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Veröffentlicht am 03.03.2020

Wem kannst du trauen?

Gerecht ist nur der Tod
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Vor den Augen der Gäste wird ein prominenter Kölner Unternehmer auf dem Weg zum Traualtar erschossen. Außerdem wird ein Zettel mit einer mysteriösen Botschaft gefunden. Hatte Hajo Reimer den Tod verdient? ...


Vor den Augen der Gäste wird ein prominenter Kölner Unternehmer auf dem Weg zum Traualtar erschossen. Außerdem wird ein Zettel mit einer mysteriösen Botschaft gefunden. Hatte Hajo Reimer den Tod verdient? Hauptkommissar Schellenberg und sein Team ermitteln. Begleitet werden sie von der Psychologin Ina Reich, die einen Artikel schreiben soll.
Schon bald wird ein weiterer Toter entdeckt. Der Modus Operandi ist derselbe. Und wieder wird ein Zettel gefunden. Wo ist die Verbindung? Was vor sich geht, ist erst einmal völlig unklar. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ina. Das schafft Nähe. Aber ist es auch die Wahrheit? Jedenfalls hütet Ina ein düsteres Geheimnis. Außerdem ist sie tablettensüchtig. Dagegen ist mir Schellenberg mit seiner ruhigen Art sofort ans Herz gewachsen.
Kommissarin Bulut scheint zu ahnen, worauf es der Täter abgesehen hat. Aber wie kann sie ihn fassen? Ein psychopathischer Täter auf dem Rachetrip: Perfide und raffiniert zeichnet Judith Bergmann, ein Pseudonym der Autorin Jutta Profijt, das Psychogramm einer verwundeten Seele.

Fazit: Ein Krimi, der Spannung mit psychologischer Tiefe verknüpft. Großartig!

Veröffentlicht am 01.03.2020

Spannend und tiefgründig

Im Namen der Lüge
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Melia Khalid arbeitet in Düsseldorf für den Verfassungsschutz. Mit zweiunddreißig Jahren ist sie die jüngste Regierungsrätin des Ministeriums. Ihre Mutter stammt aus Somalia, ihr Vater ist ein hochrangiger ...


Melia Khalid arbeitet in Düsseldorf für den Verfassungsschutz. Mit zweiunddreißig Jahren ist sie die jüngste Regierungsrätin des Ministeriums. Ihre Mutter stammt aus Somalia, ihr Vater ist ein hochrangiger deutscher Politiker. Ein Geheimpapier deutet daraufhin, dass die RAF zurückgekehrt ist.
Währenddessen ermittelt Hauptkommissar Vincent Che Veih in seinem 4. Fall, ein Mord im Reichsbürgermilieu. Offenbar eine Beziehungstat.
Rote Socken – Brauner Mob, ist es wirklich so einfach? Nichts ist, wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Als die Wege von Melia und Vincent sich kreuzen, kommen sie einer Verschwörung auf die Spur, in die auch die Politik verstrickt zu sein scheint.
Horst Eckert hat seinen neuen Thriller packend inszeniert. Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Tatsachen beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält. Eine hochkomplexe, vielschichtige Geschichte, die längst von der Realität eingeholt wurde.
„Im Namen der Lüge“ hat alles, was einen guten Thriller ausmacht. Neben der Spannung ein glaubwürdiger Plot mit erschreckenden Einsichten in unsere Gesellschaft. Und ganz wichtig mit Vincent einen Ermittler, dem man gerne über die Schulter schaut.
Nur mit Melia bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Klar, Frauen müssen sich doppelt anstrengen, jemand mit Migrationshintergrund sowieso. Aber sie macht auch viele Fehler. Und oft sind es die Geheimdienstler, denen man nicht recht trauen kann.
Nichtsdestotrotz ich mag es, wenn ich nicht nur gut unterhalten werde, sondern auch darüber nachdenken kann.

Fazit: Rasanter Politthriller. Mix aus Fakten und Fiktion, aber auch Verschwörungstheorien. Brandaktuell und hochbrisant!

Veröffentlicht am 25.02.2020

Mord im Luxuszug

Beute
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Um es gleich zu sagen, ich bin ein großer Fan von Bennie Griessel und so war ich schon gespannt auf Deon Meyers neuen Thriller „Beute“. Worum geht es?
Johnson Johnson, genannt J.J., ein Ex-Polizist, der ...

Um es gleich zu sagen, ich bin ein großer Fan von Bennie Griessel und so war ich schon gespannt auf Deon Meyers neuen Thriller „Beute“. Worum geht es?
Johnson Johnson, genannt J.J., ein Ex-Polizist, der seit 2 Jahren als Personenschützer arbeitete, zuletzt für eine Holländerin, wird tot aufgefunden. Ist er aus Versehen aus dem Zug gestürzt, handelt es sich um Selbstmord oder wurde er gestoßen? Bennie Griessel und sein Kollege Vaughn Cupido ermitteln.
In einem weiteren Handlungsstrang, der in Bordeaux verortet ist, lernen wir Daniel Darret kennen. Er war früher für den südafrikanischen Geheimdienst tätig und heißt eigentlich Tobela. Nichtsdestotrotz ist er einer der Guten, die seinem Land zu etwas mehr Freiheit verhelfen wollen. Wo ist die Verbindung?
„Beute“ ist ein rasanter Politthriller. Es geht um Staatskorruption, Bestechung und Mauschelei, die unter Zumas Präsidentschaft Normalität wurde. Spannend, keine Frage. Aber auch das Privatleben von Bennie nimmt viel Raum ein. Er will seiner Alexa endlich einen Heiratsantrag machen. Gut gefallen hat mir auch, dass er in einer Band spielt und Musik macht.
Bennie und seine Kollegen von der Spezialeinheit „Valke“, professionell und aufrecht, sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Und wie so oft sind es die Geheimdienstler, denen man nicht recht trauen kann.

Fazit: Ein brisanter, hochaktueller Fall für Bennie Griessel und Vaughn Cupido. Hammer!

Veröffentlicht am 20.02.2020

Die Uhr tickt

Vier durch vier
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„Vier durch vier“ von Arne Dahl ist der 4. Fall für das schwedische Ermittlerduo Berger & Blom und es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn die Geschichte ist komplex. Doch worum geht es?
Sam ...


„Vier durch vier“ von Arne Dahl ist der 4. Fall für das schwedische Ermittlerduo Berger & Blom und es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn die Geschichte ist komplex. Doch worum geht es?
Sam Berger, der mittlerweile als Sicherheitsberater arbeitet, im Klartext: Privatdetektiv, hat von seiner Therapeutin einen lukrativen Auftrag bekommen: Er soll Nadja finden, eine ehemalige Prostituierte und Putzhilfe. Sie wurde entführt und soll in 3 Tagen enthauptet werden.
Unterstützt wird Sam von seiner Ex-Kollegin Molly Blom, inzwischen Mutter einer gemeinsamen Tochter, und Desiré "Deer" Rosenkvist, Sams frühere Kollegin von der NOA. Fieberhaft graben sich die drei immer tiefer in den Fall hinein. Und dann verschwindet auch noch Molly…
Arne Dahl hat seinen neuen Krimi wieder unglaublich spannend und psychologisch raffiniert inszeniert, voller abgründiger Wendungen, aber auch blutig und brutal. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Nichts ist wie es scheint.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Sam und Molly sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Das Thema Zeit dominiert noch immer Sams Gedanken. Das Ende schockiert. Aber ich hoffe, die Reihe geht weiter.

Fazit: Furios verwirrender vierter Fall für Berger und Blom. Top!

Veröffentlicht am 20.02.2020

Hinter heilen Fassaden

In Vitro
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Alle Bücher von J.P. Conrad haben mich begeistert und auch „In Vitro - Das Angst Experiment“ hat mich nicht enttäuscht. Schon das Cover ist ziemlich gruselig: ein Totenkopf mit einem mysteriösen Zeichen ...


Alle Bücher von J.P. Conrad haben mich begeistert und auch „In Vitro - Das Angst Experiment“ hat mich nicht enttäuscht. Schon das Cover ist ziemlich gruselig: ein Totenkopf mit einem mysteriösen Zeichen auf der Stirn, umschlungen von verschrumpelten Händen. Dieser Thriller ist der vierte mit Reporter Jack Calhey und in Yorkshire verortet. Worum geht es?
Jack und seine schwangere Frau Grace wollen nach ihrem Urlaub noch eine Nacht bei Graces Tante Theodora in Harbythorpe bleiben bevor sie zurück nach Hause reisen. Kurz vor dem Ziel haben sie einen Unfall. Im Dunkeln und zu Fuß erreichen sie Theodoras Haus. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen der wahre Horror erst noch bevorsteht. Denn am nächsten Tag ist Grace plötzlich verschwunden…
J.P. Conrad hat seinen neuen Thriller wieder spannend in Szene gesetzt. Seltsame Dinge geschehen. Was vor sich geht, ist erst einmal völlig unklar. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt.
Die Geschichte wird fast ausschließlich in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jack erzählt. Das schafft Nähe. Auch Steve Highsmith ist wieder mit von der Partie, zumindest telefonisch. Gut gefallen hat mir auch, dass es nicht nur einen Soundtrack zum Buch gibt, sondern gleich eine Playlist.
Wer zu einem Buch von J.P. Conrad greift, der sollte schon wissen, was auf ihn zukommt. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges dazu, so dass man hier wirklich von Verschlingen statt Lesen sprechen kann.
„In Vitro“ bietet alles, was sich der Thriller-Fan wünscht: ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes, dessen Auflösung womöglich ebenso überrascht wie schockiert.

Fazit: Ein abgründiger Thriller mit Gänsehaut-Garantie. Bitte mehr davon!