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Veröffentlicht am 25.08.2025

Gänsehaut und Angst

Halloweenkind
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„Totes Moor“ und „Glutmoor“ von Lars Engels habe ich gern gelesen und auch „Halloweenkind“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Schauplatz ist diesmal Neuss. An Halloween zieht eine Gruppe Eltern ...


„Totes Moor“ und „Glutmoor“ von Lars Engels habe ich gern gelesen und auch „Halloweenkind“ überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Schauplatz ist diesmal Neuss. An Halloween zieht eine Gruppe Eltern mit ihren kostümierten Kindern um die Häuser. Die Gruppe teilt sich auf, Joshua und Erik, 11 bzw. 12 Jahre alt, gehen alleine weiter. Doch nur Erik kehrt zu seinen Eltern zurück.
Vor zwei Jahren verschwand schon einmal ein Junge an Halloween: Vincent war damals 10 Jahre alt. Doch eigentlich hatte im Sommer davor alles seinen Anfang genommen. Mit dem Tod von Juliane.
Eriks Eltern, Kriminalhauptkommissar Oliver Fuchs und Lea, die ein Café betreibt, ehrenamtliche Opferhelferin und Ex-Journalistin, ermitteln…
Mit „Halloweenkind“ ist dem Autor ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und zwei Zeitebenen, 2022 und 2024, sorgen für Dynamik.
Nichts ist, wie es scheint. Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die Lars Engels gründlich ausleuchtet. Er demontiert die hübschen Fassaden, kratzt am Lack des schönen Scheins und rollt die Umstände auf, die zu dem tragischen Tod von Juli führten.
„Halloweenkind“ ist auch eine Hommage an Horrorfilme wie Stephen Kings ES, POLTERGEIST oder ROSEMARIES BABY. Gruselig und schockierend. Natürlich darf auch ein Spukhaus nicht fehlen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Fast jeder hat ein Geheimnis. Nur Lea mochte ich nicht. Ein Gutmensch mit Helfersyndrom, total übergriffig - und verblendet, was ihre Familie betrifft.
Die allerletzte Wendung habe ich nicht kommen sehen. Also, gut gemacht, Herr Engels!

Fazit: Fesselnder Krimi. Atmosphärisch und düster!

Veröffentlicht am 24.08.2025

Paradies oder Gefängnis?

Der Tower
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„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum ...

„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nova hat das große Los gezogen: 1 Jahr gratis Wohnen im angesagten Pramtower, ein luxuriöses Wohngebäude mitten in Berlin, das seinen Bewohnern alle Wünsche erfüllt. Es ist das Paradies. Bis sie herausfindet, dass ihre Vormieterin auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Nova forscht nach und merkt dabei zu spät, dass sie sich selbst in große Gefahr begibt. Warum und wofür wurde sie ausgewählt?
Locked-Room-Mysterys haben mich schon immer fasziniert, dazu das Thema „Künstliche Intelligenz“, da konnte ich nicht widerstehen. Die Geschichte hat mich sofort an „Rosemarys Baby“, den Horrorfilm mit Mia Farrow erinnert. Die nervigen Nachbarn...
„Der Tower“ ist nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern voller Wendungen und entwickelt eine wahre Sogwirkung. Für Viellesende vielleicht vorhersehbar. Mit einem Plot-Twist, der es in sich hat, überrascht der Autor dann trotzdem noch.
Wer „Rosemarys Baby“ kennt, weiß wie die Geschichte enden müsste. Dafür brauche ich keinen A/B-Test.

Fazit: Spannender KI-Thriller mit Locked-Room-Setting. Ebenso Visionär wie beunruhigend.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Du weißt, was du getan hast.

Kaltes Fieber
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„Stummer Schrei“ von Arne Dahl hatte mich begeistert und auch „Kaltes Fieber“, der zweite Fall für Eva Nyman und ihr Team, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog. Danach ...


„Stummer Schrei“ von Arne Dahl hatte mich begeistert und auch „Kaltes Fieber“, der zweite Fall für Eva Nyman und ihr Team, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog. Danach wird das NOVA-Team zu einem Tatort gerufen: Eine männliche Leiche wird gefunden, sie steckt in einer Zeus-Statue, in ihrem Mund die Botschaft: »Du weißt, was du getan hast.«
Weitere Morde folgen, inszeniert in Weltwundern der Antike. Ein Künstler, der sich rächen will? Kann Eva den Mörder stoppen, bevor er seine grausame Serie vollendet? Denn es gibt bekanntlich sieben Weltwunder…
„Kaltes Fieber“ ist spannend und unterhaltsam. Ein Krimi, der in der Kunstwelt spielt und die Todesdroge Fentanyl thematisiert. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Über das Wiedersehen mit Eva Nyman, Lukas Frisell, Shabir Sarwani, Rahim Abdulhamid, Annika „Ankan“ Stolt und Sonja Ryd habe mich gefreut. Neu dabei, Rilke, aka Rainer und Maria. Nur Anton Lindberg ist und bleibt verschwunden.
Das Buch endet - wie schon der Vorgänger - mit einem Cliffhanger. Und so bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit: Packender, wendungsreicher Schweden-Krimi.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Lügen, Lügen und dann Rache

Love, Mom
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Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. ...


Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. Ihre unnahbare Mutter war selten für sie da. Als Schriftstellerin stand Mackenzie immer im Schatten ihrer brillanten Mutter.
Nach der Trauerfeier findet Mackenzie einen Brief, Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter, die an sie gerichtet sind. Weitere Briefe tauchen auf und Mackenzie weiht ihren besten Freund EJ ein. Es scheint ein mysteriöses Geheimnis zu geben, dem die beiden auf die Spur gehen wollen.
Erzählt wird die Geschichte zunächst aus Sicht von Mackenzie, in lockerem Schreibstil, viel Jugendsprech. Ihre Gedanken und Handlungen sind somit gut nachvollziehbar. Über die Briefe ihrer Mutter bekommt man häppchenweise einen Eindruck, was in der Vergangenheit geschehen ist.
Mit Mackenzie bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist ein Gothic Girl mit der Sprache eines verwöhnten, rebellischen Teenagers. Dabei ist sie 21 Jahre alt.
Es gibt Plot-Twists und immer wieder neue Wendungen. Die Spannungskurve steigt kontinuierlich an. Wie Puzzleteile fügen sich die Informationen am Ende zu einem stimmigen Ganzen, bei dem alle Fragen geklärt werden. Der Epilog ist für mich das Beste an diesem Thriller.

Fazit: Dunkle Geheimnisse, wendungsreich, aber auch vorhersehbar.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Nichts ist, wie es scheint

Mit kalter Hand
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Ich mag True-Crime- und Rechtsmedizin-Thriller. Die beiden Vorgänger habe ich gerne gelesen. Und auch „Mit kalter Hand“ von Michael Tsokos überzeugt.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein heftiger ...


Ich mag True-Crime- und Rechtsmedizin-Thriller. Die beiden Vorgänger habe ich gerne gelesen. Und auch „Mit kalter Hand“ von Michael Tsokos überzeugt.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein heftiger Prolog: Wer ist der Mann? Stirbt er tatsächlich gerade?
Dr. Sabine Yao, Rechtsmedizinerin von der Abteilung »Extremdelikte« des Bundeskriminalamts in Berlin, bekommt es mit einem bizarren Fall zu tun: Eine Hinrichtung? Makaber!
Last but not least muss Sabine ihre rechtsmedizinische Expertise in der Sonderkommission um Profiler Milan Hasanović einbringen, die die Ermittlungen zum »Pferderipper von Lübars« übernommen hat.
„Mit kalter Hand“ ist spannend und unterhaltsam. Prof. Dr. Michael Tsokos weiß, wovon er schreibt. Als weltweit renommierter Rechtsmediziner vermittelt er interessante Einblicke in die Welt der Rechtsmedizin und Forensik. Gut erklärt, auch für Menschen ohne medizinischen Hintergrund.
Über das Wiedersehen mit Sabine, Paul Herzfeld und Monica Monti habe ich mich sehr gefreut. Tötungsdelikte, die sich als Suizid entpuppen, Leichenzerstückelung u.a., eine morbide Welt. Nur das Thema Pferderipper vermochte mich nicht zu fesseln. Aber am Ende sind alle Fälle gelöst.

Fazit: Fall Nr. 3 für Sabine Yao. Abgründig!