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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2019

Von Immobilienhaien und toten Kaninchen

Der Tote vom Elbhang
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„Der Tote vom Elbhang“ ist das Krimidebüt der Buchautorin Anke Küpper. Die Geschichte spielt 2015 und ist in Hamburg verortet. Worum geht es?
Auf einem zur Zwangsversteigerung ausgeschriebenen Grundstück ...


„Der Tote vom Elbhang“ ist das Krimidebüt der Buchautorin Anke Küpper. Die Geschichte spielt 2015 und ist in Hamburg verortet. Worum geht es?
Auf einem zur Zwangsversteigerung ausgeschriebenen Grundstück in einem noblen Elbvorort werden menschliche Knochen gefunden. Sie wurden sorgsam gesäubert und in Fell eingewickelt.
Wer ist der Tote? Svea Kopetzki und ihr Team von der Mordkommission Hamburg ermitteln…
Anke Küpper hat ihren Kriminalroman atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht. Spannend, keine Frage. Die Polizeiarbeit ist gut geschildert, eine langwierige Puzzlearbeit. Dass das Privatleben der Ermittler so viel Raum einnimmt, hat mich gestört.
Geht es um Grundstücksspekulation? Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und lassen bis zum Schluss mehrere Verdächtige als Täter infrage kommen. Am Ende ist der Kriminalfall gelöst. Aber es bleiben mehr als genug lose Enden, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Fazit: Svea Kopetzki ermittelt in Hamburg. Netter Krimi für zwischendurch.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Wenn man Ruhe sucht...

Nachts schweigt das Meer
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Der Ermittler Ben Kitto hat das stickige London satt und will sich in seiner Heimat auf den Scilly Islands zur Ruhe setzen.

Doch die majestätische Idylle aus türkisblauem Meer und majestätischen Klippen ...

Der Ermittler Ben Kitto hat das stickige London satt und will sich in seiner Heimat auf den Scilly Islands zur Ruhe setzen.

Doch die majestätische Idylle aus türkisblauem Meer und majestätischen Klippen täuscht.

Als ein 16-jähriges Mädchen verschwindet muss Kitto sogar gegen Menschen ermitteln, die er seit Kindertagen kennt.

Fazit: Netter Krimi, der für meinen Geschmack spannender hätte sein können. Nichtsdestotrotz perfekt für den Urlaub.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Tom Babylon ist zurück!

Zimmer 19
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Was für ein krasser Prolog: Ein Mord vor laufender Kamera. Marc Raabes Schreibstil, wie immer, kurz und knackig. Schnitt!
Über das Wiedersehen mit Tom Babylon vom LKA habe ich mich gefreut, denn „Schlüssel ...


Was für ein krasser Prolog: Ein Mord vor laufender Kamera. Marc Raabes Schreibstil, wie immer, kurz und knackig. Schnitt!
Über das Wiedersehen mit Tom Babylon vom LKA habe ich mich gefreut, denn „Schlüssel 17“ hatte mich begeistert.
Danach ein Rückblick in die Vergangenheit, 18 Jahre zuvor. Er handelt von der Psychologin Sita Johanns, halb Kubanerin, halb Deutsche. Wo ist die Verbindung?
„Zimmer 19“ ist der 2. Band der Tom Babylon-Reihe und es empfiehlt sich, den Vorgänger gelesen zu haben. Denn es gibt viele Bezüge aus der Vergangenheit, die hier eine Rolle spielen.
Marc Raabe hat seinen neuen Thriller wieder packend in Szene gesetzt. Schnelle Szenen- und Perspektivwechsel sorgen für Dynamik, dunkle Keller für Gänsehautgarantie. Ab und zu sind Rückblenden in das Jahr 2001 eingestreut. Es geht um ein furchtbares Ereignis in Sitas Jugend - und die Zahl Neunzehn.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Tom und Sita sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Beide kämpfen mit den Dämonen der Vergangenheit. Wie schon in Band 1 erhält der Leser Einblicke in unvorstellbare Verbrechen, die in der ehemaligen DDR geschahen und auch nach der Maueröffnung nicht aufhörten.

Fazit: Rasante Fortsetzung, die mich bestens unterhalten hat, auch wenn am Ende ein paar Fragen offen bleiben.

Veröffentlicht am 28.08.2019

Was wäre, wenn…

Frei im Kopf
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„Frei im Kopf“, der Debütroman von Christina Reetz, ist die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats, der den Menschen das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen nimmt.
Frei, weil ...

„Frei im Kopf“, der Debütroman von Christina Reetz, ist die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats, der den Menschen das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen nimmt.
Frei, weil die Menschen ihr Gedächtnis in Mems, ähnlich einem Smartphone, ausgelagert haben. Erinnerungen werden geteilt und in der Cloud gespeichert. Alle sind irgendwie gleichgeschaltet, haben keine eigene Meinung mehr. Nichts wird mehr hinterfragt. Denn FB, Twitter & Co lügen nicht oder etwa doch?
Greta hat alles. Einen perfekten Partner, eine tolle Wohnung, einen gut dotierten Job und ist mehr als zufrieden. Bis sie eines Tages von Mo kontaktiert wird und sich bei ihr erste Zweifel regen…
Zitat: „Die Interaktion mit deinem Mem hat dich von Anfang an darauf gepolt, Informationen zu konsumieren. Wer aber nur noch konsumiert und nicht mehr produziert, dessen Gehirn wird zur Einbahnstraße, eingestellt auf Aufnahme.“
„Frei im Kopf“ spielt in einer nicht wirklich fernen Zukunft. Christina Reetz zeichnet in ihrem Roman ein düsteres, dennoch realistisches Szenario. Die beschriebenen Entwicklungen in der Technik befinden sich im Rahmen des Wahrscheinlichen. Mich hat die Geschichte ein wenig an 1984 von George Orwell erinnert. Gruselig!
Es geht um totale Überwachung und Kontrolle. Eine beängstigende Vision, die aber gar nicht so fern erscheint, wenn man bedenkt, wie transparent der Mensch durch das Internet und andere Überwachungsmechanismen bereits ist. Spannend geschrieben, keine Frage. Für einen Thriller hat mir jedoch der Thrill gefehlt. Zudem wird die Geschichte irgendwann vorhersehbar.
Mein Lieblingszitat: „Sicherheit vor dem System, Freiheit im Kopf!“ Für mich das genaue Gegenteil von „Frei im Kopf“.

Fazit: Spannende Zukunftsvision. Faszinierend und beklemmend zugleich!

Veröffentlicht am 27.08.2019

Das Warten hat ein Ende

Messer (Ein Harry-Hole-Krimi 12)
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Um es gleich zu sagen, Jo Nesbø hat sich mit dem 12. Band seiner Harry Hole-Reihe selbst übertroffen. Doch worum geht es?
Harry ist ganz unten angekommen und spürt das Messer buchstäblich an der Kehle. ...


Um es gleich zu sagen, Jo Nesbø hat sich mit dem 12. Band seiner Harry Hole-Reihe selbst übertroffen. Doch worum geht es?
Harry ist ganz unten angekommen und spürt das Messer buchstäblich an der Kehle. Um halbwegs durch den Tag zu kommen, arbeitet er wieder bei der Polizei, als einfacher Ermittler.
Svein Finne, den Harry nach wie vor für einen brutalen Vergewaltiger hält, hat offenbar erneut zugeschlagen. Kann Harry ihn fassen und wieder hinter Gitter bringen? Ich habe Rakel zwar nie gemocht, den Tod habe ich ihr aber nicht gewünscht. Nichtsdestotrotz, woher stammt das viele Blut? Wer den Vorgänger, „Durst“, gelesen hat, ahnt vielleicht die Antwort…
„Messer“ ist ein intelligenter, berührender und dunkler Krimi mit vielen falschen Fährten und unerwarteten Wendungen. Enorm spannend, keine Frage. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.

Fazit: Ein MUSS für jeden Krimi-Fan, für Fans von Harry Hole sowieso.