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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2020

Happy Birthday. Ich weiß, dass du es bist.

Wie viele willst du töten
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Ellery Hathaway ist Polizistin in Woodbury, einem verschlafenen Ort in Massachusetts, USA. Jedes Jahr bekommt sie eine anonyme Geburtstagskarte. Und jedes Mal verschwindet danach ein Mensch aus ihrem ...


Ellery Hathaway ist Polizistin in Woodbury, einem verschlafenen Ort in Massachusetts, USA. Jedes Jahr bekommt sie eine anonyme Geburtstagskarte. Und jedes Mal verschwindet danach ein Mensch aus ihrem Umfeld spurlos. Niemand will ihr glauben. Aber es weiß auch niemand, dass sie als Teenager das einzige überlebende Opfer eines Serienkillers war. Ist hier ein Nachahmungstäter am Werk?
Nur einer wird ihr vielleicht helfen: Reed Markham, der FBI-Mann, der sie damals befreite. Doch dann bekommt Ellie ein Paket mit einer menschlichen Hand…
Ellery ist eine starke Frau. Aber sie hat ein Verhältnis mit ihrem (verheirateten) Chef, Chief Sam Parker. Sie belügt Reed, um Sam zu schützen - und das Geheimnis aus ihrer sorgsam gehüteten Vergangenheit zu bewahren. Sam und Reed belügen ihre Frauen.
Ein guter Thriller sollte vor allem spannend sein und einen Plot haben, der nicht vorhersehbar, aber dennoch glaubwürdig ist. Auf „Wie viele willst du töten“, dem Thriller-Debüt von Joanna Schaffhausen, trifft das nur bedingt zu. Eher psychologisch raffiniert als spannend. Und auch ziemlich vorhersehbar. Zudem etwas konstruiert, weil Ellie - im Gegensatz zum Leser - nicht ahnt, wer es auf sie abgesehen hat.

Fazit: Typisch amerikanisch und psychologisch raffiniert, aber vorhersehbar. Mit einer unsympathischen Protagonistin.

Veröffentlicht am 23.03.2020

Realitätsnah und brisant

Die Maske der Schuld
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„Die Maske der Schuld“ von Jennifer B. Wind ist nach „Die Maske der Gewalt“ bereits der 2. Fall für den Wiener LKA-Ermittler Richard Schwarz. Worum geht es?
In der Donau wird eine Wasserleiche gefunden. ...


„Die Maske der Schuld“ von Jennifer B. Wind ist nach „Die Maske der Gewalt“ bereits der 2. Fall für den Wiener LKA-Ermittler Richard Schwarz. Worum geht es?
In der Donau wird eine Wasserleiche gefunden. Der Tote saß im Rollstuhl. Bald steht fest, es handelt sich um den ehemaligen Polizisten Jan Dorn, der an Multiple Sklerose (MS) erkrankt war.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Damals und heute. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Es geht um menschliche Versuchskaninchen und einen selbsternannten Wunderheiler.
Über das Wiedersehen mit Richard und seiner (Zirkus-)Familie habe ich mich gefreut. Das große Zirkussterben in Österreich wird nochmals thematisiert - und vertieft. Auch Theres und Poldi sind wieder mit von der Partie.
Immer mal wieder gibt es Bezüge zum Vorgänger, erscheinen alte Bekannte. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Neueinsteiger, die den ersten Band nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Ab und zu sind Kapitel in Kursivschrift eingestreut, die mit Intermission betitelt sind. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Gruselig! Ebenfalls in Kursivschrift, ist das Tagebuch einer Reha-Patientin eingefügt. Harter Stoff!
Aber es gibt auch Positives zu berichten. Die Suche nach dem Mörder von Richards Mutter wird wieder aufgerollt. Überhaupt scheint das Schicksal es endlich gut mit ihm zu meinen.
Am Ende sind der Kriminalfall und der Cold Case gelöst und der Bösewicht überführt. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger. Nichtsdestotrotz freue ich mich schon heute auf Band 3, der im November/Dezember dieses Jahres erscheinen soll.

Fazit: Fall Nr. 2 für den sympathischen Wiener Ermittler Richard Schwarz. Noch besser als Band 1!

Veröffentlicht am 18.03.2020

Du bist die Nächste

Totenfels
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„Totenfels“ von Tim Erzberg alias Thomas Montasser ist bereits der 4. Fall für die Helgoländer Polizistin Anna Krüger. Worum geht es?
Auf Helgoland wird ein riesiger Blindgänger gefunden. Wenn die Bombe ...

„Totenfels“ von Tim Erzberg alias Thomas Montasser ist bereits der 4. Fall für die Helgoländer Polizistin Anna Krüger. Worum geht es?
Auf Helgoland wird ein riesiger Blindgänger gefunden. Wenn die Bombe explodiert, könnte das verheerende Folgen für die Insel haben. Die Evakuierung gestaltet sich schwierig. Und dann wird in einem alten Tunnel auch noch eine Leiche gefunden.
Als wäre das nicht schon genug, bekommt es Anna auch noch mit einem gefährlichen Stalker zu tun: „Du bist die Nächste.“ Wer schickt ihr solche Nachrichten?
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Rückblicke in die Vergangenheit, am 18. April 1945, kurz vor dem Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf Helgoland - und heute. Mir kam es vor wie eine Mischung aus „Hell-Go-Land“ und „Sturmfeuer“.
Anna kämpft noch immer mit den Dämonen der Vergangenheit, leidet noch immer unter starker Migräne, die sie Stalin nennt, und nimmt noch immer viel zu viele Tabletten. Dazu ihre Alleingänge. Unvernünftig und unprofessionell.
Und wenn sich zum Abschluss eine Art Happy End andeutet, so ist es für mich fraglich, ob es einen Folgeband geben wird.

Fazit: Mix aus Hell-Go-Land und Sturmfeuer. Für mich nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 14.03.2020

Happy Slapping

Blutgott
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„Blutgott“ ist bereits der der siebte Teil der Thriller-Reihe mit Patho-Psychologin Clara-Vidalis und ihre Kollegen vom LKA Berlin. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Geschichte, die ohne Vorkenntnisse ...


„Blutgott“ ist bereits der der siebte Teil der Thriller-Reihe mit Patho-Psychologin Clara-Vidalis und ihre Kollegen vom LKA Berlin. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist.
Veit Etzold geht gleich in medias res: Mia wird von einer Gruppe Jungen brutal getötet als sie in einem Zug durch Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Ein blutiges Symbol erinnert an den Totenzeichner (Clara Vidalis, Band 4).
Last but not least bekommt Noah eine ziemlich kranke Nachricht. Jemand der sich „BG666“ nennt manipuliert Jugendliche unter 14 Jahren über das Internet und stiftet sie zu grausigen Morden an. Clara und Dr. Martin Friedrich, genannt MacDeath, ermitteln…
Veit Etzold hat seinen neuen Thriller gewohnt unappetitlich inszeniert. Ein Buch mit einem hohen Ekelfaktor, das harte und bizarre Szenen beinhaltet, die als abstoßend empfunden werden können, somit nichts für zartbesaitete Gemüter.
Auch wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, Spannung wird dennoch aufgebaut - auf der Suche nach dem Mastermind. Immer mal wieder gibt es Bezüge zu den Vorgängern. Über das Wiedersehen mit Clara und MacDeath habe ich mich gefreut.
Es geht um Overkill, Dawnraid und Slash Mobs. Hintergrundgeschichten und Fachausdrücke werden zwar gut erklärt. Allerdings gehen die Passagen ein bisschen zu Lasten der Spannung. „Blutgott“ bietet morbide, extreme, zuweilen grenzwertige Unterhaltung. Ihr seid also gewarnt!

Fazit: SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.

Veröffentlicht am 12.03.2020

Täter oder Opfer?

Ostfriesenhölle
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Klaus-Peter Wolf geht gleich in medias res: You-Tube-Star Cosmo stirbt im Urlaub auf Langeoog. Er wurde mit Thallium vergiftet. Ist sein Freund Marvin dafür verantwortlich? Cosmos Mutter ist überzeugt ...

Klaus-Peter Wolf geht gleich in medias res: You-Tube-Star Cosmo stirbt im Urlaub auf Langeoog. Er wurde mit Thallium vergiftet. Ist sein Freund Marvin dafür verantwortlich? Cosmos Mutter ist überzeugt davon und entführt den Jungen.
Bei der groß angelegten Suche wird eine Frau tot aufgefunden. Ermordet. Marvin bleibt spurlos verschwunden. Aber ist der Täter wirklich Marvin? Oder soll Marvin eher den Sündenbock geben? Ann Kathrin Klaasen und ihr Team ermitteln…
„Ostfriesenhölle“ ist ein Buch, das aktuelle Themen behandelt: YouTube-Stars und Influencer, die bei Jugendlichen gerade schwer angesagt sind. Aber auch Rache und Selbstjustiz. Drogen- und Waffenhandel. Außerdem spielen V-Leute eine Rolle.
Wer zu einem Buch von Klaus-Peter Wolf greift, der sollte schon wissen, was auf ihn zukommt. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges dazu, so dass man hier wirklich von Verschlingen statt Lesen sprechen kann.
„Ostfriesenhölle“ punktet mit lustigen Dialogen und unkonventionellen Ermittlungsmethoden. Ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes, dessen Auflösung womöglich ebenso überrascht wie schockiert. Über das Wiedersehen mit Ann, Frank und Kollege Rupert habe ich mich sehr gefreut.

Fazit: Fall Nr. 14 für Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller und Rupi. Ernstes Thema humorvoll verpackt. Top!