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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

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Die Tiefe: Versunken
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„Die Tiefe: Versunken“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Karen Sander, die an der Ostsee verortet ist und zugleich der siebte Fall für Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin ...


„Die Tiefe: Versunken“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Trilogie von Karen Sander, die an der Ostsee verortet ist und zugleich der siebte Fall für Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger. Worum geht es diesmal?
Hobbytaucher finden vor dem Darß ein gesunkenes Segelboot, in ihm befinden sich vier Leichen, die Eltern und ihre beiden Kinder, eine ganze Familie. Alle wurden erschossen.
Tom wird aus dem Urlaub zurückbeordert und ermittelt mit seinem Team. Bevor es zu ersten Erkenntnissen kommt, gibt es zwei weitere Tote auf einem Motorboot. Handelt es sich um einen Serienkiller?
Während Tom in den beiden Fällen ermittelt, wird Mascha von ihrem Bruder Holger als Beraterin bei einem anderen Tötungsdelikt angefordert, in dem ein rätselhafter Brief eine Rolle spielt.
Karen Sanders Thriller bietet viel Atmosphäre und Lokalkolorit, für mich ein typischer Küstenkrimi. Es ist ein eher ruhiger Thriller mit mäßiger Spannung, voller Emotionen.
Aus unterschiedlichen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, 1996 und 24 Jahre später, rollt sich die Handlung auf, so dass ein ganz eigener Drive entsteht.
Die Ermittler wirken inzwischen wie gute Bekannte, wobei das Privatleben von Tom und Mascha viel Raum einnimmt, besonders zum Schluss.

Fazit: Gelungener Einstieg in die neue Ostsee-Trilogie. Doch am Ende bleiben viele Fragen offen.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Leichen pflastern ihren Weg

Düsteres Tal
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Die beiden Vorgänger hatten mich begeistert und auch „Düsteres Tal“ von Ruth Lillegraven überzeugt mit einem spannenden Plot. Es handelt sich um den 3. Teil einer Trilogie. Eine Einhaltung der Reihenfolge ...


Die beiden Vorgänger hatten mich begeistert und auch „Düsteres Tal“ von Ruth Lillegraven überzeugt mit einem spannenden Plot. Es handelt sich um den 3. Teil einer Trilogie. Eine Einhaltung der Reihenfolge ist also dringend angeraten, sonst könnte man hier gespoilert werden. Worum geht es?
Clara Lofthus hütet mehr als ein düsteres Geheimnis. Sie lebt jetzt mit ihrem neuen Partner Axel und ihren beiden Zwillingssöhnen Andreas und Nikolai in Nairobi, Kenia und hat dort ein Schulprojekt ins Leben gerufen. Als der norwegische Entwicklungshilfeminister bei einem Terroranschlag auf die Schule stirbt, kehrt Clara als Heldin nach Oslo zurück.
Die Ministerpräsidentin bietet ihr den Posten als Justizministerin an, den sie schon einmal innehatte. Clara ist eine Lügnerin, eine Betrügerin und eine Mörderin, und das war sie schon als Kind. Aber der Podcaster Erik Heier kommt ihrer dunklen Vergangenheit nun auf die Spur und ihre Kreise werden immer enger, alles zieht sich zusammen…
„Düsteres Tal“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven aus Sicht von Clara, Axel und Heier sorgen für Dynamik. Nebenbei erhalten wir auch einen Einblick in Claras fiese Geheimnisse, eine furchterregende Heldin. Nichtsdestotrotz fiebert man mit ihr mit, auch, wenn sie schreckliche Dinge tut.
Das Ende überrascht, denn nichts ist so, wie es scheint.

Fazit: Fulminantes Finale der Clara-Trilogie. Abgründig!

Veröffentlicht am 15.10.2025

Nichts ist so, wie es scheint

Lügennebel
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Auch, wenn der Vorgänger von mir nur 3* bekommen hatte, die beiden ersten Bände der Åre-Reihe von Viveca Sten habe ich geliebt. Somit ist der neue, vierte Fall, „Lügennebel“, ein Must-Read. Worum geht ...


Auch, wenn der Vorgänger von mir nur 3* bekommen hatte, die beiden ersten Bände der Åre-Reihe von Viveca Sten habe ich geliebt. Somit ist der neue, vierte Fall, „Lügennebel“, ein Must-Read. Worum geht es?
Sechs Freunde im Skiurlaub: Olivia und ihre beste Freundin Fanny, Wille, Amir, Pontus und Emil. Eines Morgens liegt Fanny tot vor dem Blockhaus. Unfall oder Mord? Hanna Ahlander und ihr Team ermitteln…
Über das Wiedersehen mit Hanna und Daniel sowie deren Kollegen Anton und Raffe habe ich mich gefreut. Hanna hat einen neuen Freund, den Milliardär Henry. Daniels Privatleben mit Tochter und Ex droht ihn an seine Grenzen zu bringen.
Von den sechs Studierenden war mir niemand sympathisch. Es wird ausgiebig gefeiert, mit Alkohol und Drogen. Alle lügen, haben etwas zu verbergen. Und so drehen sich die Ermittlungen lange im Kreis.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen scheinen für Viveca Sten fast genauso wichtig zu sein, wie die Krimihandlung selbst.
Die gut zu greifende Atmosphäre ergänzt die spannende Geschichte und macht „Lügennebel“ wirklich zu einem Krimi-Genuss.

Fazit: Fall Nr. 4 für Hanna Ahlander. Gelungener Mix aus Ermittlungen und Privatem.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Kalt, kälter, Pflüger

Kälter
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Von Andreas Pflüger habe ich bisher vier Bücher mit großer Freude gelesen, Unterhaltung in Stakkato-Sätzen. Aber „Kälter“ ist anders. Worum geht es?
Herbst 1989: Wir lernen Luzy Morgenroth kennen. Sie ...


Von Andreas Pflüger habe ich bisher vier Bücher mit großer Freude gelesen, Unterhaltung in Stakkato-Sätzen. Aber „Kälter“ ist anders. Worum geht es?
Herbst 1989: Wir lernen Luzy Morgenroth kennen. Sie ist Inselpolizistin auf Amrum. Ein Sturm zieht auf - und Tamme, der Bruder ihrer besten Freundin Ali, verschwindet von einer Fähre, ihr Kollege und bester Freund Jörgen wird getötet.
Ein Killerkommando ist auf die Insel gekommen. Acht Jahre war Luzy in der Welt der Anderen, als sie von der Vergangenheit eingeholt wird. Wer ist kälter? Ihr Todfeind „Babel“, der die Killer geschickt hat, oder sie? Es kann nur eine/n geben…
„Kälter“ ist ein rasanter, actionreicher Agententhriller. Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, 1989 und acht Jahre davor.
Andreas Pflüger greift mit „Kälter“ ein brandaktuelles Thema auf: Der Nahostkonflikt. Ein Teil der Geschichte ist in Israel verortet. Krass fand ich die Szenen in einem Schabbat-Fahrstuhl. Ein Fahrstuhl, der automatisch in jeder Etage hält - und in jeder lauert der Tod.
Weitere Schauplätze sind Berlin zur Zeit des Mauerfalls - und Wien (siehe Cover!). Je größer die Gefahr, desto lustiger die Dialoge. Leseinseln, auf denen die Lesenden mal Luftholen, ja sogar Schmunzeln können.
„Kälter“ ist ein literarischer Thriller mit intensiven, starken Bildern. Ich habe mich sofort wieder in diese Zeit zurückversetzt gefühlt. Denn ich bin in etwa im selben Alter wie der Autor und erinnere mich noch gut daran, als Herrhausen quasi vor meiner Haustür von der RAF ermordet wurde.
Luzy erinnert ein wenig an Jenny Aaron aus Endgültig, Niemals und Geblendet. Sie ist ebenfalls eine Frau mit zwei Leben. Über das Wiedersehen mit Nina und „Pilger“ aus „Wie Sterben geht“ habe ich mich gefreut. Ich empfehle, dieses Buch vorher gelesen zu haben.

Fazit: Ein spannendes Stück Zeitgeschichte. Mein Thriller-Highlight des Jahres!

Veröffentlicht am 08.10.2025

Drogen, Drogen, Drogen

Gift
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SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert und auch die Fortsetzung, GIFT, überzeugt auf ganzer Linie. Es handelt sich um den zweiten Band einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt ...


SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert und auch die Fortsetzung, GIFT, überzeugt auf ganzer Linie. Es handelt sich um den zweiten Band einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. Worum geht es?
Joel wird tot aufgefunden, schrecklich zugerichtet. Er war der Lebensgefährte von Dora und Rados ehemaligem Chef Elliði. Joel hatte ein Drogenproblem. Schon bald gibt es einen weiteren Toten.
Nach ihrem letzten Einsatz versucht Dora, ihre Abhängigkeit von Schmerzmitteln in den Griff zu bekommen, während Rado inzwischen ein Team der Rauschgiftfahndung leitet. Auf Bitten Elliðis tun sie sich zusammen und ermitteln, als Rado von seiner Vergangenheit eingeholt wird…
GIFT ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Ganz Island scheint suchtkrank zu sein. Die Figuren haben sich weiterentwickelt. Und das gilt nicht nur für Dora und Rado, sondern auch für den Autor.
Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger.
Das Buch endet - wie schon SCHMERZ - mit einem fiesen Cliffhanger. Und so bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit: Fall Nr. 2 für Dora und Rado. Düster!