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Veröffentlicht am 06.04.2026

Das Haus auf den Klippen

Meeresdunkel
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Till Raethers Danowski-Reihe habe ich geliebt und auch „Meeresdunkel“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu eine Puppe namens Hedwig. ...


Till Raethers Danowski-Reihe habe ich geliebt und auch „Meeresdunkel“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu eine Puppe namens Hedwig. Eine Doppelbuchung ist schuld, dass sie sich das Ferienhaus auf Mallorca teilen müssen. Da sind Probleme vorprogrammiert.
Auf der einen Seite: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die 14-jährigen Zwillinge Esmé und Finn. Auf der anderen: Marie, Samuel, der 8-jährige Juri und seine Babypuppe. Gruppendynamik pur.
Das Ferienhaus ist eine Ruine und auch das Wetter spielt nicht mit. Ein Sturm zieht auf und auf dem Meer bahnt sich eine Katastrophe an. Als wäre das nicht genug, wird im Haus einer von ihnen tot aufgefunden. Der Strom fällt aus, die Rettungskräfte schaffen es nicht aufs Grundstück. Abgründe tun sich auf…
„Meeresdunkel“ ist spannend und unterhaltsam. Till Raethers Humor ist ziemlich speziell. Der Plot ist geschickt aufgebaut. Immer wieder sind Kapitel eingestreut mit dem Titel „Eins Neun Neun Fünf“. Sie handeln von Effi und Henk, eine rührende erste Liebe.
Der innere Zwiespalt der Figuren und ihre Diskussionen werden realistisch und authentisch dargestellt. So haben die Personen manche Eigenart, über die man trotz aller Spannung schmunzeln kann. Der Autor hat einige dramatische Nebenaspekte, Wendungen und Sackgassen eingebaut. Es gibt immer wieder neue Tätervermutungen und eine Auflösung, die überrascht.

Fazit: Dieser psychologisch raffiniert gestrickte Thriller ist ein wirkliches Lesevergnügen und so empfehle ich ihn hiermit gerne weiter.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Was ist wahr, was ist Fiktion?

Doppelspiel
5

„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer neuen „True-Fiction-Reihe“ der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Ein spannender, metafiktionaler Krimi, in dem ein renommierter Krimiautor plötzlich ...

„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer neuen „True-Fiction-Reihe“ der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Ein spannender, metafiktionaler Krimi, in dem ein renommierter Krimiautor plötzlich selbst des Mordes verdächtigt wird, über den er gerade schreibt.

Statt eines Prologs gibt es eine spannende Spieleröffnung: Nic Castillo, der Held aus „Big Bang Blues“, einem Buch von Tom Borg, „stirbt“ bei den Dreharbeiten auf Gotland. Der Krimiautor hat eine Schreibblockade. Sein neuer Thriller soll die Klimakrise thematisieren.

Auf einer Lesung trifft Tom die geheimnisvolle Nicole, die ihn in einen dubiosen Stockholmer Club mitnimmt. Zu Recherchezwecken? Tatsächlich stirbt Nicole in einem Whirlpool, genau wie Tom es für seinen neuen Thriller vorgesehen hatte. Wurden sie hereingelegt? Tom flieht.

Polizistin Olivia Woolf nimmt die Verfolgung auf. Schon bald gibt es ein zweites Opfer. Und wieder ist Tom live dabei. Auf einmal kann er auch wieder schreiben.

Doch nicht nur die Polizei ist hinter Tom her. Unbekannte Mächte treiben die Handlung voran. Tom ist nur eine (Schach-)Figur in einem tödlichen Spiel, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen.

„Doppelspiel“ ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Ein wirklich surrealistisches, extremes Setting. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Nichts ist, wie es scheint.

Olivia, die ein blaues und ein grünes Auge hat, hat auch eine dunkle Seite. Sie ist MMA-Kämpferin und verübt Selbstjustiz an Männern, die Frauen misshandeln.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Die Auflösung vermochte mich jedoch nicht zu überzeugen. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit: Starker Tobak, den Dahl & Moström ihren Lesenden servieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.03.2026

Tatort Fuerteventura

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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„Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura“ von Eric Berg ist nach „Roter Sand - Mord auf Gran Canaria“, der zweite Fall für den smarten Ermittler Fabio »Flaco« Lozano. Worum geht es?
Flaco, der eigentlich ...


„Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura“ von Eric Berg ist nach „Roter Sand - Mord auf Gran Canaria“, der zweite Fall für den smarten Ermittler Fabio »Flaco« Lozano. Worum geht es?
Flaco, der eigentlich auf Gran Canaria lebt, ermittelt diesmal auf Fuerteventura. Auf einer Feier wird vor seinen Augen eine Frau ermordet. Schnell steht fest, Constanza wurde vergiftet, mit dem Gift des Kugelfischs. Von wem und warum?
Hat es jemand auf Constanzas Geld abgesehen? Ihre Tochter, die Afrikaner? Die Kellner? Zwei in die Jahre gekommene Weltenbummler? Elvira, eine Freundin der Toten? Oder ein Mann, der sich Héctor nennt? Jede Menge Verdächtige, aber kein Motiv.
Flaco ermittelt auf eigene Faust. Kurz darauf gibt es erneut einen Giftanschlag…
„Rote Sonne“ ist spannend und unterhaltsam. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Es geht um komplexe, verzwickte (Familien-)Geschichten. Ja, die Verwandtschaftsverhältnisse/ Beziehungen in diesem Krimi sind mitunter ein wenig kompliziert.
Über das Wiedersehen mit Flaco habe ich mich gefreut. Er kommt sympathisch rüber, selbst wenn er eine große Klappe hat. Aber er ist ein guter Ermittler. Auch Ex-Kollege Carlos ist wieder mit von der Partie. Neu dabei, Coco, beste Freundin oder mehr?
Die Auflösung ist nicht vorhersehbar, wenn auch etwas konstruiert. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, so es denn eine geben wird.

Fazit: Fall Nr. 2 für Fabio »Flaco« Lozano. Atmosphärischer Kanaren-Krimi mit viel Humor. Nicht leichenlos, aber unblutig.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Das war wohl nix

REM
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Annika Strauss und Sebastian Fitzek haben zusammen einen Horrorthriller geschrieben. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind…“
Hier ist es Jörg mit seiner Tochter Alysee. ...


Annika Strauss und Sebastian Fitzek haben zusammen einen Horrorthriller geschrieben. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind…“
Hier ist es Jörg mit seiner Tochter Alysee. Und natürlich reitet er nicht, sondern rast mit seinem Wagen durch die Dunkelheit.
»Du darfst nicht einschlafen!« Alysee ist vier Jahre alt, als ihr Vater sie panisch anfleht, wach zu bleiben. Doch dem Mädchen fallen die Augen zu. Als sie aufwacht, ist ihr Vater tot.
Alysee hatte sich heimlich ein Somnakular aufgesetzt, eine Art VR-Brille und offenbar etwas Schreckliches gesehen.
21 Jahre später. Alysee hat ein Computerspiel programmiert. Auf dem Weg zur Abgabe begegnet sie der Rechtsanwältin Emilia Bergmann und erfährt, dass Jörg ihr ein altes Hotel vererbt hat.
Zusammen mit ihrem Jugendfreund Nico, mit dem sie aufgewachsen ist, begibt sie sich ins „de Ville“ und der Albtraum beginnt…
Wer „Duddits - Dreamcatcher“ (= Traumfänger) vom „Meister des Horrors“ King gelesen hat, ahnt wie die Geschichte enden könnte. Eine irre, wirre, blutige Geschichte.
„Nachtfahrt“ von Annika Strauss hatte von mir 4* bekommen. Sebastian Fitzeks Werke in der Regel auch, mindestens. Aber REM ist für mich „Ein Satz mit X.“
Dann doch lieber Vincent Kliesch „Nach einer Idee von Sebastian Fitzek“ oder gleich „Edward mit den Scherenhänden“.

Fazit: Leidlich spannende Mischung aus Grusel- und Science-Fiction-Story. Ich rate ab.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Wer ist Freund und wer Feind?

Bachelorette Party
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„Bachelorette Party“ von Camilla Sten hat mir richtig gut gefallen. Bisher kannte ich die Autorin nur als Horror-Queen. Worum geht es?
Der Prolog startet im Jahr 2012. Eine abgelegene schwedische Schäreninsel, ...


„Bachelorette Party“ von Camilla Sten hat mir richtig gut gefallen. Bisher kannte ich die Autorin nur als Horror-Queen. Worum geht es?
Der Prolog startet im Jahr 2012. Eine abgelegene schwedische Schäreninsel, vier Freundinnen, eine Übernachtung, das war seit Jahren ihre Tradition: Matilda, Linnea, Evelina und Anna. Eine von ihnen ist schwanger. Kurz darauf ist die Erste tot. Und dann die Nächste. Nur ihr Boot wird gefunden. Was war geschehen?
Zehn Jahre später reisen sechs Frauen auf die Insel um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. Inzwischen gibt es dort ein Yoga-Retreat. Anneliese, die Braut, Trauzeugin Mikaela, Natalie, Caroline, Lena und ihre Schwester, die True-Crime-Podcasterin Tessa. Des Weiteren Irene, die Besitzerin und der Koch Adam.
Geplant sind vier Tage mit Yoga am Strand, lecker Essen und Party. Was als Quality Time mit den besten Freundinnen beginnt, mündet in einen wahren Horrortrip.
Plötzlich treibt das Boot im offenen Meer und die Gruppe ist somit auf der Insel gefangen. Kurz darauf wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden.
Der Mörder ist unter ihnen. Und er wird wieder töten. Wo liegt das Motiv? Die Idee an sich ist ja nicht neu. Aber ich liebe Locked Room Mysterys.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen: Zehn Jahre zuvor, zwei Jahre zuvor und heute.
„Bachelorette Party“ braucht lange um Fahrt aufzunehmen, aber dann geht echt die Post ab. Die Handlung schlägt in kürzester Zeit von entspannt zu dramatisch um. Ein tolles, klaustrophobisches Setting. Atmosphärisch, blutig und grausam. Natürlich geht es um Rache.
Gefallen hat mir auch, wie die Autorin sich über Yoga lustig macht:
„Menschen, die den Geschmack von grünem Saft und Kombucha mögen, die mit Begeisterung um fünf Uhr morgens aufstehen, um irgendwelche angeblichen Giftstoffe beim Sauna-Work-out rauszuschwitzen. Ich bin überzeugt, dass das Hochgefühl beim Joggen ein Mythos und Sunrise-Yoga ein Schwindel ist…“

Fazit: Packender Thriller. Bekanntes Setting, gute Umsetzung. Gern gelesen.