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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2025

Nichts ist wie es scheint

The Business Trip
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„The Business Trip“ von Jessie Garcia habe ich gern gelesen. Der Thriller hat viele Stärken, aber auch einige Schwächen. Worum geht es?
Wir begegnen Jasmine und Stephanie, zwei Frauen, die unterschiedlicher ...


„The Business Trip“ von Jessie Garcia habe ich gern gelesen. Der Thriller hat viele Stärken, aber auch einige Schwächen. Worum geht es?
Wir begegnen Jasmine und Stephanie, zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jasmine flieht aus ihrer toxischen Beziehung mit Glenn. Stephanie geht auf Geschäftsreise. Sie ist geschieden und hat einen Sohn. Auch sie ist irgendwie auf der Flucht - aus ihrem bisherigen Leben.
Beide Frauen sitzen im selben Flieger nach Denver. Kurz darauf sind beide verschwunden. Ihre Freunde erhalten Text- und Sprachnachrichten, sogar Fotos und Videos. Und was hat dies alles mit einem Mann namens Trent zu tun?
„The Business Trip“ ist spannend und unterhaltsam. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jasmine, Stephanie, Glenn sowie Robert, Stephs Nachbar und Katzensitter, Trent und vielen anderen mehr, auf mehreren Zeitebenen und an diversen Schauplätzen, unter anderem Denver, San Diego, Atlanta und Mexiko.
Eine hanebüchene Story, die die Autorin sich ausgedacht hat. Es geht um wechselnde Identitäten - und Mord. Eine Wendung jagt die nächste. Auch, wenn ich schnell geahnt habe, wie der Hase läuft - zumindest in etwa, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Am Ende gibt es dann noch einen ultimativen Plot-Twist.
Die Sprache ist einfach mit simplen Dialogen. Die Protagonisten waren mir allesamt unsympathisch, so dass ich mit niemandem mitfiebern konnte.

Fazit: Rasantes Popcorn-Kino in Buchform.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Wer ist der Highlander?

VIER
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„Zehn“, das Thrillerdebüt von Andy Neumann hatte mich begeistert und auch die Fortsetzung, „Vier“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und ...

„Zehn“, das Thrillerdebüt von Andy Neumann hatte mich begeistert und auch die Fortsetzung, „Vier“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Ich empfehle dringend, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger. Doch worum geht es?
01.09.2020: Vier Jahre nach einem verheerenden Terroranschlag auf das Kölner Stadion wird Toni Schüttler tot aufgefunden. Er wurde enthauptet. In seine Stirn ist ein »I« eingeritzt. Der Tote hatte dem Attentäter eine Garage vermietet. Kurz darauf wird der zweite damalige Tatbeteiligte geköpft.
Der Düsseldorfer Mordermittler Martin Paulus und die BKA-Beamtin Tamara Foster ermitteln. Ein Tatverdächtiger wird zwar verhaftet, aber ist er auch der Richtige? Und wo liegt sein Motiv?
Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Die Handlung ist komplex gestaltet, wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für Dynamik. Lässt sich auch wieder flott und flüssig lesen. Es geht um Rache und Vergeltung.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht, lebensecht. Ab und zu erscheinen alte Bekannte, auch der damalige Attentäter und der (Ex-)Reporter Niessen.
Das Buch endet mit einem Knaller. Ein Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Ich freue mich drauf! Hoffentlich müssen wir nicht wieder fünf Jahre warten.

Fazit: Spannender, temporeicher und emotionaler Thriller. Lesen!

Veröffentlicht am 05.09.2025

Wo ist Matti?

Die Farbe des Schattens
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„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt ...


„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt war. Worum geht es?
Winter 1992: Der 11-jährige Matthias, genannt Matti, ist verschwunden. Er wurde zum Einkaufen geschickt. Ist er weggelaufen, hat er sich verlaufen oder ist er verunfallt?
Die Eltern alarmieren die Polizei, eine Suchaktion startet, Spürhunde werden angefordert, Nachbarn befragt. Schließlich wird Mattis Leiche in einem leerstehenden Haus auf dem Mönkeberg gefunden. Der Hausverwalter wirkt verdächtig. Groth hat seine Zweifel, er vermutet Parallelen zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Fall und rollt diesen wieder auf.
Die Autorin hat mit der Fortsetzung von „Das Schweigen des Wassers“ einen atmosphärisch dichten Krimi geschrieben, der die Wendezeit wiederaufleben lässt. Man spürt die Hoffnungslosigkeit der Bewohner in der Mönkeberg-Siedlung, viele Menschen sind arbeitslos, haben keine Perspektive. Gut skizzierte Figuren machen die Story authentisch.
Die Geschichte wirkt entschleunigend ohne die Präsenz von Handys und Computern, die Ermittlungsarbeit der Polizei geht infolgedessen nur langsam voran. Es wirkt wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, in die Protagonist Groth, sperrig, geschieden, verwaist, wunderbar hineinpasst.
Durch den literarisch angehauchten Schreibstil ist die Handlung fesselnd, manchmal schwer zu ertragen, denn die geschilderten Verbrechen sind in Mecklenburg tatsächlich geschehen, aber wirklich viel Spannung kommt nicht auf.

Fazit: Fall Nr. 2 für Arno Groth und Kommissar Zufall.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein rundes Dutzend

Bodenfrost
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„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner ...


„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner hält an einem Kindernachmittag der Miesbacher Polizei auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs gerade einen Vortrag, als eins der Kinder eine Leiche findet.
Wie sich herausstellt, handelt es sich um Vitus Zander. Er wurde ermordet. Auf dem Bauch des Toten hat der Täter eine Zeichnung hinterlassen, die aussieht wie ein Fisch, durch den jemand eine Harpune geschossen hat.
Vor einigen Jahren gab es einen Serienkiller, der seine Opfer genauso markiert hatte. Er wurde nie gefasst. Ist „der Harpunier“ zurück?
Mit „Bodenfrost“ ist dem Autor wieder ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen, sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt - wie immer - nicht zu kurz.
Der Erzählstil ist gewohnt flüssig und - obwohl Figuren wiederholt im Dialekt sprechen - stets leicht verständlich.
Über das Wiedersehen mit Wallner und Kreuthner habe ich mich gefreut. Auch Karla Tiedemann, Antonia „Toni“ Koncz, Wallners Großvater Manfred und Kreuthners Freundin Pippa Trautmann sind wieder mit von der Partie.
„Bodenfrost“ ist auch ein Krimi, der Incels thematisiert. Nur die Auflösung hat mich diesmal nicht überzeugt.

Fazit: Humorvoll, skurril und spannend. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.


Veröffentlicht am 31.08.2025

Was war wirklich geschehen?

Protokoll eines Verschwindens
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Um es gleich zu sagen, »Protokoll eines Verschwindens« von Alexander Rupflin habe ich gern gelesen. Ein langes Vorwort. Das hat meine Neugier geweckt.
Wir begegnen Lucas. Er erinnert sich an Fabio, ein ...


Um es gleich zu sagen, »Protokoll eines Verschwindens« von Alexander Rupflin habe ich gern gelesen. Ein langes Vorwort. Das hat meine Neugier geweckt.
Wir begegnen Lucas. Er erinnert sich an Fabio, ein kleiner Mann mit Glatze, der ihn anscheinend missbraucht hat. Aber Lucas kann sich nicht an Details erinnern.
Danach lernen wir Isabella aus Brasilien kennen. Sie bekommt einen Anruf von der Ex ihres Bruders Gabriel, der vermisst wird. Isabella macht sich auf die Suche...
»Protokoll eines Verschwindens« ist das Debüt des Kriminalreporters Alexander Rupflin. Ein Roman, der auf Tatsachen beruht. Neutral und sachlich erzählt, dennoch spannend wie ein Krimi. Dazu eine adäquate, schöne Sprache.
Es handelt sich um das Psychogramm eines Mörders mit einer bestialischen, triebhaften Gewalt. Der Autor lässt uns in tiefe menschliche Abgründe blicken. Menschen jenseits von Gut und Böse mit einem grausamen Geheimnis.
Was war in jener Nacht wirklich geschehen? Alexander Rupflin rekonstruiert die erschütternden Details eines Verbrechens. Letztendlich kann diese Frage aber nicht umfassend und befriedigend geklärt werden.

Fazit: Schockierender True Crime. Definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen.