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Veröffentlicht am 03.04.2021

Drei Frauen und ein Neuanfang

Die Bücherfrauen
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Drei Frauen und ein Neuanfang. Traci verlässt New York recht überstürzt um in New Hope im Kulturzentrum als Dozentin anzufangen. Angelina kehrt zurück, um ihre Doktorarbeit über Andrew Carnegie zu beenden ...

Drei Frauen und ein Neuanfang. Traci verlässt New York recht überstürzt um in New Hope im Kulturzentrum als Dozentin anzufangen. Angelina kehrt zurück, um ihre Doktorarbeit über Andrew Carnegie zu beenden und ihrer verstorbenen Großmutter nah zu sein. Und Gayle hat im Nachbarort Prairie Hill alles verloren, als ein Tornado den ganzen Ort der Erde gleich gemacht hat.

Der Leser begleitet die drei Frauen durch ihre Geschichte. Mit jedem Kapitel wechselt die Perspektive und eine andere erzählt von ihrem Leben. An sich lässt sich das gut lesen, allerdings kann man am Ton nicht erkennen, wen man gerade begleitet. Irgendwie fehlt den Frauen da die eigene Stimme. Gayle kommt von der Länge der Kapitel her auch deutlich schlechter weg, als Angelina und Traci und bleibt daher auch ziemlich blass.

Was mich ein wenig gestört hat war tatsächlich der deutsche Titel. Die einzige mit einer wahren Leidenschaft für Bücher ist eigentlich Angelina, die ja auch zur Entstehung der Carnegie Bibliotheken in Kansas forscht. Traci ist mehr Künstlerin und Gayle muss erst einmal versuchen ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und zu entscheiden, wie es für sie weitergehen soll. Bindeglied ist dabei das Kulturzentrum in New Hope, in dem sich die drei kennenlernen und Freundschaft schließen.

Leider sind der Autorin auch einige Recherchepatzer passiert, Wer im Jahr 1971 geboren ist feiert sicher nicht im Jahr 2008 seinen vierzigsten Geburtstag. Auch die Lebensdaten von Angelinas Vater und Großmutter waren für mich nicht schlüssig. In meiner Familie (ich bin Jahrgang 1972) hätten die Daten eher zur Urgroßmutter und Großmutter gepasst.

Am Anfang habe ich mir schwer getan mit dem Buch, es hat mich nicht wirklich gefesselt. Gegen Ende wurde die Geschichte dann aber flüssiger, die drei Geschichten fanden zueinander und es wurden einige Geheimnisse gelüftet, was das Ganze nochmal etwas spannender gemacht hat. Von daher habe ich das Buch dann halbwegs versöhnt beendet.

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Sommerurlaub zum Lesen

Der große Sommer
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Friedrichs Sommer wird wohl nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Statt Urlaub mit der Familie im Süden muss er die Sommerferien bei seinen Großeltern verbringen und sich dort auf seine Nachprüfungen ...

Friedrichs Sommer wird wohl nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Statt Urlaub mit der Familie im Süden muss er die Sommerferien bei seinen Großeltern verbringen und sich dort auf seine Nachprüfungen in Mathe und Latein vorbereiten. Ausgerechnet bei seinem Großvater den er bis vor ein paar Jahren noch siezen musste.
Doch dann kommt alles anders. Mit Johann, seinem besten Freund, seiner Schwester Alma und Beate erlebt er den Sommer seines Lebens, in dem sich alles verändert.

Ewald Arenz erzählt von einem Teenager Sommer, in dem die Protagonisten nicht mehr Kinder sind, aber auch noch nicht erwachsen. Die Geschichte spielt im Jahr 1982 als Telefonzellen noch zu den wichtigen Kommunikationsmitteln gehörten. Ich bin zwar selbst etwas jünger, aber die Schilderungen dieser Sommertage haben mich an meine eigenen Teenager Sommer in den Achtzigern erinnert. Und auch die Sehnsucht nach heißen Sommertagen und Tagen im Schwimmbad mit dem Geruch von Pommes am Kiosk wird durch den Schreibstil geweckt. So wird dieses Buch beim Lesen zu einem kleinen Sommerurlaub.
Ich kann hier nur eine ganz große Leseempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 27.03.2021

kurzweiliger Liebesroman

Rokesby - Tollkühne Lügen, sinnliche Leidenschaft
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Cecilia ist nach New York gereist, als sie von der Verwundung ihres Bruders gehört hat. Zuhause erwartet sie nach dem Tod des Vaters nur eine Zwangsehe mit dem ungeliebten Cousin. In New York angekommen ...

Cecilia ist nach New York gereist, als sie von der Verwundung ihres Bruders gehört hat. Zuhause erwartet sie nach dem Tod des Vaters nur eine Zwangsehe mit dem ungeliebten Cousin. In New York angekommen stellt sich heraus, dass ihr Bruder vermisst wird und sein bester Freund Edward Rokesby bewusstlos im Lazarett liegt. Um sich wenigstens um ihn kümmern zu können, gibt sie sich als seine Frau aus. Doch als Edward aufwacht muss Cecilia einen Weg finden, mit dieser Notlüge umzugehen. Edwards Gedächtnisverlust gibt ihr die Zeit dazu.


Wie schon der erste Band der Reihe besticht auch dieses Buch durch einen lockeren Schreibstil mit viel Humor. Cecilia ist sehr mutig und schlägt sich wacker allein durch. Die Verbindung zu Edward entstand schon vor ihrer Reise durch den Briefwechsel mit ihrem Bruder. Teile der Briefe sind auch immer den Kapiteln vorangestellt. Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen, es ist leichte Lektüre zum Entspannen zwischendurch. Wer geschichtliche Hintergründe und Fakten erwartet wird eher enttäuscht sein. Aber Freunde guter Historicals sind hier auf jeden Fall gut bedient.


Von mir daher eine Leseempfehlung für dieses amüsante, kurzweilige Buch.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

schwacher Abschluss

Die Frauen vom Nikolaifleet – Die Schätze der weiten Welt (Die Kolonialwaren-Saga 3)
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In Die Schätze der weiten Welt begleiten wir nun Eliane, die Tochter, bzw. Ziehtochter von Ada durch ihr Leben. 1955 weiß Eliane immer noch nicht, dass Ada nicht ihre leibliche Mutter ist. Also die dann ...

In Die Schätze der weiten Welt begleiten wir nun Eliane, die Tochter, bzw. Ziehtochter von Ada durch ihr Leben. 1955 weiß Eliane immer noch nicht, dass Ada nicht ihre leibliche Mutter ist. Also die dann aber heiraten will, erzählt Ada ihr nun die ganze Geschichte.

Dieses Thema wird in Buch immer wieder vorkommen, auch das Thema, wer der Vater ist, hängt immer wieder in der Luft. Ansonsten begleiten wir Ada und Eliane durch die zweite Hälfte der fünfziger Jahre, in denen es vor allem darum geht, was aus dem Laden werden soll.

Ich muss sagen, das Buch hat mich etwas enttäuscht. Die Zeit zwischen dem Ende des letzten Bandes und Beginn dieses Buches wird so gut wie gar nicht erwähnt. Gerade die Zeit des Nationalsozialismus und wie es der Familie im Krieg ergangen ist, wird überhaupt nicht erzählt. Dabei hätte sich gerade da, durch Elianes jüdische Mutter, einiges ergeben. Es wird nur kurz erwähnt, dass Ada mit Eliane nach New York gefahren ist, aber nicht für wie lange. Das war mir einfach zu wenig.

Auch das Gefühl für die Zeit der fünfziger Jahre ist bei mir so gar nicht aufgekommen, dafür blieb mir die Geschichte zu oberflächlich, auch wenn immer wieder Musikstücke aus der Zeit erwähnt werden und Phänomene wie der Toast Hawaii. Das Ende war mir dann zu kurzgefasst und ließ mir zu viel offen.

Daher ist der dritte Teil der Reihe für der mit Abstand schwächste Band der Reihe. Da sind mir zu viele Lücken in der Geschichte gewesen.

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Veröffentlicht am 20.03.2021

Toller zweiter Band

Die Frauen vom Nikolaifleet – Der ferne Glanz (Die Kolonialwaren-Saga 2)
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Hamburg 1925. Der Kolonialwarenladen von Leonore beginnt sich gerade wieder zu erholen. Doch Ada, ihre Tochter, ist unzufrieden. Zu oft hat sie den Eindruck, alles wäre zu selbstverständlich was sie tut ...

Hamburg 1925. Der Kolonialwarenladen von Leonore beginnt sich gerade wieder zu erholen. Doch Ada, ihre Tochter, ist unzufrieden. Zu oft hat sie den Eindruck, alles wäre zu selbstverständlich was sie tut und dass sie von ihrer Mutter eigentlich nicht wirklich wahrgenommen wird. Daher beschließt Ada ihrer Schwester nach Berlin zu folgen und dort auf eigenen Füßen zu stehen. Nach einer Anstellung in einem Kleidungsgeschäft stellt sich schnell heraus, dass Ada doch eher dem Lebensmittelverkauf zugeneigt ist. Durch einen Zufall ergattert sie einen Job in einem Feinkostgeschäft und ein Zimmer bei Liesbeth, die sich bald als beste Freundin entpuppt, machen das Glück perfekt. Auch in Liebesdingen tut sich einiges, aber auch hier muss Ada erst herausfinden, was sie wirklich will.

Dieser zweite Band rund um die Frauen vom Nikolaifleet hat mir fast besser gefallen als der erste. Irgendwie hat mich die Geschichte mehr berührt und sie hatte mehr Tiefgang. Schön fand ich, Leonore, ihren Vater und Julius wieder erleben zu dürfen und sie nicht nur am Rande erleben zu dürfen.

Das Leben in Berlin ist ganz toll beschrieben, auch wenn man kaum Schattenseiten zu sehen bekommt. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, im Bezug auf die Zeit zu der das Buch spielt, geht vieles einfach zu glatt. Aber manchmal muss es auch ohne große Dramen gehen.

Alles in allem fand ich dieses Buch ganz wunderbar, sehr schön zu lesen und berührend. Bei manchen Szenen ist mir das Herz aufgegangen, so schön fand ich sie. Von daher kann ich dieses Buch einfach nur empfehlen!

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