Cover-Bild Mitten im August

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 25.03.2020
  • ISBN: 9783257300765
Luca Ventura

Mitten im August

Der Capri-Krimi
Der Inselpolizist Enrico Rizzi hat es auf Capri zumeist mit kleineren Delikten zu tun und daher genügend Zeit, seinem Vater in den Obst- und Gemüsegärten hoch über dem Golf von Neapel zu helfen. Bis mitten im August ein Toter in einem Ruderboot an den felsigen Strand getrieben wird: Jack Milani, Spross einer Industriellenfamilie und Student der Ozeanologie. Es ist der erste Mordfall für den jungen Rizzi, ein Fall, bei dem es neben der Aufklärung eines Verbrechens auch um die Zukunft der Weltmeere geht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2020

Solide, mit Luft nach oben

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Auf Capri geht es verbrechenstechnisch eher ruhig zu, weshalb Inselpolizist Enrico Rizzi durchaus Zeit und Möglichkeit hat privaten Gefälligkeiten wie Verpflichtungen nachzukommen. Dann aber gibt es einen ...

Auf Capri geht es verbrechenstechnisch eher ruhig zu, weshalb Inselpolizist Enrico Rizzi durchaus Zeit und Möglichkeit hat privaten Gefälligkeiten wie Verpflichtungen nachzukommen. Dann aber gibt es einen Toten und schnell ist klar, dass sie es mit einem Mordfall zu tun haben. Eine fieberhafte Suche nach dem Motiv, handfesten Beweisen und schlussendlich dem Täter beginnt und führt Rizzi sowie seine Kollegin Antonia Cirillo an zahlreiche Orte zu unterschiedlichsten Menschen und Gegebenheiten – über Land und zu Wasser..

Die Ruhe und Besonnenheit, die Land und Leute ausstrahlen, spiegelt sich zunächst auch inhaltlich und stilistisch wider. Alles wirkt ein bisschen gemächlicher und gar nicht mal so hektisch wie man manches Mal meinen könnte. Entsprechend verzögert tritt auch die Spannungskurve in Erscheinung, da der Fokus erst einmal auf der Einführung einiger Charaktere liegt. Natürlich verstecken sich auch dort interessante Informationen, die mitunter für den weiteren Verlauf hilfreich sein können, nichtsdestotrotz wird die Handlung nicht unbedingt ergebnisorientiert vorangetrieben.

Dies ändert sich zwangsläufig – man könnte auch sagen glücklicherweise – mit Auffinden der Leiche und den daraus entstehenden Ermittlungen. Auch diese laufen zunächst schleppend an und scheinen keinem klaren Muster zu folgen, aber nach und nach ziehen Rizzi und Cirillo an einem Strang und bringen Schwung ins Geschehen. Dem frischen Wind kann sich schließlich auch der Leser nicht mehr entziehen, so dass er vollkommen eintaucht in die Erzählung und auch zuvor Gelesenes noch einmal Revue passieren lässt, um eventuell gestreute Hinweise zu filtern. Voller Elan, trotz zahlreicher Hindernisse, werden die Nachforschungen angetrieben, die mitunter Details ans Tageslicht bringen, mit denen niemand gerechnet hätte.

Im Großen und Ganzen bildet „Mitten im August“ einen soliden Reihen-Auftakt. Sicherlich gibt es noch einiges zu entdecken, sowohl Capri als auch die Charaktere betreffend, es wäre aber auch zu langweilig hätte man alle Geheimnisse bereits gelüftet.

Veröffentlicht am 27.03.2020

Luca Ventura – Mitten im August

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Capri ist eigentlich ein ruhiges Pflaster für die Polizei, Enrico Rizzi wird eher selten gefordert, doch Mitten in der Sommerhitze wird ein junger Mann ermordet aufgefunden. Es dauert, bis dessen Identität ...

Capri ist eigentlich ein ruhiges Pflaster für die Polizei, Enrico Rizzi wird eher selten gefordert, doch Mitten in der Sommerhitze wird ein junger Mann ermordet aufgefunden. Es dauert, bis dessen Identität geklärt ist, er war keiner der Einheimischen, sondern wohnte im Sommerhaus seiner Eltern. Zusammen mit seiner Freundin Sofia wollte Jack Milani in einem biologischen Institut die Folgen der Erderwärmung für die Ozeane und deren Bewohner studieren. Sofia scheint wie vom Erdboden verschluckt, aber auch der Institutsleiter gerät schnell ins Visier von Rizzi und seiner neuen Kollegin Antonia Cirillo, der Fall wird immer komplizierter und dann mischt sich auch noch die übergeordnete Stelle in Neapel ein...

Luca Ventura ist das Pseudonym eines am Golf von Neapel ansässigen Autors, „Mitten im August“ der Auftakt zu einer neuen Krimiserie auf Capri. Insgesamt ein durchaus solider Krimi, der jedoch noch Potenzial nach oben hat. Der Fall ist nicht unmittelbar zu durchschauen, die Motivlage jedoch letztlich glaubwürdig und nachvollziehbar. Für meinen Geschmack haben die Ermittlungen ein paar zu viele Schlaufen gedreht und waren etwas zu planlos, um wirklich überzeugende und vor allem spannende Ermittlungsarbeit zu sein.

Die Charaktere blieben für mich in diesem ersten Band noch zu diffus und wenig ausgearbeitet, um mich für sich zu gewinnen. Enrico Rizzi soll wohl der aufstrebende Polizist mit großen Karriereaussichten werden, dafür unterlaufen ihm aber zu viele banale Anfängerfehler. Weshalb er trotzdem vom neapolitanischen Vorgesetzten hofiert wird, hat sich mir nicht erschlossen. In seinem Privatleben soll durch das große Unglück mit seinem Sohn ein Bruch geschaffen werden, der ihn interessanter wirken lässt, aber dafür ist mir dieser Aspekt noch zu wenig ausgearbeitet, um wirklich zu wirken. Auch Antonia Cirillos Vergangenheit, die sie vor den Kollegen geheim hält, kann die Spannung nicht wirklich steigern, denn mir blieb die Figur insgesamt zu unnahbar und kalt, um Sympathien oder Antipathien zu wecken.

Für einen Regionalkrimi, den ich ziemlich klar im cosy crime Genre verorten würde, erfreulich wenig Landschaftsidylle und kaum ausschweifende Festmahle. Spannung und Figurenzeichnung dürfen sich noch deutlich steigern, dennoch solide Unterhaltung für zwischendurch.