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Veröffentlicht am 16.12.2021

Konnte mich nicht vollständig überzeugen

Einsatz für die Liebe
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"Einsatz für die Liebe" ist der zweite Band von Catherine Bybee aus ihrer Reihe "Herzen im Visier" aus dem Montlake Verlag.

Olivia hat den Arbeitsauftrag, in Las Vegas die Schlüsselzeugin in einem Mafia-Prozess ...

"Einsatz für die Liebe" ist der zweite Band von Catherine Bybee aus ihrer Reihe "Herzen im Visier" aus dem Montlake Verlag.

Olivia hat den Arbeitsauftrag, in Las Vegas die Schlüsselzeugin in einem Mafia-Prozess zu observieren und vor Angriffen zu schützen. Gleichzeitig beobachtet auch FBI-Agent Leo Grant den Prozess gegen Mafiaboss Mykonos Sobol. Als auf ihn Schüsse abgefeuert werden, rettet ihm Olivia das Leben und wird selbst schwer verletzt. Sie wacht im Krankenhaus auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Leo weicht nicht von ihrer Seite und beide fühlen sich zueinander hingezogen. Aber wem galt nun der Anschlag?

Die Geschichte ist interessant gemacht, sie startet mit der Observierung der Kronzeugin in einem Mafiaprozeß und als Leser wird man in eine rasante Handlung mit einem Anschlag hineingeworfen. Danach werden die Figuren vorgestellt und man erkennt die näheren Zusammenhänge und unterschiedlichen Aufgaben von Olivia und Leo und die Spannungskurve flacht wieder ab. Die Anziehung füreinander ist von Anfang an da und baut sich zu einer knisternden Atmosphäre auf, die aber erst in der Mitte des Buches ihre Erfüllung findet.

Olivia hat eine besondere Ausbildung für Spezial-Kampfeinsätze hinter sich, sie ist eine starke und kampfbereite Frau, die durch ihre Amnesie zu einer hilflosen Figur wird, aber dann auch schnell wieder an Stärke gewinnt.
Leo ist ein sympathischer Kerl, voller Schuldgefühle für Olivia, weil er glaubt, der Anschlag galt ihm. Durch die Fürsorge wachsen auch die Gefühle für Olivia immer mehr. Aber passen sie beide überhaupt zusammen?

Mit "Einsatz für die Liebe" hat Catherine Bybee einen leicht verständlichen Mix aus Thriller und Liebesroman geschrieben, den man durch ihren flüssigen Erzählstil gut verfolgen kann. Beide Elemente halten sich die Waage, verbinden sich aber nicht so richtig, um als harmonisches Ganzes dazustehen. Auch gibt es zwischendurch einige Szenen, die sich in die Länge ziehen und so fällt mir die Bewertung nicht leicht.

Die Handlung wird durch wechselnde Sichtweise in verschiedene Richtungen vertieft. Olivias Vergangenheit wird langsam aufgedeckt, dann erleben wir Leos Arbeitseinsatz als FBI-Agent und erleben Neil, den Chef einer Spezialeinheit von NGOs. Auch wenn ich diese Charaktere interessant fand, kamen sie mir nicht so recht nah.
Das Buch liest sich zwischendurch immer wieder spannend, keine Frage, aber die Thrillerszenen und die romantischen Phasen ergänzen sich nicht so glatt, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich bin nicht ganz überzeugt von diesem Mix und vergebe 3.5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2021

Ein wunderbarer Roman für die Vorweihnachtszeit

Der süße Himmel der Schwestern Lindholm
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In ihrem neuen Roman "Der süße Himmel der Schwestern Lindholm" aus dem Rowohlt Verlag entführt uns Andrea Russo an die schwedische Küste.

Schweden, 1936: Auf der schwedischen Halbinsel Kullaberg lebten ...

In ihrem neuen Roman "Der süße Himmel der Schwestern Lindholm" aus dem Rowohlt Verlag entführt uns Andrea Russo an die schwedische Küste.

Schweden, 1936: Auf der schwedischen Halbinsel Kullaberg lebten die fünf Lindholm-Schwestern und betreiben eine familieneigene Bäckerei. Die Wirtschaftskrise macht auch vor Schweden nicht Halt und deshalb arbeitet ihr Vater in der Ferne in einem Erzbergwerk. Die Schwestern Ingrid, Hannah und Matilda überlegen, zusätzlich ein Gartencafé zu eröffnen und dort ihre Familienrezepte anzubieten. Der Name soll «Söta Himlen», also «Süßer Himmel» heißen. Ihre Pläne funktionieren und das Café etabliert sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Doch als sich Hannah in einen Deutschen verliebt und der Krieg immer näher kommt, ist der Familienfrieden bedroht.

Der Roman startet in der Gegenwart, als sich bei den Lindholms eine deutsche Frau meldet, die ein altes handbeschriebenes Rezeptbuch besitzt und angeblich zur Familie gehört.

Nach diesem neugierig machenden Start wird man in den südschwedischen Fischerort Arild ins Jahr 1936 zurückgeführt und erlebt die Familie Lindholm in der Vorkriegszeit aus nächster Nähe. Mutter Helene lebt dort mit ihren fünf Töchtern und ihren Eltern und betreibt eine Bäckerei, der Vater der Mädchen arbeitet weit entfernt in Kiruna, im Norden Schwedens.

Die ältesten drei Schwestern Ingrid, Hannah und Matilda sind in einem Alter, wo man sich Gedanken und Träume um die eigene Zunkunft macht. Die Wirtschaftskrise ist auch in Schweden spürbar und ihr Vater verliert seine Arbeit und findet im weit entfernten Lappland in einer Mine einen neuen Job. Nun sind die finanziellen Mittel begrenzt, die Frauen rücken eng zusammen und planen zunächst einmal, zusätzlich zu der Bäckerei ein Gartencafé zu eröffnen.

Hannah liebt das Backen, sie hat Gunnar zum Freund, doch dann verliebt sie sich in Karl, einen Deutschen. Ihr sozialdemokratischer Großvater verbindet mit Deutschland natürlich das braune Gedankengut und ist deshalb strikt gegen die Beziehung.

Ingrid macht gerade eine schwierige Phase zum Erwachsenwerden durch, sie ist verliebt, doch der junge Mann will nichts von ihr wissen. Ihr Leben ist zur Zeit ein einziges Rätsel.

Matilda arbeitet in einem Hotel im Nachbarort, sie ist künstlerisch veranlagt und träumt von einem Leben als Schauspielerin. Voller Lebenslust stürzt sie sich in eine Affäre mit einem verheirateten Mann.

Ebba und Ulla sind Teenies, die noch zur Schule gehen, aber gern im Café mithelfen wollen.

Der Familienfrieden gelingt trotz aller Sorgen und Nöte durch Mutter Helene, die die Familie zusammenhält, indem sie standhaft zu ihren Töchtern steht und eigene Probleme eher unterdrückt.

Bei dieser Geschichte wäre man gern ein Teil der Familie. Außerdem sorgen die vielen köstlichen Kuchen und Leckereien, sowie ihre bildhaft beschriebene Herstellung in der Bäckerei und das Ambiente im Café für viele Wohlfühlmomente, die man einfach nur genießen kann. Deshalb passt dieser Roman auch so wunderbar in die Vorweihnachtszeit.

Die unterhaltsame Familiengeschichte lässt sich durch zahlreiche Erlebnisse interessant verfolgen. Und wie gewohnt sorgt Andrea Russo mit ihrer schönen und eingängigen Erzählweise für einen steten Lesefluss, man mochte sich ungern von dieser sympathischen Familie lösen und die Familie wuchs mir immer mehr ans Herz.

Am Ende warten auf Backbegeisterte einige Rezepte zum Ausprobieren und wer nicht gern backt, kann auf kaltem Wege die Chokladbollar herstellen, eine schwedische Köstlichkeit zum Kaffee oder Tee.

Dieser Roman hat mich in eine hyggelige Wohlfühlatmosphäre versetzt, die ich in diversen appetitanregenden Backvorgängen und durch den engen Zusammenhalt der Lindholms auskosten konnte. An Tiefe gewinnt die Handlung durch die aufgezeigten Schwierigkeiten der Zeit mit der Angst vor einem Kriegsausbruch und den wirtschaftlichen Problemen, die Familien auseinanderrissen.

Backen und Liebe sind die grundlegenden Themen dieses Buches, deshalb passt dieser wunderbare Wohlfühlroman auch perfekt in die Vorweihnachtszeit! Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für eine backfreudige Person sucht, ist hiermit gut beraten.

Veröffentlicht am 11.12.2021

Mitreißender Roman mit der lebensnahen Atmosphäre der 50er Jahre

Das Haus am Deich – Unruhige Wasser
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"Das Haus am Deich – Unruhige Wasser" ist der zweite Band der Reihe um Frida und Erna aus Ostfriesland von Autorin Regine Kölpin. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

1951: Der Wohlstand des Wirtschaftswunders ...

"Das Haus am Deich – Unruhige Wasser" ist der zweite Band der Reihe um Frida und Erna aus Ostfriesland von Autorin Regine Kölpin. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

1951: Der Wohlstand des Wirtschaftswunders ist für die Menschen ein Segen, doch Frida, die mit einem Unternehmer verheiratet ist, lebt gefangen in einer unglücklichen Ehe. Auch ihre Freundin Erna macht als ledige Mutter schmerzhafte Erfahrungen, weil ihr Kind Sanne nicht bei ihr leben kann. Glückliche Momente erleben die Freundinnen nur, wenn sie gemeinsame Zeit mit ihren Kindern im Haus am Deich mit dem wunderbaren Garten verbringen können.

Vor dem Hintergrund der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders erzählt Regine Kölpin die fesselnde und lebendige Geschichte der Freundinnen Frida und Erna weiter. Durch zeitbeschreibende und lebensnahe Vorgänge und Erlebnisse der Freundinnen erlebt man die Zeit und ihr jeweiliges Leben hautnah mit und gefesseltn von den Höhen und Tiefen ihrer Schicksale habe ich das Buch wieder sehr interessiert verschlungen. Sehr betroffen machen eindringliche Schilderungen aus der Gefangenschaft im Krieg und die Art und Weise, wie damals Kinder von ledigen Müttern im Waisenhaus weggesperrt und dort ihren Müttern und Familien entzogen wurden.

Frida und Erna sind ein Gespann, das durch Dick und Dünn geht. Sie sind beide selbstbewusste Frauen, haben damals aber noch nicht die emanzipatorische Freiheit, um ihre Lebensträume zu verwirklichen. Stets sind sie auf das Wohlwollen der Männer angewiesen, sei es vom Mann oder Vater.

Sehr gespannt bin ich in die Handlung eingetaucht, war von den Schicksalen ergriffen und habe das Geschehen berührt verfolgt. Man lebt mit den Figuren mit und kann mit ihnen lachen und weinen. Regine Kölpin versteht es wie keine andere, das echte Leben hautnah abzubilden und mit ihren bildhaften Beschreibungen authentisch auszuschmücken. Sei es die Kleidung der Zeit, die schlimmen Folgen der Kriegsgefangenschaft, das Leben im Waisenhaus oder die Stimmung der norddeutschen Lebensart und der Landschaft am Meer. Hier kann man wunderbar abtauchen in eine vergangene Zeit, die mit ihren toll gezeichneten Charakteren sehr gut unterhält und die Lebensbedingungen klar zum Ausdruck bringt.

Eine wunderbare Fortsetzung der Reihe, die man von vorne lesen sollte, um die Figuren besser zu kennen. Ich freue mich schon auf den dritten Teil! Vielen herzlichen Dank, Regine Kölpin!

Veröffentlicht am 06.12.2021

Ein atmospärischer Roman um eine mutige Frau

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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Im Ullstein Verlag erscheint der historische Roman von Henrike Engel mit dem Titel "Die Hafenärztin - Ein Leben für die Freiheit der Frauen".

Hamburger Hafen, 1910: Anne Fitzpatrick arbeitet in einem ...

Im Ullstein Verlag erscheint der historische Roman von Henrike Engel mit dem Titel "Die Hafenärztin - Ein Leben für die Freiheit der Frauen".

Hamburger Hafen, 1910: Anne Fitzpatrick arbeitet in einem Frauenhaus, dem Verein Frauenwohl. Sie möchte Frauen helfen, denen von Männern Leid angetan wurde. Die mutige Pastorentochter Helene möchte mitarbeiten, die Hauswirtschaftsschule füllt sie nicht aus und sie möchte etwas Sinnvolles tun. Kurz darauf werden in der Nähe im Hafenbecken zwei Frauenleichen entdeckt. Kommissar Berthold Rheydt findet heraus, dass die Opfer Kontakt zur neuen Frauenbewegung hatten, genau wie Anne. Offiziell spielt die Polizei die Verbrechen als Morde im Milieu herunter. Aber Berthold ermittelt weiter und sucht nach den Hintergründen der Taten. Auch Anne sucht gemeinsam mit Helene nach Antworten und gerät dabei immer mehr in Gefahr.

Der Auftaktband der dreiteiligen Reihe um die Ärztin Dr. Anne Fitzpatrick startet im Hamburg der Kaiserzeit damit, dass Anne fluchtartig nach über 10 Jahren aus England in ihre Heimat Hamburg zurückkehrt. Sie sieht ihre Lebensaufgabe darin, Frauen zu helfen und baut im Hamburger Hafen den Verein Frauenwohl auf. Dort sollen hilfsbedürftige und unterdrückte Frauen medizinische und lebensnotwendige Unterstützung finden. Doch damit macht sie sich nicht gerade beliebt, die Männerwelt ist noch nicht bereit für selbständige und emanzipierte Frauen und deshalb droht ihr Projekt zu scheitern.

Die zweite Protagonistin ist die Pastorentochter Helene Curtius, die in einem lieblosen Haushalt groß wird und sich für ihre Zukunft etwas anderes ausmalt, als gut verheiratet einen Haushalt zu führen. Helene interessiert sich für das Frauenwahlrecht, sie ist fasziniert von der selbständigen und emanzipierten Anne und sucht ihre Nähe. Beide verstehen sich gut und Anne unterstützt Helene und macht ihr Mut, ihre Lebensvorstellungen umzusetzen.

Die dritte Hauptfigur im Buch ist Kommissar Berthold Rheydt, der sehr unter dem Verlust seiner Familie leidet und sich als Trainer beim FC St. Pauli engagiert und wie besessen an der Aufklärung der Hafenmorde arbeitet. Er setzt neue Massstäbe bei der Ermittlung an und untersucht den Tatort und sogar Fingerabdrücke. Ihm wird klar, dieser Täter hat nicht zum ersten Mal gemordet und seine Taten scheinen einem Muster zu folgen. Doch wo liegt der Schlüssel zu diesem Muster?

Gepackt hat mich diese bildhaft geschilderte Geschichte von Beginn an und ich habe den herrschenden Zeitgeist mit den Unterschieden zwischen Arm und Reich, Wohlstand und Not, Unterdrückung von Frauen und politischem Kalkül regelrecht aufgesaugt. Durch die wechselnden Erzählstränge bekommt man einen direkten Kontakt zu den Figuren und erlebt alls hautnah mit. Der Kriminalstrang sorgt für die nötige Spannung, die durch weitere Übergriffe immer wieder die Geschichte antreibt.

Die Charaktere hat Henrike Engel mit vielen Facetten versehen und alle wirken sehr authentisch. Bei Anne Fitzpatrick wird schnell klar, sie musste London aus unbekannten Gründen verlassen, welches Geheimnis dahinter steckt, wird noch nicht voll erklärt. In Hamburg setzt sie sich für hilfsbedürftige Frauen ein und bietet damit einigen Männern eine Angriffsfläche. Hilfsstellen und Frauenvereine sind hier nicht gern gesehen.

Die ganze Geschichte ist sehr zeitbeschreibend und spannend zu lesen. Wir nehmen teil am Leben der Menschen im damaligen Hamburg, wo langsam, aber sicher die Suffragettenbewegung aus England bzw. Amerika auch hier Fuß fasste. Immer mehr Frauen engagierten sich für das Frauenwahlrecht und gingen dafür auf die Straße.

Es ist ein sehr interssanter und abwechslungsreicher Roman, der quer durch Hamburg führt und das Zeitgeschehen sehr bildhaft und glaubhaft darstellt.

Ein fesselnder, zeitbeschreibender und unterhaltsamer Roman über eine mutige Frauenfigur und ihre Mitstreiter:innen. Sehr zu empfehlen für historisch Interessierte, die aber auch Wert auf eine unterhaltsame Geschichte legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2021

Diese traumhaft illustrierte Geschichte umgibt ein märchenhafter Zauber

Die Sonnenwächterin
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Im btb Verlag erscheint das Buch "Die Sonnenwächterin" aus dem Jahreszeitenquartett von Maja Lunde. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Lisa Aisato.

Lilja lebt mit ihrem Großvater in einer düsteren ...

Im btb Verlag erscheint das Buch "Die Sonnenwächterin" aus dem Jahreszeitenquartett von Maja Lunde. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Lisa Aisato.

Lilja lebt mit ihrem Großvater in einer düsteren Welt, in der es ständig regnet und trübe ist. In diesem durchnässten Boden lässt sich nichts Essbares anpflanzen und Liljas Großvater versorgt das Dorf mit Gemüse aus seinem Gewächshaus. Als Lilja einen geheimen Pfad in den Wald entdeckt, folgt sie ihm mutig, auch wenn die Dunkelheit sie sofort umfängt. Sie findet schliesslich eine Oase von Farben, Sonnenlicht und Wärme und lernt einen Jungen kennen. Es beginnt ein Abenteuer, bei dem sich Lilja ihren größten Ängsten stellen muss. Vielleicht gibt es noch Hoffnung auf einen neuen Frühling.

...am liebsten wollte ich ins Tal, zu dem Essen, dem Jungen und dem Hund. In die Wärme und das Sonnenlicht." Zitat Seite 83

Die Sonne scheint, die Pflanzen tanken Licht und Wärme und wachsen und auch die Menschen brauchen die Sonne. Doch was ist, wenn sie nicht mehr da ist? Es wird düster, grau, trübe und regnet unaufhörlich, sodaß keine Vegetation gedeiht. So geschieht es bei Lilja, die bei ihrem Großvater lebt. Er hat ein Gewächshaus, für Lilja ein verbotener Ort, in dem er wunderbares Obst und Gemüse anbaut, ein Segen in dieser Gegend, wo doch nicht wächst und alle Menschen von diesen Gaben abhängig sind. Doch eines Tages kommt sie hinter sein Geheimnis...

Diese traumhaft illustrierte Geschichte hat einen märchenhaften Zauber inne, und dass, obwohl sie ein Horrorszenario ohne Sonne und Licht beschreibt. Lilja folgt ihrem Großvater in sein Gewächshaus, obwohl ihr das verboten ist. Doch sie bringt ihm sein vergessenes Brot und entdeckt einen besonderen Pfad, der in einen dunklen Wald führt. Und trotz der Dunkelheit, die sie umgibt, folgt sie dem Weg und findet eine wunderbar sonnige Oase vor und lernt einen Jungen und seinen Hund kennen.

Lisa Aisato hat mit ihren beeindruckenden Illustrationen diesem Buch einen ganz besonderen Ausdruck verliehen. Wir tauchen in eine dunkle, triste Welt ein, die krank macht, was sich in der Mimik der Figuren deutlich abzeichnet. Doch dann gelangen wir an Liljas Seite in die berauschende Farbenpracht einer frühlingshaften Oase voller Vegetation und Wärme. Die Eindrücke dieser Bilder begleiten die Erzählung in unnachahmlicher Weise. Durch die emotionalen Bilder ist es, als fühlte man die Kälte und die Wärme.

Die Geschichte dreht sich um Witterungsverhältnisse, um das Fehlen der Sonne und das Ende der Pflanzen. Man denkt automatisch sofort an Klimaveränderung und aktuelle Probleme. Aber es geht auch um Liebe und Freundschaft, um Vertrauen und Zuversicht.

Mit seiner atmosphärischen und märchenhaften Aussage hat mich dieses melancholische Buch sichtlich berührt und bezaubert und ich habe mich an den schönen Illustrationen erfreut. Es ist ein Buch für die ganze Familie! Hier wird die Freude auf den Frühling und die wärmende Sonne spürbar gemacht.