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Veröffentlicht am 04.02.2025

Camping ist Urlaub

Der Tod hat eine Anhängerkupplung
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Endlich Urlaub, denkt sich die Familie Lehnen, als sie zu ihrem Camper an die holländische Nordseeküste aufbrechen. Doch diesmal ist alles anders und statt Ruhe erwartet sie das Blaulicht der Polizei, ...

Endlich Urlaub, denkt sich die Familie Lehnen, als sie zu ihrem Camper an die holländische Nordseeküste aufbrechen. Doch diesmal ist alles anders und statt Ruhe erwartet sie das Blaulicht der Polizei, die den Eingang versperrt. Es hat einen Toten gegeben. Es ist der Pächter der Kantine, Coen Rimmel und der hängt kopfüber in der Chemiekloentsorgungsstation. Incpecteur Piet van Houwenkamp und seinen Assistentin Brigadier Annemieke Breukink übernehmen den Fall. Für Piet ist es nicht einfach, denn er ist hier aufgewachsen und erkennt die meisten Einheimischen persönlich, auch Coen. Aber auch die Lehnens haben es nicht leicht auf dem Camping de Grevelinge, denn die Ruhe ist erst einmal gestört.
"Der Tod hat eine Anhängerkupplung" von Bernd Stelter ist schon ein sehr spannender Krimi, doch er ist auch mit der leichten Feder eines Kabarettisten geschrieben, Das wird natürlich schon auf dem Cover mehr als deutlich, genauso wie die Urlaubsform. Denn das Auto mit dem Camper im Schlepp ist schon mal angedeutet. Mit einer großen Leichtigkeit stellt der Autor die Familie Lehnen und die anderen Bewohner des Campingplatzes vor und ich kann mich sehr gut in diese Szene hineinversetzen. Ich sehe aber auch den erzählenden Autor vor mir. Genauso bildhaft stellt er auch den Kommissar und die holländischen Charaktere dieses Campingplatzes vor. Natürlich geschieht der Mord an einer sehr nützlichen Stelle für die Camper, aber auch sehr geruchsintensiven für alle die den Toten bergen müssen. Zur Unterstützung seines Textes hat der Autor, bzw. der Graphiker, noch wichtige Szenen in Bilder umgewandelt, die das ganze bildhafte noch unterstreichen. Auch der Spannungsbogen ist exzellent entwickelt.
Ich mag diesen Krimi wegen seiner Leichtigkeit, seiner Spannung und seiner sehr schönen Beschreibung dieses Campingidylls. Ich kann den Krimi deshalb gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Gefährliche Frauen

Sing mir vom Tod
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Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die ...

Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die Morde ihrem Komplizen in die Schuhe geschoben. Sie ist eine Tochter aus gutem Haus, doch sie ist in die Drogenkarriere abgerutscht. In dem Frauengefängnis trifft sie auf Dios Sandoval, die es nicht ausstehen kann, das Florida sich als Opfer darstellen möchte. Sie provoziert Floride, wo sie nur kann, doch als sie dann eine weitere Insassin angreift, wird die Verbindung zwischen den beiden sehr aggressiv. Der Höhepunkt ist dann bei einem Stromausfall der Mord an einer Mitinsassin. Doch trotz alledem wird Florida auf Bewährung entlassen, aber Dios ist ihr auf den Fersen.
„Sing mir vom Tod“ von Ivy Pachoda ist ein sehr bemerkenswerter Thriller über Kriminelle Frauen. Die Sprache, die die Autorin anwendet, ist sehr direkt und sehr bildhaft, denn man kann sich die Situation im Frauengefängnis sehr gut vorstellen. Es ist fast ein Psychokrieg zwischen den beiden Frauen im Gefängnis. Die Atmosphäre ist voller Gewalt und Aggression, die nicht nur von den Insassinnen, sondern auch von dem Personal, ausgeht. Es sind einige Beispiele sehr drastisch beschrieben und so können sich die Leser*innen diese Atmosphäre fast spüren. Auch die Polizistin, die ihnen nach der Entlassung auf der Spur ist, hat auch eine gewisse Aggressivität in sich. Doch sie ist sehr ambivalent beschrieben, zwischen Privatleben und Beruf. Auch nachder Entlassung ist die Situation bei Florida und Dios sehr explosiv. Die Autorin lässt zur Erklärung und Beschreibung der Situation auch eine Mitgefangene, Kace, sprechen, so dass nicht nur Dios, Florida und Lobos, die Polizistin, zu Worte kommen. Die Spannung fängt schon beim Cover an, das in gelb gehalten ist mit einem brennend roten Ball der Sonne, in die zwei
typische Bäume der Region abgebildet sind. Die Sprache heizt die Spannung bis zum Ende an.
Dieser Thriller ist mit seiner Geschwindigkeit und der Dichte der Erzählung empfehlenswert. Er behandelt sehr interessante Themen und spielt in der Pandemie, was dem Ganzen in meinen Augen noch einen interessanten Drive gibt.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Kostbarer Marmor

Ein Schimmern am Berg
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Am Morgen nach einem Konzert im Marmorbruch von Laas wird eine Frau tot aufgefunden, die verstümmelt wurde. Commissario Grauner nimmt die Ermittlungen auf und es stellt sich heraus, dass die Tote eine ...

Am Morgen nach einem Konzert im Marmorbruch von Laas wird eine Frau tot aufgefunden, die verstümmelt wurde. Commissario Grauner nimmt die Ermittlungen auf und es stellt sich heraus, dass die Tote eine bekannte Bildhauerin aus dem Ort war. Außerdem findet der Commissario heraus, dass es wohl einen Streit zwischen den Marillenbauern und dem Besitzer des Marmorbruchs gekommen war. Er findet mit Marillen beschmierte Blöcke, die dann auch noch mit vergifteten Marillen verunreinigt wurden Der Staatsanwalt Belli hatte sich bei dem Verzehr vergiftet. Doch was hatte das alles mit der Toten zu tun. Außerdem führte eine Spur nach New York und es war gut, dass sich Ispettore Saltapepe und Grauners Assistentin Tappeiner in Amerika aufhielten und dem Commissario helfen konnten.
„Ein Schimmern am Berg“ von Lenz Koppelstädter ist ein spannender regionaler Krimi aus Südtirol, der ein interessantes Thema bearbeitet. Gerade d ei Bereiche Wirtschaft, hier Marmorabbau, und Landwirtschaft, hier Marillenanbau, sind ein dankbares Thema für einen Krimi. Das Cover hat nur bedingt mit dem Thema zu tun, zeigt aber die schöne Hochgebirgslandschaft Südtirols und auch deren Kargheit. Die Hauptperson Commissario Grauner ist ein alter Hase im Geschäft und kennt viele Menschen und weiß mit ihnen umzugehen. Es ist in dieser Region sicher nicht einfach und da ist die Darstellung des einheimischen, bodenständigen Polizisten sehr gut gewählt. An seiner Seite steht der Staatsanwalt Belli, der auch sehr pragmatisch handelt und so sind die beiden hier ein gutes Team. Die weiteren wichtigen Personen in diesem Krimi, sind die beiden Menschen, die sich auf einer Reise in die USA befinden und dort auch heiraten. Der Autor baut dies geschickt in die Handlung ein und auch dieser Zweig steigert die Spannung des ganzen Krimis. Der Spannungsaufbau ist dem Autor sehr gut gelungen und er führt beide Erzählstränge am Ende gut zusammen.
Ich mag diese Art Krimis, die einen sehr guten Einblick in die Region und deren Besonderheit aufzogen. Auch dieses Thema ist für mich interessant, da es den Blick auf die Region noch mal vertieft. Ich kann diese Buch gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Die tote Buchautorin

Aargauer Vergeltung
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Andrina arbeitet im Korrektorat des Buchverlages Cleve. In ihren Zuständigkeitsbereich fällt die
Betreuung der Bestsellerautorin Melissa. Die hat so ihre Besonderheiten und Andrina mag nicht
die Zusammenarbeit ...

Andrina arbeitet im Korrektorat des Buchverlages Cleve. In ihren Zuständigkeitsbereich fällt die
Betreuung der Bestsellerautorin Melissa. Die hat so ihre Besonderheiten und Andrina mag nicht
die Zusammenarbeit mit ihr nicht wirklich, aber als wichtige Autorin des Verlags muss sie dies
nun mal tun. Als sie in der Mittagspause mit ihrer Kollegin Gabi in Aargau unterwegs ist, bemerkt
sie ein Polizeiauto vor einem Wohnhaus in dem Melissa wohnt. Marco der Freund von Gabi ist
ebenfalls dort im Einsatz, da er Polizist ist. Eine Nachbarin, die die Tote gefunden hat, bestätigt
dass es sich um Melissa handelt. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und hat die
Verlagsmitarbeiter im Blick. Die Frage, wo der Mörder bleibt, vorerst im Dunkeln.
Der Krimi „Aargauer Vergeltung“ von Ina Haller ist ein sehr spannender, regionaler Krimi aus der
Schweiz, Das Cover ist für mich ohne Bezug zum Inhalt, aber ein gut gewähltes Wintermotiv.
Dafür ist die Sprache, aber sehr zielführend und mit den eingefügten Begriffen, die nur in der
Region benutzt werden, auch sehr authentisch. Es ist schon eine sehr gute Idee, der Mord an der
Krimi Bestsellerautorin. Dann auch noch vergiftet. Ein spannend entwickelter Plot und auch die
einzelnen Figuren entwickeln im Fortlauf der Story ihre Eigenheiten, sei es die
Verlagsmitarbeiter oder aber auch die Polizisten, die auch noch teilweise mit den
Verlagsmitarbeiterinnen befreundet sind. Aber aus dieser Bredouille weiß der Autor einen
eleganten Ausweg, der auch im richtigen Leben immer wieder hilfreich ist. Der Spannungslosen
ist gut aufgebaut und es gibt auch manch überraschende Wendung bis zum Ende.
Ich finde diesen regionalen Krimi sehr gelungen, spannend und interessant und in einem Milieu,
dass nicht so häufig Thema eines Krimis ist. Ich finde diesen Krimi empfehlenswert für alle, die
auch an Regionen interessiert, die in dem Krimi mit eingebunden sind.


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Veröffentlicht am 19.01.2025

Gefahr für das Team

Todesschmerz
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Maarten S. Snijder befürchten das ein Maulwurf Insider Informationen weiterleitet. Sein Team ist diesem Menschen auf der Spur, doch dann wird das Team nach Norwegen abberufen. Dort hat man die Botschafterin ...

Maarten S. Snijder befürchten das ein Maulwurf Insider Informationen weiterleitet. Sein Team ist diesem Menschen auf der Spur, doch dann wird das Team nach Norwegen abberufen. Dort hat man die Botschafterin und ihren Sicherheitsbeauftragten ermordet. Das Team reist widerwillig nach Norden, da man das Gefühl hat, man möchte sie weit weg vom Geschehen in Deutschland haben. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit der norwegischen Polizei nicht sehr erquicklich. Um eventuell auftretende Schwierigkeiten zu lösen, ist eine Mitarbeiterin des BND mit im Team, die auch noch sehr gut norwegisch spricht.Die Ermittlungen erweisen sich als sehr zäh und nur mühsam verschafft sich Marten Zugriff auf Informationen und so können sie auch bald erkennen, dass es zwei Täter gibt, doch in Oslo kommen sie nict weiter und so müssen sie sich auf den Weg machen um das Geheimnis zu lüften, doch es wartet ein mächtiger Gegener.
Das Cover des Thrillers "Todesschmerz" von Andreas Gruber, ist in einem sehr einfachen Stil gehalten, aber weist auf etwas typisches von dem Land der Ermittlungen hin. Es soll ja auch nicht auf das Cover ankommen, es ist die Story, die mich an diesem Buch gefesselt hat. Außerdem die sehr direkte Sprache, die der Autor an den Tag legt, das fasziniert mich immer wieder an seinen Bücherm Der Inhalt ist sehr dicht und das hat Einfluss auf die Spannung, die sich fast durch das ganze Buch zieht. Natürlich hat er mit Maarten S. Snijder eine Figur geschaffen, die gegen alle Regeln der Ermittlungen und auch manchmal ganz hart am Rande der Legalität ermittelt. Dafür ist er dann auch erfolgreich und er wird meistens von oben gedeckt. Sein team hat der Autor sehr gut zusammengestellt, die auch ähnlich sind wie Maarten, aber manchmal auch etwas Vernunft ins Spiel bringen. Sabine ist schon vonn Anfang an dabei, Tina und Marc noch nicht, aber sie ergänzen das Team hervorragend, dann sind da noch Horowitz und Krzysztof, die er schon Lange kennt. Dieses Team von Spezialisten, mit einem kiffenden Maarten, als Chef ist schon etwas Besonderes. Der Fall den sie diesmal haben erweist sich als sehr komplex und bringt das team an den Rand ihres Könnens. Das alleine macht den Thriller schon hoch spannend und deshalb fällt der Spannungsbogen auch nicht ab, sondern entwickelt sich gut bis zum überraschenden Ende.
Ich bin ein absoluter Fan von Andreas Gruber und seinen Thrillern, denn er schafft es mich zu fesseln und obwohl die Bilder, die er zeichnet schon sehr brutal daher kommen, kann ich gut damlt umgehen. Für mich ist dieser Thriller ein sehr gutes Buch, der in der Reihe mit seinen anderen Thrillern dieses Teams ganz weit vorne liegt.

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