Ein nicht alltäglicher Fall
Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht mordenHenry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und ...
Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und er zum Ort des Geschehens gerufen wird, kommt ihm alles sehr ungewöhnlich vor. Die alte Frau Appelrath soll eines natürlichen Todes gestorben sein, doch für Henry sieht das alles nicht normal aus. Der Witwer verhält sich merkwürdig und seine Tochter, die aus Israel angereist ist, wirkt auch sehr verstört. Sie mag ihren Stiefvater nicht und beschuldigt ihn, ein Erbschleicher zu sein. Die Vermögensverwalterin, eine Rechtsanwältin ist sehr bestimmt und droht mit Klage. Doch Henry bleibt neugierig und nimmt die Ermittlungen auf, um Kommissar Berking zu überzeugen.
"Der Rabbi und der Kommissar - Du sollst nicht morden" ist ein Krimi von Michel Bergmann, der im jüdischen Milieu Frankfurts spielt. Es ist ein wirklich besonderer Krimi, der für mich lange gebraucht hat, um in Schwung zu kommen. Doch die beiden Hauptakteure werden hier erst einmal vorgestellt und das braucht seine Zeit. Michel Bergmann versteht sein Fach und so gibt es eine gute Einführung in die Arbeit in einer jüdischen Gemeinde und seine Gläubigen. Es ist mit sehr viel Augenzwinkern geschrieben, denn Rabbi Henry übt seinen Beruf in einer sehr eigenen Auslegung aus. So ist er in der Gemeinde sehr beliebt unter den Mitgliedern, doch sein Gemeindevorstand ist sehr viel konservativer und hat mit ihm Probleme. Auch Kommissar ist am Anfang nicht begeistert doch sie freunden sich hinterher an und das tut dem Krimi sehr gut. Natürlich gibt es auch Frauen in diesem Roman, da ist seine Liebe in New York, die immer wieder ihre Ratschläge übermittelt. Dann ist da noch die Chefin des jüdischen Altenheims, die Henry auch sehr interessant findet. Der Fall an sich ist schon sehr verzwickt, auch da die jüdische Tradition manchmal umgangen werden muss und das kann Henry, wie kein zweiter. Natürlich werden auch immer wieder jüdische Redensweisen eingeflochten, die am Ende des Buches in einem Glossar erklärt werden. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und auch die Sprache ist bildhaft und sehr gut verständlich.
Ich finde diesen Krimi sehr unterhaltsam, informativ und spannend und das ist es, was ich von einem Krimi erwarte.