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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein nicht alltäglicher Fall

Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden
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Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und ...

Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und er zum Ort des Geschehens gerufen wird, kommt ihm alles sehr ungewöhnlich vor. Die alte Frau Appelrath soll eines natürlichen Todes gestorben sein, doch für Henry sieht das alles nicht normal aus. Der Witwer verhält sich merkwürdig und seine Tochter, die aus Israel angereist ist, wirkt auch sehr verstört. Sie mag ihren Stiefvater nicht und beschuldigt ihn, ein Erbschleicher zu sein. Die Vermögensverwalterin, eine Rechtsanwältin ist sehr bestimmt und droht mit Klage. Doch Henry bleibt neugierig und nimmt die Ermittlungen auf, um Kommissar Berking zu überzeugen.
"Der Rabbi und der Kommissar - Du sollst nicht morden" ist ein Krimi von Michel Bergmann, der im jüdischen Milieu Frankfurts spielt. Es ist ein wirklich besonderer Krimi, der für mich lange gebraucht hat, um in Schwung zu kommen. Doch die beiden Hauptakteure werden hier erst einmal vorgestellt und das braucht seine Zeit. Michel Bergmann versteht sein Fach und so gibt es eine gute Einführung in die Arbeit in einer jüdischen Gemeinde und seine Gläubigen. Es ist mit sehr viel Augenzwinkern geschrieben, denn Rabbi Henry übt seinen Beruf in einer sehr eigenen Auslegung aus. So ist er in der Gemeinde sehr beliebt unter den Mitgliedern, doch sein Gemeindevorstand ist sehr viel konservativer und hat mit ihm Probleme. Auch Kommissar ist am Anfang nicht begeistert doch sie freunden sich hinterher an und das tut dem Krimi sehr gut. Natürlich gibt es auch Frauen in diesem Roman, da ist seine Liebe in New York, die immer wieder ihre Ratschläge übermittelt. Dann ist da noch die Chefin des jüdischen Altenheims, die Henry auch sehr interessant findet. Der Fall an sich ist schon sehr verzwickt, auch da die jüdische Tradition manchmal umgangen werden muss und das kann Henry, wie kein zweiter. Natürlich werden auch immer wieder jüdische Redensweisen eingeflochten, die am Ende des Buches in einem Glossar erklärt werden. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und auch die Sprache ist bildhaft und sehr gut verständlich.
Ich finde diesen Krimi sehr unterhaltsam, informativ und spannend und das ist es, was ich von einem Krimi erwarte.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Champagnergeheimniss

Verhängnisvoller Champagner
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Der Koch Xavier Kieffer aus Luxemburg bekommt einen Anruf seines Freundes Luc mit der Bitte um Unterstützung. Er ist nicht gerade erfreut über diese Bitte, denn Luc hat ihm in ihrer gemeinsamen Ausbildung ...

Der Koch Xavier Kieffer aus Luxemburg bekommt einen Anruf seines Freundes Luc mit der Bitte um Unterstützung. Er ist nicht gerade erfreut über diese Bitte, denn Luc hat ihm in ihrer gemeinsamen Ausbildung in der Champagne, seine Freundin Fabienne ausgespannt. Luc leitet eine bekannte Firma, die guten Champagner herstellt. Doch er scheint Probleme zu haben. Als Xavier eintrifft und nach Luc sucht findet er ihn unter einigen Paletten begraben und mehr tot als lebendig. Luc kann ihm noch einige Bruchstücke zuflüstern und dann stirbt er. Xavier wird verprügelt, nachdem er mit der Polizei gesprochen hat und nimmt das nun persönlich und ermittelt, was sich im Keller zugetragen hat.
„Verhängnisvoller Champagner“ von Tom Hillenbrand ist ein kulinarischer Krimi, mit dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer im Mittelpunkt. Es ist nicht der erste Krimi aus dieser Reihe, den ich gelesen habe und ich bin immer wieder begeistert über die Schreibweise des Autors. Ich finde es gibt keine langweiligen Szenen. Es ist ein flotter Wechsel zwischen den Ermittlungen und seinem Job in seinem Restaurant „Les deux eglises“ in Luxemburg Stadt, einem Restaurant das traditionelle Küche anbietet. Das ist für mich schon mal sehr interessant, da die Rezepte, wie erwartet im Anhang aufgeführt werden. Dann gibt es eine Menge Informationen zum Thema Champagner und Wein, die ich als sehr informativ einordne. Auch der Fall ist sehr authentisch, wenn es um das große Geschäft geht, wird auch nicht vor Mord und Gewalt zurückgeschreckt. Besonders finde ich hier die Verbindungen in die Vergangenheit und somit auch in die Basis der Beziehungen der Beteiligten. Ansonsten merkt man auch wie gut dieser Koch vernetzt ist, denn er kennt Gott und die Welt, was ja auch sehr hilfreich ist, in diesem Krimi. Die Hauptfiguren sind neben Xavier auch seine Freundin Valerie und Pekka ein Stammgast seines Restaurants. Das ist schon eine sehr nette Zusammenstellung. Zu guter Letzt gibt es ja auch noch den Fall, der sich als äußerst kompliziert, aber auch als sehr spannend erweist. Der Spannungsbogen ist sehr schön entwickelt und somit ein interessanter Schlusspunkt.
Ich mag die Krimis um Xavier, den Koch aus Luxemburg, weil er Spannung und Information bietet. Die Region Luxemburg und andere Weinregionen sind für mich immer interessant. Da ich obendrein noch regionale Krimis liebe, ist dieser Krimi ein Highlight für mich. Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Die Erbschaft

Der Portwein-Erbe
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Nicolas Hollmann lebt sein Studentenleben in Frankfurt abseits seiner sehr reichen Familie, aber weiß noch nicht genau, was er werden möchte. Da erreicht ihn ein Brief von einer Anwaltskanzlei und mit ...

Nicolas Hollmann lebt sein Studentenleben in Frankfurt abseits seiner sehr reichen Familie, aber weiß noch nicht genau, was er werden möchte. Da erreicht ihn ein Brief von einer Anwaltskanzlei und mit großen Fragezeichen öffnet er den Brief. Dort wird ihm mitgeteilt, dass sein Onkel Friederich gestorben ist und er in seinem Testament zum Alleinerben bestimmt wurde. Er habe allerdings ein halbes Jahr Zeit, denn er muss die Quinta seines Onkels weiterführen, sonst geht das Erbe an die Angestellten. Nicolas ist sich nicht ganz sicher, aber er fliegt nach Portugal setzt sich mit dem Erbverwalter zusammen und fährt zur Quinta. Doch dort sind erst mal alle gegen ihn eingestellt und seine Zweifel erhöhen sich. Die Menschen, die sich um ihn kümmern könnten, sind alle sehr verschlossen, oder verschwunden. Trotzdem macht sich Nikolas auf den Weg, seinen Weg zu finden.
Das Hörbuch „Der Portwein Erbe“ von Paul Grote ist ein Krimi, der sich in der Weinwelt abspielt und die Machenschaften von Menschen aufdeckt, wenn es sich um ein Menge Geld dreht. Der Autor beschreibt den Weg, den die Hauptfigur Nikolas begeht, sehr akribisch. Der junge Mann ist weit entfernt von einem Winzer und muss sich alles selber erarbeiten. Gleichzeitig wird thematisiert, welche Schwierigkeiten er aus dem Weg räumen muss und das sind nicht wenige. Er befindet sich in einem Land, in dem ihm fast alles fremd ist, von der Sprache bis zum Weinanbau. Doch diesen Weg erlebt man als Leser sehr hautnah und sehr bildhaft beschrieben. Es ist mir sehr leichtgefallen, mich in Nikolas zu versetzen und seine Schritte nachzuvollziehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon mal in der Region war und auch den Wein aus der Region kenne, aber auch wer noch nicht dort war kann sich einiges aus den Erzählungen sehr gut vorstellen. Für den Einstieg hilft sicherlich auch das Cover, dass einen wunderschönen Blich auf eine Quinta mitten in den Weinbergen zeigt. Die Spannung, die sich im Lauf des Romans entwickelt ist sehr gut aufgebaut und endet in einem spannenden finish.
Ich mag diesen Krimi, da er mir, in einer spannenden Geschichte erzählt, Einblicke in die Welt des Portweins am Rio Douro vermittelt. Eine gelungen Kombination von Spannung und Informationen sind Grundlage für diesen Krimi. Ein toller regionaler Krimi zum Weiterempfehlen.
Es handelt sich hier um das Hörbuch, das Ende 2025 erschienen ist.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Namenlose Blume

Ein Kranich unter Wölfen
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Korea im Jahre 1504 erlebte den grausamsten Herrscher seiner Geschichte. In dieser Zeit lebte auch Iseul, die Tochter einer einflussreichen Familie mit ihrer Schwester. Iseul ist eine sehr emotio0nale ...

Korea im Jahre 1504 erlebte den grausamsten Herrscher seiner Geschichte. In dieser Zeit lebte auch Iseul, die Tochter einer einflussreichen Familie mit ihrer Schwester. Iseul ist eine sehr emotio0nale junge Frau, die sich eines Tages mit ihrer Schwester stritt. Zu diesem Zeitpunkt war der König Yeonsan in dem Gebiet unterwegs, um junge Frauen für seinen Hofstaat zu entführen. Auch Iseuls Schwester war unter den Frauen und so machte sie sich nach einiger Zeit auf den Weg, um ihre Schwester zu befreien. Auf ihrem Weg machtes sie Halt in einem Rasthaus, dass von einer Frau geführt wurde, Yul. Zur gleichen Zeit ereignete sich ein Mord an einem Hofbeamten und alle wussten das konnte nur der Mörder mit dem Namen Namenlose Blume gewesen sein. Bei ihrem Aufenthalt trifft sie noch auf den Krieger Wonsik und dem Bruder des Könige Daehjun. Es sollen schicksalhafte Begegnungen werden.
„Ein Kranich unter Wölfen“ von June Hur ist ein historischer und New Adult Roman aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts in Korea. Es ist mit einem sehr aussagekräftigen Cover ausgestaltet und mit den Hauptfiguren des Romans gezeichnet. Die Kapitel des Buches sind alle nach den zwei Figuren benannt und beschreiben deren Gedanken und Gefühle. Das sind Iseul und Daeyun, beide treffen sich aus verschiedenen Richtungen im zentralen Platz, neben dem Königspalast, dem Rasthaus der Wirtin Yul. Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die die Autorin hier beschreibt, die in einer Kultur stattfindet, die mir komplett unbekannt ist, Aber die Autorin beschreibt die Situationen sehr ausführlich und leicht verständlich. Das hilft, um mit den unbekannten Namen und Traditionen klarzukommen, Es ist eine blutrünstige Zeit, in der sich die beiden jungen Leute begegnen. Mir bringt es die Geschichte Koreas etwas näher, da sie zu Informationen passen, die ich schon mal gehört habe von Menschen, die das Land heute bereist haben und sich mit der Kultur beschäftigt haben. Es ist auch heute noch ein Land, das in seinen Traditionen verstrickt ist, aber ökonomisch weit vorne liegt, oder zumindest gelegen hat. Diese Geschichte passt gut zu den Erzählungen zu Korea und auch der Inhalt gut nachzuvollziehen und löst auch bei mir als Leser schöne, aber auch grausame Bilder aus. Die Erzählung wird nie langweilig und auch der Schluss ist sehr gut entwickelt worden.
Es war ein sehr erfolgreicher Ausflug für mich in die Geschichte Koreas und die Welt des New Adult Romans und ich muss sagen, ich habe mich sehr gut unterhalten. Es waren viele Informationen und Bilder für mich, sodass ich dieses Buch empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Coopers Chase gegen die Mafia

Der Donnerstagsmordclub und der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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Ein Ex-Ehemann von Elisabeth quartiert sich in der Seniorenresidenz Copper Chase ein. Eigentlich sollte er längst tot sein, wie Elisabetz sich erinnern kann. Er war ebenfalls ein Geheimdienstler der bei ...

Ein Ex-Ehemann von Elisabeth quartiert sich in der Seniorenresidenz Copper Chase ein. Eigentlich sollte er längst tot sein, wie Elisabetz sich erinnern kann. Er war ebenfalls ein Geheimdienstler der bei einem seiner Aufträge ugekommen war, so schien es jedenfalls. Nun tritt er an Elisabeth heran, da er schon viel über sie und ihre Freunde gehört hat, denn er hat ein Problem. Er wird wegen gestohlener Diamanten von der Mafia gejagt. Elisabeth und ihre Freunde sollen ihn im Auftrag des Geheimdienstes bewachen und die Diamanten wiederfinden. Das ist ein Auftrag ganz nach dem Geschmack des Donnertsgmordclub.
Dieser zweite Band der Reihe um Elisabeth und ihre Freunde, "Der Mann der zweimal starb" von Richard Osman ist wiedereinmal eine tolle Geschichte um die Bewohner der Seniorenresidenz Coopers Chase. Die vier Hauptpersonen Elisabeth, Joyce, Ron und Ibrahim und ihre Unterstützer von der Polizei Diana und Chris, sowie den Mann für alle Fälle Bogdan sind wieder voll in ihrem Element. Natürlich gibt es nicht nur diesen einen Fall, denn Ibrahim wird überfallen und schwerverletzt, was seine Freunde nciht ruhen lässt bis der Täter überführt wurde, Ausserdem spielt der achtjährige Enkel von Ron, Kenfrick, wieder eine sehr wichtige Rolle, Es ist die Sprache, Richard Osman für mich besonders macht. Sie ist sehr bildhaft und auch mit vielen sarkastischen Momenten gestützt. Das und die Geschichte sind es, die mich in den Bann ziehen, Sie ist von einigen Twitches begleitet, die die Spannung hoch hält, wie auch das Interesse direkt weiterzulesen. Geschickt finde ich auch den Schachzug, Joyce und ihrer SIchtweise, eigene Kapitel zu widmen. Der Sapnnungsbogen ist gut aufgebaut und hält bis zum Ende durch.
Ich finde auch dieses Buch von Richard Osman wieder hervorragend zu lesen, da es die Sparte und die Arbeit des Geheimdinstes nicht immer zu Ernst nimmt. Kann ich sehr gut weiterempfehlen.

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