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Veröffentlicht am 10.02.2025

Wikingermorde

Die Brandung – Leichenfischer
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Im deutsch-dänischen Grenzgebiet werden zwei tote Frauen gefunden. Zuständig sind sowohl die dänische und die deutsche Polizei. Fria Svensson wird auf der dänischen Seite zu den Ermittlungen hinzugezogen, ...

Im deutsch-dänischen Grenzgebiet werden zwei tote Frauen gefunden. Zuständig sind sowohl die dänische und die deutsche Polizei. Fria Svensson wird auf der dänischen Seite zu den Ermittlungen hinzugezogen, Sie ist Archäologin und arbeitet im Museum, aber ihre Brüder sind Polizisten auf der dänischen Seite und sie hat schon öfter beraten, wenn es möglich war. An der Art der Grabstätte stellt sie fest dass es sich um ein Wikingergrab handeln kann. Auch auf der deutschen Seite hat Hauptkommissar Ohlsen einen Historiker als Berater angefordert. Zu Beginn haben die beiden Teams überhaupt keine Ansatzpunkte, Auch als die Toten identifiziert wurden half es zu Beginn nicht den Mörder zu identifizieren. Erst als wieder Frauen verschwanden kann Bewegung in die Ermittlungen.
„Leichenfischer“ ein Ostseekrimi von Karen Kliewe ist ein sehr spannendes Buch über eine grenzüberschreitende Mordermittlung. Es wurde nicht nur eine Ländergrenze gequert, sondern es wurden auch Informationen aus anderen Fachgebieten, wie die Archäologie, benutzt. Deshalb sind die beiden Hauptfiguren, Frie, die dänische Archäologin, und Ohlsen der deutsche Hauptkommissar, auch ein Team bei den Ermittlungen. Natürlich ist das Polizeiteam größer und es ist schon interessant, das es in Dänemark ein Familienteam ist, zu dem dann auch Fria gehört. Hauptthema des Buches ist der Wikingerkult, allerdings gehört noch ein weiteres Thema in diesen Krimi, das stark thematisiert wird. Dieses Thema kristallisiert sich im Laufe der Story immer klarer heraus. Schon das Cover hat diesen Wikingertouch und es gefällt mir sehr gut. Die Schreibweise der Autorin ist sehr bildhaft und regt zum mitfiebern an, was allerdings nicht ganz einfach ist. Das gilt nicht nur für die Ermittler auch der Leser ist in die Ermittlungen einbezogen und kann so die Schwierigkeiten nachvollziehen. Die Autorin hat mehrere Personen mit in das Geschehen eingebunden, die sehr rätselhaft überkommen, aber die Spannung anschieben. Nach und nach wird klar, welche Rolle die Personen spielen. Dis Ausarbeitung des Spannungsbogens finde ich sehr gelungen, da sich erst ganz langsam des Rätsels Lösung findet.
Ich mag diesen Krimi sehr, da er Einblick in verschieden Bereiche bietet, Es ist nicht nur die Polizeiarbeit, sondern auch die Archäologe, mit dem Wikingerkult, der für die Region speziell ist und die grenzüberschreitenden Aktionen, die auch die Region charakterisieren. Ein sehr spannender und interessanter Krimi, den ich sehr gut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Drogen

Friesenrausch
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Morgens ganz früh findet ein Pendler im Bahnhofsklo einen toten Jugendlichen. Es handelt sich, wie die Polizei ermittelt um den Schüler Jan Lamprecht. Er ist an einer Überdosis Heroin gestorben. ...

Morgens ganz früh findet ein Pendler im Bahnhofsklo einen toten Jugendlichen. Es handelt sich, wie die Polizei ermittelt um den Schüler Jan Lamprecht. Er ist an einer Überdosis Heroin gestorben. Die Polizei und auch das Umfeld tappen eine ganze Weile im Dunkeln. Dirk Thamsen, der Kommissar, bekommt auch keine Hilfe von LKA in Husum, so muss er dann selber ermitteln. Sein Freund Haie will ihm helfen und als ein Aushilfsjob als Hausmeister frei wird, nimmt er ihn an, um in der Schule des Ortes zu ermitteln. Niklas sein Patenkind ist darüber nicht erfreut. Aber irgendetwas muss die Schule damit zu tun haben, ist sich Kommissar Thamsen sicher.
„Friesenrausch“ von Sandra Dünschede ist ein spannender regionaler Krimi, der ein sehr aktuelles Thema bearbeitet, dass wohl an einigen Schulen so oder ähnlich vorkommen kann. Das Cover ist sehr beeindruckend, da es ein typisches Bild von der nordfriesischen Nordseeküste zeigt. Auch die Hauptcharaktere hat dieser Landstrich geprägt. Sie sind verflochten in den Ort und auch in die Neuigkeiten, die beim Bäcker oder im Lebensmittelladen brühwarm erzählt werden. In dieser Situation muss Dirk Thamsen auch an der Schule ermitteln, was ein sehr gefühlvoller Auftreten erfordert. Dirk hat aber auch einen privaten Helfer, der immer wieder gerne seinem Freund Dirk helfen möchte. Das ist nicht immer ganz einfach. Aber auch hier wird wieder ein Mittel gefunden, ein Hausmeisterjob. Natürlich ist dieser Job prädestiniert, um Neues zu erfahren. Das Thema Mobbing ist sehr präsent an Schulen, wie man auch aus der Presse entnehmen kann und so finde ich es gut darüber auch eine Krimi zu schreiben. Natürlich ist dieser Krimi in die Region und ihre Bewohner eingebettet. Ich kann die Situation und die Neugier in diesem Ort gut nachvollziehen. Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz und hat am Ende Überraschungen zu bieten.
Ich bin ein Freund dieser Krimis, da ich mich immer wieder gut einfinden kann und mich teileweise auch mit dem Kopfkino mitten in der Handlung wiederfinde. Daumen hoch für eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Neue Besen

Liebe macht zornesblind
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• Commissario Fameo muss sich nach der kurzfristigen Beurlaubung des Vizequestora mit dessen Nachfolgerin abfinden. Er ist etwas überrascht, wie schnell man diese Dame nach Bozen geschickt hat und er ist ...

• Commissario Fameo muss sich nach der kurzfristigen Beurlaubung des Vizequestora mit dessen Nachfolgerin abfinden. Er ist etwas überrascht, wie schnell man diese Dame nach Bozen geschickt hat und er ist auch einigermaßen enttäuscht, Es gibt auch einen neuen Fall in dem er und Tommasso von den Carabinieri gemeinsam ermitteln und er hat eine neue Assistentin bekommen. Diese Francesca ist eine sehr anpackende Frau, was die beiden Freunde auch schnell miterleben. Es geht in ihrem neuen Fall um die Beschaffung von Daten und es waren rumänische Kleinkriminelle, die sie zu fassen bekamen. Doch ehe sie an die Hintermänner gelangen konnten, hatte Fabios Chefin schon eine Kampagne gegen Ausländerkriminalität angestoßen. Allerdings beschäftigte die Polizei sich auch mit zwei Toten, die sie im abgelegenen Pfossental gefunden hatten. die Rätsel nehmen nicht ab und die Neue ist dabei nicht hilfreich.
• Es ist der zweite Band mit den Hauptdarstellern Fabio Fameo und Tommasso in der Reihe der Südtirol Krimis von Ralph Neubauer. Dieser Band spielt wieder in der wunderschönen Landschaft Südtirols und macht einen Abstecher in das Pfossental und seine wilde Schönheit. Die Fälle beschäftigen die beiden Freunde schon sehr und der Hintergrund ist auch sehr nachvollziehbar und authentisch. Ebenso wie der Auftritt der neuen Vizequestura. Das ist jetzt kein eigentlicher Fall für die Polizisten, doch er ist sehr nachvollziehbar und passt auch in die Zeit. Schön, dass der Commissario eine neue Assistentin bekommt, die dem Team sehr guttut. Die Verwicklungen, die sich den beiden Teams, Polizei und Carabinieri, hier bieten sind schon sehr spannend und hält sie in Atem. Doch auch das Privatleben kommt nicht zu kurz, denn Fabio will heiraten, was auch seine ganze private Konzentration bedarf. Es ist schön das nicht nur Straftaten behandelt werden, sondern auch das menschliche nicht zu kurz kommt. Am Schönsten finde ich natürlich die Einbindung in die Region, was das Cover mit der alten Tür eines Bauernhofes verdeutlicht. Aber die Spannung kommt auch nicht zu kurz und das auf mehreren Ebenen.
Es ist mein erster Südtirol Krimi und ich habe mich gleich sehr wohl gefühlt in der Art der Erzählung und natürlich in der Landschaft. Aber mir gefällt auch die Herangehensweise der beiden Hauptcharaktere und auch diesem Grund kann ich den Krimi empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Camping ist Urlaub

Der Tod hat eine Anhängerkupplung
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Endlich Urlaub, denkt sich die Familie Lehnen, als sie zu ihrem Camper an die holländische Nordseeküste aufbrechen. Doch diesmal ist alles anders und statt Ruhe erwartet sie das Blaulicht der Polizei, ...

Endlich Urlaub, denkt sich die Familie Lehnen, als sie zu ihrem Camper an die holländische Nordseeküste aufbrechen. Doch diesmal ist alles anders und statt Ruhe erwartet sie das Blaulicht der Polizei, die den Eingang versperrt. Es hat einen Toten gegeben. Es ist der Pächter der Kantine, Coen Rimmel und der hängt kopfüber in der Chemiekloentsorgungsstation. Incpecteur Piet van Houwenkamp und seinen Assistentin Brigadier Annemieke Breukink übernehmen den Fall. Für Piet ist es nicht einfach, denn er ist hier aufgewachsen und erkennt die meisten Einheimischen persönlich, auch Coen. Aber auch die Lehnens haben es nicht leicht auf dem Camping de Grevelinge, denn die Ruhe ist erst einmal gestört.
"Der Tod hat eine Anhängerkupplung" von Bernd Stelter ist schon ein sehr spannender Krimi, doch er ist auch mit der leichten Feder eines Kabarettisten geschrieben, Das wird natürlich schon auf dem Cover mehr als deutlich, genauso wie die Urlaubsform. Denn das Auto mit dem Camper im Schlepp ist schon mal angedeutet. Mit einer großen Leichtigkeit stellt der Autor die Familie Lehnen und die anderen Bewohner des Campingplatzes vor und ich kann mich sehr gut in diese Szene hineinversetzen. Ich sehe aber auch den erzählenden Autor vor mir. Genauso bildhaft stellt er auch den Kommissar und die holländischen Charaktere dieses Campingplatzes vor. Natürlich geschieht der Mord an einer sehr nützlichen Stelle für die Camper, aber auch sehr geruchsintensiven für alle die den Toten bergen müssen. Zur Unterstützung seines Textes hat der Autor, bzw. der Graphiker, noch wichtige Szenen in Bilder umgewandelt, die das ganze bildhafte noch unterstreichen. Auch der Spannungsbogen ist exzellent entwickelt.
Ich mag diesen Krimi wegen seiner Leichtigkeit, seiner Spannung und seiner sehr schönen Beschreibung dieses Campingidylls. Ich kann den Krimi deshalb gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Gefährliche Frauen

Sing mir vom Tod
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Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die ...

Florida Baum ist eingesperrt in das Frauengefängnis in Arizona, wo sie eine Strafe für Mittäterschaft an einem Überfall abbüßt. Bei dem Überfall wurden Menschen getötet, doch sie hat die Schuld für die Morde ihrem Komplizen in die Schuhe geschoben. Sie ist eine Tochter aus gutem Haus, doch sie ist in die Drogenkarriere abgerutscht. In dem Frauengefängnis trifft sie auf Dios Sandoval, die es nicht ausstehen kann, das Florida sich als Opfer darstellen möchte. Sie provoziert Floride, wo sie nur kann, doch als sie dann eine weitere Insassin angreift, wird die Verbindung zwischen den beiden sehr aggressiv. Der Höhepunkt ist dann bei einem Stromausfall der Mord an einer Mitinsassin. Doch trotz alledem wird Florida auf Bewährung entlassen, aber Dios ist ihr auf den Fersen.
„Sing mir vom Tod“ von Ivy Pachoda ist ein sehr bemerkenswerter Thriller über Kriminelle Frauen. Die Sprache, die die Autorin anwendet, ist sehr direkt und sehr bildhaft, denn man kann sich die Situation im Frauengefängnis sehr gut vorstellen. Es ist fast ein Psychokrieg zwischen den beiden Frauen im Gefängnis. Die Atmosphäre ist voller Gewalt und Aggression, die nicht nur von den Insassinnen, sondern auch von dem Personal, ausgeht. Es sind einige Beispiele sehr drastisch beschrieben und so können sich die Leser*innen diese Atmosphäre fast spüren. Auch die Polizistin, die ihnen nach der Entlassung auf der Spur ist, hat auch eine gewisse Aggressivität in sich. Doch sie ist sehr ambivalent beschrieben, zwischen Privatleben und Beruf. Auch nachder Entlassung ist die Situation bei Florida und Dios sehr explosiv. Die Autorin lässt zur Erklärung und Beschreibung der Situation auch eine Mitgefangene, Kace, sprechen, so dass nicht nur Dios, Florida und Lobos, die Polizistin, zu Worte kommen. Die Spannung fängt schon beim Cover an, das in gelb gehalten ist mit einem brennend roten Ball der Sonne, in die zwei
typische Bäume der Region abgebildet sind. Die Sprache heizt die Spannung bis zum Ende an.
Dieser Thriller ist mit seiner Geschwindigkeit und der Dichte der Erzählung empfehlenswert. Er behandelt sehr interessante Themen und spielt in der Pandemie, was dem Ganzen in meinen Augen noch einen interessanten Drive gibt.

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