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Veröffentlicht am 30.03.2021

Pokermord

Friesenpoker. Ostfrieslandkrimi
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Mona Sander und ihr Kollege Enno ermitteln auf Borkum in einem Mord an einem Pokerspieler. Aufgeschreckt wurden sie durch den Verdacht einer Pokerspielerin, dass sie verfolgt wurde. Deshalb waren sie auch ...

Mona Sander und ihr Kollege Enno ermitteln auf Borkum in einem Mord an einem Pokerspieler. Aufgeschreckt wurden sie durch den Verdacht einer Pokerspielerin, dass sie verfolgt wurde. Deshalb waren sie auch sehr schnell am Tatort. Doch so einfach ist der Fall nicht aufzuklären. Der Sterbende konnte der Kommissarin noch das Wort Antwerpen zuflüstern. Das brachte einen Fall in der belgischen Stadt ins Spiel, in der auch ein Spieler vergiftet wurde, wie ihr der örtliche Kollege mitteilte. Auch auf Borkum gibt es einige Verdächtige, doch nichts fügt sich zusammen, so dass die Ermittler einige Zeit im Dunkeln tappen.
Die Ermittler Mona und Enno finde ich sehr gut beschrieben. Sie kümmern sich um alle Informationen, die sie bekommen können und nehmen auch Kontakte zu Kollegen in Belgien auf. Das sieht mir nach professioneller Ermittlungsarbeit aus. Die Pokerspieler sind typisch beschrieben; unnahbar, undurchdringlich und ein Geheimnis könne sie sehr gut für sich behalten. Das ist eine Herausforderung, die sich die beiden Ermittler stellen müssen. Die Story finde ich nicht ungewöhnlich, da das Metier halt auf der Grenzlinie zu Hause ist, zwischen dunkel und hell. Auch die Beteiligung von Kleinkriminellen ist nicht ungewöhnlich, Geld ist anziehend. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ich konnte der Geschichte gut folgen, die Spannung ist sehr gut bis zum überraschenden Ende aufgebaut worden. Sehr schön auch immer wieder die Beschreibungen der Insel, die natürlich das Kopfkino anregen.
Ich habe mich durch das Buch gut unterhalten gefühlt und ich finde diesen Krimi lesenswert.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Spannender Naher Osten

Die Experten
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Die 16-jährige Rita geht mit ihrer Familie nach Ägypten, da ihr Vater in einer Firma für die Konstruktion von Flugzeugen beschäftigt ist. Sie kommt aus Hamburg in eine komplett andere Welt. Auch für ihre ...

Die 16-jährige Rita geht mit ihrer Familie nach Ägypten, da ihr Vater in einer Firma für die Konstruktion von Flugzeugen beschäftigt ist. Sie kommt aus Hamburg in eine komplett andere Welt. Auch für ihre Familie ist das nicht ganz einfach. Die Mutter fühlt sich hier völlig fehl am Platz und vertieft sich in ihre Religion. Der Vater ist total gestresst und reagiert mit verschiedenen Erkrankungen, ist aber sonst ganz zufrieden. Pünktchen, die kleine Schwester, vermisst Hamburg, oder vielmehr ihr Pferd, ansonsten geht sie zur Schule und passt sich an. Rita hingegen entdeckt die Welt der Erwachsenen und auch der Liebe. Sie arbeitet in einem Raketenkonzern als Sekretärin und dieser ist sehr wichtig für Ägyptens Präsident Nasser und seine Offiziere. Dieses Projekt ist auch Ziel von Spionage. Allerdings sind es nicht nur politisch-militärische Themen, die hier beschrieben werden. Auch die Beziehungen zwischen den Menschen in der Familie Hellberg und den Menschen in Kairo. Die speziellen Bedürfnisse der jungen Rita werden sehr deutlich dargestellt. Ebenfalls Kai wird in den Focus gerückt, da er sich von der Familie abzusondern scheint. Die Liebesbeziehung von Rita wird dann allerdings durch ein Bombenattentat tragisch beendet. Es sind mehrere Attentate, die hier ausgeführt werden und die Arbeit der Experten behindern soll, Der Druck auf die Experten nimmt aber auch durch Presse und Politik zu. Das Leben im Paradies Kairo wird immer schwieriger und die Familie Hellberg wird stark unter Druck gesetzt. Ob das denn noch lange gut geht?
Der Thriller die Experten von Merle Kröger ist ein sehr gut recherchierter politischer Roman aus den 60er Jahren und spielt in dem Spannungsfeld des Nahen Ostens und wird maßgeblich von deutschen Experten für Luft- und Raumfahrttechnik geprägt wird. Diesen hängt allerdings der Ruch des Nazi-Deutschlands an. Am Beispiel der Familie Hellberg, Vater Friedrich als Luftfahrt Experte, Mutter Ingrid, eine gläubige Hausfrau, die mit Ägypten massive Probleme hat. Tochter Rita, die obwohl noch nicht volljährig in Ägypten flügge wird. Die jüngste Tochter Petra, auch Pünktchen genannt, die diese exotische Region und deren Menschen aufsaugt, aber auch die Nähe ihrer Schwester braucht. Und dann ist da noch Kai, das schwarze oder sagen wir mal rotes Schaf der Familie, der sich in die Musik vergräbt und die Aktionen der Experten in Ägypten verurteilt. Drei Fotoalben der Familie sind der rote Faden, der sich durch das Buch zieht. Die Story ist sehr dicht geschrieben und in schnellem Wechsel der Szenen sehr verwirrend erscheint. In meinen Augen leidet die Transparenz der Handlung ein wenig darunter und der Lesespaß kommt erst langsam im Laufe des Romans. Die politischen Verwicklungen in der Region werden die Überblendungen der Nachrichten des BND immer wieder verdeutlicht. Auch die im Laufe des Romans immer wieder für Authentizität sorgenden Zeitungsartikel runden das politische Bild der Zeit ab.
Alles in allem finde ich die politische Seite dieses Romans sehr interessant, ob ich das Wort Thriller wählen wurde, bin ich mir nicht sicher. Als spannendes Dokument einer aufregenden Zeit im Nahen Osten gehört es sicherlich zu den besseren Büchern.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Ein unterhaltsamer Abend

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
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Erfahrungen eines Beamten
Dieser Beamte gibt einen Einblick in die Untiefen des Beamtenlebens. Er erzählt in einem Einmannstück einem fiktiven Publikum über seine Erlebnisse. Diese Geschichten sind sehr ...

Erfahrungen eines Beamten
Dieser Beamte gibt einen Einblick in die Untiefen des Beamtenlebens. Er erzählt in einem Einmannstück einem fiktiven Publikum über seine Erlebnisse. Diese Geschichten sind sehr vielfältig, ob es da der Disput um einen Radiergummi oder um Büromaterial im Allgemeinen geht, Fredenbeck erzählt munter drauf los. Auch ein VBB, Vollkommene Beamtenbefriedigung wird ausführlich unter die Lupe genommen. Selbst an seinem Urlaubsort lässt Fredenbeck keine Gelegenheit aus, um sein beamtenherz zu erfreuen, Die Story auf der Bahnhofstoilette ist herzallerliebst. Ob Auswahlverfahren oder auch das Verhalten seines Chefs Rauschenberg, alles wird von Fredenbeck sorgsam beschrieben und dem Publikum zum Besten gegeben. Ebenso amüsant gestaltet sich die Liebesgeschichte zu seiner Kollegin, Karin Umlauf, wird akribisch beschrieben. Doch leider spielt sich diese Geschichte nur in seinem Kopf ab, da er keine Gelegenheit findet, die ihm richtig erscheint, sie anzusprechen. Und dann ist da noch das Rätsel um die mysteriöse Abkürzung SHz, die ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Doch am Ende klärt sich auch dieses Rätsel auf.
Die spezielle Einladung
Das zweite Stück handelt über die Einladung zu einem Klassentreffen. Diese Einladung ist eine ganz besondere. Sie erfolgt per Telefon und die einzuladende Person sitzt in einem Zug. Das ist eine sehr interessante Situation und das, auch weil die Sie von dem Er angehimmelt wurde und auch immer noch wird. Im Laufe des amüsanten Gesprächs werden nicht nur Erinnerungen ausgetauscht, sondern es kommen immer wieder romantische Gefühle auf. Sehr einfallsreich auch das Mithören des Gesprächs und das Kommentieren aus dem Nachbarabteil. Absolut gelungen finde ich das Ende, nicht nur überraschend auch sehr kreativ.
Ich habe bisher wenig Erfahrungen mit Theaterstücken, diese beiden sind für mich schon etwas Besonderes. Die Einfälle und Informationen, die der Beamte Fredenbeck von sich gibt, finde ich nicht nur sehr amüsant auch sehr einfallsreich. Das Highlight in meinen Augen ist die Bahnhofstoilette. Da braucht man schon sehr viel Phantasie, um sich eine solche Geschichte auszudenken, oder ist sie vielleicht real? Dieses erste Stück bietet schon ein Feuerwerk toller und lustiger Ideen. Auch die Einladung zum Klassentreffen ist sehr gut entwickelt und in den Dialogen sehr ausgefeilt und einfallsreich. Sehr gut auf den Mund geschaut und interessant zu Ende geführt. Das Ende des Stückes ist für mich klasse aufgebaut und kann ich mir auch sehr gut in der Realität zwischen Ihm und Ihr vorstellen.
Zwei sehr unterhaltsame Theaterstücke, die ich mir gerne mal in „echt“ ansehen würde.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Hobby Detektivin

Zicke, zacke, tot
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Das Volksfest Karpfhamer Katz ist nicht für alle Einwohner ein Genuss. Die Rosi ist gar nicht amüsiert und schimpft über die Besucher des Volksfestes lautstark. Karin kümmert sich um die Rosi, doch die ...

Das Volksfest Karpfhamer Katz ist nicht für alle Einwohner ein Genuss. Die Rosi ist gar nicht amüsiert und schimpft über die Besucher des Volksfestes lautstark. Karin kümmert sich um die Rosi, doch die lässt sich nicht beruhigen. Karin´s Familie freut sich auf das Fest. Diesmal wird es überschattet vom Selbstmordversuch von Rosi, die am See gefunden wird und die mit ihrem Auto ins Wasser gefahren ist. Karin hat da so ihre Bedenken und ermittelt natürlich in alle Richtungen. Auf dem fest kommt es zum Eklat im Zelt vom Zauner, den Rosi schon im Verdacht hatte ihre Katzen zu vergiften. Karin besucht Rosi im Krankenhaus und stellt fest, dass es ihr immer schlechter geht. Etwas später kommt dann auch die Nachricht, dass Rosi gestorben ist. Sehr zur Überraschung von Karin. Zu ihrer Überraschung findet sie in Rosi´s Haue eine Menge Briefe, die einiges über die Bewohner des Ortes erzählen. Außerdem wird vor dem Haus ein Kinderskelett gefunden. Eine Menge Geheimnisse, die nun Karin´s vollen Einsatz verlangen.
Die Figuren in diesem Roman sind sehr gut dargestellt. Karin und ihre Familie, die sicherlich im Allgemeinen sehr bekannt ist. Eine Tochter, die außer Pferden und vielleicht Jungen nichts anderes im Kopf hat und Karin, die sich zwar um ihre Familie kümmert, aber ansonsten viel Zeit hat sich um viel andere Dinge zu kümmern. So schlittert sie immer wieder in unglaubliche Situationen und ihr Verhalten lädt auch immer wieder ein, sich das „auch das noch“ nicht verkneifen zu können. Immer wieder ist sie Angriffspunkt für ein entsetztes Aufstöhnen. Die Familie Ilzhofer, mit Georg, Kathy und dem Sohn Stefan als Unternehmerfamilie und wichtig für den Ort, wobei in dieser Familie sehr viel Widersprüche vereint sind, was allerdings auch sehr gut angelegt wurde. Die Figur der Rosi kennt glaube ich auch jeder. Sie ist natürlich eine Hetzerin gegen das Volksfest, aber wer so dicht daran wohnt kann schon mal sehr genervt sein. Aber das ist ja nicht ihre eigentliche Rolle, sie spürt auch jede Verfehlung im Ort und teilt das jedem mit, was allerdings keine Freunde macht. Ansonsten sind es die Geheimnisse, die jeder mit sich trägt. Für mich sind diese Geheimnisse das Spannende an diesem Roman. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und es bleibt so bis zum Schluss. Vielleicht gibt es diffuse Verdachtsmomente, doch diese werden zum Schluss erst aufgelöst. Die Geschichte dieses Romans ist sehr gut erzählt und lässt sich auch sehr gut nachverfolgen Der Schreibstil ist flüssig und ich konnte mir die Szenen sehr gut vorstellen.
Ein toller Krimi aus Niederbayern der in die Niederungen der menschlichen Seele eintaucht. Für mich, als Fan von regionalen Krimis, ist es ein Fest und tolles Kino im Kopf.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Eisfestival in Maria Schnee

Totentanz im Pulverschnee
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Arno Bussi auf dem Weg nach Maria Schnee, in Tirol. Auf Wunsch, Befehl, seiner Mama, da deren Lebensgefährte mal wieder keine Zeit hat. Aber Arno hat eigentlich auch etwas anderes zu tun, Triathlon Training ...

Arno Bussi auf dem Weg nach Maria Schnee, in Tirol. Auf Wunsch, Befehl, seiner Mama, da deren Lebensgefährte mal wieder keine Zeit hat. Aber Arno hat eigentlich auch etwas anderes zu tun, Triathlon Training und Beziehungspflege zu seiner neueste Eroberung Franzi. Aber was tut man nicht alles als gehorsamer Sohn. Also macht er sich auf den Weg nach Maria Schnee, das Wetter ist gut und sonnig, nur als er in dem Ort ankommt ist es doch kälter als auf dem Weg. Aber es ist ja auch Eisfestival Zeit. An der Rezeption des Hotels steht die bezaubernde Rosa, die wie sich herausstellt, auch Eisprinzessin ist und das Festival eröffnet. Am nächsten Morgen ist Rosa verschwunden und die Arno´s Mama glaubt sie ist entführt worden. Arno macht sich auf den Weg zu ermitteln und erfährt einige Neuigkeiten, vor allem in der Beziehung von Rosa und deren Familie. Doch dann wird Rosa ermordet aufgefunden, in den Armen einer Eisfigur. Doch es ist gar nicht Rosa, sondern ihre Zwillingsschwester. Arno will ermitteln, doch er wird aus Wien gestoppt, wenn da nicht die Katz vom LKA Tirol wäre, die ihn auf dem Laufenden hält. Ein Traumpaar auf dem Weg zum Ziel?
Wieder mal eine amüsante Geschichte in die Arno Bussi verwickelt wird. Schneefestival in Maria Schnee und eine Tote Eistänzerin und massig Schnee. Ein sehr tiefgekühlter Fall der da auch unseren Kommissar und seine Mama zukommt. Ja, Arno´s Mama ist in diesen Fall verwickelt. Aber mit ihrer Neugierde und ihrem losen Mund ist sie natürlich immer im Mittelpunkt der Story. Die bekannten Figuren werden wieder mal sehr gut beschrieben, aber es kommt noch ein netter Aspekt hinzu, der Flirt mit der Inspektorin Katz aus Innsbruck. Auch die Mama stellt fest, dass sie gut zusammenpassen und die Mama weiß natürlich Bescheid. Der Fall ist sehr verzwickt, aber interessant geschildert und bleibt bis zum Schluss spannend. Die Geschichte ist wieder mal mit einem, oder mehreren, Augenzwinkern erzählt. Aber nichtsdestotrotz schafft es Joe Fischler alles spannend und interessant zu erzählen. Auch der Lokalkolorit kommt hier nicht zu kurz.
Ich mag die Story´s von Joe Fischler, der mit Arno Bussi und Erna Katz zwei liebenswerte Ermittler geschaffen hat. Auch diese Geschichte ist wieder super lesenswert.

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