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Veröffentlicht am 03.02.2023

Eine Würdigung für eine faszinierende Frau

Das Lachen der Pinguine
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Im Jahr 1931 lernt Caroline in ihrer Heimatstadt Frederikshavn den Kapitän Klarius Mikkelsen kennen. Als er ihr von seinen Reisen erzählt, ist Caroline von ihm begeistert. Schon bald wird sie seine Frau ...

Im Jahr 1931 lernt Caroline in ihrer Heimatstadt Frederikshavn den Kapitän Klarius Mikkelsen kennen. Als er ihr von seinen Reisen erzählt, ist Caroline von ihm begeistert. Schon bald wird sie seine Frau und folgt ihm in seine norwegische Heimat Sandefjord. Sie überredet ihn, sie auf seiner nächsten Fahrt in die Antarktis mitzunehmen. Im Jahr 1935 wagt Caroline Mikkelsen dann die Expedition in das ewige Eis. Sie betritt als erste Frau die Antarktis. Doch dies wird kaum wahrgenommen. Nach dieser Reise beginnt für Caroline in Sandefjord wieder der Alltag. Sie begnügt sich aber nicht mit einem Hausfrauendasein, sondern eröffnet eine Nähschule. Nach dem frühen Tod ihres Mannes und einer erneuten Heirat zieht sie von Sandefjord weg und ihre Pioniertat wird vergessen.
60 Jahre später wird die Leiterin der Polarstation in der Antarktis, Diana Patterson, auf die Reise von Caroline Mikkelsen aufmerksam. Sie kontaktiert die junge, ehrgeizige Journalistin Jesse Brubaker und es beginnt eine spannende Suche nach Caroline und ihren Nachfahren.

"Das Lachen der Pinguine" ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Arabella Meran hat aus den Fakten, die über das Leben der Caroline Mikkelsen bekannt sind, eine richtig lebendige Geschichte geschrieben. Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine Reise in die Antarktis. Sie erzählt spannend und führt die Denkweise der Menschen in der damaligen Zeit vor Augen. Die Beschreibung des Walschlachtens ist zwar sehr grausam, gehört aber leider dazu. Man kann den Menschen deshalb kaum einen Vorwurf machen. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt damit. Die Briefe, die Caroline an ihre Schwester schrieb, sind mir sehr ans Herz gegangen. Man kann dadurch ihre geheimsten Gedanken erfahren. Durch diese ehrlichen Briefe erfährt der Leser, daß sie nicht immer glücklich war. Sie hat oft ihre Wünsche und Bedürfnisse in den Hintergrund stellen müssen. Genau dies hat sie gemein mit der jungen Journalistin, die sie nach so langer Zeit aufspüren.
Dieses Buch ist ein faszinierender Reisebericht und zugleich eine späte Würdigung für eine Frau, die viel zu bescheiden war, um in der Öffentlichkeit Ruhm zu erlangen.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Grandioses Finale

Den Letzten beißen die Robben
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Das Detektivbüro von Ino, Gerda und Theda ist seit längerem ohne Auftrag. Was Ino sehr zufrieden macht, ist für Gerda Langeweile pur. Sie beschließt, sich der örtlichen Theatergruppe anzuschließen. Gemeinsam ...

Das Detektivbüro von Ino, Gerda und Theda ist seit längerem ohne Auftrag. Was Ino sehr zufrieden macht, ist für Gerda Langeweile pur. Sie beschließt, sich der örtlichen Theatergruppe anzuschließen. Gemeinsam mit Ex-Kommissar Traugott Fürchtenicht spielt sie nun im Musical "Der gestiefelte Kater". Nach einer Probe finden Sie neben der Straße den überfahrenen Hauptdarsteller Hannes Grassmanns. Vom Täter fehlt jede Spur. Zu viert suchen sie nun den Täter und kommen der Polizei dabei wieder gehörig in die Quere!

Was für ein Spaß! Regine Kölpin läßt in "Den letzten beißen die Robben" das Trio Ino, Gerda und Theda, diesmal mit Unterstützung von Traugott Fürchtenicht, zum dritten Mal ermitteln. Hier liest man wirklich mit großem Spaß. Schon allein die Kommissare Marius Meiners und sein Kollege Müller treiben beim Lesen die Lachtränen in die Augen. Meiners mit seinem Faible für Zen-Gärten, Tischbrunnen und Räucherstäbchen ist einfach herrlich. Auch das Kleeblatt, das nun zu viert ermittelt, ist wieder ein Garant für skurrile Situationen. Gerda schreckt in ihrem Ermittlereifer vor nichts zurück und reißt immer wieder andere mit in die Fettnäpfe. Regine Kölpin versteht es perfekt Humor einfließen zu lassen, der nicht albern wirkt. Spannung kommt hier natürlich auch auf. Natürlich rätselt man mit, wer denn nun von den vielen Verdächtigen der Täter war - denn Verdächtige gibt es aufgrund der Unbeliebtheit des Toten mehr als genug. Daß Regine Kölpin die Region rund um Horumersiel kennt und liebt, merkt man sehr deutlich. Sie gibt dem Leser ein genaues Bild der Region, so daß man alles sehr gut vor Augen hat, mit über den Deich radelt und die Aussicht genießt. Fast so, als wenn man gerade selbst in Urlaub dort wäre.
Eine Sache gefiel mir leider nicht - dies ist der letzte Band dieser tollen Serie. Ich hätte gern noch mehr mit Ino, Gerda, Theda und Traugott erlebt. Aber das vierblättrige Kleeblatt geht nun andere Wege und jeder hat sein Glück gefunden. Was mich auch wieder tröstet!

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Hirschberg, ein toter Bäcker und Pfarrer Schmalzengruber

Tannengrün und Semmelmord
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Krindelsdorf bereitet sich auf Weihnachten vor, als am Nikolaustag der Bäcker Gerstl mit seiner Axt erschlagen auf einer Waldlichtung gefunden wird. Er wollte nach alter Familientradition dort den Weihnachtsbaum ...

Krindelsdorf bereitet sich auf Weihnachten vor, als am Nikolaustag der Bäcker Gerstl mit seiner Axt erschlagen auf einer Waldlichtung gefunden wird. Er wollte nach alter Familientradition dort den Weihnachtsbaum schlagen. Kommissar Hirschberg taucht in die Vergangenheit des Dorfes und der Familie Gerstl ein - und erfährt von einem alten Fluch. Ob dieser Fluch noch heute greift?

"Tannengrün und Semmelmord" spielt diesmal im weihnachtlichen Krindelsdorf. Jessica Müller schafft es, diese besondere dörflichen Atmosphäre gut einzufangen. Hier ist man mit auf dem Weihnachtsmarkt, genießt weihnachtliche Spezialitäten und stapft im Wald durch den Schnee. Ihre Charaktere sind auch diesmal wieder alle dabei. Kommissar Hirschberg und seine Frau Susan beherbergen noch immer Tante Isobel nebst Gemahl Vincent und Mops Picasso, die auch hier wieder für ordentliche Lacher sorgen. Diesmal bekommt auch Pfarrer Schmalzengruber Besuch - nämlich von Monsignore Bianchi, der ein Freund von Isobel ist und Frau und Kind hat. Davon darf natürlich Schmalzengruber nichts wissen, womit noch so manche skurrile Szene entsteht. Mir sind alle Charaktere sehr ans Herz gewachsen - vermissen möchte ich hier niemanden. Noch nicht einmal Schmalzengruber. Diese Serie besticht durch ihre bayrische Mentalität. Die Menschen sind allesamt ein Unikat mit Ecken und Kanten, dabei aber liebenswert und herzlich. Die Handlung ist wieder einmal spannend und diesmal sogar etwas gruselig. Es geht um einen alten Fluch, der alle 100 Jahre seine Erfüllung findet und man fragt sich ständig, ob dies der Hintergrund für den Mord ist.
Krindelsdorf ist für mich schon eine Leseheimat und ich freue mich schon, daß es bald wieder heißt: Auf nach Krindelsdorf!

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Veröffentlicht am 29.01.2023

Wieder ein Volltreffer

Anglermord in Altfunnixsiel. Ostfrieslandkrimi
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Bent Eekhoff wird am Ufer der Harle beim Campingplatz Altfunnixsiel erschlagen aufgefunden. Wurde er Opfer eines Eifersuchtsdramas oder ist der Grund weit in seiner Vergangenheit zu suchen? Während die ...

Bent Eekhoff wird am Ufer der Harle beim Campingplatz Altfunnixsiel erschlagen aufgefunden. Wurde er Opfer eines Eifersuchtsdramas oder ist der Grund weit in seiner Vergangenheit zu suchen? Während die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig den Mord aufklären wollen, macht ihnen gleichzeitig eine Einbruchsserie zu schaffen. Doch plötzlich laufen beide Spuren auf dem Campingplatz zusammen. Wurde Bent etwa von einem der Einbrecher getötet?

Rolf Uliczka überzeugt auch mit seinem neuen Krimi "Anglermord in Altfunnixsiel" wieder auf der ganzen Linie. Auch der nun schon 16. Fall für die Kommissare aus Wittmund, Nina Jürgens und Bert Linnig, steckt wieder voller Spannung. Man ist sofort mitten in diesem Fall gefangen und wird auf viele Fährten angesetzt, die logisch erscheinen und alle bis zum Schluß als Täter in Frage kommen. Rolf Uliczka versteht es einfach, den Leser immer wieder zu überraschen. Sein bewährtes Team aus Wittmund brilliert auch hier wieder durch Menschlichkeit, Authentizität und dem richtigen Händchen für die Ermittlungen. Dabei fällt ihnen die Lösung nicht einfach vom Himmel in den Schoß, sondern sie verfolgen viele Spuren und sind letztlich auf den Zufall und eine aufmerksame Nachbarschaft angewiesen. Dies gefällt mir immer wieder bei den Krimis des Autors. Ein weiterer Pluspunkt sind seine genauen Kenntnisse der Region. Hier findet man sich beim Lesen immer wieder nach Ostfriesland versetzt, denn die Landschaft lebt vor dem Leserauge auf und hat Wiedererkennungswert. Rolf Uliczka lebt und liebt Ostfriesland- das merkt man hier sehr deutlich.
Auch wenn dies bereits der 16. Fall der Serie ist, kann man auch hiermit noch in die Serie einsteigen. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, das Privatleben entwickelt sich zwar mit jedem Band ein Stück weiter, aber alles Wissenswerte wird kurz angeschnitten, so daß auch Neulinge noch gut einsteigen können!

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Veröffentlicht am 27.01.2023

Es wird kalt

The Dark
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Notärztin Kate North erhält das Angebot, auf einer UN-Forschungsstation in der Antarktis einzusprungen. Sie soll den Arzt Jean-Luc ersetzen, der bei einem Unfall im Eis ums Leben kam. Da ihr bisheriges ...

Notärztin Kate North erhält das Angebot, auf einer UN-Forschungsstation in der Antarktis einzusprungen. Sie soll den Arzt Jean-Luc ersetzen, der bei einem Unfall im Eis ums Leben kam. Da ihr bisheriges Leben in Scherben liegt, nimmt sie das Angebot gern an. Doch als die Station vom Eis eingeschlossen wird, geschieht ein Mord. Kate wird klar, daß Jean-Luc wohl nicht Opfer eines Unfalles wurde - und ist nun mit den 13 Stationsmitgliedern in Eis und ewiger Dunkelheit gefangen - und einer von ihnen ist der Mörder...

Emma Haughton hat mit "The dark" einen packenden Antarktis-Thriller geschrieben. Schon der Handlungsort läßt aufmerken, denn die Antarktis ist ein eher ungewöhnlicher Schauplatz, der hier mit seiner dauernden Dunkelheit und Kälte sehr düster und atmosphärisch dargestellt wird. Da läuft es einem beim Lesen eiskalt den Rücken herunter! Man kann sich sehr gut in die Stationsmitglieder versetzen, denen diese Atmosphäre an die Substanz geht, spürt ihre Anspannung und das gegenseitige Mißtrauen. Jeder von ihnen hat seine Geheimnisse, was die Handlung noch spannender macht, da man wirklich niemandem vertrauen kann. Die Geheimnisse werden Stück für Stück aufgedeckt und ergeben wie ein Puzzle zum Schluß ein stimmiges Bild. Für mich war dieses Buch schon allein durch den Schauplatz Antarktis außergewöhnlich - und bekommt von mir eine Leseempfehlung!

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