Ein Fluss, launisch wie das Leben
Der FährmannUm die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt ...
Um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt seinem Onkel als neuer Fährmann in diesem gefährlichen und sehr einsamen Dienst. Seine Familie und auch seine beiden Kindheitsfreundinnen Annemarie und Elisabeth sieht er nur noch selten. Elisabeth wird verheiratet und Annemarie muss hart in der elterlichen Gastwirtschaft arbeiten. Doch trotz der Distanz bleiben die Freunde einander verbunden. Für jeden von ihnen hält das Schicksal allerdings harte Prüfungen bereit, die schließlich eskalieren…
In einem leicht lesbaren Stil, der ein wenig von der süddeutschen Mundart anklingen lässt, erzählt Regina Denk die Geschichte dreier Freunde im Wandel der Zeit. Sie tut das auf eine eindrückliche Weise, die den historischen und sozialen Bedingungen jener Zeit gerecht wird.
Die Dörfer Hohenwart und Siegering und ihre Bewohner stehen stellvertretend für gesellschaftliche Zwänge und die Doppelmoral, wie sie damals vorherrschten.
Auch dem Fluss schreibt die Autorin seine Bedeutung zu; denn so launisch wie der Fluss seine lieblichen, aber auch gefährlichen Seiten zeigt, so erscheint auch das Leben einmal angenehm und ein andermal bösartig.
Mein Fazit: Auch wenn das Ende des Romans ein wenig melodramatisch gerät, „Der Fährmann“ ist ein wirklich lesenswertes Buch.