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Veröffentlicht am 27.03.2026

Emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und am Ende leider etwas ernüchternd banal aufgelöst wird

Träume aus Salz
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Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während ...

Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während sie die Tage in der Hitze der Natur genießen, hat Flo nachts unruhige Träume.
In einer Taverne begegnen sie Sofia, die auf der Insel für ihre hellseherischen Fähigkeiten berüchtigt ist und auf Flo eine Faszination ausübt. Sie lässt sich von ihr die Tarotkarten legen und erhofft sich, die quälenden Erinnerungen an die Vergangenheit und den Zusammenbruch ihrer Familie loszulassen. Gleichzeitig quält sie die Tatsache, dass sie etwas vor Matty verheimlicht, der ersten Person, zu der sie seit Langem wieder Vertrauen gefasst hat.

Mit der Geschichte wird man bildhaft auf eine typische griechische Insel mit türkisfarbenem Meer, Olivenbäumen, lauschigen Tavernen und lauen Sommernächten versetzt. Auch die junge und noch frische Liebe von Flo und Matty passt zur Urlaubsatmosphäre. Das Paar genießt seine Freiheit und Zweisamkeit. Zum ersten Mal verbringen die beiden so viel Zeit gemeinsam und haben die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Doch Flo schließt Matty von einem Teil ihres Lebens aus und das Geheimnis, das sie vor ihm hat, stört die Harmonie.

Durch die Begegnung mit der Griechin Sofia rückt der Fokus weg von dem Paar. Gab es bisher nur Kapitel aus der Sicht von Flo, erhält auch Sofia ihre eigene Perspektive. Sie hat die Gabe ihrer Großmutter geerbt, hellsichtig zu sein und gilt damit als wichtigste Person der Insel. Sofia setzt die Fähigkeit unter Druck und hält sie auf der Insel gefangen.

Rückblenden in Flos Vergangenheit, die mit Tarotkarten überschrieben sind und damit mit der Gegenwart und Sofias Gabe verknüpft werden, zeugen vom Zusammenbruch einer Familie und einem schmerzhaften Verlust, womit Flo in ihren Träumen konfrontiert wird.

Der Roman entwickelt einen Sog durch das Ungesagte, das zwischen den Figuren steht und ihre innere Zerrissenheit, die zu fühlen ist. Die Liebe zwischen Flo und Matty ist spürbar, aber auch, dass sie sich noch in der Phase der Euphorie bewegen und der Zusammenhalt deshalb fragil ist. Spannung erzeugt, ob Flos Vergangenheit zwischen ihnen steht, ob Sofia mit ihrer magischen Gabe hilfreich sein kann oder ob sie eine eigene Agenda verfolgt und der Beziehung schaden könnte.

Der gemächliche Spannungsaufbau weckt Erwartungen, die die Geschichte am Ende nicht erfüllen kann. Eine Offenbarung bleibt aus und die Spannung verpufft ernüchternd.
"Träume aus Salz" ist eine emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und zeigt, wie groß die Auswirkungen vergangener Traumata sind und dass es den richtigen Anstupser und Moment braucht, um sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eine Liebe, die nicht sein darf? Emotionale Geschichte über Freundschaft, Liebe und resultierende Loyalitätskonflikte

The Night We Met
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Nach einem Konzert steht Larissa vor der Entscheidung, mit wem sie nach Hause fährt und entscheidet sich für den charismatischen Mike statt den zurückhaltenderen Chris. Larissa und Mike werden ein Paar, ...

Nach einem Konzert steht Larissa vor der Entscheidung, mit wem sie nach Hause fährt und entscheidet sich für den charismatischen Mike statt den zurückhaltenderen Chris. Larissa und Mike werden ein Paar, aber mit Chris teilt Larissa nicht nur einen Hund, sondern auch mehr Gemeinsamkeiten. Dazu kommt, dass Mike Larissa öfter versetzt und auch in kritischen Situationen im Stich lässt, weshalb Chris immer wieder für seinen besten Freund in die Bresche springen muss.
Chris macht dies gerne, denn er mag Larissa - mehr als er eigentlich sollte und Larissa kommen Zweifel, dass sie sich an einem Abend für den falschen Mann entschieden hat. Doch Mike zu verletzen, kommt für beide nicht in Frage...

Der Roman ist als Band 2 von "Say you'll remember me" deklariert, was für ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren sorgt. Zum Verständnis der verzwickten Dreiecksgeschichte sind aber keine Vorkenntnisse nötig.

Typischerweise im Wechsel aus der Perspektive beider Hauptfiguren geschrieben, erhält man Einblicke in die Leben von Larissa und Chris und insbesondere in ihr Gefühlschaos.
Schon früh ist klar, dass Larissa sich den falschen Freund ausgesucht hat und der logische Schritt die Trennung wäre. Tatsächlich ist die Situation aufgrund der Hintergründe und Erfahrungen der Figuren schwieriger, als gedacht.

Mike ist verliebt in Larissa, aber verbirgt hinter einer starken Fassade Probleme, so dass er ihr nicht der Partner sein kann, den sie benötigt.
Chris ist auch nicht ohne Sorgen, hat jedoch sein Leben im Griff. Er entwickelt immer mehr Gefühle für Larissa, gleicht Mikes Fehler aus und steht seinem besten Freund trotz allem zur Seite.
Larissa brennt nicht für Mike, sieht in ihm aber zunächst einen soliden Freund. Mehr Gemeinsamkeiten hat sie allerdings mit Chris und als sie Mike richtig kennenlernt, bereut sie ihre Entscheidung.

Durch die empathische Schreibweise und den nachvollziehbaren Loyalitätskonflikt kann man sich sehr gut in die Charaktere und ihre Vermeidungstaktik hineinversetzen. Gleichzeitig möchte man sie einfach nur schütteln und sie vor ihrer Loyalität bis zur Selbstaufgabe schützen.
Die Emotionen, die die Autorin dadurch weckt sowie die Darstellung der innigen Freundschaften, sind die Stärken des Romans, der zumal etwas auf der Stelle tritt. Auch gelingt es ihr durch humorvolle Szenen und lebendige Dialoge der durch die problembehafteten Figuren ernsten Geschichte Leichtigkeit zu verleihen. Dennoch bestimmen die Schwierigkeiten von Mike, Chris und Larissa wie Trauer, Armut, Depression und Alkoholprobleme die Handlung und geben ihr durch die feinfühlige Auseinandersetzung Tiefe.
Die Frage, ob und wie das Dilemma, in dem sich Chris und Larissa befinden, gelöst werden wird, bleibt spannend bis zum Schluss. Insbesondere da auch die liebevoll gemeinten, aber dennoch übergriffigen, überfürsorglichen Aktionen Chris' Zweifel wecken, ob überhaupt einer der beiden für eine Beziehung mit Larissa geeignet ist.

Normalerweise schafft es die Autorin auch ihre tierischen Nebenfiguren liebevoll in die Geschichte zu integrieren. Hier ist Yorkshire Terrier Wufferine allerdings kein Sympathieträger. Geradezu irritierend sind die wiederholten Szenen, in denen andere Tiere massakriert werden oder sich der Hund anderweitig abstoßend benimmt.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein Roman über das Erinnern und Vergessen - Nach einem dramatischen Einstieg kommt die Geschichte nicht voran und kommt zu keinem befriedigenden Ende

Ein weites Leben
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Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch ...

Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch übernehmen, doch dazu kommt es nicht. Im Januar 1958 ereignet sich ein Unfall, bei dem Vater Phil und Warren sterben, während der jüngere Sohn Matthew schwer verletzt überlebt. Die Auswirkungen sind nicht nur aufgrund der beiden Todesfälle belastend für die Familie. Tochter Rose quält sich mit schweren Schuldgefühlen und trifft eine folgenschwere Entscheidung, die ihr zum Verhängnis wird und auch die nachfolgende Generation beschäftigen wird.

"Ein weites Leben" ist eine Familiengeschichte, die im Wesentlichen in den Jahren 1958 und 1969 handelt, sich insgesamt jedoch über 40 Jahre erstreckt.

Ausdrucksstark vermittelt die Autorin einen eindringlichen Einblick in die Lebensverhältnisse auf einer Schaffarm im Westen Australiens zur damaligen Zeit. Die weiten Entfernungen sind beeindruckend und machen das Leben und Überleben nicht einfach. Dazu kommt, dass die Familie MacBride mit mehreren Tragödien konfrontiert wird, die die Hauptfiguren und ihre Entscheidungen nachdrücklich prägen.

Der Roman handelt von Schuldgefühlen und Geheimnissen, die zerstörerisch sind. Das Leid ist bewegend, aber die Charaktere bleiben distanziert, so dass es mitunter nicht einfach ist, ihr Handeln nachzuvollziehen. Auch die willkürlichen Zeitsprünge und Perspektivwechsel stören den Lesefluss. Spannung erzeugen unvermittelt die Nebenfiguren, die auf Ungereimtheiten stoßen, deren Schicksale aber nur zeitweise eine Rolle spielen und letztlich wieder in Vergessenheit geraten.

Nach einem spannenden und dramatischen Einstieg dreht sich die Geschichte in den folgenden Jahren im Kreis und ist von einer elendigen Selbstgeißelung geprägt, die ein Verzeihen und zukünftiges Glück ausschließen.

Es geht um das Erinnern und das Vergessen und wie viel man bereit ist zu tun, um seine Geheimnisse und seine Lieben zu schützen. Insgesamt ist es jedoch sehr deprimierend zu verkraften, wie sich die Charaktere selbst im Weg stehen und dass nicht alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende geführt werden. Die Botschaft des Romans hat sich mir damit nicht erschlossen.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Spukhausgeschichte zwischen Horrorroman, Drama und Mysterythriller

Das gierige Haus
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In Chicago steht ein Haus, das seit einem erweiterten Suizid in den 1970er-Jahren unbewohnt ist. Um das Haus ranken sich zahlreiche Mythen, was vor allem auf Kinder und Jugendliche eine Faszination ausübt. ...

In Chicago steht ein Haus, das seit einem erweiterten Suizid in den 1970er-Jahren unbewohnt ist. Um das Haus ranken sich zahlreiche Mythen, was vor allem auf Kinder und Jugendliche eine Faszination ausübt. So gelangt auch der achtjährige Paul mit seinen beiden Freunden im Rahmen einer Mutprobe in das Haus - und nie wieder zurück. Seine ältere Schwester Jessie, die ihn dazu angestiftet hat, muss mit der Schuld leben.
Sie wird früh selbst Mutter und beschäftigt sich 13 Jahre nach Pauls Verschwinden erneut mit dem Haus, das unverwüstlich immer noch steht und seinen Hunger noch lange nicht gestillt hat.

"Das gierige Haus" greift eine altbekannte Plotidee um ein Horrorhaus auf, das über Jahrzehnte hinweg Menschen anlockt und darin begräbt. Dieses Haus scheint sich von Menschen, insbesondere von Kindern, geradezu zu ernähren.

Nachdem 1973 eine ganze Familie darin ums Leben gekommen ist, wurde auch Jessies Familie durch den Verlust ihres Bruders zerstört. Doch Paul ist nicht das letzte Kind, das dort sein Leben lässt.

Wie das Haus trotz der bekannten Gefahr immer wieder Menschen anzieht, so entwickelt auch die Handlung eine Sogwirkung. Aus der Sicht von Jessie geschildert, ist ihre Wut und Trauer spürbar. Gleichzeitig ist die Befürchtung präsent, dass sich in dem Haus weiterhin schlimme - blutige - Dinge ereignen werden, insbesondere als Jessie selbst Mutter eines Sohnes ist, der sie täglich an Paul erinnert.

Das Haus wird vermenschlicht, es pulsiert und atmet, wird zu einem Monster stilisiert und sorgt für Grusel und Unbehagen. Dennoch handelt es sich nicht um einen reinen Splatter-Horrorroman. Jessies Entwicklung von einem aufmüpfigen Teenager zu einer verantwortungsvollen jungen Frau und kämpferischen Mutter steht genauso im Vordergrund wie die nachbarschaftlichen Beziehungen in dem Wohnviertel und der enge, fürsorgliche Zusammenhalt aufgrund der gemeinsam erlebten tragischen Ereignisse.

Obschon bei Spukhausgeschichten nicht unbedingt rationale Erklärungen zu erwarten sind, wird sich hier zumindest darum bemüht. Das Ende des Buches, das sich zwischen Horrorroman, Drama und Mysterythriller bewegt, ist allerdings kurz gefasst und im Vergleich zur jahrzehntelangen, unberechenbaren Brutalität des Hauses zu einfach gestrickt.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wie viel Freiheit hält die Liebe aus? Zeitlose Geschichte über die Angst, sich selbst in einer Beziehung zu verlieren

Die beste aller Beziehungen
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Martina und Gustav lernen sich an der Universität Stockholm kennen, haben gleiche Interessen und philosophieren gemeinsam über Bücher und Filme. Sie verlieben sich in einander, haben jedoch unterschiedliche ...

Martina und Gustav lernen sich an der Universität Stockholm kennen, haben gleiche Interessen und philosophieren gemeinsam über Bücher und Filme. Sie verlieben sich in einander, haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung. Während sich Gustav fest binden möchte, an Zusammenziehen und Heiraten denkt, schreckt Martina diese Vorstellung ab.
Martina und Gustav können nicht mit, aber auch nicht ohne einander, weshalb sich eine jahrelange On-Off-Beziehung entwickelt, während der sie auch Beziehungen mit anderen Partnern eingehen, diese jedoch immer am jeweils anderen messen.

"Die beste aller Beziehungen" ist ein schwedischer Bestseller aus dem Jahr 1976, der nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Martina geschildert, die sehr reflektiert ist und sich bewusst ist, dass ihre Einstellung zu Liebe, Partnerschaft und Ehe einer festen Bindung wenig zuträglich ist. Gustav verlieren möchte sie jedoch auch nicht, weshalb sie es hinnimmt, wenn er andere Frauen trifft - und sich das gleiche Recht nimmt.

Martina ist auch in Bezug auf ihr Studium und ihren Beruf rastlos, ist unstet und ständig auf der Suche nach Veränderung. Ihr Charakter, der immer wieder an sich zweifelt und Dinge in Frage stellt, wirkt glaubwürdig, aber auch Gustav als männlicher Gegenpart, der sich nach körperlicher Nähe sehnt, ist nachvollziehbar dargestellt.

Martina und Gustav probieren im Verlauf der Jahre Freundschaft und Polygamie, aber optimal ist keine der Lösungen. Fraglich ist, ob beide zusammen als Paar wirklich glücklich werden können.
Die Geschichte wird mit einer klugen Beobachtungsgabe undramatisch erzählt, was gut zu den Figuren passt. Mit dem jahrelangen Harren auf ihren Standpunkten ist die Erzählung aber auch etwas behäbig und mit wenig neuen Impulsen versetzt, so dass sie insgesamt straffer erzählt werden können, ohne die Länge auf über 600 Seiten auszudehnen.

Das Buch thematisiert gekonnt die Gegensätze Liebe und Freiheit, Zusammensein und Unabhängigkeit und hat damit nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Es ist eine zeitlose Geschichte über die Schwierigkeit, Kompromisse einzugehen und die Angst, sich selbst in einer Beziehung zu verlieren.

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