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Veröffentlicht am 29.01.2022

Ein spannender Reihenauftakt

Im Auge des Zebras
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Inhalt: Zeitgleich verschwinden in ganz Deutschland Kinder und Jugendliche. Ihre Eltern werden - kurz nachdem sie die Vermisstenmeldung aufgesetzt haben - ermordet. Auffällig dabei ist, dass sowohl die ...

Inhalt: Zeitgleich verschwinden in ganz Deutschland Kinder und Jugendliche. Ihre Eltern werden - kurz nachdem sie die Vermisstenmeldung aufgesetzt haben - ermordet. Auffällig dabei ist, dass sowohl die Zeugenaussagen der Eltern als auch die DNA-Analysen darauf hinweisen, dass immer ein und dieselbe Person der Täter ist. Die Kinder und Jugendlichen bleiben, trotz intensiver Suche, verschwunden. Um das Rennen gegen die Zeit nicht zu verlieren und die Entführten noch lebend zu finden, bleibt Kommissarin Olivia Holzmann nur noch eine Möglichkeit: Sie bittet ihren alten Kollegen Severin Boesherz - ein ermittlerisches Mastermind, das sich vor Jahren zur Ruhe gesetzt hat - um Hilfe.

Persönliche Meinung: „Im Auge des Zebras“ ist ein Thriller von Vincent Kliesch. Der Thriller schließt an Klieschs Bösherz-Dilogie („Bis in den Tod hinein“; „Im Augenblick des Todes“) an, ist aber zugleich der Auftakt einer neuen Reihe, die die Kommissarin Olivia Holzmann in den Fokus rückt. Denn: Severin Boesherz hat sich vor einigen Jahren zurückgezogen, will nicht mehr ermitteln, da er befürchtet, durch seine besondere Gabe immer neue Verbrecher „anzulocken“, die ihn herausfordern möchten. Da jede verlorene Minute den Tod der Vermissten näherbringt, bittet Olivia ihn dennoch um Rat und involviert ihn so in den Fall. Erzählt wird „Im Auge des Zebras“ aus verschiedenen personalen Erzählperspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen. Die drei Hauptperspektiven dabei sind Olivia Holzmann, Severin Boesherz und Ferdinand Boesherz, der Sohn Severins. Besonders Severin Boesherz ist eine interessante Ermittlerfigur: Er ist ein an Sherlock Holmes erinnernder deduktiver Denker, der ein photographisches Gedächtnis besitzt und sich mental in Erinnerungsräume denken bzw. zurückziehen kann. Sein Sohn Ferdinand besitzt eine ähnliche Begabung, allerdings ist diese noch nicht so ausgeprägt wie bei seinem Vater. Daher steht er ebenso wie Olivia eher im Schatten von S. Boesherz. Das passt sehr gut zum Konzept des Thrillers: Die Handlung ist gewissermaßen als Initiation/Abnabelung Olivias und Ferdinands angelegt, was insgesamt stimmig umgesetzt wird (mehr kann ich, ohne zu spoilern, nicht verraten). Aber auch der Fall um die entführten Kinder/Jugendlichen ist schön durchdacht und konstruiert. Die Handlung ist insgesamt sehr wendungsreich und besitzt eine fesselnde Spannungskurve. Mehrmals wird man auf falsche Fährten geführt und durch Twiste überrascht. Durch die kurzen Kapitel und häufigen Perspektivwechsel ist die Handlung zudem sehr temporeich (zu Beginn eines Kapitels steht immer, welche Perspektive eingenommen wird, sodass man nicht durcheinanderkommt). Insgesamt ist „Im Auge des Zebras“ ein spannender und wendungsreicher Thriller, der die Lesenden mehrmals auf die falsche Fährte führt und sich sehr flüssig lesen lässt.

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Veröffentlicht am 27.01.2022

Ein bildhaft erzählter Roman, der insgesamt eher den Auftakt für ein großes Finale bildet

Das Labyrinth der Träumenden Bücher
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Inhalt: 200 Jahre sind vergangen, seitdem Hildegunst von Mythenmetz - durchströmt von Orm - das brennende Buchhaim verlassen hat. Mittlerweile ist er ein gefeierter Schriftsteller und produziert einen ...

Inhalt: 200 Jahre sind vergangen, seitdem Hildegunst von Mythenmetz - durchströmt von Orm - das brennende Buchhaim verlassen hat. Mittlerweile ist er ein gefeierter Schriftsteller und produziert einen Bestseller nach dem anderen. Doch: Zuletzt fehlt seinen Werken das gewisse Etwas; das Orm scheint ihm abhandengekommen zu sein. Zudem erreicht Hildegunst plötzlich ein mysteriöser Brief, der den Schreibstil Hildegunsts imitiert und inhaltlich die Schreibangst eines Schriftstellers thematisiert. Besonders schockierend ist aber der (angebliche?) Name des Absenders: Hildegunst von Mythenmetz, wohnhaft in der Ledernen Grotte unterhalb von Buchhaim. Um dieses Rätsel zu lösen, begibt sich Hildegunst erneut nach Buchhaim…

Persönliche Meinung: „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ ist ein phantastischer Zamonien-Roman von Walter Moers. Es handelt sich – nach „Die Stadt der Träumenden Bücher“ – um den zweiten Teil der Buchhaim-Trilogie. Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive von Hildegunst von Mythenmetz. Wie viele andere Moers-Bücher – insbesondere „Die Stadt der Träumenden Bücher“ – beschäftigt sich auch „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ stark mit dem Medium „Buch“ und dem literarischen Schaffensprozess bzw. dem Erzählen, sodass es Züge eines Meta-Buches besitzt. Handlungsort ist erneut Buchhaim, das allerdings nach dem verheerenden Brand vor 200 Jahren wenig mit dem mittelalterlichen Buchhaim aus „Die Stadt der Träumenden Bücher“ gemein hat. Verwinkelte Gassen existieren kaum noch, die Stadt ist geschäftiger und moderner geworden. Außerdem hat sich eine neue (Meta-)Kunstform durchgesetzt: der Puppetismus (Puppentheater aller Art). Handlungstechnisch geschieht in „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ erstaunlich wenig. Hauptsächlich werden Hildegunsts Lücken gefüllt, die er nach der 200-jährigen Abwesenheit von Buchhaim besitzt. So trifft Hildegunst einige alte Bekannte, die ihm einen Crashkurs der Geschichte Buchhaims geben, den Puppetismus erklären, Detailfragen zu Katakomben, Bücherjägern und Co. beantworten und ihn durch das neue Buchhaim führen. Beeindruckend ist dabei, dass man den „Infodump“ gar nicht als solchen wahrnimmt. Langeweile kommt dabei kaum auf. Das liegt einerseits an dem sehr bildhaften, wortverliebten und flüssig zu lesenden Erzählstil Moers'. Andererseits erschafft Moers immer wieder kreative Szenarien, in denen die Infos eingebettet werden, sodass der Informationsfluss schön aufgelockert wird. Neben den Informationen zum neuen Buchhaim nimmt auch der Puppetismus (und seine Geschichte) einen großen Raum im Roman ein. Das geht sogar so weit, dass die Handlung des Vorgängerromans mithilfe einer puppetistischen Inszenierung in „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ rekapituliert wird. Auch hier beweist der Roman wieder selbstreferentielle Qualitäten: Hildegunst kommentiert Abweichungen zwischen der puppetistischen Inszenierung und der Buchform, diskutiert den Mediumswitch und die „Kunsttheorie“ des Puppetismus. Der Roman endet an seiner spannendsten Stelle, ohne dass aufgeworfene Handlungsfäden aufgerollt worden wären. Der Schlusssatz hat es aber in sich, da er den Lesenden schon fast höhnisch ins Gesicht lacht (was ich gar nicht negativ meine; das passt ziemlich gut ins Zamonien-Konzept). Dieses abrupte Ende hat auch seinen Grund. Im Nachwort gibt der „Übersetzer“ Moers an, die ursprüngliche Handlung des Romans sei so voluminös und komplex gewesen, dass er sie auf zwei Bücher habe splitten müssen. Dieser dritte Buchhaim-Band ist allerdings noch nicht erschienen, sodass ein abschließendes Urteil über „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ schwerfällt. Vieles mutet hier wie ein großangelegter, bisweilen ausufernder Handlungsauftakt an, dessen Vollendendung (noch) in den Sternen steht. Allerdings hat mich das bei der Lektüre kaum gestört: Auch, wenn einige Aspekte (noch) offenbleiben, gelang es Moers abermals, mich durch seinen typischen, wortverliebten Schreibstil und viele kreative Szenen zu packen und in eine phantastische Welt zu entführen.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Ein düsterer, fundiert recherchierter historischer Kriminalroman mit einer großen Portion Lokalkolorit

Eisflut 1784
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Inhalt: 1784: Eigentlich soll der bergische Amtmann Henrik Venray den Fortgang der Deichbauarbeiten im rechtsrheinischen Mülheim kontrollieren. Dort stößt er aber nicht nur auf eklatante Baurückstände, ...

Inhalt: 1784: Eigentlich soll der bergische Amtmann Henrik Venray den Fortgang der Deichbauarbeiten im rechtsrheinischen Mülheim kontrollieren. Dort stößt er aber nicht nur auf eklatante Baurückstände, sondern auch auf eine Leiche, die bei genauerem Hinsehen Stichwunden aufweist. Mithilfe der Apothekerin Anna-Maria Scheidt wird schnell klar: Es handelt sich um Mord. Um diesem auf den Grund zu gehen, reisen die beiden in das nahe gelegene Cöln. Doch der Mörder ist nicht die einzige Gefahr. Durch den überaus harten Winter türmen sich Eismassen auf dem Rhein, die, sobald das Wetter milder wird, zu schmelzen beginnen. Eine Eisflut mit unkalkulierbaren Folgen droht.

Persönliche Meinung: „Eisflut 1784“ ist ein historischer Kriminalroman von Marco Hasenkopf. Erzählt wird der Roman hauptsächlich aus der personalen Erzählperspektive von Henrik Venray. Zeitlich spielt die Handlung im ausgehenden 18. Jahrhundert: Das Heilige Römische Reich deutscher Nation existiert noch, ist aber durch seinen charakteristischen Flickenteppich politisch stark zerfasert, was Hasenkopf anschaulich darstellt. So hat in Mülheim am Rhein weniger der bergische Landesfürst das Sagen. Im Gegenteil: Die lokalen, dekadent lebenden Adligen/Unternehmer bestimmen die Geschicke Mülheims. In Cöln wiederum waltet der Rat eher pro forma; in Wahrheit regiert der Klüngel, weshalb Venray sich mehrmals vor verschlossenen Türen wiederfindet. Beide Städte stehen zudem wirtschaftlich in ständiger Konkurrenz, was die Ermittlungen Venrays ebenfalls nicht vereinfacht. Besonders lebhaft und eindrücklich zeichnet Hasenkopf den Handlungsort Cöln: Karnevalistische Exzesse finden neben bigotten Prozessionen statt; Reichtum und Armut sind auf engstem Raum nebeneinander. Schöne Kontrastpunkte zu der ansonsten verkrusteten Gesellschaft des "Alten Reiches" bilden die beiden Hauptfiguren Henrik Venray und Anna-Maria Scheidt, denn beide sind als fortschrittlich charakterisiert. Henrik Venray, als Amtmann und Adliger eigentlich Repräsentant der überkommenen Herrschaftsstruktur, ist reformorientiert, offen für Neues und insgesamt liberal eingestellt. Anna-Maria Scheidt ist selbstbewusst, begehrt gegen die von Männern dominierte Welt des 18. Jahrhunderts auf und geht selbstbestimmt ihren Weg. Was mir ebenfalls sehr gut an dem Krimi gefallen hat, ist, dass die Dramaturgie der Krimihandlung mit dem Verlauf der Eisflut verflochten ist (besonders der Klimax beider ist wirklich klasse geschrieben). Wortwahl und Satzbau des Romans orientieren sich an zeitgenössischen Vorbildern, wodurch die Handlung im Ganzen historisch authentisch wirkt. Insgesamt ist „Eisflut 1784“ ein düsterer, fundiert recherchierter historischer Kriminalroman mit einer großen Portion Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Ein fesselnder Roman, der unterschiedliche Genres miteinander vermischt

Regen von unten
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Inhalt: Lissabon 2018. Aus dem Nichts erhält Paulo einen Brief vom Anwalt seines Großvaters. Sein Großvater Mercúrio, den er noch nie getroffen hat, möchte ihm sein Haus in Santa Ovielo, einem abgelegenen ...

Inhalt: Lissabon 2018. Aus dem Nichts erhält Paulo einen Brief vom Anwalt seines Großvaters. Sein Großvater Mercúrio, den er noch nie getroffen hat, möchte ihm sein Haus in Santa Ovielo, einem abgelegenen Dorf, vererben. Paulo beschließt, seinem Großvater einen Besuch abzustatten. Dort angekommen, hat er eine Begegnung, die eigentlich unmöglich ist: Er trifft Emilia, eine junge Frau, die 1961 gestorben ist. Niemand weiß, warum Emilia nach ihrem Tod nicht in das Jenseits hinübergegangen ist. Irgendetwas scheint sie zurückzuhalten, sodass Paulo beginnt, Nachforschungen zu ihrem Tod anzustellen - womit nicht jeder im Dorf einverstanden ist...

Persönliche Meinung: „Regen von unten“ von Barbara Lah ist ein Roman, der Elemente mehrerer Gattungen in sich vereint. Erzählt wird der Roman auf verschiedenen Zeitebenen aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei existieren zwei Haupthandlungsstränge: Der erste wird aus der Ich-Perspektive von Emilia erzählt, spielt 1961 und behandelt die Ereignisse kurz vor Emilias Tod; der zweite, in dem wir Paulo bei seinen Nachforschungen zu Emilias Tod begleiten, findet 2018 statt. Hier wird eine personale Erzählperspektive eingenommen. Durch die verschiedenen Perspektiven, Zeitebenen und Handlungsstränge entsteht eine schöne Spannungskurve. Bereits zu Beginn werden mehrere Fragen aufgeworfen. Um nur einige zu nennen: Was ist mit Emilia passiert? Warum ist sie noch im Diesseits? Welche Rolle spielt Mercúrio dabei? Wieso verhält sich die Dorfgemeinschaft so feindselig gegenüber Paulos Nachforschungen? Mit anderen Worten: Jede Figur verbirgt ein Geheimnis, das es aufzudecken gilt. Nach und nach, mit jeder gelesenen Perspektive, fügt sich mosaikartig ein vollständiges Bild zusammen, wodurch „Regen von unten“ eine fesselnde Lektüre ist. Die Auflösung ist dabei so herzzerreißend-tragisch wie auch schön. Außerdem ist „Regen von unten“ ein vielschichtiger Roman, den man keiner einzelnen Gattung zuordnen kann. So gesellt sich zu den Krimielementen eine Portion Mystery mit einem feinen Quäntchen Grusel. In diese Mischung eingeflochten ist zudem eine Liebesgeschichte. Eingebettet ist wiederum alles in eine besondere Familiengeschichte. Auf den ersten Blick mag dieses Gattungsgemisch gewagt erscheinen. Aber: Sorgen sind völlig unbegründet. Die Vermengung verschiedener Genres funktioniert in „Regen von unten“ sehr gut und macht den Roman zu einer einzigartigen Lektüre. Insgesamt ist „Regen von unten“ ein fesselnder Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und unterschiedlichste Genres miteinander vermischt.

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Veröffentlicht am 16.01.2022

Ein humorvoller Kriminalroman mit besonderen Ermittlern

Freeman und Co.
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Inhalt: Seit Spencer Freeman mit einer Kopfverletzung aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt ist, ist er nicht mehr derselbe: Er hört Simmen, die eigentlich nicht da sein sollten. Die Zeit und eine Therapie ...

Inhalt: Seit Spencer Freeman mit einer Kopfverletzung aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt ist, ist er nicht mehr derselbe: Er hört Simmen, die eigentlich nicht da sein sollten. Die Zeit und eine Therapie bringen keine Linderung. Einzig der Alkohol schaltet die Stimmen ab, sodass Spencer immer weiter abrutscht – bis er sich als Obdachloser auf den Straßen New Orleans wiederfindet. Dort treibt ein Axtmörder sein Unwesen, der Jagd auf Obdachlose macht – und plötzlich entpuppen sich die Stimmen als hilfreich…

Persönliche Meinung: „Der Teufel von New Orleans“ ist ein Kriminalroman von Tamás Darabánt. Es ist der Auftakt der Krimireihe „Freeman und Co.“ Erzählt wird der Krimi hauptsächlich aus der personalen Erzählperspektive Spencers. Der erste Teil des Krimis spielt in Vietnam zur Zeit des Vietnamkrieges. Der junge Rekrut Spencer Freeman schließt in Vietnam erste Freundschaften, besteht Abenteuer und ist in Kriegshandlungen verwickelt, sodass dieser Teil des Romans zwischen Kriegs- und Abenteuergeschichte changiert. Zugleich ist er eine kleine origin story, die den Ursprung von Spencers Gabe erzählt. Der zweite Teil des Krimis (ca. 2/3 des Gesamtumfangs) spielt in New Orleans. Hier entfaltet sich eine Krimihandlung, wobei Spencer gemeinsam mit den Stimmen versucht, den Axtmörder von New Orleans dingfest zu machen. Eine Besonderheit des Krimis ist, wer hinter den Stimmen steckt. [Spoiler zu der Identität der Stimmen] Durch seine Kopfverletzung ist Spencer nämlich – einem Dr. Dolittle gleich – in der Lage, mit Tieren zu reden. Anfänglich bringt dies einige Schwierigkeiten mit sich, doch später freundet Spencer sich mit verschiedenen Tieren an. Eine besondere Rolle nimmt dabei der unersättliche Waschbär Big-Boy ein, der mit seiner teilweise unbedarften Art versucht, Spencer aus seinem mentalen Loch ziehen. [Spoiler Ende] Zwischen Freeman, Big-Boy und den anderen „Stimmen“ entspinnen sich lustige Dialoge und es kommt zu einigen Slapstick-Einlagen. Die Identität des Axtmörders ist zwar vergleichsweise leicht zu erahnen, aber das fand ich nicht weiter schlimm, da dies durch die liebenswürdigen Figuren und die humorvollen Akzente ausgeglichen wird. Der Schreibstil von Tamás Darabánt orientiert sich an der Alltagssprache und lässt sich dadurch sehr flüssig und angenehm lesen. Der Lesefluss wird etwas durch das Layout des Textes gestört (Abschnitte im Text sind nicht zwangsläufig Sinnabschnitte), aber das tut der Handlung und dem Lesevergnügen im Ganzen keinen Abbruch. Insgesamt ist „Der Teufel von New Orleans“ ein vielversprechender Auftakt einer humorvollen Krimireihe, in der besondere Ermittlerfiguren im Vordergrund stehen.

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