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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2023

Urlaubsvibe

Happy Place
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Seit dem College waren Harriet und Wyn ein Paar und sind in den Sommern gemeinsam mit ihrer Clique in eine Hütte nach Maine gefahren. Da die Hütte verkauft werden soll, nutzt die Clique nun die allerletzte ...

Seit dem College waren Harriet und Wyn ein Paar und sind in den Sommern gemeinsam mit ihrer Clique in eine Hütte nach Maine gefahren. Da die Hütte verkauft werden soll, nutzt die Clique nun die allerletzte Chance, noch einmal den gemeinsamen Urlaub dort zu verbringen. Da das eine Paar nach dieser Woche heiraten wird, passt es sich umso besser. Das einzige Problem: Harriet und Wyn sind seit sechs Monaten gar kein Paar mehr, haben es ihren Freund*innen jedoch nicht gesagt und spielen denen nun weiterhin eine perfekte Beziehung vor, um sie nicht zu enttäuschen und die Hochzeitsvorfreude nicht zu verderben.

Dass hier Gefühle und eine etwaige zweite Chance für Harriets und Wyns Beziehung im Raum stehen, war mir nach dem Klappentext klar. Das Cover lässt einen leichten, sommerlichen Urlaubsroman erwarten, was "Happy Place" für mich definitiv war. Emily Henry schreibt flüssig, locker und hat durch die Rückblenden gute Einblicke in die einzelnen Figuren, ihre Beziehungen zueinander und vor allem in Harriets und Wyns Vergangenheit geboten. Einige Stellen waren für mich etwas langatmig, fast schon zu konstruiert (obwohl es sich hier um eine RomCom handelt), aber das Ende stimmte mich in seiner Erwartbarkeit versöhnlich und rückblickend war ich mit dem Weg dorthin - insbesondere im letzten Drittel - zufrieden.
Ein schöner Roman für den Sommerurlaub!

Veröffentlicht am 27.07.2023

Kurzweilige Unterhaltung

Sieben Männer später
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Esther steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag, arbeitet als Eventmanagerin und ist eigentlich zufrieden - nur den perfekten Mann hat sie noch nicht gefunden. Als sie und ihre Freundinnen an einem Abend mit ...

Esther steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag, arbeitet als Eventmanagerin und ist eigentlich zufrieden - nur den perfekten Mann hat sie noch nicht gefunden. Als sie und ihre Freundinnen an einem Abend mit viel Roséwein einen alten Zeitungsartikel finden, gerät Esther in eine Krise. Denn darin steht, dass jede Frau in ihrem Leben nur sieben Arten von Beziehungen führe und die große Liebe darunter sei - Esther hat all diese Beziehungen schon geführt und kommt zu dem Schluss, dass sie ihre Chance auf den Einen dadurch bereits verspielt hat. Also fasst sie einen Entschluss: Sie muss all ihre Ex-Partner aufstöbern und herausfinden, welcher davon der richtige für sie ist.

Der Klappentext und die Leseprobe haben mich sehr angesprochen, weshalb ich "Sieben Männer später" freudig begonnen habe. Dass Esthers Vorhaben scheitern wird, war für mich im Voraus absehbar, aber ich habe mich auf den Weg dorthin gefreut.
Lucy Vine schreibt sehr einfach, unkompliziert und derb. Sie erzählt auf humorvolle, teilweise selbstironische und explizite Art von Esthers Vorhaben und den Wiederbegegnungen mit ihren Ex-Partnern. Zwischendurch werden immer wieder Rückblenden der ersten Begegnungen und der damaligen Beziehungen eingeschoben. Leider blieben für mich sowohl Esther als auch alle anderen Figuren sehr oberflächlich, nicht greifbar und im Grunde unsympathisch, weshalb die Lektüre für mich eher distanziert war. Auch konnte ich Esthers Denk- und Verhaltensweisen oft nicht nachvollziehen, fand sie unpassend und nicht altersgerecht. Esther ist in meiner Wahrnehmung eine Figur, die sich selbst im Weg steht, und das für meinen Geschmack einige Male zu viel.

Dennoch habe ich mich von Lucy Vine unterhalten gefühlt und kann das Buch als kurzweilige Lektüre empfehlen - ich denke, dass sich einige Leser*innen mit dem Schreibstil identifizieren können und diese Art englischer Romane gerne lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 27.07.2023

Wütende Mutter

Die unglaubliche Grace Adams
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Grace Adams ist 45 Jahre alt und steht vor dem schwierigsten Tag ihres Lebens: Neun Monate zuvor haben sie und ihr Mann Ben sich getrennt, sie hat ihren Job verloren und dann ist auch noch ihre Tochter ...

Grace Adams ist 45 Jahre alt und steht vor dem schwierigsten Tag ihres Lebens: Neun Monate zuvor haben sie und ihr Mann Ben sich getrennt, sie hat ihren Job verloren und dann ist auch noch ihre Tochter Lotte, 15 und auf dem Höhepunkt ihrer Pubertät, bei ihr aus- und bei ihrem Ex-Mann eingezogen. Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen wurde Grace explizit von Lottes 16. Geburtstag ausgeladen. Für Grace steht fest, dass sie alles daran setzen muss, den wichtigen Geburtstag ihrer Tochter mit ihr zu feiern, doch alles läuft an diesem Tag schief. Es scheint fast so, als hätte sich die Welt gegen sie verschworen.

Auf dem Cover steht bereits "Grace kann alles. Außer ruhig bleiben.", was Graces Verhalten ganz gut beschreibt. Sie wirkt immer aufbrausender, gehetzt und die Dimension ihrer Wut entfaltet sich immer mehr im Fortgang des Buches. Fran Littlewood erzählt zunächst von den Problemen im Job, den Differenzen mit Lotte und der immer größer werdenden Distanz zwischen Mutter und Tochter. Schnell ist klar, dass irgendetwas in deren Beziehung nicht stimmt, nur die Auflösung des Grundes lässt auf sich warten.
In Rückbleden erzählt Fran Littlewood, wie sich Grace und Ben kennengelernt haben, wie zufrieden Grace in ihrem Arbeitsleben war, von der Schwangerschaft mit Lotte und dem damals engen Mutter-Tochter-Verhältnis.
Im letzten Drittel wird aufgelöst, was hinter allem steckt - als alltäglich würde ich das jedoch nicht bezeichnen.

Ich mochte den flüssigen Schreibstil sehr gern und auch die Art, wie in Rückblenden immer mehr über Grace, Lotte und Ben bekannt wurde. Rückblickend, nach Beendigung der Lektüre, konnte ich auch verstehen, weshalb Grace so aufgebracht und wütend war. Im Verlauf der Handlung fand ich ihr Verhalten jedoch nicht nachvollziehbar, sie kam mir unreflektiert vor und ich konnte keinen Draht zu ihr finden.

Ich denke, dass hier viele, vor allem Eltern, mit Grace mitfiebern und mitleiden können, mich hat die Lektüre jedoch leider eher kalt gelassen.

Veröffentlicht am 27.07.2023

Herausfordernde Liebesbeziehung

Wo du uns findest (Light in the Dark 2)
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Von hundeliebhaberin
"Wo du uns findest" ist der zweite Teil der "Light in the Dark"-Reihe von Antonia Wesseling, kann jedoch unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. Im Zentrum steht eine psychische ...

Von hundeliebhaberin
"Wo du uns findest" ist der zweite Teil der "Light in the Dark"-Reihe von Antonia Wesseling, kann jedoch unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. Im Zentrum steht eine psychische Krankheit, was den Leserinnen bei der Lektüre bewusst sein sollte.
Melina kann es kaum fassen: Ihre Kochvideos finden immer mehr Begeisterung und Follower
innen in den Sozialen Medien und es scheint, als fände sie einen Platz in der Influencer-Welt und könne bald ausschließlich von ihrer Leidenschaft, dem Kochen, leben. Für ihren Freund Ben stehen hingegen die anstrengenden Prüfungen im Medizinstudium an und außer Lernen gibt es für ihn gerade nicht viel mehr. Der Druck wird immer größer und seine mentale Gesundheit leidet spürbar darunter.

Anders als die meisten New-Adult-Romane besteht in "Wo du uns findest" bereits die Beziehung zwischen Melina und Ben und die Leserinnen erleben nicht das Kennenlernen und die ersten heißen Verliebtheitswochen, sondern die erste Krise und Herausforderung für die Beziehung. Antonia Wesseling erzählt anschaulich und authentisch , wie sich Ben immer mehr zurückzieht, sich verschließt und Melina nicht mehr gut zu ihm durchdringt, Ablenkung sucht und überfordert ist.

Ich finde es wichtig, dass psychische Probleme auch in Romanen thematisiert werden und einen Platz in Erzählungen finden. Die Darstellung dessen sowie
der Umgang damit innerhalb der Beziehung von Ben und Melina ist Antonia Wesseling gut gelungen und ich denke, dass gerade junge und/oder selbst betroffene Leser
innen "Wo du mich findest" als unterstützend emfpinden und sich selbt wiedererkennen können.

Veröffentlicht am 27.07.2023

Leichte Sommerlektüre

Sylt oder Süßes
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Doreen Grüning, 43, ist Hotelchefin und legt sehr viel Wert auf ihr gesundes, äußerst schlankes Aussehen. Ihr Lebensstil ist durch Disziplin und Struktur geprägt - sowohl im Job als auch privat, wenn es ...

Doreen Grüning, 43, ist Hotelchefin und legt sehr viel Wert auf ihr gesundes, äußerst schlankes Aussehen. Ihr Lebensstil ist durch Disziplin und Struktur geprägt - sowohl im Job als auch privat, wenn es um Sport, Ernährung und Aussehen geht. Von ihrem Chef bekommt sie einen neuen Auftrag: Sie soll einen Sylter Campingplatz aufmotzen zu einem Glampingplatz. Daher schleicht sich Doreen inkognito in einem Bulli auf dem Platz ein und lernt dort die Campingplatzbewohner*innen sowie die sympathische Rezeptionistin Stine und den attraktiven Hinnerk kennen, der ihr das leichte, beschwingte Sylter Leben näherbringt. Doreen sieht sich plötzlich mit der Frage konfrontiert, ob ihr Leben so, wie sie es führt, tatsächlich (noch) für sie funktioniert.

Claudia Thesenfitz schreibt locker, flüssig und bringt Sommer-/Urlaubsstimmung auf. Dabei spielt sie mit Klischees, was für mich in dem Genre und mit dem Plot völlig in Ordnung war, auch wenn es nicht immer meinem Humor entsprach. Doreen war mir trotz ihrer Strenge sympathisch, nahbar und ich mochte die Entwicklung, die sie auf Sylt vollzog. Ich hätte mir mehr Liebesgeschichte und mehr Gefühle gewünscht, da ich ausgehend vom Klappentext eine Love Story im Fokus erwartet habe. Die Landschaft und die Stimmung auf dem Campingplatz wurden sehr anschaulich beschrieben, sodass ich das Gefühl hatte, selbst vor Ort zu sein und mit den Menschen eine gute Zeit zu verbringen.
Ein schöner, kurzweiliger Sommerroman, der Urlaubsfeeling erzeugt!