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Veröffentlicht am 17.03.2020

Fesselnde Mischung aus Fiktion und Realität

Haarmann
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Hannover zu Beginn der 1920er Jahre, in einer Zeit politischen Umschwungs und großer wirtschaftlicher Not: Schauplatz brutaler Morde an Knaben und sehr jungen Männern. Mehrere Jahre lang konnte Fritz Haarmann ...

Hannover zu Beginn der 1920er Jahre, in einer Zeit politischen Umschwungs und großer wirtschaftlicher Not: Schauplatz brutaler Morde an Knaben und sehr jungen Männern. Mehrere Jahre lang konnte Fritz Haarmann relativ ungestört seine Verbrechen an Jungen begehen, die auf der Durchreise in Hannover Station machten. Wie war das möglich?
Der Journalist und Buchautor Dirk Kurbjuweit versucht diese Frage in seinem „true crime“-Roman zu beantworten. Der historische Hintergrund, sehr eindrücklich vom Autor geschildert, beleuchtet bereits einen Teil der Probleme, politische wie auch gesellschaftliche: es gibt aufgrund des Versailler Vertrages nach dem verlorenen Krieg zu wenig Personal bei der Polizei, die noch junge Republik ist noch lange nicht etabliert, sondern - im Gegenteil - wird von anderen Parteien unter Druck gesetzt, für die Menschen stehen das tägliche Brot und das Bedürfnis nach Sicherheit an erster Stelle. Kurbjuweit stellt die langwierige, oft frustrierende Ermittlungsarbeit Robert Lahnsteins in den Mittelpunkt, der mit der Vorgabe ins Kommissariat Hannover geholt worden ist, die Mordserie endlich aufzuklären. Erschwert wird seine Arbeit nicht nur durch Anfeindungen aus dem „Milieu“ und der Presse, sondern auch durch Vorurteile und Neid einiger Kollegen. Im Wechsel mit Lahnsteins Suche nach dem „Werwolf“ erfahren wir private Erlebnisse aus seiner Vergangenheit, die ihn geprägt und zu einem Verfechter der Demokratie gemacht haben. Obwohl der Autor hauptsächlich aus Lahnsteins Sicht erzählt, bettet er ebenso Passagen ein, die Haarmanns Perspektive und auch die eines seiner Opfer wiedergeben. Wie es schließlich doch gelingt, Haarmann zu überführen und zu verurteilen, schildert Kurbjuweit auf fesselnde Weise in einer gelungenen Mischung aus Fiktion und Realität. Eine wesentliche Frage allerdings bleibt am Schluss offen und dem Leser überlassen: Welche Mittel sind in einem Rechtsstaat erlaubt, um das Geständnis eines Täters zu erhalten?

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Veröffentlicht am 12.03.2020

Der Blick zurück

Rosie
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„Erst jetzt, wo ich älter bin, sehe ich, wie schnell das Leben an einem vorüberzieht und wie leicht es passieren kann, dass man seine Zeit leichtfertig verschwendet“ stellt Rose Tremain in einem Interview ...

„Erst jetzt, wo ich älter bin, sehe ich, wie schnell das Leben an einem vorüberzieht und wie leicht es passieren kann, dass man seine Zeit leichtfertig verschwendet“ stellt Rose Tremain in einem Interview fest. Dafür, dass sie die Zeit keineswegs verschwendet hat, zeugen ihre zahlreichen Romane, die ihr etliche Literaturpreise beschert haben.
In der vorliegenden Autobiografie erzählt sie in ihrer leichten, beschwingten Schreibweise, wie sich das Kind Rosie zu der jungen Frau Rose entwickelt hat. Tremains Kindheit war sicher geprägt von Wohlstand auf der einen Seite, jedoch fehlten ihr Geborgenheit und Liebe auf der anderen. Dennoch spürt man in ihren Erinnerungen keine Bitterkeit, im Gegenteil: in d
er Rückschau versucht sie, das Verhalten ihrer Eltern zu verstehen. Bisweilen verweist die Autorin auch auf eigene ausgewählte Romane, in denen sie einige der Erlebnisse oder Personen aus ihrem Umkreis „verarbeitet“ hat. Ihre wunderbaren, aber oft auch schmerzhaften bildreichen Schilderungen machen Roses Erzählungen lebendig. Wie eindrucksvolle Szenen aus einem Film lassen sie den Leser ihre Kinder- und Jugendjahre nachempfinden. Ein schönes Plus: etliche in den Text eingefügte Fotografien dokumentieren zusätzlich das Leben von Rose und ihrer Familie.

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Veröffentlicht am 12.03.2020

So erfahren wir, was täglich in der Welt passiert

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
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Für Kinder ist es verwirrend: es gibt viele verschiedene Nachrichtenkanäle, auch im Fernsehen können wir zwischen mehreren wählen. Was unterscheidet denn etwa die Tagesschau von RTL Aktuell? Und wie erhält ...

Für Kinder ist es verwirrend: es gibt viele verschiedene Nachrichtenkanäle, auch im Fernsehen können wir zwischen mehreren wählen. Was unterscheidet denn etwa die Tagesschau von RTL Aktuell? Und wie erhält der Redakteur oder der Nachrichtensprecher seine Informationen?
Diesen und zahlreichen anderen Fragen geht Sarah Welk in ihrem neuen Buch nach. Ihre Antworten sind klar und verständlich, gehen aber nicht zu sehr ins Detail - also genau passend für Kinder ab 10 Jahren. Am Beispiel der alltäglichen Arbeit der (fiktiven) Redakteurin Nina erläutert die Autorin die wichtigsten Abläufe in der Nachrichtenredaktion sehr eingängig; sachlich, aber in lockerem Ton, wobei auch ein Schuss Humor nicht fehlt. Unterstützt wird sie dabei von Dunja Schnabel, die (ebenso humorvoll) den Text mit erläuternden Illustrationen begleitet. Die Vielfalt der Beiträge spiegelt sich auch in den Bildern; Sachbeiträge wechseln sich mit Interviews der bekannten Nachrichtenredakteure ab, es gibt „Rätselkästen“, in denen der kleine Leser sein Wissen selbst testen kann. Die zahlreichen Fotos und Zeichnungen ergänzen die Informationen und geben dem gut strukturierten Buch ein unverwechselbares Gesicht. Vervollständigt wird die Lektüre durch das übersichtliche Inhaltsverzeichnis sowie Quellenangaben.
Und wer nun erfahren möchte, wie es aktuelle Neuigkeiten in Tagesschau und logo!-Sendung schaffen oder wie man Fake News entlarven kann, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

Intensives Leseerlebnis

Dankbarkeiten
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Es passiert ohne Ankündigung. Michèle Seld, eine „alte Dame mit dem Habitus eines jungen Mädchens“, kann nicht mehr selbständig in ihrer Wohnung leben und bezieht ein Zimmer im Altenheim. Zum Glück ist ...

Es passiert ohne Ankündigung. Michèle Seld, eine „alte Dame mit dem Habitus eines jungen Mädchens“, kann nicht mehr selbständig in ihrer Wohnung leben und bezieht ein Zimmer im Altenheim. Zum Glück ist da Marie, die ihr zur Seite steht und sie regelmäßig besucht. Doch Michka wird immer unsicherer, es fällt ihr zunehmend schwerer, sich auszudrücken, die Wörter „flüchten“, sie werden verwechselt oder fehlen ganz. Von den Übungen des engagierten Logopäden Jérôme, die ihre Aphasie so lange wie möglich aufhalten sollen, ist Michka nicht immer angetan, doch sie fasst Vertrauen zu dem jungen Mann und verrät ihm ihren Herzenswunsch: sie möchte das junge Ehepaar, das sie als Kind vor Verfolgung gerettet hat, finden und ihm dafür danken, wozu sie bis jetzt keine Gelegenheit hatte. Und Jérôme hat eine Idee…
Sehr ruhig und behutsam erzählt Delphine de Vigan die Geschichte eines langsamen, aber unaufhaltsamen Abschiednehmens. Voll Empathie schildert sie die Beziehungen, die zwischen Michka und den jungen Leuten Marie und Jérôme entstanden sind. Viel Verständnis und warmherziges Zugewandtsein bestimmt ihr Verhältnis - dabei spielt nicht nur Maries Dankbarkeit Michka gegenüber eine Rolle, die ihr während ihrer problematischen Kindheit die Liebe und Fürsorge hat zukommen lassen, die sie brauchte. Das Thema, Michkas Lebensretter Nicole und Henri endlich zu finden und ihnen für ihre Selbstlosigkeit danken zu können, ehe es für sie zu spät ist, zieht sich durch den ganzen Roman.
„Dankbarkeiten“ ist ein Roman der leisen Töne, dennoch ausdrucksstark und intensiv, der lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Geschärfter Blick auf gesunden Lebensstil

Die wichtigsten Fragen zum Intervallfasten
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Das zur Zeit „moderne“ Intervallfasten bietet keine Zauberformel für eine schnelle Gewichtsabnahme, sondern Hilfestellung für eine gesündere Lebensführung mit einer zwar langsameren, dafür aber schonenderen ...


Das zur Zeit „moderne“ Intervallfasten bietet keine Zauberformel für eine schnelle Gewichtsabnahme, sondern Hilfestellung für eine gesündere Lebensführung mit einer zwar langsameren, dafür aber schonenderen und anhaltenden Gewichtsreduzierung. Dabei ist diese Art des Fastens absolut nicht neu, wie der Autor in seinem Ratgeber erklärt.
Der Arzt und Ernährungsberater Dr. Christian Thuile präsentiert hier die gängigsten Formen des intermittierenden Fastens. Um zu verstehen, was während der Nahrungsaufnahme in unserem Körper passiert und wie sich der Organismus in den Essenspausen verhält, schildert er, seriös und auch für Laien sehr gut verständlich, die entsprechenden Vorgänge. Nach der Theorie folgen Erläuterungen zu den unterschiedlichen Methoden des Intervallfastens und eine Abgrenzung zu herkömmlichen Diäten: ganz klar hat hier das intermittierende Fasten die positiveren Auswirkungen auf Körper und Psyche - wenn es richtig angewandt wird. Dazu gibt Thuile viele Tipps, wobei er den Fokus im wesentlichen auf den gesundheitlichen Aspekt legt. Zu dem gesunden Lebensstil, den er propagiert, gehören neben dem Fasten ebenso eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Das ist natürlich nicht neu, kann aber nicht oft genug wiederholt werden. Aus medizinischer Sicht beschreibt Thuile die zahlreichen positiven Auswirkungen der „Light Variante“ des Fastens, u.a. auch neue Erkenntnisse über ihre Wirkung auf spezielle Krankheiten. Aber er warnt auch davor, damit zu experimentieren; denn es ist nicht für jedermann uneingeschränkt zu empfehlen. Seine Erläuterungen sind klar und gut nachvollziehbar. In die einzelnen Abschnitte eingeschobene, farblich abgesetzte Wissens“kästen“ informieren darüber hinaus und jedes Kapitel endet mit einer sehr kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken, sozusagen als Gedächtnisstütze.
Wer sich näher mit dem Thema Intervallfasten und einem damit verbundenen gesunden Lebensstil auseinandersetzen möchte, findet in Thuiles Buch sicher viele Anregungen.

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