Platzhalter für Profilbild

sveso

Lesejury Star
offline

sveso ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sveso über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2024

Band 2 der St. Peter-Ording-Saga

Was die Dünen verheißen. Die St.-Peter-Ording-Saga
0

Nach "Wo der Seewind flüstert" schreibt Tanja Janz im zweiten Teil der St. Peter-Ording-Saga "Was die Dünen verheißen" von Julia und ihren Träumen.
Das Setting ist St. Peter-Ording in den späten 70er Jahren ...

Nach "Wo der Seewind flüstert" schreibt Tanja Janz im zweiten Teil der St. Peter-Ording-Saga "Was die Dünen verheißen" von Julia und ihren Träumen.
Das Setting ist St. Peter-Ording in den späten 70er Jahren und das Ruhrgebiet, wo Julias Mutter Sabine sich um die kranke Mutter kümmert.
Die 17-jährige Julia hilft ihren Eltern schon lange im Strandcafé, doch mit dem Gedanken, dass sie dieses eines Tages übernehmen soll, kann sie sich nicht anfreunden - im Gegensatz zu ihrem Zwillingsbruder Achim, der die Leitung des Strandhotels auf jeden Fall übernehmen möchte und mit seiner Verlobten bereits Nachwuchs erwartet.
Julias Traum ist es, Flugbegleitung bei der Lufthansa zu werden. Daher bewirbt sie sich ohne das Wissen ihrer Eltern und lernt dann Björn Hegerland, einen Fotografen, kennen und kommt ihm näher. Als sich dann die Lufthansa bei ihr meldet, muss sie sich entscheiden.

Tanja Janz führt die Reihe in St. Peter-Ording weiter und hat auch in "Was die Dünen verheißen" ein strenges Familienbild geschaffen. Ich persönlich kann mit den Darstellungen des Frauenbildes im Roman wenig anfangen und kann nicht beurteilen, inwieweit dies mit den Geschehnissen und Erwartungen der 70er Jahre tatsächlich übereinstimmt. Während ich zu Beginn noch hoffnungsvoll war, dass Julia ihren Weg findet und es ein Happy End geben wird, verlor sich diese Hoffnung spätestens in der zweiten Hälfte. Einiges konnte ich nicht nachvollziehen und fand es bedauernswert, welche Entwicklungen Julias Leben genommen hat.
Der Schreibstil war jedoch wieder sehr flüssig, es gab unterhaltsame Passagen und ich mochte die Wechsel zwischen den Erzählungen im Ruhrgebiet und an der Küste. Außerdem hat Tanja Janz die Konflikte, in denne sich Julia wiederfindet, klar dargestellt.

Veröffentlicht am 30.03.2024

Mitreißend trotz Dopplungen

Der heimliche Beobachter
0

Hannah fährt mit ihrem Mann Bruce, ihrem Bruder Mako, dessen Frau Liza sowie einem weiteren befreundeten Paar in ein luxuriöses Haus im Wald, um den Alltagsstress hinter sich zu lassen und ein entspanntes ...

Hannah fährt mit ihrem Mann Bruce, ihrem Bruder Mako, dessen Frau Liza sowie einem weiteren befreundeten Paar in ein luxuriöses Haus im Wald, um den Alltagsstress hinter sich zu lassen und ein entspanntes Wochenende zusammen zu genießen und Spaß zu haben. Doch nachdem eine von ihnen verschwindet und merkwürdige Dinge geschehen, ist ihnen klar: So entspanned wird das Wochenende nicht und die Atmosphäre in der Gruppe lädt sich immer mehr auf. Außerdem herrscht draußen ein Sturm, der sie ebenfalls beunruigt, und immer stärker wird.

Der Titel "Der heimliche Beobachter" ist sehr treffend, denn dass die Gruppe beobachtet wird, ist schnell klar - was das Motiv dahinter ist, offenbart sich erst im Verlauf. Lisa Unger schreibt flüssig und streut immer wieder Hinweise auf mögliche Zusammenhänge ein und legt dabei falsche Fährten. Dadurch bleibt der Spannungsbogen erhalten und ich rätselte permanent, ordente die neuen Erkenntnisse immer wieder neu ein und lag trotz der vielen Fährten dennoch von Anfang an richtig. Von den Figuren war mir keine sympathisch, weshalb ich Lisa Unger umso mehr dafür schätze, dass sie mich fesseln konnte und ich weitergelesen habe. Denn normalerweise ist der Sympathiefaktor der Figuren für mich bei der Lektüre sehr wichtig.
Es gab zu Beginn und im Mittelteil einige Dopplungen und Längen, auf die ich hätte verzichtne können. Das letzte Drittel, das aufreibende Finale und die schlussendliche Auflösungen haben mich jedoch weitestgehend versöhnt und ich möchte weitere Bücher der Autorin lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.03.2024

Nur teilweise überzeugend

White Zero
0

Die Menschen in Deutschland sind besorgt: Die eiskalten Temperaturen, die seit Monaten herrschen, halten noch immer an. Es ist Anfang März, aber draußen sind noch immer -28°C. Die Energiepreise sind quasi ...

Die Menschen in Deutschland sind besorgt: Die eiskalten Temperaturen, die seit Monaten herrschen, halten noch immer an. Es ist Anfang März, aber draußen sind noch immer -28°C. Die Energiepreise sind quasi unbezahlbar, die Infrastruktur und die Lebensmittelversorgung kommen an ihre Grenzen und die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer, ihr Freund Clemens Bach und der Reederei-Chef Titus van Dijk machen sich auf die Suche nach der Ursache für die Eiszeit - parallel zum Krisenstab, der einberufen wurde.

Thilo Falk ist Journalist und hat mit "White Zero" einen Klimathriller rund um eine fiktive, alles beherrschende, Eiszeit geschrieben. Unterlegt ist der Thriller mit Fakten und realistischen Entwicklungen. Auch der dargestellte Umgang der Medien und Politik wirken für mich sehr realistisch und denkbar. Durch die wechselnden Perspektiven, die unterschiedlichen Figuren aus diversen Ländern und Positionen steigern die Spannung ebenfalls.
Dr. Jana Hollmer wird lange Zeit nicht ernst genommen und muss sich ihre Position und ihre Wirkmacht erkämpfen. Generell waren die Aufdeckungen spannend, die Auflösung und das Ende hingegen ging mir etwas schnell und war zu gut konstruiert. Viele Entwicklungen und Handlungen waren in meinen Augen unglaubwürdig und daher nur teilweise überzeugend.

Dennoch ein spannender Klimathriller, der ein mögliches Szenario darstellt.

Veröffentlicht am 26.03.2024

Starker Anfang, komplexe Familienbeziehungen

Leuchtfeuer
0

Drei angetrunkene Teenager wollen im Sommer 1985 nach einer Party nach Hause und steigen in das Auto der Geschwister Sarah und Theo. Da Theo das Mädchen hinten im Auto beeindrucken möchte, lässt Sarah ...

Drei angetrunkene Teenager wollen im Sommer 1985 nach einer Party nach Hause und steigen in das Auto der Geschwister Sarah und Theo. Da Theo das Mädchen hinten im Auto beeindrucken möchte, lässt Sarah ihn fahren. Doch die drei verunfallen und Mitsy stirbt noch im Auto. Nicht nur Sarah und Theo sind von dieser Nacht schwer traumatsiert, auch ihr Vater und Arzt Ben, kann die Nacht, sein Handeln und dessen folgenschwere Konsequenz nicht vergessen.

Dani Shapiro startet direkt mit der Unfallszene und konnte mich dadurch derartig fesseln, dass ich nur so durch die Seiten flog. Es folgt jedoch keine chronologische Erzählung, was nach dem Unfall passiert ist. Stattdessen wird aus wechselnden Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen von Ben, Theo, Sarah sowie den Nachbarn Waldo und seinen Eltern erzählt. Ben hat bei Waldos Geburt geholfen und die beiden haben ein bestehendes Verhältnis, das sich auch im steigenden Alter aufrechterhält und in einer besonderen Beziehung zueinander zeigt. Währenddessen sind Sarah und Theo auf ihre eigene Art gebrochen und kompensieren ihre Traumata und das Schweigen auf unterschiedliche Weise: Sarah sucht sich Ausflüchte aus ihrer Ehe und gibt sich dem Alkoholismus hin und Theo verbringt jede freie Minute in seinem Restaurant.

Wer sich hier ein spannendes Buch rund um die Unfallnacht, die Aufklärung und eventuelle Plottwists freut, wird sicherlich enttäuscht. Denn vielmehr handelt es sich um einen Roman über zwei Familien, die miteinander verbunden sind und durch den Unfall harte und gleichzeitig fragile Persönlichkeiten geworden sind. Dani Shapiro bildet die Dynamiken, die Mechanismen des Schweigens und den Umgang mit Traumata in Form der Darstellung und Einsichten in das Innenleben der verschiedenen Figuren dar. Dabei bin ich wegen der wechselnden Zeitebenen, Sprünge und oftmals unmittelbaren Passagen häufig durcheinander geraten bzw. musste mich im Geschehen und im Lesefluss neu finden.

Ein Roman, der mich bewegt hat, für viele sicherlich traurig und melancholisch daherkommt.

Veröffentlicht am 25.03.2024

Solider, aber vorhersehbarer Thriller

Schneesturm
0

Cara ist Polizistin auf der irischen Insel Inishmore, wo sie auch aufgewachsen ist. Entgegen des Großteils der damaligen Clique ist sie auf der Insel geblieben. Die Freundesgruppe ist nach einem tragischen ...

Cara ist Polizistin auf der irischen Insel Inishmore, wo sie auch aufgewachsen ist. Entgegen des Großteils der damaligen Clique ist sie auf der Insel geblieben. Die Freundesgruppe ist nach einem tragischen Unfall zehn Jahre zuvor, bei der Caras große Liebe ums Leben kam, zerbrochen. Doch nun versammeln sie sich zu einem großen Wiedersehen wieder auf Inishmore. Die Wiedersehensfreude bröckelt jedoch, als eine von ihnen tot aufgefunden wird. Offenbar wurde sie von den Steilklippen gestoßen. Und da ein Schneesturm die Insel von der Außenwelt abschneidet, muss Cara allein ermitteln. Und zweifellos steht fest, dass derdie Mörderin noch auf der Insel sein muss.

Triona Walsh schreibt flüssig und ich mag das Setting von abgeschnittenen Gesellschaften und der Suche nach einemeiner Mörderin sehr gern. Daher habe ich mich sehr auf "Schneesturm" gefreut, brauchte wegen der vielen Namen und Verschränkungen jedoch eine Weile, um in die Story einzutauchen und die Figuren sortieren und einander zuordnen zu können.
Triona Walsh streut immer wieder neue Hinweise, Offenbarungen und Geheimnisse aus der Vergangenheit ein, allerdings waren derdie Täterin und das Motiv relativ früh absehbar.

Dennoch mochte ich den Plot, die Figuren und habe den Thriller gern gelesen.