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Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein Neuanfang

Highland Happiness – Die Bücherstube von Kirkby
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In Kirkby bei einer Ortsversammlung nehmen drei Neuankömmlinge teil, Grizel McLeod und Flora und Evan Douglas. Sie sind eigentlich gar nicht neu hier in Kirkby, sondern Rückkehrer. Für die drei soll es ...

In Kirkby bei einer Ortsversammlung nehmen drei Neuankömmlinge teil, Grizel McLeod und Flora und Evan Douglas. Sie sind eigentlich gar nicht neu hier in Kirkby, sondern Rückkehrer. Für die drei soll es allerdings ein Neuanfang sein. Grizel möchte einen Bücherladen eröffnen und während der Versammlung hat Flora, den Gedanken an eine Strickstube. Nach einigem Hin und Her lädt Grizel Flora ein dieses vielleicht gemeinsam zu tun. Ewan weiß noch nicht, ob er die Schafzucht auf dem Hof der Douglas neu anfangen soll. Zu schlecht sind seinen Erinnerungen an seinen Vater und den Hof, auf dem er seine Jugend verbracht hat. Da er allerdings von vielen Seiten Hilfe angeboten bekommt, will er es probieren. In diesen Fällen stehen die Zeichen wirtschaftlich und persönlich auf Erfolg.
„Highland Happiness – Die Bücherstube von Kirkby“ von Charlotte McGregor spielt in den schottischen Highlands und zeigt neben der rauen Landschaft auch die Herzlichkeit der Bewohner. Schon das Cover zeigt eine wichtige Beteiligte dieses Romans, Coco, eine sehr willensstarke Katze, die zwei Hauptbeteiligte zusammenbringt. Diese sind Grizel, die lange in Frankreich gelebt hat und ein bedrückendes Geheimnis mit sich herumträgt, Ewan, der an sich zweifelt und dieses auch nicht von ungefähr kommt und seine Zwillingsschwester Flora, die sehr frischen Wind durch ihre offene Art und Weise in diesen Ort bringt. Die Autorin versteht es sehr gut die Beziehungen zwischen den Figuren aufzubauen und zu entwickeln. Die Atmosphäre, die in diesem Roman vorherrscht, ist sehr positiv und die Menschen werden als sehr neugierig, aber hilfsbereit dargestellt. Die Beziehungen untereinander sind sehr realistisch beschrieben und auch gut nachvollziehbar. Gleichzeitig fasst die Autorin aber auch ein heißes Eisen an. Aufgeteilt ist der Roman sehr interessant und wird immer abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Am Ende ist zur Hilfestellung auch ein Personenverzeichnis aufgeführt.
Ein schon sehr gelungener Roman, den ich gerne gelesen habe, aber nicht ganz zu meinem bevorzugten Genre gehört. Für Freunde von romantischen Erzählungen und interessanten Landschaftsbeschreibungen ist das sicher ein gelungenes Werk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2025

Begegnung mit der Vergangenheit

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
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Nach dem Tod ihres Mannes zieht die Hauptkommissarin Hannah Bülow von Münster zurück in ihre Heimat nach Ostersande. Ihre Freundin Constanze ist dort Leiterin der Ortswache und hat ihr eine Posten als ...

Nach dem Tod ihres Mannes zieht die Hauptkommissarin Hannah Bülow von Münster zurück in ihre Heimat nach Ostersande. Ihre Freundin Constanze ist dort Leiterin der Ortswache und hat ihr eine Posten als Gruppenleiterin angeboten. Sie zieht erst einmal zu ihrem Vater, der gar nicht glücklich darüber ist, denn er hat ihr den Unfall vor vielen Jahren noch nicht verziehen. Gleich am ersten Tag trifft Hannah auch auf ihre Jugendliebe Phillip, der jetzt Psychologe an der heimischen Klinik ist. Der erste Tag verläuft recht eintönig, bis man eine männliche Leiche am Strand findet. Es ist Phillip und es könnte ein Unfall oder ein Mord sein. Die Kripo aus Rostock übernimmt den Fall und Constanze ermuntert Hannah sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Der Rostocker Kollegen ist das ganz recht, haben sie doch damit eine Einheimische Polizistin mit an Bord. Dieser ist für Hannah besonders, da sie doch immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.
„Mörderische Brise – der Tote am Sandstrand“ ist eine neue Reihe, die Nina Ohlandt vor ihrem Tod noch konzipiert hat und nun von Jan F. Wielpütz fortgeschrieben wird. Es ist eine sehr interessant Hauptfigur, die hier im Mittelpunkt steht. Denn Hannah Bülow kehrt zurück in den Ort, in dem sie aufgewachsen ist und in dem ein großes Unglück immer noch als Schatten über ihr liegt. Sie hat damals durch einen Unfall eine Freundin verloren. Das Cover zeigt eine Szene, wohl vom Ostseestrand, dass ein wenig die Atmosphäre der Region, in der der Krimi spielt, widerspiegelt. Sehr behutsam wird beschrieben, wie sie sich in dem Ort wieder eingewöhnt, denn man kann das Gefühl nicht loswerden, das sie unter Beobachtung steht. Da wäre natürlich ihr Vater, der ihr den Unfall noch nicht verziehen hat und auch nicht möchte, dass seine Tochter sein Leben umkrempelt. Und dann natürlich Constanze, die sie mit einem Posten versorgt hat, aber auch vom Unfall gezeichnet ist. Der Autor beschreibt, wie sie sich langsam, aber sicher wieder einlebt auch unterstützt durch den Fall und die beiden Rostocker Kripobeamten. Die Spannung in dem Krimi steigt von Abschnitt zu Abschnitt und die Story hat auch noch einiges an Überraschungen parat, die dem Krimi auch guttun, Der Spannungsbogen wird sehr gut bis zum Ende entwickelt Die Sprache ist sehr bildhaft, so dass es mir als Leser gut gelingt mich in den Roman einzuschwingen.
Ich finde den ersten Band mit der neues Ermittlerin sehr gelungen. Es ist spannend und auch die regionalen Besonderheiten finden ihren Platz. Ich finde die Hauptfiguren gut eingeführt und erwarte weitere spannende Fälle. Der erste ist ja schon angekündigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.10.2025

Ritualmorde

Sündiges Blut (Thriller)
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Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare ...

Eine Frau wird brutal mit vielen Brandmalen aufgefunden und irritiert die Kommissare Jana Bein und Oliver Marquart sehr. Solche brutalen Verletzungen haben sie sehr selten gesehen. Die beiden Kieler Kommissare nehmen die Ermittlungen auf und als sie nicht mehr weiterwissen, nehmen sie Kontakt zu einer Spezialistin für Ritualmorde auf. Sie ist ihnen vom Gerichtsmediziner empfohlen worden. Hier erhalten sie erste Hinweise auf eine spirituelle Verknüpfung, denn bei der Toten wurden lateinische Begriffe gefunden. Doch diese Anhaltspunkte verwirren die beiden. Sie befragen viele Menschen doch sie können nicht verhindern, dass es bald ein neues Opfer gibt mit ähnlichen Brandverletzungen. Auch eine mysteriöse Person aus einer spirituellen Gruppe könnte ihnen weiterhelfen auf der Suche nach dem Mörder.
„Sündiges Blut“ von Gunnar Schwarz ist ein spannender Thriller, der sich um brutale Morde dreht. Schon das Cover ist sehr bezeichnend, denn es zeigt eine aufgehängte Blutkonserve und das deutet schon in eine blutige Richtung. Die beiden Hauptcharaktere Jana und Oliver werden sehr gut beschrieben auch und vor allem mit ihren Sorgen und Nöten. Gerade Jana hat eine therapeutische Behandlung hinter sich und gilt als sehr taff. Oliver ist ihr Kollege und es besteht eine Beziehung zwischen den beiden, die schon manchmal hinderlich ist. Jana ist manchmal nicht sehr kommunikativ, vielleicht liegt es daran, dass der geschiedene Oliver und sie sich persönlich sehr nahekommen. Dieses knistern zwischen den Partnern macht diesen Roman interessant. Die sehr brutalen Darstellungen der Toten ist der Hauptstrang, doch die Jagd nach dem Mörder bringt die beiden schon an ihre Grenzen. Die Taten in einem spirituellen Umfeld haben immer etwas sehr mysteriöses und der Autor baut mit der Spezialistin für Ritualmorde eine interessante Person mit ein. Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und hält sie bis zum Ende hoch. Der Autor erzählt die Story in einer sehr deutlichen Sprache.
Ich finde die Thriller von Gunnar Schwarz sehr spannend und sie haben immer das gewisse etwas. SO wie hier der Ausflug in spirituelle Gefilde. Doch hier habe ich sehr lange gebraucht, um den Inhalt zu fassen und dem Ermittlungsstrang zu folgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2025

Ein verzwickter Fall

Die Farbe des Schattens
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In der Plattenbausiedlung am Mönkeberg verschwindet der junge Matti spurlos. Seine Eltern melden ihn bei der Kripo als vermisst und Hauptkommissar Arno Groth und sein Team nehmen die Suche nach dem Jungen ...

In der Plattenbausiedlung am Mönkeberg verschwindet der junge Matti spurlos. Seine Eltern melden ihn bei der Kripo als vermisst und Hauptkommissar Arno Groth und sein Team nehmen die Suche nach dem Jungen auf. Doch in der Siedlung ist es schwer für die Beamten, da keiner etwas gesehen hat und auch nur wenige mit ihnen sprechen möchten. Nach einigen Tagen wird der Junge tot aufgefunden und nun sucht das Team einen Mörder. Sie finden auch einen Tatverdächtigen und durch den Druck der Öffentlichkeit auf die Beamten nehmen sie ihn in Haft. Sie haben allerdings wenig Beweise und auch ein Motiv kann nicht gefunden werden. Arno Groth hat seine Bedenken in diesem Fall und ermittelt weiter, denn er sieht auch Spuren zu einem vergangenen Fall und möchte den entlassenen ehemalige Kollegen mit in die Ermittlungen einbauen. Vielleicht ergeben sich ja hieraus neue Ansätze, die dringend gebraucht werden.
Der Krimi „Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder spielt in einem fiktiven Ort in der ehemaligen DDR, der typische Strukturen eines beginnenden Verfalls aufweisen. Hier ermittelt der aus Hamburg stammende Hauptkommissar nun an einem Fall Kindestötung. Groth will nach dem Tod seiner Tochter in dem Ort neu anfangen. Doch dieser Fall setzt ihm schwer zu. Die Autorin beschreibt die Hilflosigkeit der Ermittler sehr intensiv und man kann die Ablehnung gegen die Polizei spüren und auch die wachsende Armut und Verzweiflung wird immer wieder an die Oberfläche gespült. In dieser Situation zu ermitteln ist sehr schwer für die Beamten. Geschickt baut die Autorin einen Fall vor der Wende in diesen Krimi ein und schafft so die Verknüpfung zwischen dem neuen Kommissar Groth und dem alten unter Stasi Verdacht entlassenen, ehemaligen Kommissar Gerstacker. Die beiden sind ein gutes Team und zusammen mit den anderen Kommissaren machen sie sich an die Recherchearbeit. Diesen Krimi zeichnet auch die menschliche Komponente, die immer bei dem Mord an Kindern vorliegt, nochmal deutlich auf. Die Story ist in meinen Augen sehr authentisch und wird auch im Nachwort beschrieben. Der Erzählstil ist sehr bildhaft, so dass das Kopfkino gut zu tun hat. Auch der Spannungsbogen ist gut entwickelt, so dass sich am Ende alles, wie ein Puzzle zusammenfügt.
Ich möchte den vorliegenden Krimi gerne empfehlen, da er sich fiktiv mit der Zeit kurz nach der Wende beschäftigt und hier auch die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr gut wiedergibt. Ein Stück Geschichte wird in einem Krimi verarbeitet.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Zurück in der Heimat

Das Bierkomplott
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Die Staatsanwältin Evi Pflaum ist nach ihrer Trennung wieder zurück in ihrer ländlichen Heimat. Sie lebt wieder in ihrem alten Kinderzimmer, was ihr so gar nicht passt. An ihrem ersten Arbeitstag nimmt ...

Die Staatsanwältin Evi Pflaum ist nach ihrer Trennung wieder zurück in ihrer ländlichen Heimat. Sie lebt wieder in ihrem alten Kinderzimmer, was ihr so gar nicht passt. An ihrem ersten Arbeitstag nimmt sie die Fahrt mit ihrem Jugendfreund Peter in Anspruch, um pünktlich ins Gericht zu kommen. Dort wartet nicht nur der LOST (Leitender Oberstaatsanwalt) auf sie, sondern auch eine Menge Arbeit. Und prompt bekommt sie auch einen Todesfall auf den Tisch, der nun wirklich sehr mysteriös ist. Aber sie lernt auch den Gerichtsmediziner Rosenbeet kennen und nicht nur das. Sie macht sich an die Arbeit und kommt in ihren normalen Rhythmus auch in ihrer Freizeit. Doch neben einigen Kopfschmerzen wartet auch eine weitere Leiche auf sie. Eine herausfordernde Zeit beginnt.
„Das Bierkomplott“ von Carina Heer ist ein Kriminalroman, der in der fränkischen Provinz spielt und sich um das Leben der Staatsanwältin kümmert. Dieses stellt sich als sehr kompliziert heraus und die Autorin lässt in meinen Augen auch kein Klischee aus. Da wäre das alte Kinderzimmer in das Evi wieder einzieht und das Saufen mit der Clique, das ihren Alltag begleitet. Natürlich ist auch ein Liebesstory dabei und die ermüdenden Arbeit einer Staatsanwältin, die gerade neu ist und mit allen Fällen sich beschäftigen muss, die gerade liegen geblieben sind. Aber es sind nicht nur die Toten, die sie interessieren auch häuslich Gewalt liegt auf ihrem Tisch und natürlich, die Vetternwirtschaft wird thematisiert. Es ist so ein kleiner Rundumschlag in die Provinz. Die Story ist leicht erzählt und es blitzen immer wieder Mundart auf und ich kann mir die Szenen, die in diesem Dorf sich abspielen sehr gut vorstellen. Die Spannung ist nicht sehr stark und entwickelt sich bis zum Ende nur marginal. Es ist mehr eine Charakterbeschreibung des dörflichen und kleinstädtischen Lebens,
Ich finde diesen Krimi mäßig spannend, aber die Beschreibungen der Situation, die die Staatsanwältin Evi in ihrer Heimat erlebt sehr interessant und amüsant. Das ist auch etwas, dass für mich typisch an einem regionalen Krimi sein kann. Also lesenswert ja, aber für mich ein wenig zu chaotisch, als das ich ihn in meine oberste Schublade legen würde.

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