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Veröffentlicht am 08.11.2019

Einfach nur wunderbar!

Das Glück liegt unterm Weihnachtsbaum
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Der Roman "Das Glück liegt unterm Weihnachtsbaum" von Mina Teichert ist eine Liebesgeschichte, die zu Weihnachten spielt und im Aufbau Verlag erscheint .

Endlich ist wieder Weihnachten, für Elin die ...

Der Roman "Das Glück liegt unterm Weihnachtsbaum" von Mina Teichert ist eine Liebesgeschichte, die zu Weihnachten spielt und im Aufbau Verlag erscheint .

Endlich ist wieder Weihnachten, für Elin die schönste Zeit im Jahr. Sie reist in ihr verschneites Heimatdorf und besucht zum Advent ihre turbulente Familie. Völlig unverhofft bekommt sie einen kleinen Hundewelpen geschenkt, in den sie sich sofort verliebt und voller Stolz präsentiert sie ihn auf Instagram. Ein Unbekannter schreibt sie an, auch er hat einen jungen Hund als Profilbild. Kann dieses Weihnachtsfest noch mehr Überraschungen bringen?

Zitat: Mary Krismes ist die Frau von Lars Krismes...

Mit diesem Roman und ihrem typisch humorvollem Erzählstil hat Mina Teichert wieder einen wunderbare Geschichte erfunden, die nicht schöner sein könnte.



Ihre Protagonistin Elin ist gerade von ihrem Verlobten getrennt und freut sich nun nur auf ein schönes Weihnachtsfest mit ihrer Familie. Doch es soll ihr schönstes Fest überhaupt werden, soviel kann ich schon einmal verraten.

Sie wohnt bei ihrer Schwester Mieke, mit Mann Noan und drei Kindern, zwei temperamentvolle Mädchen und Teeny Phoebe und ihrer Oma Erna, die langsam dement wird. Elin trifft auch ihre Jugendbekanntschaft Oliver, der mittlerweile zwar immer noch unmöglich ist, aber äußerst attraktiv.



Die Besonderheiten ihrer Charaktere hat Mina Teichert wunderbar lebendig dargestellt, man findet sympathische und liebenswürdige Personen, die man sofort ins Herz schliessen kann.

Dank des flüssigen und absolut humorvollen Erzählstils fliegt man nur so durch das Buch. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich die Beziehung zwischen Elin und Oliver am Ende entwickelt. Man konnte das Ende zwar ahnen, aber es war trotzdem sehr schön, die Entwicklung mitzuerleben. Sie haben sich lange Zeit wie Hund und Katz verhalten und die gemeinsame Hundeliebe passte wunderbar.


Diese Familiengeschichte hält viel weihnachtliche Atmosphäre bereit, es wird gebacken und Kekse gegessen, es fällt schon mal ein geschmückter Tannenbaum um und andere Erlebnisse sorgen für einen lebensnahen Anstrich und ordentlich Tempo in der Story. Man taucht ein in Elins Weihnachtsvorliebe, sieht ihren Weihnachtsschmuck und erkennt wie sehr ihr die Harmonie in ihrer Familie und die Liebe zum Fest Halt gibt. Und ihr Welpe George ist einfach zuckersüß, sodass sich nicht nur Elin sofort in ihn verliebt. Das Buch steckt voller Gefühle, man erlebt alles hautnah mit.

Meine Lieblingsfigur ist neben allen liebenswerten Figuren Oma Erna. Sie ist schon etwas tüdelig, aber mit ihren Sprüchen immer ganz vorn. Was ihr so alles einfällt und welche Ideen sie umtreiben, kann man gar nicht in Worte fassen, das muss man lesen.

In diesem Roman geht es mit sehr viel Humor und trubeliger Stimmung in eine weihnachtliche Geschichte und man fühlt sich perfekt unterhalten.

Mina Teichert besitzt wirklich das Talent für witzige Gags, die weder abgedroschen noch unangepasst klingen.

Ihr lebendiger und typisch humorvolle Stil hat mich bei diesem Roman wieder sofort mitgezogen und begeistert. Die Handlung wechselt von trubelig und amüsant zu romantisch, aber auch Probleme sind natürlich wie in jedem Leben dabei. Das ist es, was ich an diesem Buch so schätze. Es ist lebensnah und immer wieder kommt ein neues Ereignis, das die Familie gemeinsam meistert.


Eine wunderbare, lustig erzählte Geschichte, eine super trubelige Familie, eine Liebesgeschichte vor weihnachtlicher Atmosphäre und ein süßer Hund. Da soll man schon dahinschmelzen vor lauter Wohlgefühl.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Eine beeindruckende Dokumentation der einzigartigen Völker der Arktis

Die letzten Nomaden der Arktis
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Im Knesebeck Verlag erscheint der großformatige Bildband "Die letzten Nomaden der Arktis" von Francis Latreille (Fotograf) und Erik Orsenna (Autor).


Dieser Bildband zeigt das Leben der letzten Völker ...


Im Knesebeck Verlag erscheint der großformatige Bildband "Die letzten Nomaden der Arktis" von Francis Latreille (Fotograf) und Erik Orsenna (Autor).


Dieser Bildband zeigt das Leben der letzten Völker am Nordpol. Ob die Dolganen und Nenzen im Norden Russlands, die Inuit in Kanada und auf Grönland, die Tschuktschen und die Jakuten im fernöstlichen Sibirien, die Korjaken auf Kamtschatka oder die Sami im Norden Skandinaviens, sie alle leben noch immer auf traditionelle Weise, auch wenn ihre Kulturen und Lebensbedingungen von Umweltproblemen und gesellschaftlichen Veränderungen bedroht werden.

Der Fotograf Francis Latreille besucht diese Völker nun seit 30 Jahren und begleitete die Rentierzüchter, Jäger, Trapper und Nomaden auf ihren traditionellen Wegen durch die Arktis. Er hat ihr Leben kennengelernt wie kaum ein anderer Mensch. Er folgte ihren Herden, ging mit ihnen auf die Jagd und zum Fischen und erlebte ihren Alltag.


"Das Schmelzen des Permafrostbodens setzt in absehbarer Zeit Methan frei, das dreißig bis vierzig Mal mehr Treibhausgas erzeugt als unser gutes altes CO2."
Zitat Seite 13


Seit 30 Jahren bereist der Fotograf Francis Latreille die Arktis, er kennt ihre Lebensgewohnheiten, ihr Jagdverhalten und hat über die Jahre eine enge Bindung zu diesen Nomadenvölkern aufgebaut. Seine Fotos sprechen eine eindeutige Sprache, man sieht die Weiten in der Tundra, die vereiste Taiga, die dicke wärmende Kleidung aus Tierfellen und die vom Wetter gegerbten Gesichter dieser Menschen.


Warum tut man sich ein so schwieriges Leben an und wie kann man in dieser unwirtlich scheinenden Welt bei Temperaturen bis zu Minus 40 Grad C existieren? Das habe ich mich sofort gefragt, als ich das Buch in die Hand genommen habe und mir die vielen aussagekräftigen Fotos angeschaut habe.


Dank Erik Orsennas hervorragender und sehr aufwühlender Einführung im Buch habe ich Antworten erhalten. Er erklärt Zusammenhänge, zeigt die besonderen Lebensbedingungen und Traditionen dieser Völker auf und öffnet dem Leser die Augen dafür, dass diese Nomaden seit Menschengedenken so gelebt haben, aber nun scheinbar an ihre Grenzen gelangen können. Nicht nur Tierarten sterben aus, auch solche Völker sind bedroht. Ich kann das Leben dieser letzten Nomaden nun viel besser verstehen und weiß, welche zusätzlichen Probleme zum Leben im Freien ihnen noch drohen: Klimaveränderung und Eisschmelze, die Gier nach Rohstoffen durch Industrienationen und Nahrungsmangel durch Artensterben vieler Beutetiere im polaren Raum.


Die vielen Bilder dokumentieren das ewige Eis, die Weiten der Landschaft in Weiß, die Gesichter der Menschen und die Bauten ihrer Zelte, Jarangas, Iglus oder wie sie sonst heißen. Es zeigen sich interessante Einblicke über schwierige Lebensbedingungen in Kälte, Einsamkeit und Abgeschiedenheit.


Nach Informationen über die verschiedenen Völker folgt jeweils ein zugehöriger Bildteil mit den entsprechenden Erklärungen.



Die traditionelle Kleidung der Arktisbewohner wird in einer faszinierenden Porträtgalerie ersichtlich. Eisbärfelle, Rentierleder und andere Naturprodukte dienen nicht nur als Kälteschutz, sie sind auch der Tradition verpflichtet und werden teilweise mit Stickereien verziert. So hat jede Völkergruppe ihre "Tracht".


Beim Lesen und Betrachten der Bilder in diesem Buch wurden mir die harten Lebensumstände dieser Menschen bewusst. Dennoch strahlen sie eine innere Gelassenheit aus und wirken sehr zufrieden. Das Leben in der Wildnis und unter diesen eisigen Temperaturen ist hart, aber ein naturverbundenes Leben in Freiheit und das Ausleben alter Traditionen tragen diese Völker weiter. Man kann ihnen nur wünschen, dass ihre Lebensräume ihnen noch lange so erhalten bleiben.



Im Anhang folgen Kommentare von namhaften Experten des französischen naturgeschichtlichen Nationalmuseums zur Lebensweise der einzelnen Völker.

Ein sehr umfangreicher, beeindruckender und lehrhafter Bildband über die letzten, einzigartigen Völker in der Arktis, über ihre Kultur und Traditionen. Der tägliche Kampf der letzten Nomaden und Wanderjäger, die sich auch dem Klimawandel anpassen müssen.


Veröffentlicht am 05.11.2019

Liebe, Kunst und Zeitgeist in Worpswede

Die Kunst und das Glück eines Sommers
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"Die Kunst und das Glück eines Sommers" ist ein Roman von Sophie von Dahlwitz über die Malerin Paula Modersohn-Becker aus dem Droemer Verlag.

Die Malerin Paula Becker lebte im Spätsommer 1900 in der Künstlerkolonie ...

"Die Kunst und das Glück eines Sommers" ist ein Roman von Sophie von Dahlwitz über die Malerin Paula Modersohn-Becker aus dem Droemer Verlag.

Die Malerin Paula Becker lebte im Spätsommer 1900 in der Künstlerkolonie Worpswede. Dort kam sie ihrem verwitweten Mentor Otto Modersohn näher und stand vor der Entscheidung, mit ihm eine Beziehung einzugehen oder aber in Paris als Künstlerin zu leben. Doch damit nicht genug, während Paulas Worpsweder Aufenthalt erscheint Rainer Maria Rilke und umwirbt die Malerin.
Paula malt häufig das Bauernmädchen Marleen, die plötzlich verschwindet, wahrscheinich im Moor.

Paula Becker (geboren am 8.2.1820, gestorben am 20. 11.1907 in Worpswede) war eine deutsche Malerin und einer der bedeutendsten Vertreter des frühen Expressionismus. Sie schuf in knapp 14 Jahren 750 Gemälde und etwa 1000 Zeichnungen.


Dieser Roman spielt in Worpswede und erzählt aus dem Leben von Paula Modersohn-Becker. Die Rolle der Frau in der Kunst war früher nicht einfach und selbstverständlich. Und selbst mit entsprechendem Talent war den Frauen früher wenig Ruhm beschieden.

Sophie von Dahlwitz zeigt in ihrem Roman nicht nur das Gefühlsleben ihrer Protagonistinnen Paula und ihrer Freundin Clara Westhoff auf, sie zeigt auch das harte Los der Torfstecher und ihrer Familien, die tagtäglich für einen Hungerlohn im Morast und Torf schufteten. Vor diesem Hintergrund wirkt das schöngeistige Leben der Künstler in der Kolonie Worpswede umso dekadenter. In den Augen der kleinen Leute treiben sie Müßiggang, auch wenn sie kunstschaffend aktiv waren.

Die Gemeinde Worpswede liegt inmitten des Teufelsmoores, Heimat armer Torfbauern und ist heute hauptsächlich als Künstlerkolonie bekannt. Ab 1889 zog sie Künstler verschiedenster Gattungen an, die sich in Worpswede niederliessen oder einen Teil ihrer Kunst dort anfertigten. Darunter befanden sich auch die Landschaftsmaler Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Paula Becker, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Angezogen von der abgeschiedenen und ländlichen Gemeinde, fertigten sie dort ihre Werke.

Die Autorin zeigt die unterschiedlichen Gefühle ihrer Figuren und auch die gesellschaftlichen Vorbehalte auf, aber auch Frauen wie Paula in der recht ungewöhnlichen Rolle als Künstlerin zur damaligen Zeit. Man erlebt sehr klar umrissen die Gefühle, den Zwiespalt und die Unterschiede der armen Torfbauern und der Künstlergemeinde und Kirchenmänner mit.

Der angenehme Erzählstil der Autorin sorgt für flüssiges Lesen. Sie erzählt Gefühlsäußerungen, Vorbehalte der Personen und auch das einfache und harte Leben der Torfbauern sehr spannend und mit detailgenauen Schilderungen.

Auch die wechselnden Gefühle Rainer Maria Rilkes für Paula und Clara werden sehr deutlich aufgezeigt.


Durch den fesselnden Schreibstil der Autorin konnte ich gespannt eingetauchen in diese interessante Zeitepoche und habe erlebt, wie Kunst Paulas Leben beeinflusst hat und wie ihre Beziehung zu Otto Modersohn und ihrem Freund Rainer Maria Rilke verlief.



Ein berührendes und interessantes Sittengemälde über die Künstlerin Paula Modersohn-Becker, mit entsprechendem Zeitgeist und Einsichten in das Leben einfacher Torfbauern.


Veröffentlicht am 04.11.2019

Ein überzeugender Einblick in Deutschlands schöne Natur und vielseitige Tierwelt

Durch Deutschland wandern
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In seinem bebilderten Sachbuch "Durch Deutschland wandern" zeigt uns Andreas Kieling die Flora und Fauna unserer Heimat. Das Buch erscheint im National Geographic Deutschland.


Bei seiner Wanderung durch ...

In seinem bebilderten Sachbuch "Durch Deutschland wandern" zeigt uns Andreas Kieling die Flora und Fauna unserer Heimat. Das Buch erscheint im National Geographic Deutschland.


Bei seiner Wanderung durch seine deutsche Heimat erlebt der bekannte Dokumentarfilmer Andreas Kieling mit seiner Hündin Cleo abenteuerliche Begegnungen mit Tieren in Hülle und Fülle.

Auf Helgoland beobachten sie Kegelrobben, brütende Schwarzstörche in der Eifel, sie erleben die Hirschbrunft in Brandenburg und sehen die seltenden Steinböcke in den Alpen.

Wildtiere kann man in allen deutschen Landschaften entdecken, Andreas Kieling gelingt das natürlich besonders nah und intensiv.



Seine Touren führen Kiehling quer durch Deutschlands Wildnis, er sieht Wisente im Rothaargebirge, Rotwild und sogar Elche, entdeckt Sumpfohreulen auf Helgoland und hört den Balzgesang der Birkhühner. Ihm bleibt scheinbar nichts verborgen, doch natürlich ist auch ein langes Ansitzen oder Schleichen durch Unterholz nötig, ein Aushalten der widrigen Witterungsbedingungen. Kiehlings Wanderungensind keine Spaziergänge, gemeinsam mit seiner Hannoverschen Schweißhündin Cleo setzt er sich immer wieder Strapazen aus, die man einfach bewundern muss. So war bei seiner siebenwöchigen Tour entlang der 1400km langen Strecke des Grünen Bandes ein täglicher Marsch von 30 - 40 km erforderlich. Das darf man nicht verkennen und es zeigt, dass Andreas Kieling schon ein ganz besonders hartgesottener Typ ist, der für seine Naturbeobachtungen auch seine Gesundheit aufs Spiel setzt und dem das Wandern im Blut liegt.


Auch im Wattenmeer und auf Helgoland ist er unterwegs und erkärt wissenswertes über Deutschlands größe Beutegreifer, die Kegelrobben. Die jungen Robben werden nach der Säugezeit im Alter von etwas mehr als zwei Wochen von der Mutter entwöhnt und sich allein überlassen. Eine enorme Leistung für junge Tiere ohne Jagderfahrung.

Die Treffen mit vielen Naturschutzbeauftragten bringen Insiderwissen und so ist es Kieling immer wieder möglich, besondere Tierbeobachtungen zu machen.

Extra erwähnen muss ich die hervorragenden und gradiosen Fotos, die aus nächster Nähe besondere Tierbegegnungen abbilden und den Leser aufs Beste erfreuen.

Andreas Kieling hat mich mit seinen lockeren Erzählungen, seinen interessanten Ausführungen zu Tier- und Naturwissen und den schönen Bildern von seinen Wanderungen durch Deutschlands Wildnis einfach begeistert. Mir geht beim Ansehen dieser einzigartigen Landschaften und wunderschönen Tierbilder einfach das Herz auf und ich möchte am liebsten sofort selbst die deutschen Gegenden durchstreifen. Den anschaulich gehaltenen Texten merkt man an, wie sehr Andreas Kieling die Natur und die hiesigen Tiere Deutschlands am Herzen liegen und er kann mit seinen Beschreibungen den Leser regelrecht begeistern und animieren, selbst die Natur zu erkunden.

Am Ende des Bildbandes präsentiert Andreas Kieling seine magischen Orte: etwa seinen Lieblingsplatz in der Eifel oder das winterliche Elbsandsteingebirge. Ein kleiner Wildnis-Knigge erläutert wichtige Tipps für eigene Wanderungen und Waldaufenthalte.



Deutschland bietet vielseitige Landschaften und eine große Artenvielfalt, die uns Andreas Kieling in diesem Buch näher bringt. Man ist irgendwie hautnah dabei, wenn er durch die Gegend streift und Naturbeobachtungen mitteilt. Für Wanderer, Natur- und Tierliebhaber eine tolle Geschenkidee.


Veröffentlicht am 03.11.2019

Unterhaltend, aber sehr unrealistische Geschichte, die pädagogisch ziemlich fragwürdig ist.

Liliane Susewind – Ein Seehund taucht ab
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"Liliane Susewind - Ein Seehund taucht ab" ist der dreizehnte Band der Serie von Tanya Stewner, der bei Fischer KJB erscheint.


In den langersehnten Ferien geht es für Lilli und ihren besten Freund ...

"Liliane Susewind - Ein Seehund taucht ab" ist der dreizehnte Band der Serie von Tanya Stewner, der bei Fischer KJB erscheint.


In den langersehnten Ferien geht es für Lilli und ihren besten Freund Jesahja an die Nordsee. Lilli kann mit Tieren sprechen und deshalb wird auch dieser Urlaub sehr abenteuerlich. An der Küste wurde eine Schutzzone für Seehunde eingerichtet und die Kinder erkennen, dass die Fischer die Seehunde dort vertreiben wollen. Als plötzlich ein Seehundbaby verschwunden ist, machen sich die Kinder auf die Suche. Und die tierischen Helfer sind natürlich auch sofort mit dabei.


Diese Ferien-Geschichte dreht sich um Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, aber auch um die Akzeptanz vom Anderssein. Gleichzeitig wird eine Handlung beschrieben, die den Umweltschutz und das Verständnis für die Tiere an der Nordsee in den Vordergrund stellt. Dank Lilli und ihrer Gabe mit den Tieren sprechen zu können, erfährt man, was die Tiere umtreibt und man wird Zeuge, wie sich ein Austerfischer in Lilli verliebt. Das klingt natürlich drollig und sorgt auch für viel Spaß. Die aristokratisch denkende Katze Frau von Schmidt hat eine sehr gestelzte Sprache und ist für Erwachsene recht interessant, Kinder kommen damit vielleicht nicht so gut klar.

Für wirkliches Wissen über Tiere ist Jesahja zuständig, er weiß viel und wenn nicht, macht er sich schnell schlau. Durch ihn erfährt man, wie sich Robbenmütter verhalten, wenn ihre Jungen von Menschen angefasst wurden, sie lehnen sie generell ab. Das wird im Buch einfach durch Lillis Fürsprache geändert. Das ist leider der falsche Ansatz in einem Kinderbuch. Und das macht mich fast schon wütend. Dieses Buch erfordert sehr viel Erklärungsbedarf durch die Eltern, sonst erweckt es den falschen Eindruck. Auch eine Bootspartie in einem lecken Kanu wird fast lebensgefährlich, es gibt tierische Retter was zwar märchenhaft schön klingt, aber doch wenig mit der Realität zu tun hat.



Während mir die Idee der Tiersprachen sprechenden Lilli sehr gefallen hat und Kinder sich in diese Rolle gern hineinträumen werden, konnten mich einige Dinge nicht überzeugen. Es ist eine positive Seite, Tiere schützen zu wollen, die Existenzsorgen der Fischer werden zwar auch erklärt, aber als sehr negativ abgetan. So können Kinder nicht lernen, das viele Probleme auch von verschiedenen Seiten betrachtet werden müssen. Begeistern konnte mich zwar die resolute Oma, aber welche alte Dame wirft denn mit toten Fischen nach Menschen? Eine Ulknummer, ganz klar, aber damit leider auch nicht ernst zu nehmen, auch nicht für Kinder. Mit Orlando tritt ein transsexueller Mensch aufs Parkett, er möchte viel lieber eine Frau sein und kleidet sich auch so. Dieses Anderssein soll hier für Akzeptanz sorgen, dabei haben Kinder damit meistens gar keine Probleme. Die drohende Scheidung von Jesahjas Eltern belastet ihn sehr, hier wird das Thema nur kurz aufgegriffen und nachdem Lilli ihn tröstet, dass sie Freunde für immer sein werden, ist die Sorge vom Tisch. Ich habe das schlichte Gefühl, dass hier eine Handlung zusammenkonstruiert wird, die möglichst viele Themen abdecken soll. Das merkt man leider, der Erzählfluss ist irgendwie nicht ganz stimmig und ich hätte mir hier weniger Probleme gewünscht, auf die dann aber auch differenzierter und vor allem realistischer eingegangen werden kann.


Von der Sprache her ist das Buch recht einfach zu verstehen und es ist durch die Eigenarten der Tiere sehr unterhaltsam und lustig. Die schönen Illustrationen sind traumhaft schön und werten das Buch auf. Trotzdem konnte mich dieses Lilli-Abenteuer leider nicht überzeugen und ich empfehle Eltern unbedingt, dieses Buch mit den Kindern gleichzeitig zu besprechen. Leider finde ich dieses Buch sehr überzogen, unrealistisch und für Kinder denkbar ungeeignet.