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Veröffentlicht am 16.11.2021

Glaubst du an Geister?

Geister gibt es wirklich
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Amy Bruni ist Geisterjägerin und Mitwirkende der Serie "Ruhelose Seelen". In ihrer Laufbahn besuchte sie bereits zahlreiche geheimnisvolle Orte, kam dort unerklärlichen Phänomenen und Geistererscheinungen ...

Amy Bruni ist Geisterjägerin und Mitwirkende der Serie "Ruhelose Seelen". In ihrer Laufbahn besuchte sie bereits zahlreiche geheimnisvolle Orte, kam dort unerklärlichen Phänomenen und Geistererscheinungen auf die Spur. Mit ihrem Buch "Geister gibt es wirklich" nimmt sie den Leser mit in ihre Welt der Spukgeschehen.

Ich muß gestehen, daß ich noch nie von Amy Bruni oder der Serie "Ruhelose Seelen" gehört hatte. Von daher bin ich unvoreingenommen an dieses Buch herangegangen. Was mich überrascht hat, ist die Tatsache, daß Amy Bruni hier nicht einfach Spukgeschichten aneinandergereiht hat, sondern tiefe Einblicke in ihre Arbeit und die erforderliche Technik gibt. Ja, sie erzählt auch von Begegnungen mit Geistern, die sie bereits seit ihrer Kindheit hat. Aber diese Erzählungen sind nicht voller Effekthascherei, sondern ruhig und sachlich beschrieben - und wirken glaubhaft. Sie vermittelt, daß Geister früher Menschen wie jeder von uns waren - man braucht sich nicht immer zu fürchten, manche wollen einfach nur auf etwas aufmerksam machen oder suchen sogar Hilfe, in dem sie mit den Lebenden in Kontakt treten. Dies ist mal eine Sichtweise, auf die man eher selten trifft. Amy Bruni berichtet hier von ihrem Werdegang von der kindlichen Faszination bis hin zur professionellen Geisterjägerin, die mit bester Technik Kontakt zur Geisterwelt erstellt. Sie bringt dem Leser SLS-Kameras und EVP-Rekorder näher. Hier muß man kein technisches Genie sein, Amy Bruni beschreibt auch die Geräte auf sehr lockere und verständliche Art. Das Buch läßt sich, auch aufgrund der etwas größeren Schrift, sehr schnell lesen. Es macht neugierig auf das Thema und manche Kontakte und Erlebnisse, die Amy Bruni beschreibt, haben mir doch eine Gänsehaut beschert.

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Veröffentlicht am 16.11.2021

Zur Mitte hin langatmig

Unter dem Schnee
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Luise von Schwan, Leiterin der Baumschule des Schlosses Schwanenholz an der Ostsee, wird am 28.12.1978 beerdigt. Die Trauerfeier steht unter keinem guten Stern. Zunächst fällt während der Zeremonie in ...

Luise von Schwan, Leiterin der Baumschule des Schlosses Schwanenholz an der Ostsee, wird am 28.12.1978 beerdigt. Die Trauerfeier steht unter keinem guten Stern. Zunächst fällt während der Zeremonie in der Kirche der Weihnachtsbaum um, begräbt Pastor und Sarg unter sich. Als die Trauergesellschaft die Kirche verläßt, fegt ein Schneesturm übers Land - der Beginn der Schneekatastrophe 1978/79. Kurz bevor das Schloß von der Außenwelt abgeschnitten wird, trifft eine geheimnisvolle Fremde aus Frankreich ein, die behauptet, Luises Tochter zu sein. Die Familie muß sich während der nächsten fünf Tage den Fragen stellen, ob die Frau die Wahrheit sagt und ob Luise tatsächlich während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter beschäftigt hat.

Katrin Burseg legt dem Buch "Unter dem Schnee" die Schneekatastrophe des Winters 1978/79, die Schleswig-Holstein mehrere Tage lahm legte und die sie als Kind selbst miterlebt hat, zugrunde. Das Buch beginnt mit der Beerdigung, die trotz des traurigen Anlasses doch Humor aufweist. Hier findet man direkt gut in die Geschichte und die Charaktere hinein. Man lernt die Familie kennen und bekommt ein klares Bild von ihnen. Insgesamt hat man es hier mit sechs sehr unterschiedlichen Charakteren zu tun, die sich, wie es in jeder Familie vorkommt, mehr oder weniger gut leiden können. Leider springen die doch sehr kurzen Kapitel immer zwischen den Perspektiven der sechs Charaktere hin und her. Dies wirkt auf die Dauer doch ermüdend, man verliert die Übersicht und auch irgendwie den Drang, die Geschichte zu verfolgen. Dabei hat jeder Charakter sein Päckchen zu tragen und verdient Mitleid. Ihre Erlebnisse rund um den Zweiten Weltkrieg gehen ans Herz, zeigen die typische Problematik und vor allem das, was überall auf dem Land üblich war. Diese Geschichten rund um die Familie haben mir sehr gut gefallen. Hier war übrigens der Stammbaum der Familie am Ende des Buches sehr hilfreich. Was mir etwas zu kurz kam, war jedoch die eigentliche Schneekatastrophe, von der ich gern mehr gelesen hätte. Ich hatte gedacht, hier mehr darüber zu erfahren, jedoch bildet sie nur den Rahmen für eine Familiengeschichte.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Spannend auf Fehmarn

Küstenlüge
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Auf Fehmarn geschieht ein grausamer Mord. Ein Mann wird in der Küche eines Hauses, durch unzählige Messerstiche regelrecht hingerichtet, aufgefunden, während die Hausbesitzerin schwer verletzt im Badezimmer ...

Auf Fehmarn geschieht ein grausamer Mord. Ein Mann wird in der Küche eines Hauses, durch unzählige Messerstiche regelrecht hingerichtet, aufgefunden, während die Hausbesitzerin schwer verletzt im Badezimmer gefunden wird. Die Frau spricht lediglich mit Hauptkommissar Westermann, der tiefe Einblicke in ihr Leben bekommt und schreckliche Dinge erfährt. Kurz darauf gibt es einen weiteren Todesfall auf der Insel. War es ebenfalls Mord? Westermann und Hartwig ermitteln erneut auf Fehmarn!

Heike Meckelmann läßt ihre Ermittler Westermann und Hartwig in "Küstenlüge" in der Weihnachtszeit auf Fehmarn ermitteln. Eine ganz besondere Zeit - und das Feeling springt während des Lesens über. In Charlottes Deko-Wahn konnte ich mich sehr gut hineinversetzen und ich bekam Sehnsucht, diese bezaubernde Insel selbst einmal zu dieser Zeit zu besuchen. Aber Charlotte leistet viel mehr, als zu dekorieren - sie wirkt wieder entscheidend bei der Aufklärung des Falles mit und gehört für mich zwingend ins Team Westermann/Hartwig. Interessant und aufpeppend war der Zwist zwischen den beiden Kommissaren. Während Westermann auf Seiten der Hausbesitzerin steht, ist sie für Hartwig die Hauptverdächtige. Hier kann man sich wunderbar bis zum Schluß selbst eine Meinung bilden und ermitteln. Die Lösung wird erst am Ende präsentiert und ist sehr logisch und durchdacht. Heike Meckelmann verfügt über einen sehr leichten und flüssigen Schreibstil. Man kann der Handlung folgen und bekommt die Charaktere so dargestellt, daß sie lebendig werden. Hier hat jeder individuelle Eigenschaften, die ihn liebenswert machen. Man mag jeden für sich und alle zusammen bilden ein richtig gut passendes Team. Auch wenn hier Privatleben mit in die Handlung spielt, ist dies nicht die Spannung störend. Es ist in einem ausgewogenen Verhältnis und macht die Handlung und die Charaktere noch glaubwürdiger.
Ich mag diese Serie wirklich sehr, denn man bekommt hier Spannung und tolle Charaktere in der wunderschönen Kulisse der Insel Fehmarn.

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Bunter Genremix, der Spaß macht

Frey
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Daniel Frey wird plötzlich von seiner Frau verlassen. Spontan beschließt er nach Tokio zu reisen. Im Flugzeug wartet eine Überraschung auf ihn - nicht nur, daß sein Sitznachbar fast aussieht wie er, er ...

Daniel Frey wird plötzlich von seiner Frau verlassen. Spontan beschließt er nach Tokio zu reisen. Im Flugzeug wartet eine Überraschung auf ihn - nicht nur, daß sein Sitznachbar fast aussieht wie er, er heißt auch ebenfalls Daniel. Er überredet Frey, mit zu ihm nach Nagasaki zu reisen, wo er mit seiner Frau Naoko eine Buchhandlung betreibt. Frey stimmt zu. Bei der Landung stürzt das Flugzeug jedoch ins Meer, Daniel erwacht Wochen später in einem Krankenhaus, hat keinerlei Erinnerungen an sein früheres Leben. Alle halten ihn für Naokos Mann - doch stimmt dies? Oder ist er doch Frey, der wegen Mordes an seiner Ehefrau gesucht wird? Und wieso ist die japanische Unterwelt hinter ihm her?

Wer das ganz besondere Buch sucht, dem kann ich "Frey" von Roland Freisitzer uneingeschränkt empfehlen. Hier ist einfach jedes Genre vertreten. Man bekommt Abenteuer, Thriller, Humor, Romantik und ein wenig Sciencefiction und Fantasy im Stile der TV-Serie Akte X. Eine sehr abwechslungsreiche Mixtur, die, man kann es fast nicht glauben, hier richtig gut zusammenpasst. Roland Freisitzer schafft es perfekt, daraus eine absolut geniale Geschichte zu spinnen, die fesselt. Seine Charaktere sind absolut genial ausgewählt. Mit Daniel leidet man wirklich mit. Gestrandet in einem fremden Land, ohne die Sprache zu sprechen und keinerlei Erinnerung zu haben - dies ist schon erschreckend. Dann noch von der Unterwelt gejagt zu werden, ohne zu wissen warum - ein Alptraum. Als Leser weiß man hier selbst nicht, an welchen Daniel man glauben soll und noch weniger, wer aus seinem Umfeld vertrauenswürdig ist. Dieses Rätsel bleibt bis zum Schluß erhalten. Dabei spart Roland Freisitzer aber nicht mit Situationskomik. Herrlich die Fernsehszenen direkt zu Beginn. Da sind Lachtränen vorprogrammiert. Aber es gibt auch Action. Man erhält hier wirklich jedes Genre in einem ausgewogenen Verhältnis. Dies alles packt der Autor in herrlich leichter und gut zu folgender Sprache in eine Geschichte, die keine Wünsche offen läßt. Dies Buch ist für mich tatsächlich die Überraschung des Jahres!

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Ergreifend

Die vier Winde
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1934. Die Weltwirtschaftskrise hat auch Texas im Griff. Arbeitslosigkeit, Dürre in der Prärie und Missernten haben die Bevölkerung bereits gebeutelt, nun droht auch noch das Land von Sandstürmen davongetragen ...

1934. Die Weltwirtschaftskrise hat auch Texas im Griff. Arbeitslosigkeit, Dürre in der Prärie und Missernten haben die Bevölkerung bereits gebeutelt, nun droht auch noch das Land von Sandstürmen davongetragen zu werden. Elsa Martinelli steht vor der Wahl mit ihren Kindern zu flüchten - oder um ihr Land zu kämpfen. Doch es bleibt ihr keine andere Möglichkeit mehr - die Flucht nach Kalifornien birgt zwar neue Gefahren, aber auch Hoffnung.

Mit "Die vier Winde" trifft Kristin Hannah einen Nerv. Das Buch führt das Amerika der 1930er Jahre vor Augen, behandelt Armut, Hunger und Flucht voller Hoffnung auf ein besseres Leben. Man erlebt die Ablehnung den Geflüchteten gegenüber und leidet mit. Die Autorin vermittelt all dies auf sehr bildhafte Art, so daß man direkt dabei ist und alles sehr intensiv miterlebt. Ihre Charaktere wirken sehr echt und lebendig, da sie sehr gut beschrieben werden. Jeder von ihnen hat Besonderheiten, brilliert oder schwächelt, zeigt seine Gefühle. So unterschiedlich sie alle sind, halten sie jedoch zusammen. Und hierin liegt eine Aussagekraft, die auch nach der Lektüre des Buches wirkt. Kristin Hannah schreibt trotz der teils schweren Geschehnisse auf eine besondere Art. Der Schreibstil ist leicht und locker, paßt jedoch trotzdem zum Inhalt. Dies ist schon eine Kunst, die sie perfekt beherrscht.
Wer das besondere, tiefgründige und bewegende Buch sucht, sollte hier zugreifen!

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