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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2021

Spannende Fortsetzung

Stadt des Zorns
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Vor neun Monaten entkam Hannah Janus, der mit ihr und ihren Freunden brutale Escape-Room-Spielchen spielte. Hannah ist in Sorge, denn Janus wurde nicht gefasst, das Erlebte sitzt noch tief in ihrer Psyche. ...

Vor neun Monaten entkam Hannah Janus, der mit ihr und ihren Freunden brutale Escape-Room-Spielchen spielte. Hannah ist in Sorge, denn Janus wurde nicht gefasst, das Erlebte sitzt noch tief in ihrer Psyche. Als sie ihre Schwester in Köln besucht, bricht dort das Chaos aus. Und Hannah weiß, daß hinter allem Janus steckt, der sein Werk vollenden will...

Mit "Stadt des Zorns" setzt Marc Meller seine Serie um Janus und die Escape-Room-Morde fort. Auch dieser zweite Teil überzeugt durch Spannung, die durch kurze Kapitel mit wechselnden Handlungsorten und Charakteren erzeugt wird. Durch diese Art zu schreiben wird man an die Handlung gebunden, fast gezwungen, immer mehr zu lesen. Denn der Drang zu wissen, was der einzelnen Person widerfährt, ist immens hoch. Marc Meller verwickelt bereits aus "Raum der Angst" bekannte Personen in die jetzige Handlung. Hier freut man sich, wieder auf diese zu treffen. Die neu hinzugekommenen Charaktere werden dem Leser sehr gut näher gebracht und man erhält ein klares Bild von ihnen. Vom Schreibstil her ist das Buch flüssig und verständlich geschrieben und wird an keiner noch so kleinen Stelle langweilig. Im Gegenteil - je weiter man liest, desto mehr steigert sich die Spannung. An manchen Stellen ist das Buch allerdings ein wenig brutal - dies nur als Warnung für empfindliche Seelen. Ich selbst fand es jetzt als gut auszuhalten und nicht übertrieben.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Spannung auf der Sonneninsel

Küstensturm
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Als Stina ihren Freund beim Seitensprung erwischt, beschließen ihre Freundinnen Lotta und Tilda, daß ein gemeinsamer Urlaub auf Fehmarn in einer abgelegenen Waldhütte genau die richtige Abwechslung wäre. ...

Als Stina ihren Freund beim Seitensprung erwischt, beschließen ihre Freundinnen Lotta und Tilda, daß ein gemeinsamer Urlaub auf Fehmarn in einer abgelegenen Waldhütte genau die richtige Abwechslung wäre. Doch dann wird die erste der Freundinnen ermordet am Strand von Staberhuk aufgefunden. Als auch noch eine weitere der Frauen ermordet wird, müssen Dirk Westermann und Thomas Hartwig um das Leben der verbliebenen Frau fürchten und schnell mit ihren Ermittlungen voran kommen!

Heike Meckelmann und Fehmarn - das paßt. Dies merkt man in "Küstensturm" ein weiteres Mal. Man merkt sofort, wie sehr sie diese Insel liebt. Denn wie sonst sollte sie diese so wunderbar lebendig und detailgenau beschreiben können? Hier findet man sich selbst in den Gassen von Burg wieder, wandert am Strand entlang und bekommt Sehnsucht nach dieser schönen Insel. Ihre Charaktere sind einfach wunderbar. Egal ob Dirk, Thomas, Charlotte oder Katrin - man muß sie einfach mögen. Eine Bereicherung ist hier Polizeihund Watson, der immer wieder für einen Wolf gehalten wird. Diese Verwechslungen und sein Benehmen sorgen hier für eine Portion Humor, denn Watson hat es faustdick hinter den Hundeohren. Die Handlung ist absolut spannend von Beginn bis Ende. Man erhält hier mehrere Spuren zu Verdächtigen, an denen immer wieder Zweifel aufkommen, man neu überlegt und hin- und hergerissen ist. Man fiebert hier richtig mit, bangt um die letzte verbliebende Freundin und hält am Ende die Luft an, denn der Schluss des Buches ist wirklich extrem spannend und gut durchdacht.
Auch dieser Band von Heike Meckelmann hat mich vollends überzeugt, so daß ich schon jetzt der Fortsetzung entgegen fiebere!

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Veröffentlicht am 21.12.2021

So ist das Leben!

Morgen, Helga, wirdʼs was geben
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Wie jedes Jahr zu Weihnachten gibt Dietmar Bittrich auch in diesem Jahr eine Anthologie voller weihnachtlicher Geschichten heraus. "Morgen, Helga, wird's was geben" beinhaltet 20 Kurzgeschichten verschiedener ...

Wie jedes Jahr zu Weihnachten gibt Dietmar Bittrich auch in diesem Jahr eine Anthologie voller weihnachtlicher Geschichten heraus. "Morgen, Helga, wird's was geben" beinhaltet 20 Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Allen ist eines gemein: es geht um die bucklige Verwandtschaft (aber auch um die Geschenke für die Kollegen). Denn auch in diesem Jahr kommen sie - sie sind schließlich geimpft oder unzerstörbar. Und es gibt eine Menge Themen - Geschenke, die nicht gefallen, Spielzeug, was von den Erwachsenen zerstört wird, Lebenmittelunverträglichkeiten und Veganer. Es wird an allem genörgelt - egal ob am Essen, den Geschenken, unpassenden Freunden oder dem Weihnachtsbaum. Dazu kommen alle möglichen Katastrophen. Hier ist Humor garantiert, denn es wird wirklich fast kein Mißgeschick ausgelassen (oder auch Rache für zerstörtes Spielzeug). Jede dieser Kurzgeschichten hat ihren eigenen Charme und so manches Mal kann man Parallelen zum echten Leben ziehen. Denn jedem wird an Weihnachten schon ein Mißgeschick widerfahren sein oder man erkennt einen eigenen Verwandten wieder... Natürlich kann nicht jede Kurzgeschichte jedem gefallen. Jeder hat einen eigenen Geschmack und wird eine Geschichte gut, eine andere vielleicht weniger gut finden. Doch eines sind sie alle: gut lesbar und interessant. Ich konnte hier tatsächlich bei jeder Geschichte lachen.
Für mich ist diese Serie von Weihnachtsgeschichten eine liebgewonnene Tradition in der Adventszeit - ohne die bucklige Verwandtschaft geht's halt nicht!

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Veröffentlicht am 19.12.2021

Spiegel der 1920er Jahre

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Der junge Architekt Robert erhält im Jahr 1920 den Auftrag, am Neubau des Bahnhof Friedrichstraße und an der Planung der ersten U-Bahnlinie Berlins mitzuwirken. Er ist überglücklich, denn nun kann er auch ...

Der junge Architekt Robert erhält im Jahr 1920 den Auftrag, am Neubau des Bahnhof Friedrichstraße und an der Planung der ersten U-Bahnlinie Berlins mitzuwirken. Er ist überglücklich, denn nun kann er auch endlich seiner großen Liebe Luise einen Heiratsantrag machen. Doch etwas betrübt Robert noch - sein bester Freund Johannes, mit dem er im Krieg zusammen an der Front kämpfte, gilt seit dem Krieg als verschollen. Johannes war Luises große Liebe, Trost über den Verlust fand sie bei Robert. Ausgerechnet am Hochzeitstag taucht Johannes wieder auf. Kriegsversehrt und ohne Hoffnung auf eine Zukunft mit Luise..

Die neue Serie von Ulrike Schweikert trägt den Titel "Berlin Friedrichstraße" und startet mit "Novembersturm". Das Buch schildert beeindruckend die Situation in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Hier merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit dieser Zeit beschäftigt hat. Sie thematisiert hier einfach alles, egal ob Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft. Dies alles wird hervorragend in die Handlung eingebaut und sehr bildhaft dargestellt. So erlebt man den Freiheitswillen der Frauen auf beeindruckende Weise, denn sie wollen auf eigenen Füßen stehen, arbeiten gehen und auch innerhalb der Familie gleichberechtigt sein. Aber auch Hunger und fehlende Ressourcen werden hier hautnah beschrieben. Man spürt die Armut mancher Familien und leidet mit ihnen. Authentisch wirkt das Buch durch die Einflechtung einiger historischer Persönlichkeiten. Ulrike Schweikert schweift ab und zu zurück in die Vergangenheit der Charaktere. Durch diese Erlebnisse werden die Charaktere zu Vertrauten, man kann ihre Handlungsweisen besser nachvollziehen und versteht so manches dadurch besser.
Wie gewohnt brilliert Ulrike Schweikert durch ihren Schreibstil. Leicht und verständlich führt sie den Leser durch die Zeit, bindet ihn durch eine spannende Handlung und macht neugierig auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 18.12.2021

Wunderschön

Abendflüge
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Helen Mcdonald, bekannt durch ihre Bücher "H wie Habicht" und "Falke", liefert mit "Abendflüge" ein neues grandioses Werk ab. Es geht, wie das Cover verrät, um Mauersegler. Aber in diesem Buch geht es ...

Helen Mcdonald, bekannt durch ihre Bücher "H wie Habicht" und "Falke", liefert mit "Abendflüge" ein neues grandioses Werk ab. Es geht, wie das Cover verrät, um Mauersegler. Aber in diesem Buch geht es auch um andere Wildtiere, sie berichtet über Märchen und Mythen, man entdeckt die Lebensräume der Tiere und erfährt, wie gefährdet diese sind. Helen Mcdonald zeigt hier auf, wie abhängig die Menschheit von der Natur ist und während des Lesens wird deutlich, daß man etwas wirklich wertvolles im Begriff ist zu verlieren. Durch ihre eindringliche Art, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen, nimmt sie den Leser mit auf eine Reise in die Natur, die sie so intensiv beschreibt, daß man sich diesem Bann nicht mehr entziehen kann. Die Autorin schreibt natürlich auch etwas über Umweltschutz - und dies geschieht auf sehr persönliche Art und Weise. Sie kehrt ihr Innerstes nach außen, so daß man ihr ihre Verbundenheit mit der Natur glaubt. Dabei schreibt sie auf eine Art, die sie deutlich von anderen Autoren hervorhebt. Ihr Stil klingt poetisch und ist dabei trotzdem gut lesbar. Man darf kein Buch erwarten, das man mal zwischendurch lesen kann. Für "Abendflüge" sollte man sich Zeit nehmen, um den ganzen Zauber zu spüren, der in diesem Buch steckt!

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