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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2021

Lange Sandstrände und menschliche Abgründe

Nordwestzorn
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„Nordwestzorn“ von Svea Jensen ist der zweite Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording. So gut „Nordwesttod“ auch war, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Worum geht ...


„Nordwestzorn“ von Svea Jensen ist der zweite Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording. So gut „Nordwesttod“ auch war, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Die Autorin geht gleich in medias res: Der 9-jährige Florian wird seit August 2004 in SPO vermisst. Seine Leiche wurde nie gefunden, den einzigen Verdächtigen musste man laufen lassen. Anna leitet nun die neu gegründete Vermisstenstelle und rollt den Cold Case neu auf. Auch die Polizei scheint in den Fall von damals verstrickt zu sein. Vor allem ist da eine alte Rechnung offen…
Svea Jensen hat ihren Küstenkrimi anschaulich mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. „Nordwestzorn“ ist ein Buch, das sexuelle Belästigung thematisiert. Spannend, keine Frage. Über das Wiedersehen mit Anna und Hendrik habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Und so bin ich schon gespannt auf den nächsten Einsatz der Soko St. Peter-Ording.

Fazit: Fall Nr. 2 für die Soko St. Peter-Ording. Noch besser als der Vorgänger!

Veröffentlicht am 12.05.2021

Verhämmerung

Letzte Ehre
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Die Leseprobe zu „Letzte Ehre“ von Friedrich Ani ließ auf einen spannenden literarischen Krimi hoffen. Schon das Zitat aus dem Hohelied der Liebe. Toll!
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Oberkommissarin ...

Die Leseprobe zu „Letzte Ehre“ von Friedrich Ani ließ auf einen spannenden literarischen Krimi hoffen. Schon das Zitat aus dem Hohelied der Liebe. Toll!
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Oberkommissarin Fariza Nasri ermittelt. Sie ist eine gute Verhörspezialistin, weil sie den mutmaßlichen Verdächtigen zuhört - bis diese ihre Taten gestehen.
Im ersten Teil geht es um Stephan Barig und seine Freunde. Was weiß er über das Verschwinden der siebzehnjährigen Finja? Menschliche Abgründe tun sich auf.
Im zweiten und dritten Teil wird es dann persönlich. Dieses Buch verzeiht auch das unerwartete Ende. Nichtsdestotrotz hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Friedrich Anis Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. „Letzte Ehre“ ist kein klassischer Whodunnit. Denn bei Ani stehen die Figuren im Mittelpunkt. Ein wahres Pulverfass an menschlichen Tragödien.
„Letzte Ehre“ ist ein Buch, das Gewalt gegen Frauen thematisiert: Verhämmerung. Ein Täter außer Kontrolle. Spannend ist das nur bedingt.

Fazit: Heftig und anspruchsvoll.

Veröffentlicht am 10.05.2021

Armes, reiches Mädchen

Nordseedunkel
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„Nordseedunkel“ von Christian Kuhn ist nach „Nordseedämmerung“ der zweite Fall für BKA-Ermittler Tobias Velten. Nach Juist nun also Norderney. So gut „Nordseedämmerung“ auch war, der neue Krimi ist noch ...


„Nordseedunkel“ von Christian Kuhn ist nach „Nordseedämmerung“ der zweite Fall für BKA-Ermittler Tobias Velten. Nach Juist nun also Norderney. So gut „Nordseedämmerung“ auch war, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Felicitas Toben, die 19-jährige Tochter einer wohlhabenden Unternehmerfamilie wurde entführt. Velten, der sich eine Auszeit genommen hat, um die ostfriesischen Inseln zu erkunden, soll sie um jeden Preis retten. Doch warum gehen die Tobens nicht zur Polizei?
„Nordseedunkel“ ist spannend und unterhaltsam. Schon früh wird die Tätersicht eingeführt, und so ist der Leser dem Ermittler immer einen Schritt voraus. Es geht um Macht und Kontrolle, aber auch um Freiheit. Eine ziemlich straight erzählte Geschichte, mit deren Ende ich so nicht gerechnet hätte.
Über das Wiedersehen mit Velten habe ich mich sehr gefreut. Gefallen haben mir auch die idyllische Kulisse und die schönen Karten von Norderney. Darum bin ich schon gespannt auf den nächsten Fall. So kann man zumindest literarisch verreisen und ein bisschen von Urlaub träumen.

Fazit: Fall Nr. 2 für Tobias Velten. Noch besser als der Vorgänger!

Veröffentlicht am 05.05.2021

So retten wir die Welt

Was, wenn wir einfach die Welt retten?
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Frank Schätzing tut einfach das, was er am besten kann: er schreibt einen spannenden Thriller. Denn „Was, wenn wir einfach die Welt retten?“ kommt nicht trocken wie ein Sachbuch daher, sondern ist sprachlich ...


Frank Schätzing tut einfach das, was er am besten kann: er schreibt einen spannenden Thriller. Denn „Was, wenn wir einfach die Welt retten?“ kommt nicht trocken wie ein Sachbuch daher, sondern ist sprachlich locker erzählt.
Auf nur 336 (!) Seiten entwirft der Autor munter Szenarien, liefert viele Denkanstöße wie wir die Welt retten könnten, wenn wir wollten. Wissenschaftlich fundiert und sorgfältig recherchiert stellt er Technologien vor, die Hoffnung machen und ruft zum Handeln in der Klimakrise auf. Viel Neues ist nicht dabei, aber Frank Schätzing ist sowieso am besten, wenn es um Sci-Fi und künstliche Intelligenz (KI) geht. Die Zukunft ist jetzt!

Fazit: Der Mann hat es einfach drauf. Liest sich weg wie warme Semmeln.

Veröffentlicht am 01.05.2021

Wer ermordete die Braut?

Höllenkind
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„Höllenkind“ ist bereits der 8. Fall für Patho-Psychologin Clara Vidalis vom LKA Berlin. Clara ermittelt diesmal in Florenz und Rom. Unterstützt wird Clara wieder von ihrem Ehemann und Kollegen Dr. Martin ...


„Höllenkind“ ist bereits der 8. Fall für Patho-Psychologin Clara Vidalis vom LKA Berlin. Clara ermittelt diesmal in Florenz und Rom. Unterstützt wird Clara wieder von ihrem Ehemann und Kollegen Dr. Martin Friedrich, genannt MacDeath. Doch worum geht es?
Eine Braut bricht auf dem Weg zum Alter in der Sixtinischen Kapelle zusammen und stirbt. Der Vatikan bittet Clara um Hilfe, die nach ihrer Suspendierung mit einer Freundin in Florenz Urlaub macht…
Der Einstieg hat mir nicht so gut gefallen. Zu viel Kirchengedöns. Alles sehr mysteriös. Und dann die ganzen Namen. Doch irgendwann zog die Spannung an.
Veit Etzold hat seinen neuen Thriller packend inszeniert. Alter römischer Adel, dunkle Geheimnisse und ein unerbittlicher Rächer, das sind die Zutaten von „Höllenkind“. Ein Mix aus Dante und Dan Brown. Aber auch etwas vorhersehbar. Und zum Schluss gewohnt unappetitlich.
Dieses Buch ist Roman und Reiseführer in einem. Denn Florenz und seine Sehenswürdigkeiten sind gut beschrieben. Das hat mir gefallen.

Fazit: Fall Nr. 8 für Clara und MacDeath. Gut, aber nicht der beste Band der Reihe.