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Veröffentlicht am 06.02.2022

Perfekt für jedermann

Flirten mit den Sternen
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Werner Gruber gibt in seinem Buch "Flirten mit den Sternen" Einblicke in die Grundlagen der Astronomie. Gerade Laien dürften von diesem Buch begeistert sein. Auf einfache und vor allem witzige Art erklärt ...

Werner Gruber gibt in seinem Buch "Flirten mit den Sternen" Einblicke in die Grundlagen der Astronomie. Gerade Laien dürften von diesem Buch begeistert sein. Auf einfache und vor allem witzige Art erklärt er die verschiedenen Themen: Was kann man am Himmel sehen? Welche Bedeutung hat Licht für die Astronomie? Warum gibt es Astronomie? Sind wir allein da draußen? Er beantwortet Fragen, die man sich schon immer gestellt hat und solche, die speziell sind. Dies alles wird informativ, aber einfach und für jedermann verständlich erklärt. Hier kann wirklich jeder folgen! Werner Gruber schreibt streckenweise so witzig, daß man sogar lachen muß. Er beweist, daß Astronomie nicht staubtrocken vermittelt werden muß und sogar Spaß machen kann.
Am Anfang und am Ende des Buches sind Sternkarten des nördlichen und südlichen Himmels abgebildet, außerdem befindet sich am Ende des Buches eine Tabelle mit Informationen zu den wichtigsten Sternen. Dies hat mir sehr gut gefallen!
Insgesamt ist das Buch perfekt geeignet für den Einstieg in die Astronomie - aber auch Leser mit Kenntnissen in diesem Gebiet werden hier auf ihre Kosten kommen!

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Witzige Kurzgeschichten über Kommunikation

Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen.
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Der studierte Journalist Martin Gehr hat in seinem Buch "Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen" Kurzgeschichten aus der Welt der Kommunikation veröffentlicht. ...

Der studierte Journalist Martin Gehr hat in seinem Buch "Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen" Kurzgeschichten aus der Welt der Kommunikation veröffentlicht. Und diese sind sehr humorvoll. Auf satirische Weise geht es z. B. um einen Kinobesuch, man ist mit den heiligen drei Königen unterwegs, begegnet St. Martin in der heutigen Zeit und es geht um die Verenglischung der deutschen Sprache. Dies sind nur einige der zahlreichen Themen - alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Diese satirischen Geschichten treffen genau meinen Nerv - sie sind vielseitig und leicht lesbar, man kommt kaum aus dem Lachen heraus. Naturgemäß hat nicht jede Geschichte bei jedem Leser den gleichen Lacherfolg. Jeder wird seine persönlichen Favoriten haben, anders geht es bei einer Sammlung von Kurzgeschichten ja gar nicht. Die eine Universalgeschichte, die jedem gefällt - die gibt es nun einmal nicht. Dadurch, daß die Geschichten so eine angenehme Länge haben, kann man sie prima immer mal zwischendurch lesen. Ich habe mir täglich eine als Genusshappen gegönnt - wie eine Praline. Allerdings ist das Buch nicht wie eine Schachtel Pralinen. Hier weiß man, was man bekommt - nämlich jede Menge Humor.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Ein Stück deutsche Geschichte

Die Dorfschullehrerin
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Helene nimmt die Stelle als Dorfschullehrerin in einem kleinen Ort an der deutsch-deutschen Grenze aus einem besonderen Grund an. Sie will ihrer Tochter nahe sein, die im Nachbarort in der DDR bei ihrem ...

Helene nimmt die Stelle als Dorfschullehrerin in einem kleinen Ort an der deutsch-deutschen Grenze aus einem besonderen Grund an. Sie will ihrer Tochter nahe sein, die im Nachbarort in der DDR bei ihrem Großvater aufwächst. Das darf aber niemand wissen, denn Helene fürchtet sogar im Westen den langen Arm der Stasi. In einem kleinen Dorf ist das aber nicht so einfach. Hier kennt jeder jeden und der Klatsch blüht. Der Arzt Tobias ist ihr von Anfang an eine große Hilfe und er wird auch bald ihr einziger Vertrauter. Als sich die Ereignisse an der Grenze überschlagen, muß Helene feststellen, daß sie im Dorf mehr Freunde hat, als sie dachte und daß Tobias mehr für sie ist als ein Freund. Doch hat ihre Liebe eine Zukunft?

Eva Völler begeistert mich jedesmal durch den regionalen Hintergrund mit ihren Büchern. In "Die Dorfschullehrerin" geht es um die deutsch-deutsche Grenze in dem ländlichen Hessen. Der Lokalkolorit kommt durch die Sprache der Dörfler sehr gut hervor, es wird aber nie kitschig. Das Dorfleben wird in der Geschichte wirklich gut beschrieben. Manchmal kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sobald die Trennung der Menschen durch die Grenze aber zur Sprache kommt, wird die Geschichte sehr ernsthaft. Die Sehnsucht nach Wiedervereinigung wird sogar bei Dorffesten deutlich und geht sehr zu Herzen. Das Mißtrauen bei den Bewohnern des Ost-Teils sitzt tief. Man erlebt in der neuen Trilogie im ersten Teil "Was die Hoffnung verspricht" ein Stück der deutschen Geschichte. Weil man sich mit den Personen verbunden fühlt, geht die Erzählung besonders unter die Haut. Dies ist ganz anders als wenn ein Historiker die Fakten aufzählt. Aus diesem Grunde warte ich schon voller Ungeduld auf den zweiten Teil dieser Roman-Trilogie!

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Gute Handlung mit schwachem Ende

Bermuda
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Das Kreuzfahrtschiff "Sea Quest" gerät im Bermuda-Dreieck in einen Hurrikan und versinkt. Zwölf Menschen werden am Strand einer einsamen Insel angespült. Unter ihnen der Biologe Alex und die Kreuzfahrt-Mitarbeiterin ...

Das Kreuzfahrtschiff "Sea Quest" gerät im Bermuda-Dreieck in einen Hurrikan und versinkt. Zwölf Menschen werden am Strand einer einsamen Insel angespült. Unter ihnen der Biologe Alex und die Kreuzfahrt-Mitarbeiterin Itzil. Doch die Insel ist nicht die erhoffte Rettung. Handys funktionieren nicht, es kommt zu Licht- und Geräuschphänomenen. Gesammeltes Treibgut, Lebensmittel und sogar die gestrandeten Toten verschwinden - lediglich Schleifspuren von ihnen führen in den Dschungel. Und auch die Schiffbrüchigen befinden sich in Gefahr, was klar wird, als der erste von ihnen auf brutale Weise ums Leben kommt. Denn sie sind nicht allein auf der Insel, die eigentlich gar nicht existiert...

Wow! Thomas Finn erzeugt mit "Bermuda" eine Gänsehaut nach der anderen. Zu gruselig sind die Vorfälle, man hält den Atem an und liest gebannt von einer Seite zur nächsten. Seine Charaktere hat er sehr vielfältig gestaltet. Man trifft auf einen Biologen, Kreuzfahrt-Mitarbeiter, einen ehemaligen Funker und seine demente Ehefrau und einige mehr. Sie stammen aus den verschiedensten Ländern. Manche sind auf Anhieb sympathisch - doch oft täuscht man sich auch in ihnen, so daß man eigentlich nie weiß, wem man trauen kann. Dies erhöht die Spannung natürlich zusätzlich zu den Schrecken der Insel unheimlich. Thomas Finn beschreibt diese Schrecken sehr bildhaft, so daß man einen Film vor Augen hat, bei dem man an manchen Stellen fast gar nicht hinsehen möchte. Zusätzlich bekommt man hier noch Wissen über die Kultur der Maya vermittelt und merkt, daß der Autor hier genau recherchiert hat. Leider hat das Ende mich nicht überzeugt, sondern fast den guten Eindruck des Buches zunichte gemacht. Zu abgedroschen ist das Geheimnis der Insel. Man fühlt sich stark an "Akte X" mit Fox Mulder und Dana Scully erinnert. Doch da dies nur ein paar wenige Seiten betrifft, kann ich darüber hinwegsehen. Der Rest des Buches hat mich perfekt unterhalten und überzeugt!

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Veröffentlicht am 02.02.2022

Absolut empfehlenswert

Die Frauen von Saffron Hall
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England, 1538. Nach dem Tod ihres Vaters wird Eleanor gegen ihren Willen mit Greville verheiratet. Schon bald lernt sie ihren Gatten zu lieben. Eleanor hat von klein auf von Mönchen gelernt, wie man Safran ...

England, 1538. Nach dem Tod ihres Vaters wird Eleanor gegen ihren Willen mit Greville verheiratet. Schon bald lernt sie ihren Gatten zu lieben. Eleanor hat von klein auf von Mönchen gelernt, wie man Safran züchtet. Deshalb beschließt sie, auch in ihrem neuen Zuhause wieder Safran anzubauen. Dadurch verdient sie viel Geld und ihr Ehemann wird sehr einflußreich am Königshof. Das bringt allerdings eine Menge Neider auf den Plan. Wie groß die Gefahr ist, merkt sie viel zu spät.
500 Jahre später zieht Amber zu ihrem Großvater nach Saffron Hall. Nach dem Verlust ihres Babys hofft sie, dort Ruhe zu finden. Sie will die Bücher des Großvaters katalogisieren. Bei Bauarbeiten am Turm des alten Wohnsitzes findet sie ein uraltes Buch. Das bringt sie einem Geheimnis auf die Spur. Amber fühlt genau, daß sie dieses Geheimnis lüften muß, um ihren Frieden zu finden.

Ich bin hin und weg von "Die Frauen von Saffron Hall". Diese wunderschöne Geschichte, eigentlich sind es sogar zwei Geschichten, hat mich sehr beeindruckt. Man erlebt mit einer jungen Frau die Welt im England des 16. Jahrhunderts und 500 Jahre später trauert man mit einer verzweifelten Mutter. Dabei stellt man fest, daß die Liebe einer Mutter sich nicht verändert hat. Clare Marchant trifft dabei einen so warmherzigen Ton, daß es einen manchmal zu Tränen rührt. Ihre Schilderungen des Lebens im 16. Jahrhundert sind sehr lebhaft. Man steht dabei mitten im Geschehen. Aber auch die Ereignisse in der heutigen Zeit werden sehr lebendig erzählt. Die Personen erscheinen beim Lesen vor den Augen und man glaubt, sie schon lange zu kennen. Das Buch ist irgendwie tröstlich. Es zeigt, daß es nach einer dunklen Zeit durchaus wieder heller werden kann. Ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen.

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