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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2021

tolles Buch aus der Nachkriegszeit

Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen
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Paula Rolle lebt in Hamburg des Jahres 1948. Der Winter naht, wirtschaftlich geht es der Familie noch nicht wieder gut und Paula sehnt sich nach guter Kleidung und ein bisschen Wohlstand. Doch dafür braucht ...

Paula Rolle lebt in Hamburg des Jahres 1948. Der Winter naht, wirtschaftlich geht es der Familie noch nicht wieder gut und Paula sehnt sich nach guter Kleidung und ein bisschen Wohlstand. Doch dafür braucht sie Arbeit. Die findet sich bei Wilhelm Röbcke, ein Strumpffabrikant, der in Thüringen alles durch Enteignung der Sowjets verloren hat. Mit ihren Ideen und Einfällen macht sie sich schnell unentbehrlich bei ihrem neuen Chef.

Auch privat scheint es sich zum Besseren zu wenden, sie lernt den englischen Offizier Felix kennen und schätzen. Doch stellt sich hier immer wieder die Frage, ob es eine gemeinsame Zukunft für die beiden geben kann. Und auch Konrad, ihren ehemaligen Freund kann Paula noch nicht vergessen.

Das Buch liess sich unglaublich gut lesen. Es war spannend und man konnte sich das Leben in Hamburg gut vorstellen. Die Autorin schafft es die Stimmung der damaligen Jahre gut zu transportieren. Was mir gut gefallen hat war, dass der Fokus nicht auf der Liebesgeschichte lag, sondern auf der wirtschaftlichen Entwicklung und den gesellschaftlichen Veränderungen. Paulas Schwestern sind sehr unterschiedlich und meistern ihr Leben auf ganz unterschiedliche Art und Weisen.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, mir hat das Buch wirklich Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Tolle Serie

Enna Andersen und die Tote im Mai
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Der zweite Fall von Enna Andersen und ihrem Team liegt 17 Jahre zurück. Damals verschwand eine junge Frau nach einer 1.Mai-Feier auf dem Weg nach Hause. Später wurde dann ihre Leiche notdürftig verscharrt ...

Der zweite Fall von Enna Andersen und ihrem Team liegt 17 Jahre zurück. Damals verschwand eine junge Frau nach einer 1.Mai-Feier auf dem Weg nach Hause. Später wurde dann ihre Leiche notdürftig verscharrt entdeckt, doch die Ermittlungen verliefen dann im Sande.

Nun sind also Enna, Pia und Jan an dem Fall dran und merken schnell, dass damals nur sehr nachlässig ermittelt wurde. Nach und nach rollen sie das Ganze noch einmal auf und schrecken dabei Beteiligte von damals wieder auf. Als dann auch noch ein Zeuge ermordet wird, ist es vorbei mit der beschaulichen Polizeiarbeit, zu dem alten Fall kommt noch ein neuer hinzu.

Mir hat es gut gefallen, wie sich die Dynamik in den Ermittlungen ändert ab dem Moment, wo der aktuelle Mord passiert. In diesem Moment, in dem Enna auch auf andere Dienststellen angewiesen ist sieht man, dass es da gerne auch mal auch hakt, sei es, weil jemand auf seine Karriere achtet oder weil man es schlichtweg nicht gewöhnt ist in komplexen Fällen zu arbeiten.

Auch Ennas Privatleben kommt wieder nicht zu kurz. Sie hat ein Au-Pair aus Polen organisiert, um Entlastung zu bekommen und die Schwiegermutter nicht dauerhaft belasten zu müssen. Und auch der mutmaßliche Mörder ihrer Eltern lässt wieder von sich hören. Gerade hier bin ich sehr gespannt, wie es wohl weitergehen wird.

Alles in allem ein wirklich schönes Buch, das zum Miträtseln einlädt. Ich kann auch diese Serie der Autorin nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 29.12.2020

tolle Zeitgeschichte

Zwei fremde Leben
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Zwei fremde Leben spielt auf drei Zeitebenen. Einmal 1973, wo wir den Polizisten Thomas Rust begleiten, der einem Vorfall nachforscht, der sich ereignet, als er auf die Geburt seines ersten Kindes wartet. ...

Zwei fremde Leben spielt auf drei Zeitebenen. Einmal 1973, wo wir den Polizisten Thomas Rust begleiten, der einem Vorfall nachforscht, der sich ereignet, als er auf die Geburt seines ersten Kindes wartet. An der Klinik lernt er einen Mann kennenlernt, dessen Kind scheinbar bei der Geburt verstorben ist. Ihm kommt die Geschichte seltsam vor und fängt an nachzuforschen. Dabei gerät er zwischen die Fronten und muss feststellen, dass Neugier in der DDR durchaus sehr ungesund sein kann.

1993/94 begleiten wir Ricarda, deren Kind eben 1973 bei der Geburt verstorben sein soll. Sie glaubt nicht daran und hat sich deswegen nicht nur mit ihren Eltern zerstritten, sondern auch mit ihrem Mann. Nach der Wende versucht sie nun über ihre Stasi-Akte mehr über die merkwürdigen Umstände der Geburt ihres ersten Kindes herauszufinden.

2018 begleiten wir dann Claudia zusammen mit Ricarda. Claudia hat zur Wende erfahren, dass sie nicht bei ihren leiblichen Eltern aufgewachsen ist. Seitdem versucht sie mehr über ihre Adoption herauszufinden und trifft so auf Ricarda, die ihr bei der Suche nach ihren leiblichen Eltern helfen soll.

Frank Goldammer gelingt es ein Bild der DDR zu zeichnen, das wohl den meisten Westlern so nicht bekannt ist. Die Atmosphäre in der DDR in den Siebzigern ist sehr bedrückend. Es mangelt an allem, abweichende Meinungen werden radikal unterdrückt und schon damals nutzt nicht nur die Stasi ihre Macht gnadenlos aus.

Auch das Leben kurz nach der Wende war in der ehemaligen DDR kein Zuckerschlecken. Von den Wessis nicht für voll genommen und oft beruflich komplett abgehängt, fragen sich viele, was ihnen die Wiedervereinigung denn gebracht hat.

Das Buch war unglaublich spannend in allen drei Ebenen. Die beiden ersten Zeiten sind durch und durch Krimi lastig, man weiss nie, wem man wirklich trauen kann, selbst Rust kam mir zwischenzeitlich nicht wirklich zuverlässig vor. Und manchmal möchte man auch Ricarda sagen, dass sie sich doch vieles einfach einbildet.

Die dritte Zeitebene liefert dann die Erklärungen für die Ungereimtheiten und am Ende bleibt der Leser dann doch etwas fassungslos zurück, ob dem, was wirklich passiert ist. Der Autor schafft es hier bis zum Schluss zu überraschen.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist spannend und man lernt viel über die nahe Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 27.12.2020

keine Serie für mich

Rosenträume
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Rosenträume setzt die Geschichten aus Leuchtturmnächte fort, man trifft also wieder auf bekannte Charaktere und es stoßen noch neue hinzu. Wir treffen also wieder auf Charlotte und Jack, auf Grace, deren ...

Rosenträume setzt die Geschichten aus Leuchtturmnächte fort, man trifft also wieder auf bekannte Charaktere und es stoßen noch neue hinzu. Wir treffen also wieder auf Charlotte und Jack, auf Grace, deren Mann Dan verschwunden ist, auf Charlottes Tochter Justine und ihren Mann Seth. Dazu kommen noch Maryellen und Jon, sowie Rosie und Zach, die dann wohl auch im nächsten Band weiter eine Rolle spielen.


Ich muss sagen, ich werde mit der Reihe einfach nicht warm. Am Anfang las sich das Buch noch gut, man hatte das Gefühl, das Leben geht weiter und es werden Fortschritte gemacht. Aber dann kommt es immer wieder zu Missverständnissen, die durch miteinander reden leicht auszuräumen wären, allerdings redet hier niemand so wirklich miteinander. Entweder hüllt man sich in geheimnisvolles Schweigen, bricht den Kontakt ab oder schreit sich gepflegt an. Zugehört wird auch nicht und so bewegen sich alle Paare gefühlt nur auf der Stelle.


Je länger ich gelesen habe, desto mehr kam mir das Ganze wie eine Daily Soap vor. Jede Möglichkeit für Komplikationen wird genutzt, dadurch wird das Ganze doch recht vorhersehbar. Ich war irgendwann einfach nur noch genervt, weil gefühlt eigentlich nichts passiert ist. Ich werde diese Reihe nicht weiterführen, ich habe da tatsächlich keine Lust drauf. Sollte die Serie noch irgendwann mal Prime werden oder bei netflix zu sehen sein, werde ich vielleicht da einen Blick darauf werfen, vielleicht nervt es mich als Fernsehformat weniger.


Von mir daher nicht unbedingt eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Whodunit

Das Geheimnis von Dower House
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Fergusson O’Brien bekommt Morddrohungen, will aber keinen Polizeischutz. Daher wird der Neffe des Superintendents Londons, Nigel Strangeways, der als Privatdetektiv arbeitet, gebeten, doch ein Auge auf ...

Fergusson O’Brien bekommt Morddrohungen, will aber keinen Polizeischutz. Daher wird der Neffe des Superintendents Londons, Nigel Strangeways, der als Privatdetektiv arbeitet, gebeten, doch ein Auge auf die Weihnachtsgesellschaft zu haben. Doch trotzdem wird der Gastgeber, wie in den Drohungen beschrieben, am zweiten Weihnachtstag tot aufgefunden. Nun ist es an Nigel, den Mörder ausfindig zu machen.

Was dem Leser in diesem Buch geboten wird, ist ein englischer Krimi erster Klasse. Das Setting lässt doch sehr an Agatha Christie denken. So treffen wir auf eine geschlossene Gesellschaft und einen Privatdetektiv, der anhand weniger Anhaltspunkte herausfinden muss, was denn nun geschehen ist und vor allem warum.

Das Buch lies sich gut lesen, allerdings merkt man doch recht schnell, dass die Gesellschaft zur Upper Class Englands gehört. Da wird mit Anspielungen auf klassische, englische Literatur nicht gespart und sowohl lateinische als auch französische Redewendungen genutzt. Allerdings werden diese am Ende auch noch in einem Glossar erklärt. Alles in allem merkt man die klassische Borniertheit des englischen Landadels und derer, die sich ihnen ebenbürtig fühlen.

Die Handlung war durchaus verwirrend, als Leser folgt man Nigels Schlussfolgerungen, der diese aber gerne immer mal wieder über den Haufen wirft. Man muss der Handlung schon sehr aufmerksam folgen, um am Ende die ganze Geschichte zu verstehen. Von daher ist es nichts zum eben mal nebenher konsumieren.

Wer also Spaß an klassischen, englischen Whodunits hat wird an diesem Buch sicher sein Vergnügen haben.

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