fokus gleichermaßen auf beide Hauptfiguren, den zurückhaltenden Gaunt mit deutschen Wurzeln, und den romantischen Poeten Ellwood.
Die Situation in dem Internat im Süden Englands erscheint dabei nicht immer authentisch. Es hat den Anschein, als habe nahezu jeder der Schüler homosexuelle Neigungen, die diese in unterschiedlicher Ausprägung ausleben. Häufig ist die Grenze zwischen Zuneigung und Gewalt durchlässig. Irritierend ist jedoch vielmehr, dass schwule Mitschüler toleriert werden, obwohl Homosexualität zu der Zeit strafbar war. Gleiches zeigt sich auch an der Front unter den Soldaten. Die gefährliche Offenheit erscheint wirklichkeitsfremd und inkonsequent, da beide Hauptfiguren hinsichtlich des Eingeständnisses ihrer sexuellen Orientierung wankelmütig sind.

Die Liebesgeschichte tritt schon bald für die Brutalität des Krieges, die ungeschönt und bildhaft geschildert wird, in den Hintergrund. Leichen, Eingeweide, Hirnmasse und Blut begegnen dem Leser mannigfaltig. Dennoch erhält man oftmals den Eindruck, als würden Gaunt und Ellwood nur Krieg spielen. Gerade die Episoden im Kriegsgefangenenlager, wenn alltäglich mit dem Feind kooperiert wird, wirken fragwürdig.

Während es schon schwierig ist, sich in Gaunt oder Ellwood hineinzuversetzen und zu begreifen, was sie empfinden, bleiben die Nebencharaktere austauschbar. Es gibt eine große Anzahl von Schülern und Soldaten, die Erwähnung finden, aber letztlich nicht mehr sind als Kanonenfutter.

Neben der fortlaufenden Erzählung mit einzelnen wenigen Rückblenden in die Zeit vor dem Krieg werden verschiedene Dokumente wie Briefe, Kondolenzschreiben, Gedichte und Zeitungsausschnitte eingebunden. Das sorgt für Abwechslung, gerade weil der Roman in Bezug auf die Kriegshandlung recht langatmig ist.

Der Roman zeigt eindrücklich die Grausamkeit und Sinnlosigkeit eines Krieges, in dem bereits Kinder zu Soldaten rekrutiert werden und den glorifizierten Heldentod sterben. Die Geschichte wirkt in der Veranschaulichung der Folgen der Gewalt mitunter reißerisch und bleibt in Bezug auf die Darstellung der verbotenen Liebe hinter den Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Konstruierte Geschichte, bei der nur am Ende Spannung aufkommt und letztlich noch Fragen offen bleiben

Die Schwester des Serienkillers
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Anna Price hat sich trotz ihrer traumatischen Kindheit, die sie nach dem Missbrauch durch ihre Eltern in einem Kinderheim verbracht hat, ein intaktes Leben mit einem liebenden Ehemann an ihrer Seite, ihrem ...

Anna Price hat sich trotz ihrer traumatischen Kindheit, die sie nach dem Missbrauch durch ihre Eltern in einem Kinderheim verbracht hat, ein intaktes Leben mit einem liebenden Ehemann an ihrer Seite, ihrem Traumberuf als Lehrerin und einem Haus am Meer aufgebaut.
Doch als ein Polizist vor ihrer Tür steht, wird Anna von ihrer Vergangenheit, die sie erfolgreich zurückgedrängt hatte, eingeholt. Ihr Bruder Henry, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, soll ein gesuchter Serienmörder sein. Fünf Frauen habe er bereits auf dem Gewissen und aufgrund der Todesdaten, die er innerhalb der letzten drei Jahre für seine ausschließlich weiblichen Opfer gewählt hatte, scheint der nächste Mord unmittelbar bevorzustehen. Die Polizei hofft, dass Anna helfen kann, die nächste Tat zu verhindern und kann nicht ausschließen, dass Anna sein nächstes Opfer ist. Schon wenig später erhält Anna einen Umschlag mit einem Rätsel, das sich offensichtlich auf das Spiel bezieht, das Anna und Henry in ihrer Kindheit gespielt haben und außer Kontrolle geriet. Anna muss mitspielen, um zu verhindern, dass Henry ihr Geheimnis lüftet, das ihr Leben zerstören könnte.

"Die Schwester des Serienkillers" ist der dritte Band der Serienkiller-Reihe, der unabhängig von den zuvor erschienenen Büchern gelesen werden kann, da es sich um abgeschlossene Geschichten mit eigenen Charakteren handelt.

Der Roman handelt in der Gegenwart an nur vier Tagen im Mai, die den Countdown bis zum mutmaßlich letzten Mord des Serienkillers bilden. Daneben gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, als Anna zusammen mit ihrem Bruder im Kinderheim Finley Hall untergebracht war und Henry immer unberechenbarer wurde. Ergänzend erhält man Einblicke in die Denkweise des Killers und die Durchführung seiner Taten, mit denen er auf makabre Weise die Nähe zu seiner Schwester herstellen möchte.

Obschon der Vergangenheitsstrang knapp gehalten ist, erhält man einen Eindruck davon, wie die Kinder von ihren eigenen Eltern vernachlässigt wurden und auch keine glücklichen Erfahrungen im Kinderheim gesammelt haben. Verunsicherung, Angst und Wut sind nachvollziehbar und geben eine Erklärung für Henrys krankes Spiel, mit dem er sich an seine Schwester klammert und sie gleichzeitig zurückweist.

Die Gegenwart ist abwechslungsreich geschildert, auch wenn gar nicht viel passieren muss, um Annas Leben in ihren Grundfesten zu erschüttern. Beruflich und privat steht sie schon bald vor einem Scherbenhaufen, wobei fraglich ist, wie viel Einfluss ihr Bruder ausübt und was er letztlich bezwecken möchte. Das Geheimnis, das er und seine Schwester teilen, kann hingegen frühzeitig erahnt werden.
In Bezug auf die Mordserie und die Ermittlungen von DI Walker bleiben viele Fragen offen und lassen die Geschichte konstruiert erscheinen. Auch gibt es nur in den letzten Kapiteln wirklich spannende Momente, wobei die lange Vorgeschichte für den Showdown nur bedingt nötig gewesen wäre. Der Clou im Epilog kommt wahrlich überraschend, lässt aber auch die gesamte Logik der Geschichte in Frage stellen.

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