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Veröffentlicht am 05.11.2021

"Das Geheimnis" konnte mich nicht so packen wie die anderen Bücher der Autorin

Das Geheimnis
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Im Penguin Verlag erscheint der neue Spannungsroman "Das Geheimnis" von Ellen Sandberg.

München, 2020: Ulla hatte keine leichte Kindheit, sie wurde mit gerade mal neun Jahren von ihrer Mutter Helga verlassen ...

Im Penguin Verlag erscheint der neue Spannungsroman "Das Geheimnis" von Ellen Sandberg.

München, 2020: Ulla hatte keine leichte Kindheit, sie wurde mit gerade mal neun Jahren von ihrer Mutter Helga verlassen und lebte bei ihrem Vater. Die Gründe dafür hat sie nie erfahren. Als sie auf den Moarhof am Chiemsee zurückkehrt, um das Haus ihrer Mutter zu verkaufen, findet sie Antworten auf ihre Fragen.

1975 starb Helga unter mysteriösen Umständen in Mossleitn am Chiemsee. Dort lebte sie als Künstlerin in einer Kommune auf einem Bauernhof. Ihre Bilder sind düstere Werke, die etwas verbergen, was nur Helga sehen kann. Darin verarbeitet sie die sie quälenden Erinnerungen an Ereignisse in ihrem Leben, die sie nicht vergessen kann. Sie hat einen Fehler gemacht, den sie heute sehr bereut.

"Das Geheimnis" zeigt eine düstere Familiengeschichte, die ihren Ursprung darin hat, dass Helga 1969 den Kontakt zu ihrer neunjährigen Tochter Ulla beendete und sich als verrückte Künstlerin ihre Gefühle in düsteren Bildern vom Leib malte. Doch was hat sie zu diesem Verhalten getrieben?

2020 will Ulla das Haus ihrer verstorbenen Mutter verkaufen und stößt dabei auf Kassetten, die sie ihr hinterlassen hat. Welche Gründe könnte ihre Mutter gehabt haben, Ulla aus ihrem Leben zu verbannen? Ulla ist jetzt 59 und gerade selbst in einer Lebenskrise, ihr Mann hat sich von ihr getrennt und zu ihrer Tochter Sandra hat sie ein schwieriges Verhältnis, weil Sandra sich von Ulla nicht verstanden fühlt.

Im ersten Drittel plätschert der Roman so vor sich hin, dann kommt als Erzählfigur Luise hinzu, die Helga kannte und auch in Mosleitn wohnt. Von diesem Moment an wartet man auf die näheren Zusammenhänge, die das Geheimnis lösen könnten. Doch es folgen weitere etwas sehr ausführlich erzählte Szenen wie beispielsweise über Ullas Jugend oder mit ihrer Tochter Sandra. Das liest sich zwar unterhaltsam, mindert aber die Spannung ungemein. Und erst die Inhalte der alten von Helga besprochenen Kassetten bringen wieder neuen Schwung in die Geschichte und es wird ein dramatisches Ereignis freigelegt, das das Leben all dieser Frauen beeinflusst hat. Es kristallisiert sich ein Fehler heraus, der Helga zeitlebens quälte und den sie sich nicht verzeihen konnte.

Bei dieser Geschichte haben mich die ständig wechselnden Erzählstränge Ulla, Helga und Luise in meinen Lesefluss gestört. Und auch die Erzählzeit springt häufig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Ich konnte zwar die Handlung nachvollziehen, aber diese häufigen Wechsel haben doch den Spannungsbogen stark beeinträchtigt.

Ellen Sandberg verarbeitet in diesem Buch die Themen Mutterschaft, Schuld und Vergebung, die den Weg in ein neues Leben freimachen könnten. Doch diese Charaktere sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um miteinander zu reden oder sie vergraben sich in ihr schlechtes Gewissen, um nicht noch mehr Schuld auf sich laden zu müssen, indem Mitwisser sie zusätzlich belasten. Mit den Figuren konnte ich dieses Mal nicht warm werden, obwohl sie vielfältig gezeichnet werden und alle ihre Ecken und Kanten besitzen. Das Verhältnis zwischen Sandra und Ulla wirkte zu aufgesetzt, so als habe die schlechte Beziehung zwischen Mutter und Tochter in dieser Familie Tradition. Ich fand die Personen alle ein wenig gefühlskalt und leider auch nicht sympathisch.

Schade, denn die anderen Bücher Ellen Sandbergs habe ich alle verschlungen, hier musste ich mich leider etwas durchkämpfen. Aber es kann ja nicht jedes Buch überzeugen.

Eine ruhig erzählte und doch tragische Geschichte, die die Schicksale mehrerer Frauen negativ beeinflusst.

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Veröffentlicht am 03.11.2021

Moderner Liebesroman, der Humor und ernste Themen geschickt verbindet.

Du hast mir gerade noch gefehlt
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Eve, Susie, Ed und Justin sind seit ihrem Studium beste Freunde, regelmäßig treffen sie sich bei einem Pub-Quiz-Abend. Als dort Eds Freundin Hester ihm einen Heiratsantrag macht, sind alle überrascht. ...

Eve, Susie, Ed und Justin sind seit ihrem Studium beste Freunde, regelmäßig treffen sie sich bei einem Pub-Quiz-Abend. Als dort Eds Freundin Hester ihm einen Heiratsantrag macht, sind alle überrascht. Eigentlich ein glücklicher Moment, wenn Eve nicht seit Jahren in Ed verliebt wäre. Kurz darauf sorgt ein schreckliches Ereignis für Emotionen, die Eves Leben durcheinanderwirbeln. Und als Susies Bruder Finlay auftaucht, entdeckt Ed auf einmal, dass Eve ja doch noch zu haben ist. Nun ist das Chaos perfekt!


Mhairi McFarlane war mir bisher nicht bekannt, nach dieser Lektüre kann ich sagen, sie schreibt lebendige, moderne und emotionsreiche Liebesromane, die humorvoll, aber auch mit Tiefgang unterhalten und die Bandbreite des wahren Lebens mit Hochs und Tiefs zeigen.

Aus den langjährigen Freunden Ed und Eve ist leider kein Paar geworden, dabei fing es mal so hoffnungsvoll an. Seit Jahren lebt Ed mit Hester in einer Beziehung, die in der Clique aber nicht so gern gesehen ist. Deshalb macht sie Hesters Heiratsantrag an Ed auch alle nicht glücklich - Ed ausgenommen. Doch dann sorgt ein tragischer Unfall für eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, die Eves Leben auf den Kopf stellen.

Die Charaktere werden mit ihren Ecken und Kanten gut gezeichnet, so kann man sich gut in sie hineinversetzen und erlebt ihre Ängste, Hoffnungen und Gefühle auch sehr intensiv mit. Eve ist als Protagonistin die Hauptfigur, deren Leben hier eine entscheidende Wendung erfährt und durch Trauer, Liebe und Freundschaft neue Wege entdeckt.

Mhairi McFarlane schreibt sehr locker und unterhaltsam und schafft mit lebendigen Dialogen und einer abwechslungsreichen Handlung eine Mischung aus Romantik, Trauergefühlen und Lebensfragen, die das Leben so mit sich bringt. Dabei gehen schöne und traurige Momente eine lebensechte Verbindung ein, die man gern verfolgt und bei der man gern wissen möchte, wie die Geschichte endet.

Dieser Roman hat mich gut unterhalten und ich habe mit Eve und ihren Freunden hautnah ihre schmerzhaften Erlebnisse mitgefühlt. Wenn man eine lustige Liebesromanze erwartet, sollte man lieber nicht zum Buch greifen, denn mit Trauergefühlen wird auch eine andere Seite beleuchtet, die meines Erachtens nach der Geschichte den nötigen Tiefgang verpasst. Auch kommen nach und nach einige Geheimnisse ans Licht, die die Story weiter anheizen und ihr Spannung verleihen. Nicht immer kennt man seine Freunde wirklich gut. Manchmal zeigen sich ihre wahren Charakter erst nach vielen Jahren. Das ist in dieser Geschichte das Salz in der Suppe.

Eine gefühlsreiche und unterhaltsam erzählte Geschichte, die unterschiedliche Themen wie Liebe, Freude, Tod und Trauer miteinander verbindet und eine Clique von Freunden vor ungeahnte Herausforderungen stellt.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

Interessanter Cosy-Crime hinter den Mauern des Buckingham Palace

Die unhöfliche Tote
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Im Knaur Verlag erscheint der 2. Teil der Krimireihe "Die Queen ermittelt" mit dem Titel "Die unhöfliche Tote" von S J Bennett.

Queen Elizabeth II. vermisst ein Ölgemälde, das ihre geliebte "Britannia" ...

Im Knaur Verlag erscheint der 2. Teil der Krimireihe "Die Queen ermittelt" mit dem Titel "Die unhöfliche Tote" von S J Bennett.

Queen Elizabeth II. vermisst ein Ölgemälde, das ihre geliebte "Britannia" zeigt. Gerade sorgt das Referendum zum Brexit für Unruhe in der Bevölkerung und dann wird auch noch die Leiche einer Haushälterin am Swimmingpool gefunden. Die offizielle Ermittlung der Polizei ergibt, dass die Tote eher unbeliebt war. Doch wer hat sie auf dem Gewissen? Die Queen herself stellt gemeinsam mit ihrer pfiffigen Assistentin Rozy eigene Nachforschungen an. Schliesslich kennt sie im Palast jeden Winkel und jede Person. Als bekannt wird, dass Drohbriefe die Angestellten belasten, wird der Fall immer mysteriöser. Aber die zwei Ermittlerinnen sind clever und kommen hinter so manches Geheimnis...

Auch dieser Band ist wieder ein toller Cosy Crime, bei dem die Spannung sich mit Vorgängen im englischen Königshaus wunderbar ergänzt. Wir begleiten Rozie, die Privatsekretärin Rozie der Queen bei ihren Nachforschungen im Fall eines verschwundenen Gemäldes und eines unerwarteten Todesfalles. Zwischen ihren Terminen lässt sich die Queen immer wieder von Rozies neuen Erkenntnissen berichten und zieht im Hintergrund die entscheidenden Strippen. So kann man sich ein umfassende Bild vom Alltag der Queen und vom Leben im Buckingham Palast machen und erlebt die übliche Etiquette mitsamt der königlichen Aufgaben und ihrer Angestellten mit. Und dazwischen wuselt immer die Corgy-Bande herum.

Dieser Fall führt in die Vergangenheit der 1980er Jahre und lässt uns einige kulturgeschichtliche Entwicklungen bei Hofe nacherleben. Aber wie hängt der Todesfall mit diesen Rückblicken zusammen? Führt der unterirdische Tunnel zu einem Versteck von weiteren Gemälden? Und was macht die Queen in einem Kleiderschrank?

S J Bennetts wunderbar flüssiger Erzählstil führt locker durch die Handlung, sie bringt einige Spannungsmomente ein und zeigt die Queen und andere Mitglieder der Königsfamilie auf liebevolle Weise. Neben der Familie werden auch die Angestellten in die Handlung einbezogen, sodaß man einen durchaus royalen Roman vorfindet und sogar etwas über Fledermäuse im Palast erfährt. In diesem Band haben mir gegenüber dem Vorband die Wortwechsel zwischen der Queen und Prinz Philipp mit ihrem britischen Humor gefehlt. Dafür erleben wir Rozies Familie und bekommen einige Royals und ihre Gewohnheiten näher vorgestellt. Das dargestellte Palastleben wirkt sehr authentisch und die Hintergründe für den Mord werden vollständig aufgeklärt. Die eigentliche Ermittlung ist zwar nicht spektakulär fesselnd zu nennen, macht aber aus diesem Buch eine stimmige und unterhaltsame Geschichte, die mir gefallen hat. Und den Ausflug in die "Cotswolds" hätte ich gern persönlich begleitet.

Alle Freunde des Cosy Crimes kommen bei diesem Buch gut unterhalten auf ihre Kosten und royale Queen-Fans ebenso. Ein patentes Ermittler-Duo ermittelt im Buckingham Palace.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Leichte und lustige Lektüre, zum Aufheitern gerade richtig

Wo kommen wir denn da hin (Der Offline-Opa 1)
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"Wo kommen wir denn da hin" ist ein humorvoller Roman von Günter Habicht, der im Ullstein Verlag erscheint.

Der 63-jährige Günter Habicht ist ein Pedant wie er im Buche steht, ständig überwacht er vom ...

"Wo kommen wir denn da hin" ist ein humorvoller Roman von Günter Habicht, der im Ullstein Verlag erscheint.

Der 63-jährige Günter Habicht ist ein Pedant wie er im Buche steht, ständig überwacht er vom Balkon aus das Verhalten seiner Nachbarn. Jede noch so kleine Schluderei fällt ihm auf, das fängt beim Trennen des Abfalls an und hört bei falsch geparkten Autos und E-Rollern noch lange nicht auf. Seine Frau Brigitte regt das auf, aber Günter hat auch seine guten Seiten. Er ist hilfsbereit und zeigt im Baumarkt den Kunden die besten Produkte für ihre Sanierung. Seiner Erzfeindin Renate Bergmann weicht er aus, so gut er kann. Denn die twittert ja neuerdings alles und jedes und würde sicher auch Günters Verhalten auf Twitter kritisieren und verbreiten.

Nach der Buchreihe mit Renate Bergmann hat Torsten Rohde nun einen männlichen Protagonisten am Start. Es ist der ehemalige Busfahrer Günter Habicht, den Renate-Fans aus "Fertig ist die Laube" kennen. Dort in der Laubenkolonie Abendfrieden haben sie sich kennengelernt, leider ist keine herzliche Freundschaft daraus entstanden.

Günter ist im Vorruhestand und auch seine Frau Brigitte ist vorzeitig in Rente, was sie im Nachhinein bitter bereut. Der gemeinsame Alltag muss erst wieder gelernt werden und Brigitte ist es furchtbar peinlich, wie Günter alle Nachbarn maßregelt. Aber er geht häufig auch seiner Wege und dann klönt Brigitte mit ihrer Freundin Doris oder liest Beziehungsratgeber. Beide haben eine erwachsene Tochter, Mareike, und als Günters Mutter ins Seniorenheim ziehen muss, arbeitet Günter dort als Hausmeister und kümmert sich auch um ihr Haus in Brandenburg. Dort würde er am liebsten bleiben, aber seine Aufgaben als Hausmeister in der Gartenkolonie muss er ja auch noch ausüben. Dort lernte er auch Renate Bergmann kennen, die rein gar nichts von Vereinsregeln hält und ihm damit ein Dorn im Auge ist.

Mit Günter lernen wir einen pedantischen Mann kennen, dem durch seine jahrelange Busfahrertätigkeit Verkehrsregeln ins Blut übergegangen sind. Aber mit Busfahren ist nun Schluß und so meint er, anderen Menschen Regeln beibringen zu müssen. Die Beziehung mit Brigitte ist auch nicht mehr so harmonisch wie zu Anfang, nur seine Tochter Mareike kann ihn ganz gut um den Finger wickeln.

Auch wenn ich Renate um Längen sympathischer finde als Günter, kann man bei dieser Lektüre reichlich schmunzeln. Besonders als es um Günters Mutter im Seniorenheim ging, er das Bauhaus unsicher machte oder ein Einkauf bei Ikea anstand. Seine Rolle ist schon etwas überspitzt angelegt, doch man kann sich wunderbar amüsieren und kennt vielleicht auch jemanden wie Günter aus der eigenen Nachbarschaft.

Wer mal wieder etwas Lustiges lesen möchte und kein Problem mit pedantischen Rentnern hat, sollte sich die neue Hauptfigur von Torsten Rohde mal zu Gemüte führen. Ich mochte Renate noch ein wenig lieber, aber eine humorvolle Lektüre ist Günters 1. Band auch.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Ein humorvoller Abschluß der Reihe

Klugscheißer Supreme
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"Klugscheißer Supreme" ist das Finale der Reihe um den sympathischen Klugscheißer Timo Seidel von Autor Thorsten Steffens. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

Timo Seidel hat nach vier Jahren sein ...


"Klugscheißer Supreme" ist das Finale der Reihe um den sympathischen Klugscheißer Timo Seidel von Autor Thorsten Steffens. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.

Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet und muss nun nur noch das gefürchtete Referendariat durchstehen. Das ist wieder eine Zeit, in der er sich erneut seinen Kollegen und Schülern gegenüber beweisen muss. Für Timo mit seiner Besserwisserei keine einfache Sache und so schliddert er wieder in Pleiten, Pech und Pannen, dass es eine wahre Freude ist.

Endlich mit dem Studium fertig, muss sich Timo als Referendar wieder an ein neues schulisches Umfeld gewöhnen und seine Position neu erarbeiten, aber das ist er inzwischen ja schon gewohnt.
Dank seiner liebenswert witzigen Art nimmt man ihm seine Besserwisserei nicht so sehr übel. Er ist Deutschlehrer und verbessert halt gerne sprachliche und grammatikalische Fehler, sprich falsches Deutsch. Doch er muss sich auch durchsetzen lernen, besonders bei seiner recht widerspenstigen Klasse und auch manchen Kollegen gegenüber muss er sich nun gegenüber behaupten. Aber mit der Zeit reifen seine Lebens- und Lehr-Erfahrung und er erweist sich als guter Lehrer und sein Charakter ist entgegen Band 1 und Band 2 deutlich gereift.

Neben seiner neuen schulischen Aufgabe als Referendar erleben wir Timo auch im Privaten. Mit Daniela hat er eine liebenswerte Partnerin gefunden, doch auch das Partnerleben will gelernt sein. Zu den alten Bekannten treffen wir auch viele neue Figuren, die mit ihren Charakterzügen schon mal anecken und beim Leser für Verdruß sorgen. Aber Timo kann sich inzwischen gut zurücknehmen und bekommt mit seiner witzigen Art auch die schwierigen Kontakte gut auf die Reihe.
Der eingebaute Humor ist genau im richtigen Maß eingesetzt, nicht flach, sondern zum Teil tiefgründig und reflektiert. Wer Spaß an witzigen Begriffen und Wortneuschöpfungen hat, bekommt sie hier in vielfacher Variation geboten und nach Duden erklärt.
Besondere Begriffe erwähnt Timo recht häufig, manche hat man bisher vielleicht noch nie gehört. Man kann darüber einfach nur herzhaft lachen, wie zum Beispiel über "Rotstiftbezirk", "untergrammatisiert" oder "Silbenklatscher" (das steht für Deutschlehrer/in), um nur wenige zu nennen. Immerhin kannte ich die "Dreisekundenregel" vom Basketball.

Timo ist nun zum Mann gereift, er ist kollegial und respektvoll und müht sich, Freundschaften und die Liebe zu Daniela zu pflegen. Sein Privatleben nimmt immer mehr Raum für ihn ein, ich hoffe mal, das eventuelle Nachfolgebände noch vom Familienvater Timo handeln werden.

Thorsten Steffens Schreibstil ist toll zu lesen. Locker, dialogreich und unterhaltsam frisch erzählt er, wie das Leben eben so spielt. Da das Buch in einzelne Kapitel unterteilt ist, kann man es auch häppchenweise gut lesen. Die Überschriften sind übrigens auch sehr gelungen (Kapitel 7: Partikel, Pleonasmen und PIN-Nummern).

Ein humorvoller Abschluß der Reihe mit einem liebenswerten Protagonisten, vielseitigen Nebenfiguren und der Absicht, die deutsche Sprache wieder ins richtige Licht zu rücken.

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