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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mord im Naturreservat

Strandgut
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Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa ...

Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa und natürlich den Bewohnern von Grayan-et-l´Hopital ein Dorn im Auge. Deshalb hat auch die Bürgermeisterin des Ortes den Pachtvertrag gekündigt, denn sie hat etwas anderes mit diesem Gelände vor. Auf einer Bürgerversammlung tritt dann auch ihr Parteifreund und Staatssekretär im Verteidigungsministerium Guy Martinez auf, um sie zu unterstützen. Ein voller Erfolg war diese Versammlung, doch am nächsten Morgen findet man Martinez tot am Strand von Euronat auf. Das gibt Commissaire Luc Verlain und seinem Team ein großes Rätsel auf. Keiner wusste was der Staatssekretär dort am Strand zu suchen hatte. Also starte das Team die Ermittlungen und entdeckt etwas sehr Merkwürdiges.
Der Aquitane-Krimi „Strandgut“ von Alexander Oetker spielt hauptsächlich in einem Naturreservat für Nackttourismus an der Atlantikküste. Einführend ist das Cover gut geeignet, um den Ort zu beschreiben, einem Strandabschnitt dieses riesigen Campingplatzes. Euronat ist ein großer Wirtschaftsfaktor für diese Region, denn es zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucher an und auch Häuser auf dem Platz werden von Einheimischen vermietet. Für Moralisten ist dies ein Schrecken und so ist es auch normal das die Bürgermeisterin, ein Konservative, diesem Schauspiel ein Ende machen möchte. Natürlich stecken da auch wirtschaftliche Interessen hinter. Dann kommt der tote Parteifreund hinzu und es werden polizeiliche Ermittlungen durchgeführt. Hier kommen dann die Hauptpersonen Commissaire Luc seine Chefin und Lebensgefährtin Anouk und seine Mitarbeiterin Rose Schellinger hinzu. Es ist schon ein besonderes Team, das dort ermittelt und so decken sie nach und nach Umstände auf, die diesen Todesfall in ein anderes Licht rücken. Diese Ermittlungen werden vom Autor sehr gut entwickelt und Schritt für Schritt zum Erfolg geführt. Es ist kein gerader Weg, der sich ihnen bietet, aber es werden auf dem Weg Erkenntnisse hinzugefügt, die die Spannung und diesem Krimi immer wieder anfachen. Diese Art und Weise finde ich spannend und es tut dem Spannungsbogen sehr gut, der mit einigen Überraschungen gespickt ist. Die Sprache, die der Autor verwendet ist sehr bildhaft und macht das Geschehen erlebbar. Das Ende ist nachvollziehbar, aber hier bleibt bei mir ein wenig Stirnrunzeln zurück.
Ich mag diese Krimis, da sie immer in einer tollen Atmosphäre spielen und diese Sommer, Sand Frankreich Feeling durchsickert. Aber auch die Spannung bleibt nicht auf der Strecke. Ich mag auch Luc Verlain und sein Team, die immer für Überraschungen gut ist, Ich finde diesen Krimi empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Offshore Ermittlungen

Trügerisches La Rochelle
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Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso ...

Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso schwierig entwickeln sich die Ermittlungen. Es war anfangs gar nicht klar, ob es ein Unfall oder Mord war. Doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es sich um Mord handelte. Die Ermittlungen auf dem Schiff erwiesen sich als erschwert, weil die Arbeiter nicht mit ihnen sprechen wollten. Da der Tote auch nicht viele Sympathisanten auf dem Schiff hatte, kamen auch viele als Verdächtige in Frage.
„Trügerisches La Rochelle“ von Jean-Claude Vinet ist ein Krimi, dessen fall sich diesmal hauptsächlich im Atlantik auf einem Schiff handelt. Ein sehr spannender Fall im Umfeld von Gewinnmaximierung und ökonomischen Interessen, in dem Menschen nur Marionetten in einem großen Spiel sind. Tote und Verletzte werden hier scheinbar in Kauf genommen. In diesem Milieu muss nun Chevallier und sein Team ermitteln. Unter erschwerten Bedingungen und der Autor versteht es sehr gut die beklemmende Atmosphäre fühlbar zu beschreiben. Die Ermittlungen ziehen sich sehr in die Länge, was allerdings auch kein Wunder ist, da die Aussagen nur spärlich gemacht werden und es auch einige Zeit dauert bis alle Informationen an die Polizei gegeben werden, um nicht gegen wirtschaftliche Interessen zu verstoßen. Zum Ausgleich beschreibt der Autor die private Situation von Chevallier und seiner Frau und ich habe manchmal den Eindruck, er möchte hier ein bisschen die andere Welt zeigen neben den Kriminalfällen. Ich finde diese Mischung sehr interessant, da sie auch immer wieder die trockenen Ermittlungen unterbrechen und so für den Fluss der Geschehnisse sorgen. Die Sprache ist sehr bildhaft, die Story sehr authentisch und der Spannungsbogen sehr gut entwickelt. Überraschungen sind mit eingepreist und halten die Story am Leben.
Ich finde diesen Krimi sehr gut und ich habe auch schon andere Fälle von Commissaire Chevallier verfolgt und finde seine unaufgeregte Ermittlungsarbeit sehr interessant. Ich finde ein sehr gelungener Krimi und gut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein unwiderstehliches Angebot

Grand Cru
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Im Perigord ist viel los. Erst brennt eine Versuchsanlage komplett ab, dann taucht noch ein reicher Amerikaner auf, der Weinberge kaufen will und in sein Imperium einsortieren will. Bruno der Ortspolizist ...

Im Perigord ist viel los. Erst brennt eine Versuchsanlage komplett ab, dann taucht noch ein reicher Amerikaner auf, der Weinberge kaufen will und in sein Imperium einsortieren will. Bruno der Ortspolizist von Saint-Denis hat alle Hände voll, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. In seiner ruhigen Art und Weise sucht er für Ausgleich, da die ehemalige Kommune unter Verdacht steht für den Brand gesorgt zu haben. Bruno hat auch schon einen Verdacht, wer dafür in Frage kommt, da er natürlich alle Leute kennt. Dann kommen auch noch zwei Tote dazu und alles wird auch für Bruno undurchschaubarer.
Der Krimi „Grand Cru“ von Martin Walker ist der zweite Krimi aus dem Perigord mit dem Ortspolizisten von Saint-Denis Bruno als Hauptdarsteller. Dieser Ortspolizist Bruno ist ein sympathischer und immer auf Ausgleich bedachter Polizist, der seinen Ort und die Bewohner kennt, wie kein zweiter. Auch bei diesem Fall ist er wieder mit seiner Ortskenntnis für seine Kollegen ein guter Ansprechpartner. Der Autor zeichnet hier einen bodenständige und schlauen Menschen, der alles für die Gerechtigkeit, aber auch seinen Ort tun würde und immer mit Augenmaß handelt. Natürlich sind auch Emotionen im Spiel, wenn er hingerissen von der Liebe zu einer Frau und zu seinem Ort steht und eigentlich kann ich das gut nachvollziehen. Es menschelt also sehr in Saint-Denis und das ist gut so. Aber auch der Fall ist spannend und hat einen guten Spannungsbogen. Die Story wird sehr behutsam und in einer leichten Bildsprache erzählt, der mich zumindest sehr in den Ort eintauchen lässt.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis und ich kann mir gut vorstellen das dieser Bruno auch noch eine Menge neuer Freunde finden wird.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Eine Reisejournalistin auf Abwegen

Mira Belgusto und die tote Winzerin
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Die Reisejournalistin Mira Belgusto hält sich für eine Dokumentation im Veltlin auf. Sie möchte gute Restaurants und Winzer finden und darüber für eine Zeitung und einen Fernsehbericht einen Bericht erstellen. ...

Die Reisejournalistin Mira Belgusto hält sich für eine Dokumentation im Veltlin auf. Sie möchte gute Restaurants und Winzer finden und darüber für eine Zeitung und einen Fernsehbericht einen Bericht erstellen. Als sie mit dem Auto über die Berge fährt, hat sie einen leichten Unfall mit dem Schauspieler Claudio Bertani. Er bietet ihr an bei einem Essen alles zu klären und nimmt sie mit seinem Auto mit in den nächsten Ort. Auf dem Weg läuft ihnen ein kleiner Hund vor das Auto. Auf dem Halsband des Hundes ist sein Besitzer vermerkt, sodass sie zu dem Weingut fahren, um den Hund wieder zurückzugeben. Als sie das Haus betreten, fällt ihnen schon ein komischer Geruch auf und sie finden Bewohnerin tot auf, erschlagen. Eine Nachbarin hat sie entdeckt und auch die Polizei verständigt. Mira und Claudio sind sehr neugierig, wie es mit dem Fall weiter geht.
Der Italien-Genusskrimi „Mira Belgusto und die Tote Winzerin“ von Angelika Lauriel führt uns in das schöne Veltlin und den Comer See. Es ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde und auch die Speisen und Weine der Region sind nicht zu verachten, wie die beiden Hauptcharaktere den Leser wissen lassen. Schon das Cover motiviert diesen Krimi zu lesen mit einem wunderschönen Blick von einem Balkon auf den Comer See. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Journalistin Mira hier ihre Berichte schreibt und ihre Touren plant, aber auch zusammen mit Claudio versucht den Fall zu lösen.
Der Schauspieler Claudio und die Journalistin Mira sind ein sehr interessantes Ermittlerpaar, das nebenbei auch noch viele kulinarische Erlebnisse hinter sich bringt. Die beiden nähern sich im Laufe des Krimis immer näher an und deshalb sind sie auch ein so erfolgreiches Paar. Er mit einem natürlichen Charme und sie mit einer journalistischen Hartnäckigkeit. Die Dritte im Bunde ist das kleine Hündchen Dulcinetta, das ihr Frauchen verloren hat und immer mit dabei ist. Die Autorin macht das sehr geschickt, die Sichtweise des Hundes immer wieder einzubauen. Der Krimi ist nicht nur schön und leicht geschrieben, also echt was für das Kopfkino, sondern auch spannend, bis es am Ende des Spannungsbogens zur Aufklärung kommt.
Ich mag diese leichten Cozy Crimes, die nicht nur meine kriminalistische Ader bedienen, sondern auch die Schönheiten der Region anpreisen und mich fast auffordern, doch mal wieder dort hinzufahren, da es doch viel Genüsse zu entdecken gilt. Ich kann eine klare Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Die große Welle

Die Tote von Nazaré
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Maren Berger war Hauptkommissarin in Köln und nachdem sie angeschossen wurde, erst einmal krankgeschrieben. Sie überlegt sich nach Portugal, nach Nazaré zu fahren, um sich auszukurieren. Dort in der Nähe ...

Maren Berger war Hauptkommissarin in Köln und nachdem sie angeschossen wurde, erst einmal krankgeschrieben. Sie überlegt sich nach Portugal, nach Nazaré zu fahren, um sich auszukurieren. Dort in der Nähe lebt eine Freundin von ihr, die vor einiger Zeit ausgewandert ist und nun eine Pferderanch betreibt. Als sie in Portugal ankommt, merkt sie das sie doch noch nicht ganz bereit ist wieder zu arbeiten. Und prompt findet sie am ersten Tag ihres Aufenthaltes in dem Ort mit der größten Welle für Surfer, eine Tote am Strand. Sie ruft die Polizei und als sie an den Ort des Fundes zurückkehrt, ist die Leiche verschwunden. Der Einzige, der ihr glaubt, ist Kommissar Ferreira und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Maren an die Aufklärung des Falles macht.
Der Portugal-Krimi „Die Tote von Nazaré“ von Miguel Silva spielt an der portugiesischen Küste, an der im Winter Mega Wellen für Surfer zu erwarten sind. Das Cover gibt einen ersten Eindruck von der Küstenlandschaft, in der dieser Krimi spielt. Die eine der Hauptpersonen Maren Berger hat eine sehr schwere Krankengeschichte hinter sich. Sie ist im Dienst in den Kopf geschossen worden und hat nur knapp überlebt und hat auch einige Erinnerungslücken und Ausfallerscheinungen, die sie momentan dienstuntauglich machen. Sie hat sich gedacht Portugal ist weit entfernt von Arbeit, Familie und Privatleben, dass sie sich gut erholen kann. Natürlich weit gefehlt, denn sie stolpert über eine Leiche und mitten in einen Kriminalfall. Die zweite Hauptperson ist Kommissar Joao Ferreira, der den Fall auf portugiesischer Seite bearbeitet und zufälligerweise auch deutsch spricht, da er in Köln Sport studiert hat. Er wird im Laufe des Krimis immer wichtiger für Maren, die tiefer und tiefer in diesen Fall eintaucht, wie Surfer in ein Riesenwelle. Die Story ist sehr spannend erzählt und die Verknüpfungen, die der Autor erstellt, sind nachvollziehbar. Die Distanzierung von Freund, Arbeitskollegen und Familie, die Maren erlebt sind bei diesem Krankheitsverlauf auch nachvollziehbar, sie hat das Gefühl einiges in ihrem Leben verändern zu müssen. Dieser rote Faden, den der Autor durch diesen Roman laufen lässt, empfinde ich als sehr spannend und geradlinig, wie die Sprache, die das Ganze bildhaft untermalt. Der Spannungsbogen wird sehr gut aufgebaut und hat natürlich am Ende auch einiges spannendes zu bieten.
Ich finde diesen Krimi sehr spannend und unterhaltsam, eine gelungene Mischung aus Kriminalfall und Landschaftsbeschreibung dieser portugiesischen Region mit ihren Besonderheiten. Dieser Krimi ist für alle, die gute regionale Krimis mögen, empfehlenswert.

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