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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2024

Interessante Protagonistin, allerdings wenig Spannung

Verbrannte Gnade
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Schwester Holiday raucht hinter der Klosterschule, als ein Feuer ausbricht und Jack, der Hausmeister, stirbt. Die Schule wurde Ziel eines Brandanschlags und bringt Aufruhr in die Gemeinde und die Schwesternschaft. ...

Schwester Holiday raucht hinter der Klosterschule, als ein Feuer ausbricht und Jack, der Hausmeister, stirbt. Die Schule wurde Ziel eines Brandanschlags und bringt Aufruhr in die Gemeinde und die Schwesternschaft. Während die Ermittlungen der Behörden beginnen, ist Schwester Holiday mit deren Vorgehen und Teilergebnissen unzufrieden und fängt daher an, auf eigene Faust zu ermitteln.
Schwester Holiday raucht Kette, hat Tattoos, hört Punkrock und ist queer, was sie zu einer eher ungewöhnlichen Nonne, aber einer umso interessanten Protagonistin macht. Leider kam bei mir kaum Spannung auf, die Rückblenden und Einschübe in Holidays Leben sowie die Geschehnisse an der Klosterschule sind mehr von Längen als von neuen Ereignissen, Erkenntnissen oder Spannungsmomenten geprägt.
Auch die Auflösung war nicht allzu plausibel und kam dann recht plötzlich.

Dafür ist der Schreibstil sehr einfach und locker gehalten, sodass sich das Buch innerhalb kurzer Zeit lesen ließ. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt Margot Douaihy mit Schwester Holiday und ihren Ermittlungen allerdings nicht bei mir.

Veröffentlicht am 13.11.2024

War gar nicht meins

Yoko
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Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer ...

Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer daran hindern will, einen Hund gewaltvoll zu quälen - und dann selbst Betroffene brutaler Gewalt wird. Yokos Entschluss steht fest: Da ihr Leben nun nicht mehr ist wie zuvor, schwört sie Rache.

Bernhard Aichners Bücher sind wohl keine, die allen gefallen, sondern eher solche, die polarisieren. Manche mögen seinen kurzen, knappen, sehr einfachen Schreibstil und die Brutalität, mir gefiel "Yoko" leider gar nicht. Der Schreibstil war zwar sehr einfach gehalten, sodass sich das Buch sehr schnell lesen ließ. Allerdings fehlte es mir an Plot und im besten Fall auch an Tiefe. Hier ging es jedoch ausschließlich um Rache und Vergeltung, die in Form blanker Gewalt und Brutalität daherkam.
Für mich hatte das Buch keinerlei Mehrwert und konnte mich auch nicht unterhalten - was das Mindeste für eine gelungene Lektüre ist.
Vielleicht gefällt mir ein anderes Buch von Bernhard Aichner wieder besser, dieses konnte mich jedoch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 01.11.2024

Selbstfindung zweier Menschen

Die Unvollkommenheit des Glücks
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"Die Unvollkommenheit des Glücks" erzählt von Ana und Lew, die zwei völlig verschiedene Leben führen. Ana wird nach einer längjährigen Beziehung wegen einer jüngeren Frau verlassen und Lew meldet sich ...

"Die Unvollkommenheit des Glücks" erzählt von Ana und Lew, die zwei völlig verschiedene Leben führen. Ana wird nach einer längjährigen Beziehung wegen einer jüngeren Frau verlassen und Lew meldet sich freiwillig als Kampfjetpilot für den Krieg. Während Ana sich auf die Suche nach ihrer Berufung sowie einer sinnvollen Tötigkeit macht und ihre Arbeit in einem Waisenhaus beginnt, muss Lew die Konsequenzen einer Befehlsverweigerung tragen.

Ich kannte noch kein Buch von Clara Maria Bagus und war daher sehr gespannt. Den Klappentext empfand ich schon als intensiv und schwermütig und auch der Buchtitel lässt darauf schließen, dass Ana und Lew keine leichten Wege gehen. Ich mochte den Schreibstil gern, habe gern die wechselnden Perspektiven von Ana und Lew gelesen und konnte auch nachvollziehen, welche Veränderungen sich in ihren Gedankenwelten und Einstellungen zum Leben getan haben.
Ana und Lew haben sich schon einmal in einem Hotel getroffen und kommen Jahre später wieder zueinander, ohne das je erwartet zu haben. Ich mochte die Auflösung sehr gern und fand es sehr passend für das vorangehende Geschehen.

Veröffentlicht am 01.11.2024

Weniger seicht als erwartet

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Erin sortiert aus und stellt dabei versehentlich auch ihr Lieblingsbuch mit ihren Anmerkungen in einen öffentlichen Bücherschrank. Als ihr dieses Missgeschick auffällt, findet sie "Wer die Nachtigall stört" ...

Erin sortiert aus und stellt dabei versehentlich auch ihr Lieblingsbuch mit ihren Anmerkungen in einen öffentlichen Bücherschrank. Als ihr dieses Missgeschick auffällt, findet sie "Wer die Nachtigall stört" glücklicherweise noch im Bücherschrank - allerdings mit neuen Anmerkungen, die ihre kommentieren. Der Verfasser der Anmerkungen, James, lädt sie in ein neues Buch ein, in dem bereits seine Anmerkungen warten. Und so lesen und schreiben die beiden sich durch diverse Bücher und lernen dabei nicht nur die bekannten Werke aus anderen Perspektiven kennen, sondern auch sich selbst und so werden aus vermeintlich Fremden Menschen, die sich in die Worte desder anderen verlieben.

Tessa Bickers' Grundidee, dass sich zwei leidenschaftliche Leser
innen durch die gemeinsame Lektüre und Besprechung von Büchern näherkommen, gefällt mir sehr gut. Aufgrund des Klappentextes habe ich eine lockere, seichte Liebesgeschichte erwartet. Einerseits habe ich die auch bekommen. Andererseits hat Bickers auch schwermütige Themen wie Tod, Trauer, Verlust, Mobbing, psychische Erkrankungen und Selbstzweifel in den Roman eingearbeitet. Diese Aspekte sind gut eingearbeitet und wurden größtenteils gut aufgefangen. Allerdings fehlte mir zu Erin bis zum Schluss der Zugang und ich konnte sie nicht erreichen. James hingegen fand ich sympathisch und mochte auch seine Entwicklung innerhalb des Romans.

Ich würde gern sagen, dass es sich um eine lockere, unterhaltsame Liebesgeschichte handelt, die ich gerade zur kälteren Jahreszeit gut empfehlen kann. Allerdings empfehle ich die Lektüre nur denjenigen, die auch mit den zuvor genannten Themen gut umgehen können.

Veröffentlicht am 23.10.2024

Familiengeheimnisse und Lügen

Letzte Lügen
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"Letzte Lügen" ist der zwölfte Band der Georgia-Reihe voon Karin Slaughter rund um Will Trent. Auch wenn die Story der Protagonistinnen sich natürlich innerhalb der Reihe weiterentwickelt, ist das Buch ...

"Letzte Lügen" ist der zwölfte Band der Georgia-Reihe voon Karin Slaughter rund um Will Trent. Auch wenn die Story der Protagonistinnen sich natürlich innerhalb der Reihe weiterentwickelt, ist das Buch unabhängig von den anderen Büchern zu lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind.

Kurz nach ihrer Hochzeit verbringen der FBI-Agent Will Trent und die Gerichtsmedizinerin Sara Linton ihre Flitterwochen in den abgelegenen Lodges der McAlpine-Familie am Beginn des Appalachian Trail. Dort können zur selben Zeit maximal 12 Gäste gleichzeitig unterkommen.
Während Sara und Will ihre nächtliche Zweisamkeit am See genießen wollen, hören sie Schreie und finden kurz darauf Mercy McAlpine mit mehreren Messerstichen brutal ermordet vor. Sie ist die Leiterin der Lodge und mit ihremTod sind Saras und Wills Flitterwochen vorbei, denn sie stürzen sich zwangsläufig in die Ermittlungen.

Der Prolog kommt sehr abrupt daher, doch dann erzählt Karin Slaughter davon, was in den 12 Stunden vor Mercys Tod in der Lodge geschehen ist, denn es gab einen großen Familienstreit. Es wird offenbart, dass Mercy sich gegen den Verkauf der Lodges gestellt hat, sodass Geld ein Mordmotiv sein könnte. Allerdings ist ihr Ex-Mann Dave, der noch immer von ihr aufgenommen wird, gewalttätig und alle wussten das. Auch Will kennt Dave von früher und weiß, wozu er bereit ist.
Mit jedem Kapitel erfahren wir mehr über die McAlpines, die Gäst
innen in den Lodges und all den Lügen und Geheimnissen.

Karin Slaughter hat ein Talent dafür, den Spannungsbogen kontinuierlich gestrafft zu halten - auch über lange Abschnitte hinaus, denn knapp 500 Seiten sind für einen Thriller nicht die besten Voraussetzungen für durchgehende Spannung. Sara und Will sind einfach ein gutes Team, ergänzen sich und erfahren immer mehr über die Beteiligten und ihre jeweiligen Motive. "Letzte Lügen" beinhaltet viele familiäre Verstrickungen, Lüge, Geheimnisse und überraschende Wendungen. Für gewisse Szenen hätte ich mir eine Triggerwarnung gewünscht, da Schilderungen explizit sind.

Ein spannender Teil der Reihe um Will Trent und Sara Linton, die mich immer wieder packen können.