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Veröffentlicht am 27.04.2021

Freundschaft und Natur

Sylvia und der Vogel
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Sylvia und der Vogel ist eine wunderschön illustrierte kurze Geschichte über die Freundschaft zwischen der Baumpflegerin Sylvia und dem Vogel Zausel. Sylvia bleibt gerne für sich und hat sich daran gewöhnt ...

Sylvia und der Vogel ist eine wunderschön illustrierte kurze Geschichte über die Freundschaft zwischen der Baumpflegerin Sylvia und dem Vogel Zausel. Sylvia bleibt gerne für sich und hat sich daran gewöhnt ihre Arbeit alleine zu machen und ist auch gar nicht unglücklich damit. Aber eines Tages nimmt sie Zausel bei sich auf, ein Vogelkind. Sie freunden sich an und irgendwann ist Zausel groß genug um mit seinem Schwarm weiterzufliegen. Sylvia bleibt zurück, aber weil sie jetzt weiß wie eine Freundschaft sein kann, beginnt sie die anderen Baumpflegerinnen kennenzulernen und fängt an sich in der Gemeinschaft wohlzufühlen.

Gemma Koomen gelingt mit ihrem sanften und nachdrücklichen Bilderbuch eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und was geschehen kann, wenn man sich traut und auf andere Menschen zugeht. Dieses Narrativ ist eingebunden in ein Setting, das durch Naturverbundenheit und Achtsamkeit in Bezug auf die Natur bestimmt ist. Die Farben sind zurückhaltend in Grün und Brauntönen gestaltet, werden aber kontrastiert in Rot und Gelbtönen. Die Baumpfleger
innen sind divers gestaltet und es gibt viele Details zu entdecken. Ein Buch, das man gerne immer wieder (vor-)liest!

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 18.04.2021

Sympathische Einführung fürs Gärtnern

Homefarming
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In ihrem Buch beschreibt Judith Rakers ihren eigenen Weg, wie sie anfing zu gärtnern und ihr eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Und schließlich sogar ein paar Hühner ihr eigen nennen konnte.

Ihr Buch ...

In ihrem Buch beschreibt Judith Rakers ihren eigenen Weg, wie sie anfing zu gärtnern und ihr eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Und schließlich sogar ein paar Hühner ihr eigen nennen konnte.

Ihr Buch richtet sich an Menschen, die bisher keine oder nur wenig Erfahrung mit Gärtnern etc hatten. Sie erklärt ganz grundsätzliche Dinge, wie Möhren vereinzeln und es gelingt ihr dies in ihrem ganz eigenen charmanten Tonfall zu vermitteln.

Das Buch hat auf den ersten Eindruck etwas von einer Gartenbibel, ist aber umfassend und auch leicht verständlich erklärt, bietet also auch jemandem, der nicht gleich einen ganzen Gemüsegarten anlegen will, sondern eher ein Gemüsebeet oder ein Töpfchen mit eigenem Knoblauch, einen guten Anhaltspunkt.

Es ist durchgehend mit Bildern bestückt, die sehr anschaulich zeigen, worüber Judith Rakers da denn die ganze Zeit schreibt und erzählt auch von ihren misslungenen Versuchen im Obstanbau bzw. Obsternten.

Ich hab es gerne gelesen, werde auch bestimmt in den nächsten Jahren öfter mal reinschauen, wenn ich Fragen habe oder auf der Suche nach Anregungen bin. Ich finde, es eignet sich gut für Menschen, die erst mit dem Gärtnern anfangen, als solche, die sich schon mit Pflanzenerde, Humus und Co. bestens auskennen.

Veröffentlicht am 28.03.2021

Liebevolle Geschcihten von Oma und Lotte

Lotte und die Freitags-Oma
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Lotte und ihre Oma erleben allerlei große und kleine Abenteuer, wenn Oma Lotte jeden Freitag aus dem Kindergarten abgeholt hat. Sie gehen zusammen auf den Wochenmarkt und essen Käse, gehen in den Zoo und ...

Lotte und ihre Oma erleben allerlei große und kleine Abenteuer, wenn Oma Lotte jeden Freitag aus dem Kindergarten abgeholt hat. Sie gehen zusammen auf den Wochenmarkt und essen Käse, gehen in den Zoo und gucken den Affen beim Nasebohren zu oder gehen mit Lottes Papa auf eine lustige Bootsfahrt. Dabei gehen sie sehr liebevoll miteinander um und passen gut aufeinander auf.

Mir haben die kleinen Details gefallen, die Lotte und ihre Oma so vertraut erscheinen lassen. Kleine Momente in denen wir lesen können wie viel Lotte ihre Oma bedeutet und andersrum und wie gerne die beiden Zeit miteinander verbringen. Die Zeichnungen sind simpel und dezent gehalten, passen aber sehr gut in diese kurzen Geschichten, die klassisch und ganz wunderbar pointiert daherkommen.

Ich habe die Geschichten von Lotte und ihrer Oma sehr genossen und ihren Witz und ihren Scharfsinn mit Vergnügen gelesen. Als Gute-Nacht-Geschichte oder Guten-Morgen-Geschichte ist dieses Buch wunderbar geeignet und wird bestimmt vielen Omas und ihren Enkel*innen, die sich in den kurzen, witzigen Geschichten wiederfinden, große Freude bereiten.

Veröffentlicht am 23.03.2021

Ein bisschen alles, ein bisschen nichts

Big Sky Country
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Wir lesen über das Leben von August, der mit seinen Eltern auf einem Hof in Amerika lebt. Als seine nach der Trennung von Augusts Vater in die Stadt zieht ändert sich sein Leben nicht grundsätzlich. August ...

Wir lesen über das Leben von August, der mit seinen Eltern auf einem Hof in Amerika lebt. Als seine nach der Trennung von Augusts Vater in die Stadt zieht ändert sich sein Leben nicht grundsätzlich. August lernt eine Frau kennen, trifft seine alten und neuen Kumpels und besucht seinen Vater für ein paar Wochen. Später reist er im Land umher und arbeitet auf einer Farm.
Es ändert sich nicht so viel in diesem Roman, August arbeitet auf dem Feld, redet mit ein paar Jungs, streitet sich über Mädchen, die er eigentlich gar nicht mag. Manchmal ruft seine Mutter an, manchmal sein Vater – aber im Großen und Ganzen bleibt August wie er nunmal ist, schweigsam, ruhig und irgendwie doch ein guter Junge.

Keine Frage – die Stärke des Romans liegt in der Sprache. Callen Wink erzählt hier gekonnt, manchmal poetisch von August und seiner Stille. Wir erfahren nicht so viel über seine Gedanken und Gefühle, nur manchmal hier und da ein Stückchen.

Es ist ein bisschen schade, dass wir auf diesen 378 Seiten so wenig über Augusts Innenleben erfahren, das doch eigentlich so spannend sein muss. Und so endet die Geschichte, völlig unvermittelt und ohne richtigen Abschluss. Wir gehen ein bisschen neben August und begleiten ihn, und irgendwann verschwindet er und wir bleiben ein wenig ratlos zurück.

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Veröffentlicht am 14.01.2021

Gesellschaftskritische Biografie

Ungezähmt
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Glennon Doyle beschreibt hier die sehr persönliche Geschichte ihrer Familie im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit Feminismus, Rassismus und den gesellschaftlichen Zwängen, die auf alle Menschen, aber ...

Glennon Doyle beschreibt hier die sehr persönliche Geschichte ihrer Familie im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit Feminismus, Rassismus und den gesellschaftlichen Zwängen, die auf alle Menschen, aber speziell auf Frauen wirken.

Die autobiographische Erzählung setzt sich mit ihrer Bewusstwerdung der eigenen Gefühle, Wünsche und der Entwicklung einer Haltung, nämlich: Jeder Mensch sollte selbst entscheiden was für sie*ihn wichtig ist und am meisten auf sich selbst vertrauen nicht darauf, was andere erwarten oder wollen.

Mir hat diese sehr persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst gut gefallen. Einen großen Teil ihrer Ansichten konnte ich nachvollziehen und sie hat sie ausführlich beschrieben, so dass auch jemandem, der sich mit Feminismus bisher nicht beschäftigt hat, ein einfacher und gut erklärter Einstieg geboten wird. Kritisiert werden könnte, dass sie sich wirklich ausschließlich und ausschweifend mit sich selbst beschäftigt, bzw. mit ihrer eigenen Geschichte. Ich finde jedoch, da dies ein autobiographisches Buch ist und eine persönliche Geschichte erzählt wird, ist diese Form der Auseinandersetzung mit sich selbst gerechtfertigt.
Wo mir der persönliche Zugang allerdings komplett gefehlt hat, ist ihr Glaube an Gott. Bei den religiösen Beschreibungen und Anekdoten war ich größtenteils raus.

Alles in allem gelingt es Glennon Doyle mit ihrem Buch aber einen sehr gut nachvollziehbaren Blick auf ihre eigene Persönlichkeitswerdung zu werfen und viele Anregungen zu geben sich mit den gegenwärtigen Gesellschaftsanforderungen kritisch auseinanderzusetzen.