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Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein umfangreicher Citytrip-Ideenratgeber für Familien

MARCO POLO MARCO POLO Hin & Weg Citytrips mit Kids
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„Willkommen zu einer spannenden Reise durch 25 aufregende Städte in Europa! Entdeckt gemeinsam die besten Erlebnisse, die jede Stadt für kleine und große Entdecker bereithält.“ (S. 3)

Meine Meinung:
Die ...

„Willkommen zu einer spannenden Reise durch 25 aufregende Städte in Europa! Entdeckt gemeinsam die besten Erlebnisse, die jede Stadt für kleine und große Entdecker bereithält.“ (S. 3)

Meine Meinung:
Die „Marco Polo“-Reiseführer gehören inzwischen seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Reiseführern. In dieser Ausgabe finden sich 25 spannende europäische Städte, die sich für einen Citytrip mit Familie eignen.

Der Reiseführer umfasst insgesamt 256 Seiten, so dass es nicht verwundert, dass für jede Stadt „nur“ zehn Seiten „Platz“ ist. Das mag auf den ersten Blick recht wenig erscheinen, aber dafür sind diese zehn Seiten vollgepackt mit Tipps für die jeweilige Destination.

Man darf nicht erwarten, dass dieser Reiseführer ein vollwertiger Reiseführer für jede dieser 25 Städte ist – dann müsste dieses Buch wohl mindestens 4000 Seiten haben. Dieser Reiseführer ist vielmehr ein ganz wunderbarer Ideengeber für Familien, um sich einen Überblick über einige der schönsten Städte Europas zu verschaffen und eine Idee davon zu bekommen, was man dort mit der Familie unternehmen kann. Zu jeder Stadt finden sich hier die folgenden Seiten:
1) Doppelseite mit Kurzcharakterisierung und stimmungsvollem Foto
2) Doppelseite mit einer Übersicht der zehn besten Sehenswürdigkeiten (mit kurzen Informationen zu Anfahrt, Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und ggf. „Kids-Tipps“ etc.)
3) Zwei Doppelseiten „Mehr erleben“: viele Tipps, die sich besonders für Familien mit Kids eignen und die eben nicht auf jeder „Top 10“-Sehenswürdigkeitenliste zu finden sind (-> für mich jeweils die besten Seiten!)
4) Eine Seite mit Tipps zum Thema „Essen & Trinken“
5) Eine Seite „Gut zu wissen“: ein paar nützliche Tipps, die je nach Destination variieren

Anhand der Städte, die ich schon selbst besucht habe, kann ich sagen, dass die Tipps wirklich gut ausgesucht und zusammengestellt sind. Gerade auf den vier Seiten „Mehr erleben“ finden sich tolle Tipps, die man nicht in jedem Reiseführer findet oder von jedem „Influencer“ vorgesetzt bekommt, wie etwa der älteste Spielzeugladen der Welt in London (von 1760!) oder auch die „Asterix-Tour“ durchs alte Rom. Gerade diese Tipps machen diesen Reiseführer für mich besonders interessant.

Klasse finde ich, dass es hier auch einige Tipps gibt, um den Geldbeutel zu schonen. Beispielsweise, wo man abseits des Eifelturms in Paris ebenfalls eine tolle Aussicht genießen kann (ganz ohne Eintrittspreise) oder auch der schöne botanische Garten (Eintritt frei!) im ansonsten extrem teuren Zürich.

Auch wenn es „nur“ zehn Seiten pro Stadt sind, reichen die Tipps hier locker aus, um ein buntes, interessantes und vor allem familientaugliches Programm für 1 – 3 Tage zusammenzustellen. Hier würde ich persönlich dann dazu raten, die zehn Seiten zu kopieren oder abzufotografieren, damit man nicht den ganzen Reiseführer mit in den Urlaub nehmen muss.

FAZIT:
Eine wirklich schöne Inspirationsquelle für Citytrips mit Kids und zu jeder Stadt genügend Informationen für einen ca. 1-3 tägigen Aufenthalt.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Eine großartige Graphic Novel zu einem spannenden historischen Thema

1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
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„es ist viel wahrscheinlicher, dass eine Verknüpfung natürlicher und menschengemachter Ereignisse der Spätbronzezeit ein Ende machten.“ (S. 38)

Meine Meinung:
Diese Graphic Novel basiert auf Eric. H. ...

„es ist viel wahrscheinlicher, dass eine Verknüpfung natürlicher und menschengemachter Ereignisse der Spätbronzezeit ein Ende machten.“ (S. 38)

Meine Meinung:
Diese Graphic Novel basiert auf Eric. H. Clines gleichnamigem Bestseller, in dem er die möglichen Ursachen für den Zusammenbruch der frühen Zivilisationen des östlichen Mittelmeerraums untersucht.

Die Materie selbst ist hoch spannend und in der Fachwelt noch immer umstritten. Die Zeitspanne, die das Buch dabei beleuchtet, umfasst rund 400 Jahre, entsprechend viele Informationen, Namen und geschichtliche Ereignisse umfassen die rund 250 Seiten. Kein Wunder also, dass die „Geschichte“ dieser Graphic Novel rasend schnell voranschreitet und sehr komplex ist, da es um die Interaktion diverser Völker unter zahlreichen Herrschern geht. Allein bei den ganzen Namen einen Überblick zu behalten, ist schon eine Kunst für sich, wobei hier die gelungenen Übersichten am Ende des Buches (die Zeittafel und die Aufstellung der „Dramatis Personae“) für Orientierung sorgen.

Der sehr spannende und informative Inhalt hat mir eindrücklich vor Augen geführt, wie gering mein Wissen über diese bedeutende Zeit der Menschheitsgeschichte doch ist. Immer wieder tauchen dabei allerdings „Ankerpunkte auf“, die mir durchaus ein Begriff sind und die ich nun dank dieses Buches in einen gesamt-geschichtlichen Kontext zueinander bringen kann. Hier begegnen uns etwa ägyptische Pharaonen wie Ramses III, Echnaton, Tutenchamun oder auch Hatschepsut sowie unbekanntere und bekanntere Zivilisationen der damaligen Zeit, wie z.B. die Minoer. Auch Vergleiche zu den Geschichten der Bibel zieht der Autor immer wieder.

Sehr gelungen finde ich die immer wieder eingestreuten Erklärungen, wie die Archäologie in den vergangenen rund 150 Jahren auf Spurensuche gegangen ist und welche Erkenntnisse dabei gewonnen (und auch widerlegt) werden konnten. Natürlich tauchen in diesem Zusammenhang auch berühmte Persönlichkeiten der Archäologie auf, wie beispielsweise Heinrich Schliemann und Howard Carter.

Teilweise (erschreckend!) aktuell ist auch der Bezug zur heutigen Zeit, denn schon damals waren Themen wie der Klimawandel (!) und Migration ganz wesentlich. Von einem „Systemkollaps“ mag man angesichts der trumpschen Zollpolitik hier gar nicht erst reden. Selbst ein Erdbeben auf Santorin (wo es ja aktuell wieder „brodelt“) hat schon damals für immense Auswirkungen im östlichen Mittelmeerraum gesorgt. Eine wirklich faszinierende Spurensuche!

Nun aber zur grafischen Umsetzung: Was Glynnis Fawkes hier geleistet hat, ist einfach genial. Die Komplexität der „Geschichte“ in Bilder zu fassen ist schon extrem anspruchsvoll. Besonders gelungen finde ich die sehr passende Farbgebung, die sich größtenteils dem Spektrum der Erdtöne bedient, sowie die schon künstlerische und sehr exakte Wiedergabe von historischen „Dokumenten“ und Gegenständen. Durch ihre Bilder macht Fawkes dieses anspruchsvollen Text lebendig und greifbarer. Ich kenne zwar das Original-Buch von Cline nicht, aber ich bin mir sicher, dass diese Graphic Novel für interessierte Laien wie mich der einfachere Einstieg in diese spannende Materie ist.

FAZIT:
Eine sehr komplexe und multidimensionale „Geschichte“, stilsicher übersetzt in beeindruckende und lebendige Bilder.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2025

Ein würdiger Abschluss für die Chronik des Siegelmagiers

Kerze & Krähe
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„An der zu Indonesien gehörenden Westseite Papuas liegt in den Bergen eine riesige Gold- und Kupfermine (…) Und am Freitag haben sie zu tief gegraben, wie die Zwerge in einer gewissen fast frauenlosen ...

„An der zu Indonesien gehörenden Westseite Papuas liegt in den Bergen eine riesige Gold- und Kupfermine (…) Und am Freitag haben sie zu tief gegraben, wie die Zwerge in einer gewissen fast frauenlosen Fantasiewelt.“ (S. 48)

Meine Meinung:
Band drei schließt nahtlos an die turbulenten Ereignisse in Australien an (Band 2: „Papier & Blut“). Man sollte die beiden Vorgängerbände schon kennen, um wirklich Spaß mit dieser Geschichte zu haben!

Nachdem ich die ersten beiden Bände von der jeweiligen Hauptstory her recht „linear“ empfunden haben, wuseln die Ereignisse in diesem Finalen Band der Trilogie recht unkonventionell hin- und her. Während Al mal hierhin und mal dorthin gerufen wird, nimmt er sich nun (endlich!) seinem eigenen Schicksal an und ergründet den Ursprung seiner mysteriösen Flüche, die ihn menschlich weitgehen isoliert haben. So ist dieser Band höchst abwechslungsreich und immer wieder überraschend, allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die ein oder andere „Nebenquest“ nur eingebaut worden ist, um dem Buch ein bisschen mehr „Speck auf die Rippen“ zu bescheren, wie z.B. das Intermezzo, in dem Eli Al um Hilfe bittet und wir einen kleinen spannenden, lykantropischen Exkurs nach Kalifornien miterlesen. Aber auch wenn das nichts mit der „Hauptquest“ zu tun hatte - actionreich und unterhaltsam war es allemal!

Während Al weitgehend in eigener Sache unterwegs ist, entwickeln sich auch seine (von mir) sehr liebgewonnenen Sidekicks weiter. Während Schlachtenseherin Nadia weiterhin an „ihrer“ neu gegründeten Kirche von LHURNOG, dem Unheiligen, werkelt, nimmt auch Hobgoblin Buck Foi einen erstaunlichen Werdegang, der am Ende nicht nur zu einer neuen Sippe führt, sondern auch zu einem neuen, rosafarbenen Paragon in Form eines Dilds. Selbst Roxanne, die neue Inkarnation der altirischen Schlachtengöttin MORRIGAN, erfindet sich hier neu und sorgt bei so manch abschäumigem Klientel für Angst und Schrecken.

Am Ende finden doch noch einige Handlungsstränge zusammen und die ganze Trilogie gipfelt in einem Finale epischen Ausmaßes, so dass Gladys, die schon viel Schei
e erlebt hat, endlich noch ein bisschen mehr davon erlebt.

Ich hatte wahnsinnig viel Spaß und beste phantastische Leseunterhaltung, sowohl mit diesem Band als auch mit der ganzen Trilogie, die mit moderner Fantasy, einem innovativen Magiesystem und unglaublich viel Humor und derben Sprüchen daherkommt.

FAZIT:
Moderne Fantasy in humorvoll-rotziger Sprache. Schade, dass es jetzt zu Ende ist!

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Das Herz von Flohall - Jugendliche Phantastik, besonders für Buchliebhaber

Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall
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„Ein Strudel aus Tinte umspülte sie, zerrte an ihr und zog sie tiefer in eine unbekannte Dunkelheit. Sie hatte Asche und Tinte im Mund und konnte sich nicht bewegen.“ (S. 50)

Meine Meinung:
Schon Band ...

„Ein Strudel aus Tinte umspülte sie, zerrte an ihr und zog sie tiefer in eine unbekannte Dunkelheit. Sie hatte Asche und Tinte im Mund und konnte sich nicht bewegen.“ (S. 50)

Meine Meinung:
Schon Band eins hatte mir rundum gut gefallen und auch mit Band zwei ist es mir wieder so ergangen. Ich mag einfach das bibliophile Setting, die sympathischen Protagonisten und die spannende Story, die uns diesmal begegnet.

Kaum sind die Ereignisse des Vorgängerbandes vergangen, in dem der böse Alchemist Regiomontamus zu Fall gebracht wurde, da werfen die nächsten großen Ereignisse in Flohall ihre Schatten voraus: die Prüfung der Lehrlinge steht an und erstmals seit Jahren soll wieder der große Floball stattfinden, DAS gesellschaftliche Ereignis Flohalls. Doch bevor es überhaupt so weit ist, gibt es immer wieder merkwürdige kleine Erdbeben in Flohall – und eine Stimme, die Sepia in ihrem Kopf eindringlich ruft…

Ich liebe das Mikro-Setting der magischen Bücherstadt Flohall, die so viele Geheimnisse hat und immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Eine Stadt, in der die Grenzen zwischen Kunsthandwerk und Magie verschwimmen und in der sich irgendwie auch immer Vergangenheit und Zukunft zu verwischen scheinen. Dazu die geheimnisvolle und liebenswerte Waise Sepia, die zusammen mit ihren coolen Freunden unerschrocken die Rätsel der Stadt und die atmosphärischsten Settings dort erkundet, wie etwa Nestors Nussschale oder auch das sagenumwobene Theater.

Auch diesmal nimmt einen die Geschichte sehr schnell wieder mit uns lässt uns zusammen mit den Charakteren ganz tief in diese phantastische kleine Welt eintauchen. Wieder einmal gilt es ein Rätsel zu lösen und Schlimmes zu verhindern, so dass es jede Menge Spannung gibt, die uns rasend schnell durch das Buch bis zur letzten Seite trägt.

Wie bereits bei Band eins sind allen Kapiteln zauberhafte schwarz-weiß-Illustrationen vorangestellt, die die geheimnisvolle Grundatmosphäre der Geschichte ganz wunderbar wiedergeben.

FAZIT:
Eine wunderbar bibliophile Reihe mit frischer Phantastik für junge und junggebliebene Lesende.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Großartige Phantastik – und eine Weitererzählung der Geschehnisse um „Elias & Laia“

Heir
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„Da erstarrte die Miene des Mannes, und in dem Abgrund, der sich in seinen hellen Augen auftat, sah Sirsha all seine Toten. All seine Geister. Das Feuer flackerte und der Wind schrie eine schauderhafte ...

„Da erstarrte die Miene des Mannes, und in dem Abgrund, der sich in seinen hellen Augen auftat, sah Sirsha all seine Toten. All seine Geister. Das Feuer flackerte und der Wind schrie eine schauderhafte Warnung in die Höhle.“ (S. 86)

Meine Meinung:
Zehn Jahre ist es jetzt her, dass ich Sabaa Tahirs großartiges Debut „Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken“ („An Ember in The Ashes“) und dann die Folgebände gelesen habe. Umso erstaunter war ich dann, als ich beim Lesen von „HEIR“ realisiert habe, dass dieser Roman in der gleichen Welt spielt, ja sogar an die Geschehnisse von „Elias & Laia“ anknüpft und wir hier altbekannte Charaktere wiedertreffen. Man muss die „Elias & Laia“-Reihe nicht zuvor gelesen haben, aber man wird definitiv (noch!) mehr Freude an „HEIR“ haben, wenn man diese Reihe kennt!

Über drei Erzählstränge von drei sehr unterschiedlichen Protagonist*innen lässt uns Sabaa Tahir in ihre neue Geschichte eintauchen. Sehr schnell nehmen einen diese phantastische Welt und der unvergleichliche Schreibstil der Autorin gefangen, auch wenn die vielen Namen und Charaktere zu Beginn noch etwas verwirren. Dazu nimmt die Handlung rasend schnell an Fahrt auf und es wird schon nach wenigen Seiten spannend, actionreich und geheimnisvoll. Ein wirklich gekonnter Start, der einen beim Lesen sehr schnell an das Buch fesselt und einen Sog entwickelt, der einen bis zur allerletzten Seite nicht mehr loslässt.

Neben Sabaa Tahirs unverwechselbarer und ganz großartiger Schreibweise sind ihre Charaktere und deren zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander, arrondiert von dieser einzigartigen Fantasywelt, die großen Stärken dieses Buches. Am meisten hat mich dabei die Figur von Sirsha begeistert, die mich mit ihrer toughen und manchmal rotzigen Art ein bisschen an Jay Kristoffs geniale Mia Corvere erinnert hat. Da scheint es manchmal sogar gefühlt in den Hintergrund zu treten, dass die Geschichte selbst wahnsinnig spannend und brillant erzählt ist und immer wieder durch überraschende Wendungen eine ganz andere Richtung einschlägt, als zuvor gedacht. So bietet sich hier ein Leseerlebnis moderner Phantastik, das seines Gleichen sucht.

Nach rund 630 Seiten, durch die man atemlos geflogen ist, will man dann nur noch eines: so schnell wie möglich den nächsten Band lesen!

FAZIT:
Ein Leseerlebnis moderner Phantastik, das seines Gleichen sucht und einen wohldosierten Schuss Romantasy enthält.

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