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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2019

Ein Roman, so süß wie die Backwaren

Die kleine Bäckerei in Brooklyn
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Sophie arbeitet als Food-Journalistin, als sie nach der Trennung von ihrem Freund die Chance erhält, in New York zu arbeiten. Sie bezieht dort eine Wohnung über einer Bäckerei. Schnell freundet Sophie ...

Sophie arbeitet als Food-Journalistin, als sie nach der Trennung von ihrem Freund die Chance erhält, in New York zu arbeiten. Sie bezieht dort eine Wohnung über einer Bäckerei. Schnell freundet Sophie sich mit Bella, der Besitzerin der Bäckerei, an. Als Sophie Bellas Cousin Todd kennenlernt, warnt Bella Sophie vor ihm. Todd hätte Bindungsangst - und einen unwiderstehlichen Charme. Doch warum diese Warnung?

Julie Caplin hat mit "Die kleine Bäckerei in Brooklyn" nun den zweiten Band ihrer romantischen Serie geschrieben. Man kann ihn aber auch sehr gut als Einzelband lesen. Ich kannte den ersten Band (Das kleine Café in Kopenhagen) vorher nicht und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Die Autorin schafft es perfekt die Bücher zu trennen. Sophie war mir von Anfang an sympathisch und ihre Art wirkt sehr realistisch. Zunächst will sie allein sein, stürzt sich in ihre Arbeit. So, wie jeder Mensch reagieren würde. Unheimlich schön war es zu verfolgen, wie aus ihr wieder ein lebensbejahender Mensch wurde. Julie Caplin beschreibt dies alles sehr lebendig, ebenso wie die übrigen Charaktere hier lebendig werden und man sich fast als Teil der Freunde fühlt. Dabei schreibt sie so fließend, daß man gar nicht merkt, wie schnell man durch das Buch fliegt. Ein besonderes Lob bekommt von mir die Karte von Brooklyn mit den eingezeichneten Handlungsorten. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so konnte man selbst auch Brooklyn für sich entdecken und wußte immer, wo sich Sophie aufhält!

Ein absolut empfehlenswertes, kuscheliges Buch!

Veröffentlicht am 10.11.2019

Absolut gelungen

Rapunzel, mein (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 2)
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Rabea Wyler hat noch immer nicht mit dem Verlust ihrer Schwester vor 20 Jahren abgeschlossen. Damals fand man nur ihre verweste Hand. Nun wird eine Mädchenleiche gefunden, der ausgerechnet ihre Hände fehlen. ...

Rabea Wyler hat noch immer nicht mit dem Verlust ihrer Schwester vor 20 Jahren abgeschlossen. Damals fand man nur ihre verweste Hand. Nun wird eine Mädchenleiche gefunden, der ausgerechnet ihre Hände fehlen. Rabea fühlt sich an den Fall ihrer Schwester erinnert und beginnt zu ermitteln.

Mit "Rapunzel mein" hat Lars Schütz nun den zweiten Band rund um Rabea Wyler geschrieben. Ebenso wie "Der Alphabetmörder" ist dieser Teil in sich abgeschlossen und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Lars Schütz erzeugt auch hier wieder unendlich viel Spannung. Dies gelingt ihm durch kurze Kapitel, die zwischen den Handlungsorten wechseln. Jedoch geschieht dies auf übersichtliche Art, so daß man den roten Faden nie verliert. Man kann der Handlung super folgen. Auch verfügt er über einen sehr angenehmen, einfach und flott zu lesenden Schreibstil. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und bekommt alles so gut dargestellt, daß man automatisch Bilder vor Augen hat und man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Bei Rabea spürt man die Leere, die der Verlust der Schwester hinterlassen hat und man versteht ihre Sehnsucht, den Fall zu lösen. Dieser aktuelle Fall geht ihr verständlicherweise sehr nahe.
"Rapunzel mein" ist eine gelungene Fortsetzung und aus meiner Sicht sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 10.11.2019

Maritime Unglücke hautnah

Das Wrack am Falkensteiner Ufer
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Der Historiker Jürgen Rath vereint in seinem Buch "Das Wrack am Falkensteiner Ufer" Geschichten rund um Schiffsunfälle auf der Elbe und dem Nord-Ostsee-Kanal. Die Geschehnisse und Schiffe entstammen der ...

Der Historiker Jürgen Rath vereint in seinem Buch "Das Wrack am Falkensteiner Ufer" Geschichten rund um Schiffsunfälle auf der Elbe und dem Nord-Ostsee-Kanal. Die Geschehnisse und Schiffe entstammen der Realität. Dieser Umstand macht das Buch zu einem einzigartigen Erlebnis. Denn die Vorstellung, daß dies Wahrheit und keine Fiktion ist, ist bei einigen Geschichten einfach unfassbar. Dazu kommt die Tatsache, daß Jürgen Rath die Geschichten sehr bildhaft und realistisch beschreibt. Man hat das Gefühl, direkt mit an Bord zu sein und erlebt die Not und vor allem auch die Angst bei einem Untergang sehr intensiv. Man bekommt Mitleid mit den Schiffsbesatzungen und wundert sich so manches Mal, wie leichtsinnig doch manche Menschen handeln. Auch die Handlungsorte sind wunderbar erklärt, man erfährt viel über die Gefahren des jeweiligen Elbabschnittes, sowie über die Verkehrsregeln auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Am Ende jeder Geschichte findet man eine Zusammenfassung der jeweiligen Seeamtsverhandlung. Und auch da kann man sich manchmal nur wundern. Man muß bei diesem Buch kein maritimer Fachmann sein. Jürgen Rath hat eine sehr angenehme und verständliche Art, dem Leser alles Wissenswerte verständlich zu erklären. Sehr hilfreich ist hier die dem Buch vorangestellte Karte, auf der die Wracks verzeichnet sind. Man bekommt dadurch einen sehr guten Überblick, wo sich die Unglücke ereignet haben.

Ein besonderes Augenmerk gilt hier dem Cover. Es ist einfach wunderschön und zeigt ein während eines Unwetters strandenden Großsegler. Ein perfekteres Cover hätte nicht gestaltet werden können!

Veröffentlicht am 09.11.2019

Verwirrend

Worüber wir schweigen
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Vor 12 Jahren verließ Nina fluchtartig ihr Heimatdorf. Nun kehrt sie zurück. Doch warum? In ihrer alten Clique werden dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit geweckt. Denn ein Ereignis hat die Freundschaft ...

Vor 12 Jahren verließ Nina fluchtartig ihr Heimatdorf. Nun kehrt sie zurück. Doch warum? In ihrer alten Clique werden dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit geweckt. Denn ein Ereignis hat die Freundschaft zerstört und wurde bisher verschwiegen.

Michaela Kastel hatte eine gute Grundidee für ihren Thriller "Worüber wir schweigen". Jedoch hat sie durch die ständigen Wechsel der Erzählperspektive und den Zeitsprüngen viel Verwirrung in das Buch gebracht. Man kann der Handlung einfach nicht fließend folgen und muß so manches Mal zurückblättern, weil der Handlungsfaden wieder einmal verloren ging. Zwar bleibt das Geheimnis lange erhalten, aber so richtige Spannung kam, geschuldet der ständigen Sprünge, leider nicht auf. Auch blieben die Charaktere sehr blaß, einen Bezug zu ihnen konnte ich nicht aufbauen. Nina selbst war sogar während des kompletten Buches höchst unsympathisch. Die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, war jedoch gut und mit einem anderen, zusammenhängenderen Schreibstil hätte das Buch ein Volltreffer sein können. So ist es leider nicht das, was ich mir versprochen habe.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Wohlfühlroman

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Charlotte trauert noch immer um ihren Mann Alex, als sie von ihrer Tante eine Buchhandlung in London erbt. Sie macht sich von Schweden auf den Weg, um alles zu regeln. Doch kaum in London angekommen, zieht ...

Charlotte trauert noch immer um ihren Mann Alex, als sie von ihrer Tante eine Buchhandlung in London erbt. Sie macht sich von Schweden auf den Weg, um alles zu regeln. Doch kaum in London angekommen, zieht der Riverside
Bookshop sie in seinen Bann und sie merkt, daß die Angestellten dort zu Freunden werden. Doch welches Geheimnis rankt sich um Ihre Tante?

Frida Skybäck entführt den Leser in ihrem Buch "Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse" in die magische Welt einer kleinen, alten Buchhandlung. Sie beschreibt diese Buchhandlung mit solch einer Hingabe, daß man die alten Bücher vor sich sieht - ja, diese sogar riecht. Die Handlung spielt in zwei Zeiten. Zwischendurch gibt es immer wieder Sprünge in das Jahr 1982, in denen man erfährt, wie es Sara und Kristina nach ihrer Flucht aus Schweden in London erging. Von den Charakteren her gefielen mir bis auf Sam alle sehr gut. Sam war mir zu Beginn zu selbstherrlich und unfreundlich. Dies besserte sich zwar im Laufe der Handlung, jedoch blieb sie auf der Sympathieskala immer das Schlußlicht.
Wer hier ein simpel gestricktes Lädchenbuch erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch ist zwar leicht zu lesen, hat aber viel mehr Tiefgang als die üblichen Bücher dieses Genres! Man sollte sich vom Titel nicht irritieren lassen!